Frage von maxialexander, 119

Wie kommt es, dass jemand Sympathien/Bewunderung für das NS-Regime und Hitler hat?

Wenn eine gebildete Person, d. h.  Abiturient/Student sich mit der NS-Ideologie identifizieren kann und Hitler bewundert, wie kommt sowas zu Stande? Wenn sie davor keinen Kontakt mit der rechten Szene hatte und diese Sympathien von selbst entstanden sind und die Person in anderen Bereich wirklich sehr intelligent ist, viele Freunde hat etc... Kann sowas angeboren sein, also ist ein Teil der Gewinnung irgendwie vorgegeben?

Antwort
von Thelostboy342, 16

Ich verachte Links- sowie Rechtsextreme - Nationalsozialisten, die es jedoch praktisch nicht mehr gibt, erst recht.

Jedoch hat die politische Weltanschauung wenig mit der Intelligenz zutun, wie es hier einige Mitglieder angeben.
Ich denke, es kommt auf die eigenen Erfahrungen, den Charakter, etc. an, welche Weltanschauung man für richtig hält. Wenn man halt der fehlgeleiteten Meinung wie von White Power etc. entspricht, ist dem halt so - jeder darf sich seine Meinung selbst aussuchen. Jede ist erlaubt. Die Gedanken sind frei! Außerdem ist es bekannt, dass die wahren Nationalsozialisten früher alles andere als dumm waren.

Aber: natürlich ist dies keine moralisch / gesellschaftlich vertretbare politische Position... Jeder kann sich seinen Teil dazu denken, wenn z.B. Hitler glorifiziert wird.

Zu deiner Frage: bei Jugendlichen kommt diese politische Sicht sogut wie gar nicht mehr vor nach meiner Erfahrung - jedoch macht es keinen Unterschied, ob man 'nur' auf einer Hauptschule war oder Abiturient ist und Jura studiert. Die politische Meinung bildet jeder Mensch für sich selbst bzw. durch äußere Einflüsse... Auch wenn es manchmal natürlich sehr schade ist, was dabei raus kommt!
Allerdings hat dies nichts mit der Intelligenz / Bildung zutun, ob Nazi, Linker, Liberaler,...

Meine Meinung dazu :)
LG

Antwort
von Kupferzupfer, 60

Oft spielen familiärer Background und ein entsprechender Freundeskreis eine Rolle, manchen lässt wohl auch Unzufriedenheit mit den heutigen Verhältnissen eine gewisse Bewunderung für "Zucht und Ordnung" entwickeln.


Antwort
von atzef, 27

Diese Symphatie entsteht nicht "von selbst".

Sie setzt ja voraus, dass man sich mit der NS-Ideologie beschäftigt hat, ebenso mit ihren Konsequenzen und Implikationen. Von der Ermordung eines Teils der eigenen Gefolgschaft (Röhm-Putsch) bis zur Ermordung von Oppositionellen, Juden, Sinti und Roma, dem Totalversagen angesichts des Endes mit 50 Millionen Kriegstoten und des Verlustes eines großen Teils Deutschlands.

Die praktische Umsetzung der NS-Ideologie repräsentiert ein Maximum an Verbrechen und ein Maximum an Versagen.

Insofern wäre ich auch neugierig, wie ein vermeintlich "intelligenter" Mensch dafür "Sympathien " entwickeln kann.

Kommentar von Thelostboy342 ,

Wahr !
Jedoch ist heute wohl niemand mehr an Krieg, Eroberung von Territorium, etc. interessiert.
Maximales Verbrechen definitiv, maximales versagen eher nein. Bekannterweise haben die Deutschen, trotz geisteskranken Massenmorden und unbrechbarer Härte, einige Erfindungen und militärische Stärke hervorgebracht - die Ausrüstung war denen der Alliierten und Sowjets weit überleben, genauso wie die Fähigkeiten der Truppen.
Leider hätte all dieses Potential mal lieber nicht in den Krieg einfließen sollen.

Kommentar von atzef ,

Da glaubt wohl bis heute noch jemand an die Mär von den "Wunderwaffen"...:-)

Beginnt man einen Krieg und verliert ihn derart desaströs einschließlich von ca. einem Drittel des bisherigen Staatsgebiets, dann ist auch das Maximum an Versagen erreicht - in jeder Hinsicht!

Nehmen wir mal als Bsp. die VI und V2. Hübsche technische Spielzeuge ohne großen militärischen Nutzen und den alliierten Bomberangriffen turmhoch unterlegen.

Hätten die Sowjets am Ende nicht aufs Tempo gedrückt, hätte es auch noch die ein oder andere A-Bombe für Nazideutschland gegeben...

Kommentar von Thelostboy342 ,

Ja, Wernher von Braun :)

Kommentar von atzef ,

Mag ja sein, dass die Deutschen die bessere Raketentechnologie hatten. Aber die war eben relativ nutzlos und stellte keinen Ersatz und Ausgleich dar für die völlige technische Unterlegenheit bei strategischen Bombern.

Insofern war es rüsungstechnisch - gottlob - ein gravierender Fehler, Ressourcen in dieser nutzlosen Technik zu verplempern.

Hintergründig belegen daher die V1 und die V2 eher noch ausdrücklich das angesprochene Versagen in ihrer Eigenschaft als rüstungsstrategischer Tiefengriff in die Kloschüssel! :-)

Militärtechnologische Bedeutung erlangten Raketen erst mit der Einführung nuklear bestückter Interkontinentalraketen.

Kommentar von Thelostboy342 ,

Richtig!
Ja, diese ganzen Planungen zeugten halt vom Größenwahn. Siehe Schwerer Gustav + Kampfpanzer Ratte

Kommentar von atzef ,

Ratte? Du meinst diesen Porsche-Panzer? Hieß der nicht "Maus"? Ah, ich sehe, es gab diesen gigantomanen Panzer noch zusätzlich zu der "Maus"...:-)

Antwort
von quantthomas, 13

Blutrünstige Diktatoren verbreiten nicht nur Angst und Schrecken, sondern faszinieren auch durch ihre grenzenlose Machtfülle. Ein einziges Wort von solch' einem Despoten kann für Teile der Bevölkerung oder einer ganzen Religionsgemeinschaft das Leben kosten.
Es bleibt nicht aus, daß solche Machtmenschen, die Herr über Leben und Tod sind, auch bewundert werden. Billige Ausreden über solches Verhalten sind schnell gefunden.
Hat denn nicht auch dieser Gott eine verheerende Sintflut geschickt, weil die Menschen das Falsche taten?
Nicht wenige Menschen wollen also auch ein bisschen von dieser Macht haben und als ersten Schritt ist eben diese Diktatoren-Verehrung.

Antwort
von NickelPump, 28

Viele betrachten den NS undifferenziert, und heben die positiven Ereignisse über die negativen. Natürlich muss ein Mensch nicht dumm sein, um auf die Propaganda/Rhetorik der NS auch noch heute anzuspringen, diese war ja grandios aufgezogen, bsp.: Olympia 1936 - Grundstein der modernen Spiele oder das Märchen der Autobahnen. Vielmehr mangelt es vielen Abiturienten heute an methodischer Qualifikation Mythen von Fakten zu differenzieren, geschweige den von dem historischen Grundwissen.

Antwort
von peace1287, 30

Das kommt daher, dass die Intelligenz eines Menschen nicht von dessen Schulbildung abhängig ist! 

Besonders in DE schreibt derjenige gute Noten, der den meisten Fleiß zeigt. Und dabei bis zur Besinnungslosokeit, dass benötigte Wissen auswendig lernt! 

Jedoch ist das nicht abhängig von der Intelligenz! Den auch ein Mensch mit einer niedrigen Intelligenz kann fleißig sein und einfach alles auswendig lernen! Dann bekommt er von Prüfung zu Prüfung immer gute Noten. Schließt dann das Abi ab und geht studieren. Und wird letztenendes von der Gesellschaft als Intelligent wahr genommen. Was ja dann aber leider nicht stimmt, den er hat das alles ja nur erreicht, weil er brav und fleißig alles auswendig lernte...

Das erklärt im übrigen auch, warum nach den Statistiken, die AFD einen großen Zulauf, der gut Ausgebildeten und Studiumabsolventen hat! 

Meiner Meinung nach ist das, dass größte Problem in der deutschen Bildungspolitik! Den bei allem Zwang, alles auswendig zu lernen (ganz gleich wieviel man nach der Prüfung wieder vergisst). Wird dabei, die Schulung des eigenen Denkens, und das Einbringen des eigenen Intellekt, völlig vergessen und vernachlässigt!

Kommentar von Mark1616 ,

Hast du Sympathien für die Römer, die den Grundstein für unser modernes Leben in Europa gelegt haben? Hegst du Bewunderung für sie?

Wie sieht es mit Alexander dem Großen aus? Der hatte ebenso einen gigantischen Einfluss auf unser heutiges Europa.

Was ist mit Kolumbus, dem Entdecker der "neuen Welt"?  Oder den großen Königen, Fürsten und Päpsten des Mittelalters? Wie sieht es mit den Reformatoren der christlichen Religionen aus?

Gibt es irgendeine dieser Personen  aus unserer Vergangenheit die du nicht verabscheust? Bevor du etwas sagst möchte ich dich daran erinnern, dass all die von mir genannten Personen verantwortlich für die Tode von Abertausenden von Menschen sind. All diese Leute sind Massenmörder. ÖNichtsdestotrotz sollten wir es vermeiden unseren Kopf in den Sand zu stecken und diese Menschen unnötig zu verteufeln.

Antwort
von Kaesebohrer, 21

Hitler hat sich angeblich rührend um sein Volk bemüht, mit Kraft durch Freude, Muttertag, Arbeitsplätze schaffen mit sinnlosen Bauwerken usw. Was die glühenden Verehrer vergessen: Hitler hat sein geliebtes deutsches Volk ab 1939 rücksichtslos verheizt. Spätestens 1942 war klar, dass der Kampf aussichtlos ist und und Friedensverhandlungen angesagt waren, aber dieser Psychopath hat bis zum bitteren Ende weitergemacht, sich feige in seinen Bunker verkrochen und feigen Selbstmord verübt.

Viele Leute meinen heutzutage, die Flüchlinge werden gegenüber sozial schwachen deutschen bevorzugt. Dann besinnen sie sich auf Hitler, der ja das deutsche Volk sooo geliebt hat.

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