Frage von Hannah2810, 97

Wie kommt es dazu das man in eine psychiatrische Einrichtung kommt?

Also wer entscheidet ob man dort hin muss ? Kann man dort auch hingeschickt werden ohne das man es selber möchte ?
Muss eine bestimmt Sache passiert sein, so dass man dort hin geschickt wird ?
Danke schon mal

Antwort
von Alterhaudegen75, 27

Da gibt es ganz unterschiedliche Gründe. In der Regel kommt es dazu wenn man sich selbst oder andere gefährdet, z.B wenn man Suizidabsichten äußert. Persönliche Krisen sprich Nervenzusammenbruch kann auch ein Grund sein. Manchmal kann man dort schneller hin kommen als man denkt.  Es da das sogenannte PsychKG was genaue Vorgaben über die Zwangseinweisung vorgibt. Dennoch kann es von Region zu Region  noch zu spezifische Unterschiede geben. In meiner Region z.B kann jemand vom Ordnungamt einweisen. Jede Stadt hat da eine Abteilung mit 24 Stunden Rufbereitschaft. Natürlich kann ein Arzt eine Einweisung verordnen. Ist man eingewiesen entscheidet dann der persönliche Zustand den weiteren Verlauf. Oft ist auch ein Amtsrichter mit einbezogen der von Rechtswegen den weiteren Verlauf nach Rücksprache der Ärzte bestimmen kann. Wie schon geschrieben, so ist der Verkauf in meiner Region.

Antwort
von onaclearday, 34

Das ist so eine "kommt darauf an"-Sache: wenn man sich freiwillig dort in Behandlung begibt, entscheidet man das selbst (in Absprache mit den Ärzten/Verantwortlichen da - also mit einer Abklärung, ob dort überhaupt eine entsprechende Behandlung stattfinden kann/eine Indikation dafür vorliegt), und wenn man akut selbst- oder fremdgefährdend ist/handelt/dementsprechendes ankündigt, kann es zu einer Unterbringung auch gegen den eigenen Willen kommen. 

Das heißt, man wird durch Polizei und passende medizinische Verantwortliche in die Psychiatrie gebracht, ein entsprechender Antrag zur Unterbringung wird gestellt (der Arzt schreibt dann eine Begründung dazu) - dann entscheidet ein Richter, ob man länger dort bleiben muss oder nicht. (Eine pharmakologische Behandlung kann ebenfalls beantragt werden, natürlich ebenfalls unter Angabe entsprechender Gründe dafür.)

Also: bei Unterbringung gegen den eigenen Willen muss schon deutliche Gefährdung gegeben sein (wie genau das aussieht, ist von Fall zu Fall unterschiedlich), sonst ist's eine Menschenrechtsverletzung.

Kommentar von Hannah2810 ,

In Filmen und so wird ja immer davon geredet das man dort nicht mehr raus kommt also nicht so leicht denkst du das stimmt oder es wird nur gesagt weil es halt Filme sind ?

Kommentar von onaclearday ,

Das wird wohl eher daran liegen, dass es Filme sind. In der Realität ist es so, dass einige Patienten schon nach wenigen Tagen oder Wochen wieder entlassen/auf eine offene Station verlegt werden (freiwillig). In anderen Ländern mag das ja anders sein, aber hier gibt es doch recht gute Gesetze, die das regeln und dafür sorgen, dass keinem unnötig lange die Freiheit entzogen wird. 

Ich persönlich habe zumindest beobachten können, dass die meisten Patienten nach ein oder zwei Tagen wieder entlassen wurden - aber auch, dass andere über Monate dort blieben. In den Fällen war das aber auch verständlich - ich würde nicht wollen, dass ein Mensch, der in dem Ausmaß psychisch erkrankt ist, sich selbst oder andere in den Tod reißt...

Wo man nicht so leicht raus kommt, ist eher die forensische Psychiatrie-Abteilung (psychisch erkrankte Straftäter), würde ich mal vermuten.

Antwort
von Fotografin1958, 38

Man kann dann "zwangsweise" in eine (geschlossene) psychiatrische Einrichtung eingewiesen werden, wenn man eine Gefahr für seine Umwelt darstellt. Beispiel: Man lebt in einem Altbau mit einem hölzernen Treppenhaus; ständig versucht man, dieses Treppenhaus abzufackeln und gefährdet somit nicht nur sich selbst, sondern auch seine Nachbarn.

Antwort
von Lisaley, 45

Man kann es entweder selbst entscheiden (davor muss man allerdings schon länger in einer Therapie gewesen sein und der Psychotherapeut muss das "absegnen") oder du wirst dahin geschickt, wenn du als für dich selbst oder für andere als gefährlich eingestuft wirst bzw vorhast, jemanden (also auch wieder sich selbst oder andere) schwer zu verletzen oder es schon getan hast.

Kommentar von Hannah2810 ,

Also könnte man auch gezwungen werden dort hin zu gehen ?

Kommentar von Lisaley ,

Ja genau, allerdings nur von einem Therapeuten oder vom Gericht. Das heißt, irgendwelche Privatpersonen können dich nicht dazu zwingen. Minderjährige können (soweit ich weiß, ich hatte mal so n Fall) von Eltern, Lehrern oder anderen Autoritätspersonen (Ärzte etc.) auch nicht direkt hingeschickt werden, erst zur Therapie.

Kommentar von allesklar7676 ,

Nein, kein Therapeut kann jemanden Zwangseinweisen lassen. Das kann einzig und allein ein Richter, oder für 24 Stunden (je nach Bundesland) bei begründeten Fällen auch ohne §10 Möglich. Alles andere oder eine längere Zwangsunterbringung ohne Beschluss sind Freiheitsberaubung und damit eine Straftat.

Ein Therapeut kann ein einzig allein ein nahe legen in die Klinik zu gehen oder bei AKUTER Eigen oder Fremdgefährdung die Polizei informieren. 

Kommentar von Hannah2810 ,

Oke danke :-)

Antwort
von Svenja18, 23

Solange du keine 18 bist können dich die Personen die dein aufenthaltsbestimmingsrecht haben dort einweisen lassen egal ob du es willst oder nicht und man kommt nur mit richtig gutem Grund darein, weil es viele Menschen gibt die einen Platz dort suchen aber man muss nicht vorher schon in einer Therapie gewesen sein.

Kommentar von Kathyli88 ,

Das überprüft aber ein psychologe ob jemand eingewiesen wird oder nicht. Also privatpersonen wie z.B erziehungsberechtigte können nicht einfach ihre kinder selbst einweisen

Kommentar von allesklar7676 ,

Doch können sie. Ob das Kind/Jugendliche allerdings stationär bleibt ist dann ärztliche Entscheidungsfreiheit. Sprich, die Eltern können das Kind in die Klinik bringen weil  sie sich sorgen machen, die Ärzte müssen das Kind aber nicht dabehalten wenn keine AKUTE selbst/fremdgefährdung besteht.

Antwort
von Kathyli88, 23

In der regel, wenn die person eine gefahr für sich selbst oder für andere darstellt, oder sich diese person selbst einweist.

Antwort
von joellesta1, 12

Grundsätzlich gilt, das eine akute Fremd-oder Eigengefährdung bestehen muss, um jemand gegen seinen Willen einweisen zu lassen.

Meist wird diese Entscheidung vom eigenem Psychiater, Psychologen, Psychotherapeuten, Hausarzt oder in schlimmen Fällen (z.B. nach einem überlebten Suizidversuch) von einem Rettungssanitäter.

Man kann diese Entscheidung auch selber treffen und sich freiwillig in eine Psychiatrie einweisen lassen. Dann hat man aber häufig mit langen Wartezeiten zu rechnen. 

Liebe Grüße!

Kommentar von allesklar7676 ,

Rettungssanitäter können sicherlich niemanden Einweisen. Erstens ist der Rettungssanitäter gar keine Berufsausbildung, wenn dann meinst du den Rettungsassistenten (der hat nämlich ein Staatsexamen) und auch der kann und darf niemanden gegen sein willen in die Klinik  bringen (nicht nur bei psychiatrischen Fällen, auch bei z.B. Herzinfarkt, wenn der Patient nicht ins Krankenhaus will, dann ist das so, alles andere ist Freiheitsentzug und somit strafbar) Einzig und allein ist eine Zwangseinweisung durch die Polizei rechtlich korrekt, oder nach Richterlichen Beschluss. Denn nur die Polizei darf jemanden ,,festhalten" und ein Richter eine  Zwangsunterbringung veranlassen und das auch nur wenn der Patient nicht zurechnungsfähig ist und nicht ,,Herr seiner Sinne" 

Antwort
von KUMAK, 19

Wenn du eine Gefahr für andere oder dich selbst bist, können dich qualifizierte Leute zwingen ja, da hat dann auch deine Mutter nichts mehr zu melden.

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