Frage von DreiBesen, 65

Wie kommt es, dass sich dieser Hund so "schizophren" verhält?

Ich hab 'ne Frage zu einem fremden Hund, aus reinem Interesse.

Folgendes: wenn ich mit meinem Schnuff spazierengehe, treffen wir manchmal eine Frau. Diese hat eigenen Hund (der immer sehr freundlich und lieb ist) und oft auch einen "Gasthund", der ihrem Nachbarn gehört. Diesen Hund (ein Jack Russel) nimmt sie mit auf ihre Gassirunden, wenn besagter Nachbar auf der Arbeit ist.

Um auf den Punkt zu kommen - wenn der Jack Russel mit seinem Herrchen unterwegs ist, trabt er mit stolzgeschwellter Macho-Brust vor seinem Besitzer her, springt ausgelassen rum, lässt aber keinen anderen Hund in seine Nähe. Er knurrt dann und hat meinen auch schon mal gezwickt.

Ist er aber mit seinem Teilzeit-Frauchen unterwegs, ist er ein völlig anderer Hund. Er schleicht mit eingezogenem Schwanz hinter ihr her, guckt ganz bedröppelt und lässt meinen demütig an sich schnuppern und unterwirft sich ihm sogar grundlos. Erwähnenswert wäre vielleicht, dass die Frau große Hundeerfahrung hat (sie hat im Laufe ihres Lebens schon mehrere Hunde aus dem Tierheim betreut und aufgezogen) und hat einen sehr liebevollen, aber konsequenten Umgang mit den Hunden ... also sie ist niemals grob oder ungeduldig mit ihnen und kommt mir fast vor wie eine "Hundeflüsterin" (mein Hund liebt sie ziemlich doll^^)

Wie kommt es nur, dass sich dieser Jack Russel so völlig unterschiedlich verhält, je nachdem, mit welchem seiner beiden Menschen er draußen ist?

Expertenantwort
von dsupper, Community-Experte für Hund, 9

Hallo,

kann es villt. sein, dass du die "stolzgeschwellte Brust" mit "aggressiv" und das mit "eingezogenem Schwanz und bedröppeltem Blick" mit "normal" verwechselst oder einfach falsch interpretierst?

Mir scheint eher, dass der Hund bei seinem Herrn die Chefrolle übernehmen muss, weil dieser das nicht kann. Und bei dem Teilzeitfrauchen findet er in ihr den Führer, den er braucht? Da braucht er sich nicht um seine Sicherheit zu kümmern, sondern kann sich einfach auf den "Führer" verlassen, hat also gar keinen Grund, sich aggressiv und "groß" zu gebärden.

Auch die Körpersprache eines Hundes muss man richtig deuten können, dazu gehört eine Menge Erfahrung und Wissen. Viele Hundehalter denken z.B. immer noch, wenn ihr Hund anderen Hunden/Menschen gegenüber aggressiv auftritt, dann wolle er sie "beschützen" und sind dann sogar stolz auf das Hundeverhalten. Dass dahinter eine schreckliche Unsicherheit des Hundes steckt und eine ihm aufgezwungene Rolle, die er gar nicht haben will, wissen und verstehen sie gar nicht.

Je nachdem, wie lange er schon von dem Teilzeitfrauchen geführt wird, kann es auch sein, dass er dieser Führungsperson noch nicht so ganz traut und immer noch unsicher ist, ob er nun tatsächlich "nur Hund" sein darf. Auch das muss ein Hund lernen, zumal, wenn er ständig zwischen zwei "Welten" und unterschiedlichen Ansprüchen leben muss.

Antwort
von MaggieundSue, 34

Bei ihr, darf er Hund sein und beim Herrchen muss er die Führerrolle übernehmen, was er eigentlich nicht will.

Kommentar von Manja1707 ,

Hund sein dürfen heißt aber nicht mit eingezogenem Schwanz bedröppelt hinterherlaufen.

Kommentar von ThadMiller ,

Was bitte heißt "bedröppelt"?

Kommentar von Manja1707 ,

Bekümmert, betrübt

Kommentar von DreiBesen ,

"bedröppelt" bedeutet soviel wie geknickt/niedergeschlagen.

Kommentar von MaggieundSue ,

richtig @Manja1707....hab ich ein bisschen überlesen. Der Hund ist einfach durch den Wind. Unsicher...weiss nicht, wie er sich verhalten soll. Einmal so und dann wieder so. Denke aber, dass er einfach lernen muss/darf, bei der Teilzeitfrauchen Hund zu sein. Dies macht ihm noch angst......

Antwort
von Flauschy, 38

Hunde reagieren bei jedem Menschen mit dem sie Gassi gehen anders.

Du weißt auch nicht wie der Umgang der Frau zuhause mit dem Hund ist. Ich fände es nicht gut wenn meine Hunde mit eingezogener Rute lustlos hinter mir herschleichen und sich grundlos unterwerfen denn dann stimmt irgendwas im Verhältnis meiner Hunde zu mir nicht.

Dann habe ich lieber fröhliche Hunde. Nur knurren und zwicken sollen sie nicht.

Antwort
von Manja1707, 25

Es wird an der Kombination Teilzeit-Frauchen plus deren Hund liegen. Das Teilzeit-Frauchen ist wahrscheinlich strenger mit ihm und ihr Hund ist in der Kombination anscheinend der "stärkere", also ranghöhere. Das ängstigt den Jack Russel wahrscheinlich ein bisschen. Es ist ja gut, dass er nicht so frech ist, wenn sie dabei ist, aber ein eingezogener Schwanz deutet immer auf Angst hin. Sehr lustig hat er es bei ihr also nicht.

Antwort
von BigDreams007, 16

Die Frau ist in dieser Situation der "Rudelführer" und dadurch muss der Hund das nicht übernehmen.

Anders ist es bei seinem Besitzer. Dieser kann dem Hund anscheinend nicht genug sicherheit geben und dadurch denkt der Hund, dass er die Position des Rudelführers übernehmen muss.

Antwort
von ThadMiller, 35

Weil er weiß wann er Alpha spielen darf/muss und wann besser nicht.

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