Frage von lubbeldibatsch, 117

Wie kommt es dazu, dass sich Homosexuelle auf einzelne Städte konzentrieren - zum Beispiel San Francisco oder Köln?

Beide sind bekannt als Städte mit sehr hohem Anteil Homosexueller... aber wie entsteht sowas überhaupt, dass es die ganzen Homosexuellen in eine bestimmte Stadt zieht? Also warum das heutzutage so ist kann ich mir denken... weil es so viele von ihnen dort gibt, gibt es sicherlich auch mehr Angebote wie Bars und Kneipen für Schwule und Lesben und das finden von Gleichgesinnten ist leichter als in anderen Städten......... ABER irgendwann muss die Migration der Homosexuellen in diese Städte ja mal angefangen haben - wie kam das?

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Antwort
von ewolfe, 61

1. Große Städte bieten den Menschen immer die Möglichkeit, Dinge zu tun, die vielleicht nicht ganz so legal sind.  In den Großstädten kann man sich viel einfacher vor dem Gesetz verstecken. Damit will ich nicht sagen, dass Homosexualität verboten ist, aber es war lange Zeit so.
2. In großer Städten sammeln sich alle möglichen Menschen und es entwickeln sich Treffpunkte.

Wie du schon selbst sagt hat sich dies bis heute weiter so entwickelt und so gelangt Köln an seinen Status als deutsche Schwulenhauptstadt beispielsweise.
Aber heutzutage sind auch viele andere Großstädte für ihre homosexuellen-Szene bekannt.

Antwort
von HerrDegen, 40

Also, ganz generell ist das Leben für Minderheiten in großen Städten einfacher als in kleinen Gemeinden - zum einen findet man (wie von dir erwähnt) bei größerer Bevölkerungszahl leichter "seinesgleichen", zum anderen bietet eine große Stadt mehr Anonymität, wenn man sie wünscht.

Dazu kommen dann "Pull-Faktoren" großer Städte, die allgemein, nicht nur für Homosexuelle, gelten: bessere Infrastruktur, mehr Arbeitsmöglichkeiten, mehr Freizeit- und Kulturangebote.

Als drittes hat jede Stadt auch ihre eigene "Kultur", die mal konservativer und mal liberaler ist. Man könnte argumentieren, das z.B. Köln durch seine Geschichte als Handelsstadt, die Karnevalskultur und die "Kölsche Mentalität" ein geeigneteres Umfeld für eine lebendige homosexuelle Szene ist als andere, konservativer geprägte Städte. Das gilt sicherlich auch für San Francisco, den Ursprung der Hippiebewegung, das bis heute ein besseres Umfeld für "alternative" Lebensweisen ist als andere amerikanische Städte.

Antwort
von Solenostemon, 19

Wenn die Heten nicht immer so viele Komplexe, Vorurteile und Ängste in Bezug auf Homosexuelle hätten können sie sich besser in der Gesellschaft verteilen. Viele Heten wissen gar nicht wie es ist wenn man auf der Straße oder in Bars blöd angegafft oder auch beleidigt oder bedroht wird nur weil man sich anders verhält. Da tut es gut wenn es Orte gibt wo es keinen groß stört, außerdem ist dort auch die Chance größer jemanden zu finden. 

Antwort
von Nightrider16, 48

Das liegt daran, dass diese Städte halt groß sind, weswegen es dort eben mehr Schwule gibt. Also ist dort die Chance viel höher, einen Partner zu finden.

Kommentar von lubbeldibatsch ,

San Francisco wirkt nur groß, ist aber eigentlich eine sehr kleine Stadt (nichtmal 900.000 Einwohner). Da gäbe es in den USA dutzende Alternativen, die viel größer sind. Aber nur SF ist dafür bekannt und nicht etwa New York, Los Angeles, uvm.

Antwort
von heide2012, 24

Ich würde gern einfach mal wissen, wie du auf diese Aussage "
Beide sind bekannt als Städte mit sehr hohem Anteil Homosexueller" in deinem Fragetext kommst, bzw. welches Zahlenmaterial du dazu wo gelesen hast.

Und wenn du von "Homosexuellen" schreibst, meinst du dann Männer und Frauen oder nur Männer.

Zu Männern gibt es Strudien aus den USA und Frankreich, die alle besagen, dass es für Homosexuelle aus ländlicher oder kleinstädtischer Umgebung in der Großstadt "liberaler" zugeht, wobei das auf keinen Fall immer gleich den Umzug in die Stadt zur Folge hat.

Auf jeden Fall begann diese "Migration" vor der Liberalisierung der Gesetze in den jeweiligen Staaten.

Kommentar von lubbeldibatsch ,

Das ist eigentlich allseits bekannt, dass dem so ist und wer bereits mal durch beide Städte gelaufen ist, kommt auch nicht drumherum das wahrzunehmen. (Nein, ich meine nicht, dass da viele schwulaussehende Leute rumlaufen... man sieht einfach viel mehr schwule Pärchen als anderswo). Und wie gesagt, es ist eigentlich Allgemeinwissen.

Ansonsten hier, für dich: https://en.wikipedia.org/wiki/LGBT_culture_in_San_Francisco

Lies einfach mal den ersten Satz. Für Köln hab ich mir diese Mühe jetzt mal gespart. 

Ich meine Sowohl Männer als auch Frauen.

Mich wundert ein wenig, dass du etwas über irgendwelche Studien aus den USA über Homosexuelle weißt, aber nicht, wo sie sich konzentrieren ^^

Antwort
von Libertinaer, 19

Nehmen wir an, Du könntest frei entscheiden, wo Du leben möchtest.

Auf welche Stadt würde dann deine Wahl fallen? Eine, in der man angenehm leben kann? Sicher. Aber vermutlich auch eine, in der Du ganz normal leben kannst, ohne vielleicht ständig angegafft zu werden, ohne dass hinter deinem Rücken vielleicht über dich getuschelt wird.

Klar, das macht nicht jedem etwas aus.

Aber der Mensch umgibt sich nun mal lieber mit Gleichgesinnten. Das ist beim Freundeskreis so, und sonst auch. Das ist beim Thema Sex so, und bei allem anderen auch.

Und wenn also ein Homosexueller in seiner Jugend vielleicht gemobbt wurde, oder wenn er einfach nur unbeschwert leben möchte, wohin wird er dann ggf. ziehen? Eine Stadt, die für ihre Toleranz und homosexuelle Kultur gerühmt wird, ist da sicherlich nicht die schlechteste Wahl. ;-))

Kommentar von lubbeldibatsch ,

Das war ja nicht das worauf ich hinauswollte. Warum sind sie nicht einfach homogen über das ganze Land verteilt anstatt in einzelnen Großstädten vermehrt? Und wieso gerade in dieser einen Großstadt und in anderen viel weniger? Das meinte ich eigentlich - aber danke :)

Kommentar von Libertinaer ,

Das war ja nicht das worauf ich hinauswollte.

IMHO war es genau das. ;-)

Warum sind sie nicht einfach homogen über das ganze Land verteilt anstatt in einzelnen Großstädten vermehrt?

Weil gleichgesinnte Menschen zusammenfinden, bzw. zusammen leben möchten.

Und wieso gerade in dieser einen Großstadt und in anderen viel weniger?

Weil gleichgesinnte Menschen zusammenfinden, bzw. zusammen leben möchten.

Gut, warum also gerade diese beiden?

Sowohl Köln (Karneval, rheinisch-liberale Lebensart) als auch San Francisco (Hippie-Bewegung, liberale US-Westküsten-Kultur inkl. vielen Kreativen), sind seit je her Städte, in denen "gegen den Strom" geschwommen wird.

Der kölsche Karneval z.B. hat ja auch einen ernsten Ursprung: Die Auflehnung gegen bzw. das sich lustig machen über die Obrigkeit, im ansonsten vergleichsweise obrigkeitshörigen Deutschland (wenn die Prinzengarde ihr Popos aneinanderreibt, dann war das ein absolute Affront gegenüber den absolutistischen Herrschern).

Und was San Francisco angeht: Die USA wurden vom Osten nach Westen erobert. In den Osten zogen die, die es im Westen nicht aushielten und/oder ihr Glück im Neuanfang suchten. So etwas prägt eine Gesellschaft (genauso wie es eine spezifische Toleranz in New York gibt, weil dort so viele Einwanderer an Land gingen, und die Stadt folglich ein einziges Mischmasch unterschiedlichster Kulturen ist). In Kalifornien findest Du generell überdurchschnittlich viele Kreative (s. auch Filmindustrie, Silicon Valley, ...). Solche Menschen denken aber prinzipiell eher nicht in vorgefertigen Bahnen. ;-)

Das setzte auch den Kern, für alternative Lebensstile. Bewusstseinserweiternde Drogen wie Hasch und LSD waren (und sind) dort sehr verbreitet. Und dort eben besonders in einer der dort prägenden Großstädte.

Von dort entstammt auch die Sexuelle Revolution, bzw. die Hippie-Bewegung (Steve Jobs wurde auch als "Million Dollar Hippie" bezeichnet - so auch der Titel einer Doku über ihn).

Wenn es aber, in beiden Städten, bereits im Kern eine (deutlich) größere Toleranz gegenüber "abweichenden"  Lebenstilen gab, war es einfach zwangsläufig, dass generell Gruppen angezogen wurden und werden, die sich selber "homogen über das Land" verteilt Diskriminierungen ausgesetzt sahen (und sehen).

Sprich: Die Tradition der Städte hat Homosexuelle angelockt, und die Homosexuellen haben dann ihrerseits umso mehr Homosexuelle angelockt.

Das meinte ich eigentlich - aber danke :)

Ich hoffe, das war es, was Du meintest. :-)

Kommentar von Libertinaer ,

Oops, Korrektur:

"Die USA wurden vom Osten nach Westen erobert. In den Osten zogen die, die es im Westen nicht aushielten"

sollte natürlich heißen

"Die USA wurden vom Osten nach Westen erobert. In den Westen zogen die, die es im Osten nicht aushielten"

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