Frage von JustAnonUsermod Junior, 31

Wie kommt man an eine Gesprächstherapie?

Hallo liebe Community, ich bin jetzt seit einem Jahr in psychiatrischer Behandlung. Leider beinhaltet diese Behandlung lediglich die Versorgung mit nötigen Medikamenten. Ich habe vor etwa 3 Monaten aufgehört diese Medikamente zu nehmen, da ich keine Veränderung bemerkt habe. Was ich mir selber wirklich wünsche ist eine Gesprächstherapie. Einfach die Chance mich mit jemandem, der mich versteht, meine alltäglichen Situationen zu besprechen. Jemanden der mir sagen kann wie ich mich in bestimmten Situationen verhalten muss. Wie kommt man an eine solche Gesprächstherapie? Wird sowas von der Krankenkasse übernommen? Ich würde ja auch in eine Selbsthilfegruppe gehen aber ich habe panische Angst vor fremden Menschen und davor in der Öffentlichkeit rumzulaufen. Danke schon mal für eure Tipps.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DODOsBACK, 24

Du merkst selber, dass du etwas ändern musst. Mit oder ohne Medikamente, mit oder ohne Gesprächstherapie. Klar wird die von den Krankenkassen übernommen. Aber du brauchst jemanden, der sie dir "verschreibt". Die Wartezeiten sind lang, 3-6 Monate sind keine Seltenheit. Also warte nicht noch länger!

Zuerst solltest du zum Hausarzt gehen und ihn bitten, dir eine Überweisung für einen Psychologen auszustellen. Damit machst du dich auf die Suche - das wird sehr belastend, weil du Dutzende von Nummern durchtelefonieren und im besten Fall auf später vertröstet werden wirst. Im Januar gehst du nochmal zum Hausarzt und lässt dir eine neue Überweisung ausstellen - damit du auch wirklich "bereit" bist, wenn du endlich einen Termin bekommst. Informiere dich bei deiner Krankenkasse und im Internet über Anlaufstellen, die freie Plätze vermitteln.

z.B. https://www.kvno.de/20patienten/40zip/

Außerdem solltest du Hausarzt und Psychiater informieren, dass du eigenmächtig deine Tabletten abgesetzt hast - das spricht nicht gerade für dich! Abgesehen davon, dass dabei heftige Nebenwirkungen auftreten können, hast du auch beiden die Chance genommen, dir anders zu helfen.

Und reiß dich zusammen und geh zur Selbsthilfegruppe! Wenn es um soziale Phobien geht, gibt es wahrscheinlich einen Ansprechpartner, mit dem du erst einmal telefonieren und dich vielleicht auch alleine treffen kannst. Dort kannst du nicht nur mit Gleichgesinnten sprechen, du bekommst auch Tipps, was Therapieplätze angeht, Infos über stationäre Angebote usw. Oft finden sich sogar Menschen, die dich begleiten, wenn du z.B. zum ersten Mal wieder auf den Weihnachtsmarkt gehst.

Du weißt, dass du es könntest, wenn du dich wirklich anstrengst. Also hör auf, deinen eigenen Ausflüchten zu glauben und unternimm was! (Wäre auch einer der ersten Tipps in der Gesprächstherapie!)

Kommentar von JustAnon ,

Wenn ich in Behandlung bin bei einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, kann ich mir den Gang zum Psychologen dann sparen? Also könnte ich mir von ihm eine Gesprächstherapie verschreiben lassen?

Kommentar von DODOsBACK ,

Keine Ahnung - frag ihn selbst! (Ja, ich weiß, fällt dir wahnsinnig schwer. Tu´s einfach trotzdem!)

Kommentar von Dahika ,

man muss nicht zum Hausarzt gehen, um sich eine Überweisung ausstellen zu lassen. Wann geht das endlich mal in die Köpfe rein? Es reicht die Krankenkarte und ein Termin in einer psych. Praxis.

Antwort
von reginarumbach, 17

du kannst dir von deiner krankenkasse eine liste aller infrage kommenden therapeuten vor ort schicken lassen und die rufst du dann der reihe nach an. man hat dann 5 probestunden, um zu sehen ob man miteinander arbeiten kann. dann muss man nochmal einen antrag stellen, formulare bekommt man vom therapeuten, der den antrag auch unterstützt und dann prüft die kasse wieviele stunden sie im ersten durchgang genehmigt. reicht die stundenanzahl nicht aus, wird dann ein folgeantrag gestellt. in der regel wird eine gesprächstherapie genehmigt. da du schon beim psychiather warst, sehen sie ja deinen bedarf.

Antwort
von ghasib, 11

Ich hatte auch mal Probleme. Sprich deinen Hausarzt an der kann dir da weiterhelfen und kennt auch geeignete Therapeuten. Viel Glück und alles Gute

Kommentar von Dahika ,

Was hat der Hausarzt damit zu tun. Psychotherapie ist nicht sein Fachgebiet .

Antwort
von Feuerwehrmann2, 31

Es sollte von der kankenkasse übernommen werden und dort KANNST du alles erzählen musst aber nicht jedoch kann es auch sein das diese Selbsthilfegruppe auch kostenlos ist :)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community