Teilweise ist es bei Erwachsenen ja auch noch so. Mein Kollege ißt z.B. keine Schrimps obwohl er sie noch nie in seinem Leben gegessen hat. Das ist doch Dummheit, man muss es doch wenigstens probieren. Aber woher kommt das? Ist es Erziehung oder bei Kindern so etwas wie Auflehnung gegen die Eltern?

Wahrscheinlich am ehesten ein evolutionäres Überbleibsel. Dahinter steht insgeheim die Angst, sich zu vergiften. Oft probieren Kinder die erstaunlichsten Sachen, wenn sie zuvor (ohne Kommentar wie "iss du das doch auch") beobachtet haben, dass ihre Eltern sie zu sich nehmen (gilt leider auch für Alkohol und Zigaretten). In der Wildnis eine durchaus sinnvolle Reaktion. Die Alten leben es vor, die Jungen machen es nach.
Im Kinder- wie auch im Erwachsenenalter kann allerdings auch ein Widerwille dem Geruch einer Speise gegenüber eine Rolle spielen. Nicht jeder mag den fischigen Geruch von Shrimps und wenn man schon den Geruch nicht mag, warum sollte man sie dann essen?

Hierbei von Dummheit zu reden, halte ich für recht oberflächlich. Das "Problem" ist tatsächlich nicht auf Kinder begrenzt. Warum muss man alles direkt selbst ausprobiert haben? Es gibt neben dem zu erwartenden Geschmack verschiedene Gründe, warum man etwas nicht probieren will. Es gibt Produkte, die man aus ethischen Gründen ablehnt oder auch aus optischen. Vielleicht ist einem ein ähnliches Produkt einmal nicht bekommen und man hat keine Lust auf Experimente. Warum sollte ich etwas in mich "hineinstopfen", was schon sch..e aussieht. Das Auge isst schließlich mit. Möglicherweise hat man mit ähnlichen Produkten bereits schlechte Erfahrungen gemacht. Es gibt einen Käse aus Sachsen dessen Hülle aus lebenden Spinnmilben besteht. Angeblich soll das eine Delikatesse sein. Trotzdem habe ich nicht das geringste Bedürfnis auf dieses Geschmackserlebnis.
Ich probiere gerne Neues aus. Aber es gibt viele Dinge, die mich aufgrund von Wissen, Erfahrungen oder auch Vermutungen überhaupt nicht reizen.
Das Thema sehe ich auch nicht nur auf den Geschmack begrenzt. Vielleicht hast Du persönlich keine Lust in ein bestimmtes Land zu reisen, obwohl Du selbst nie dort warst und somit auch keine schlechten Erfahrungen haben kannst. Niemand würde Dir vorwerfen, dass Du nicht wenigsten einen Kurzurlaub zur Probe dort machst. Oder?
Solipsist am 9. Oktober 2007 19:27 Das mit dem Land, guter Punkt zugegeben.

Bei Kindern ist das anders, nie zum Essen zwingen. Im Beisein des Kindes essen und sagen, wie gut das schmeckt, dann spielerisch probieren lassen. Kinder sind Nachahmer. Klappt das nicht beim ersten Mal, nicht aufgeben. Zwang erzeugt Gegenwehr. Mit meiner Tochter hat das wunderbar geklappt.

Sowas begreife ich auch nicht!! Etwas abzulehnen ohne persönliche Erfahrung. Woher? Keine Ahnung. Ganz einfach Borniertheit eben!

Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht!
Dieses Sprichwort kommt nicht von ungefähr!
Ich bin auch so, dass ich nicht alles esse oder probiere, was ich nicht kenne! Vielleicht eine Vorsichtsmassnahme unseres Körpers...?
ICh vertrete der Theorie, dass es noch aus einer Zeit kommt, wo man tatsächlich sterben konnte, wenn man mal etwas "ausprobiert".
Man stelle sich die unzählige giftige Pflanzen, die durchaus essbar aussehen. In der Frühzeit könnte das probieren tödlich enden. Da ist es ganz natürlich unbekanntes erstmal zu vermeiden.
Heute bleibt diese Angst, die damals uns das Leben gerettet hat noch ins Unterbewusstsein und hält uns davon ab, neues zu probieren.
Bei uns ist die Regel: Alles wird probiert, wenn einer es dann nicht mag ist es in Ordnung. Kennst du das Sprichwort "Was der Bauer nicht kennt, ißt er nicht" danach werden einige handeln.
Meine Erfahrung ist, dass Kinder sehr schnell raus haben, dass sie mit dem Essen die Eltern wunderbar unter Druck setzen können und das auch tun. Wenn man das Spielchen mitspielt glaubt man gar nicht, was Kinder alles essen, wenn sie wirklich Hunger haben. Ähnlich quängelnde Erwachsene aus meinem Bekanntenkreis kommen meiner Erfahrung nach alle aus einem Hause, wo sie mit der Tour gut durchkamen und somit nicht rechtzeitig gelernt haben, ihren Horizont übers Probieren zu erweitern.

Die Antwort von CraisyDaisy erklärt es vermutlich, allerdings kann ich es auch weder verstehen, noch meinen Sohn davon überzeugen, anders zu handeln ...

ich mag z.b. sehr gerne schnecken.
aber allein die vorstelleung sowas zu essen mag meine freundin nicht.
sie stellt sich dann diese ekligen schleimigen tierchen vor.
als ich mal auf einer hochzeitsfeier war gab es eine leckere vorsuppe. das fleisch darin schmeckte wie hünchen. nach dem essen erführen wir, das es sich dabei um klapperschange gehandelt hat.
viele hätten es wohl nicht gegessen wenn sie es vrher gewusst hätten. so hat es aber allen geschmeckt.

gute antwort von frohnatur!!
Liebe/r itsfall,
bitte nutze in Zukunft die Kommentarfunktion für kurze Zustimmungen.
Vielen Dank im Voraus und viele Grüße
Verena vom gutefrage.net-Support

Du sagst mit einer solchen Selbstverständlichkeit: "...man muss es doch wenigstens probieren!"
Und übersiehst dabei, dass man dir diese Meinung "man muss es doch wenigstens probieren", mal eingelernt hat. (Also zb ist diese Denkweise in deiner Familie üblich, oder deine Mutter oder sonst wer prägender verhält sich so. oder man hat es dir einmal sehr vehement getrichtert. etc.)
Das passiert uns (Menschen) dauernd. Wir übersehen dass wir nur anhand unserer Prägungen handeln/denken/'fühlen' - und bekritteln die (dummen) Prägungen 'der anderen'.
Macht ja nichts :-> Tut jeder.
Aber bedenke ab und zu: Du hättest auch mit der Shrimps-Prägung aufwachsen können.
Was würdest du dann jetzt sagen/meinen/genauso überzeugt vertreten...
ICh esse zwar zuerst, beovr ich was darüber sage. Rote Bohnen hab ich mal gegessen und ist bis heute mein " Feinde" würg Obwohl ich eiegntlich alles zuerst pobiere, wie das schmeckt, hab ich noch nie Sushi gegessen und will auch nicht, weil ich das soo ekelhaft empfinde- vllt ist sushi einzige ausnahme,
Hallo,für Kinder ist es oft eine Frage der Optik. Manche lieben grünes Gemüse, andere rotes, würden aber nie weißes essen, es sieht einfach fad aus. Manchmal ist es auch ein kleines Machtspiel zwischen Eltern und Kindern, welches über das Essen ausgetragen wird. Kinder wollen einfach testen, obe es was bringt sich gegen etwas neues auf dem Teller zu wehren, und Mama vielleicht doch wieder Nudeln hinstellt. Vielleicht ist in unserem tiefsten Inneren noch so eine Art von Schutzfunktion, nichts zu essen was wir nicht kennen, da es uns vielleicht körperlich schaden kann. Ich würde empfehlen die Kinder spielerisch zu locken, immer wieder einmal was neues zu probieren.Vielleicht sogar schon beim Einkauf mitentscheidenzu lassen und bei der Zubereitung zu helfen, denn was man selber kocht, kann nicht schlecht sein. Druck bewirkt allerdings eher das Gegenteil.