Frage von Flummy86, 58

Wie kommt es, dass der Krankenkassenbeitrag für Studenten über ab 30 J. höher ist als der für Geringverdiener, selbst wenn sie noch weniger haben?

Eben so festgestellt und für äußerst fragwürdig befunden

Antwort
von kevin1905, 34

Studenten können sich bis sie 30 sind oder bis zum 14. Fachsemester in der KVdS versichert werden für ca. 80,- € p.M.

Mit 30 sollte man fertig sein mit einem Vollzeitstudium!

Danach besteht, sofern man nicht hauptberuflich irgendwo angestellt ist, die Möglichkeit sich freiwillig zu versichern, bzw. das wäre die zwingende  Konsequenz.

Freiwillige Mitglieder, die nicht hauptberuflich selbständig sind, erzielen ein fiktives Mindesteinkommen von 968,33 € im Monat.

Weniger darf die Kasse nicht veranschlagen.

Wie du das findest und deine invidiuelle Situation spielen dabei keine Rolle. Es ist nicht einzusehen, dass die Versichertengemeinschaft deinen Studienwunsch subventioniert, weil dein Leben in gewissen Bahnen verlaufen ist, die andere nicht haben.

Kommentar von Flummy86 ,

Oh doch, das ist einzusehen, wenngleich man das vielleicht nicht 'will'. Absolut unverständlich, wie man von etwas anderem ausgehen kann.

Kommentar von kevin1905 ,

Das Wohl der Vielen ist wichtiger als das Wohl der Wenigen oder eines einzelnen Flummy86.

Es gibt Ausnahmetatbestände, die eine Verlängerung des Anspruchszeitraums der KVdS über das 14. Fachesemester bzw. das 30. Lebensjahr hinaus erlauben.

Ob die auf dich zutreffen solltest du selbst recherchieren.

Auch kannst du mit 30+ Jahren deine Zeit so gestalten, dass du ein Studium berufsbegleitend ausführen kannst. Dauert dann vielleicht länger aber du verdienst Geld dabei.

Du kannst natürlich aber auch deine Zeit und Energie damit verschwenden dich über Dinge aufzuregen, die du nicht ändern kannst.

Antwort
von FordPrefect, 25

Der Gesetzgeber (und die Allgemeinheit) geht davon aus, dass ein Studium in der Regel spätestens mit 30J abgeschlossen sein wird, respektive derjenige, der später studiert, über ausreichende Mittel verfügt, um keine Unterstützung durch die Solidargemeinschaft der Versicherten zu benötigen.

In diesem Sinne ist die Mitgliedschaft in der KVdS auf das 30. LJ beschränkt; wer älter ist, muss demzufolge die Mindestbeiträge in der GKV (die von einem finktiven Monatsgehalt von € 986,33 berechnet werden) bezahlen, respektive berufsbegleitend sv-pflichtig beschäftigt studieren. Sierhe dazu § 240 SGB V.

Oh doch, das ist einzusehen, wenngleich man das vielleicht nicht 'will'.
Absolut unverständlich, wie man von etwas anderem ausgehen kann.

Es ist nicht Sache der Gesellschaft, deine individuelle Lebensplanung zu subventionieren. Wenn du dir das Studium nicht leisten kannst, musst du entweder umplanen, einen Förderer suchen oder eben nebenher studieren.

Kommentar von Flummy86 ,

Nach meiner Lebensplanung hätte ich mit Anfang 20 bereits mein Studium beendet. Aber die Gesellschaft hat mir einige fette Steine in den Weg gelegt, und dafür erwarte ich einen Ausgleich. Und mit einer entsprechenden Beurteilung meiner Situation bin ich in der Tat nicht alleine.

Antwort
von hydrahydra, 36
http://www.studentische-versicherungen.de/krankenversicherung-student/gesetzlich...


Studenten unterliegen gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 9 Satz 1 SGB V bis zumEnde des 14. Fachsemesters (eines Studiengangs, Urlaubssemester zählen nicht) oder dem 30. Lebensjahr der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung



Kommentar von Flummy86 ,

Ja, aber mit welchem Recht kostet die studentische Krankenversicherung dann mehr als die eines Geringverdieners, selbst wenn Erstere womöglich nur über die Hälfte des Einkommens verfügen?

Kommentar von hydrahydra ,

mit welchem Recht

§ 5, Abs. 1, Nr. 9, Satz 1 SGB V. Siehe oben...

Kommentar von Flummy86 ,

Gut, dann hilft wohl nur ein Teilzeitstudium :)

Antwort
von TechnologKing68, 38

Vielleicht weil man von Studenten erwarten kann, dass sie vor 30 fertig werden?

Kommentar von Flummy86 ,

Muss wohl so sein, ausnahmslos. Pflege todkranker Elternteile, Großziehen kleiner Kinder, psychische oder körperliche Behinderungen oder finanzielle Probleme und damit die Notwendigkeit der Ausübung eines Teilzeitjobs während des gesamten Studiums legitimieren selbstverständlich auch im Falle des Vorliegens einer intellektuellen Hochbegabung und damit gegebenen Studieneignung niemals eine Verlängerung des Studiums über die Vollendung des 30. Lebensjahres hinaus.

Kommentar von Flummy86 ,

Muss wohl so sein, ausnahmslos. Pflege todkranker Elternteile, Großziehen kleiner Kinder, psychische oder körperliche Behinderungen oder finanzielle Probleme und damit die Notwendigkeit der Ausübung eines Teilzeitjobs während des gesamten Studiums legitimieren selbstverständlich auch im Falle des Vorliegens einer intellektuellen Hochbegabung und damit gesicherten Studieneignung niemals eine Verlängerung des Studiums über die Vollendung des 30. Lebensjahres hinaus.

Kommentar von TechnologKing68 ,

Es gib Ausnahmen. Aber ich werden meinen Master mit 22 haben. Darf man sich wegen Pflegebedürftigkeit um 8 Jahre verzögern? Dann muss man sich ernsthaft fragen, ob Studium das Richtige ist.

Kommentar von Flummy86 ,

Tja, wären einige Dinge inkl. meiner schulischen Ausbildung bei mir besser gelaufen, hätte ich mein Studium auch bereits mit 20 beenden können. Und ich bin noch lange nicht 30.

Kommentar von TechnologKing68 ,

Ist doch ok. ich meine nur, wer mit 30 noch studiert, hat es entweder  verkackt, oder es liegt eine enorme Sondersituation vor, aber meistens das erste.

Kommentar von Flummy86 ,

Ja, aber auf diese Sondersituationen sollte man Rücksicht nehmen, soweit ich gelesen habe, tun die Krankenkassen das nicht, sondern verlangen von absolut jedem ungefragt bzw. gänzlich ungeachtet der Umstände denselben Betrag...

Kommentar von TechnologKing68 ,

Ein Härtefallantrag ist immer möglich.

Kommentar von hydrahydra ,

verlangen von absolut jedem ungefragt bzw. gänzlich ungeachtet der Umstände denselben Betrag...

Ja, weil es das Gesetz so vorsieht, und nicht, weil die Krankenkassen böse gemeine Menschen sind.
Lustig übrigens, dass du offenbar erst gefragt werden möchtest, bevor man den vertraglich festgelegten und zugesicherten Betrag von dir verlangt...

Kommentar von FordPrefect ,

legitimieren selbstverständlich auch im Falle des Vorliegens einer
intellektuellen Hochbegabung und damit gegebenen Studieneignung niemals eine Verlängerung des Studiums über die Vollendung des 30. Lebensjahres hinaus.

Ahem - niemand hindert dich daran, das Studium über das 30.LJ hinaus fortzuführen. Nur fallen dann eben bestimmte Vergünstigungen weg.

Kommentar von Flummy86 ,

Jo, es wird also ein fiktives Einkommen angesetzt, über das ich wahrscheinlich nicht ansatzweise verfügen werde, und davon ein realer Betrag abgezogen - was dazu führen kann, dass die Zwangsversicherung für mich unleistbar wird, was mich wiederum schlimmstenfalls ins Gefängnis bringt.
Ich bleibe dabei, dass es asozial ist. Einem Freund von mir, der sich mit Teilzeitarbeit sein Leben finanziert, sagt man auch nicht, er solle gefälligst in Vollzeit arbeiten gehen, um mehr zur Solidargemeinschaft beitragen zu 'müssen'.
Sollte ich in diese Situation kommen, werde ich die höchstwahrscheinlich auf mich passende Härtefallregelung geltend machen und notfalls mein Studium auf Teilzeit umstellen, womit ich finanziell ebenfalls besser fahre. 
Bestätigt mich aber einmal mehr in meiner Haltung, dass ich als Studentin nichts spenden und erst recht keine ehrenamtliche Arbeit verrichten werde - mir hilft keiner, wenn ich am Boden liege, da nutze ich die mir gegebenen Ressourcen erst einmal nur für mich.

Meine Fresse. Ich will echt nicht unhöflich sein, aber kann man sich von diesem stupiden "das Gesetz sieht das so vor" vielleicht mal lösen?

Kommentar von TechnologKing68 ,

An was willst du dich sonst halten, wenn nicht an das Gesetz.

Und ausserdem, du scheinst ja keine Behinderung zu haben, das heisst, du musst nicht bis über 30 studieren. Wenn doch, klare mit deinen Eltern, ob sie dich unterstützen, der Staat ist nicht dafür zuständig jedem seine Lebenswahl zu bezahlen.

Kommentar von Flummy86 ,

Wenn einem die Argumente ausgehen und man emotional voreingenommen ist, führt das mitunter leider zu absolut unbrauchbaren Resultaten.
Meine Mutter ist tot, meine Großeltern und Tanten ebenfalls, mein Vater lebt von einer Altersrente, die geringer ist als mein BAföG-Satz, weitere Familienangehörige habe ich nicht. Und mehrere psychische Krankheiten, dh. eine Behinderung im BAföG-Sinne liegen bzw. liegt ebenfalls vor. Von einer sehr schwierigen schulischen Entwicklung, primär hochgradiger Unterforderung und deretwegen - in Kombination mit nicht minder erheblichen familiären Problemen - einem Schulabbruch ganz zu schweigen.
Meine Mutter und Tanten haben jahrzehntelang in die Kassen eingezahlt - denke ich an meine Mutter, erinnere ich mich primär an permanentes Schuften ihrerseits - und sind allesamt kurz vor der Rente verstorben. Ich stehe demnächst da und kann mir mein Leben nicht mehr finanzieren, während ich sofort finanzielle Unterstützung erhielte, würde ich mein Studium abbrechen und mich als billige Arbeitskraft zur Verfügung stellen - unabhängig davon, *ob* ich denn arbeite.
Vorschnelles Urteilen sollte man generell unterlassen, wenn es nicht notwendig ist.
Und der Staat zahlt hier schon mal gar nichts. 

Ich bin zwangsversichert, führe einen gesunden Lebenswandel und nehme Kassenleistungen sehr selten in Anspruch. Im Gegenteil, meine kaputten Zähne und meinen p.d. stark deformierten Kiefer darf ich mir auf eigene Kosten richten lassen, während ich Kindern und Jugendlichen, deren Eltern mit ihren Kindern auch zum Arzt gehen, ihre Behandlung bezuschusse, den Ausgleich meiner Sehbehinderung musste ich gänzlich selbst finanzieren, den Austausch potenziell giftiger Zahnfüllungen muss ich selbst übernehmen - ja, krankenversichert bin ich, sollte ich mal dem Tode nahe sein.

Und nö, ich werde die Beiträge in dieser Höhe nicht zahlen. Ab 30 nur noch verlängerte Versicherung per Härtefallregelung oder Teilzeitstudium für mich.

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