Frage von andrempunkt, 45

Wie kommt der gesetzliche Grenzwert bei Asbest-Belastung zustande?

Hi,

ich meine, der Grenzwert liegt bei 1000 Fasern/m³. Wie kann diese Konzentration gerechtfertigt werden. Ich hab mal gehört, dass selbst eine Faser bereits Krebs auslösen kann. Sollte der Grenzwert dann nicht bei 0 sein ?

Gruß, Andre

Antwort
von SGUHardy, 23

Die Antwort besteht aus mehreren Fassetten

Asbest kann rein theoretisch auch bei einer einzigen Faser zu Erkrankungen führen. Allerdings gilt auch hier: je mehr desto höher.

Wer in der Vergangenheit wirklich erkrankt ist, hat in der Regel längere Zeiten nicht tausend sondern Milionen Fasern pro m³ eingeatmet. Und wenn man weniger eingeatmet hat, hat man weniger Risiken, aber nie ein "Nullrisiko".

Rein theoretisch könnte eine einzige Faser reichen (= kein sicherer Wert unterhalb dem kein Risiko besteht) D. h. Grenzwert "Null" wäre wünschenswert. Aber auch völlig unrealistisch.

In unserer Umwelt sind auch heute noch immer überall Fasern vorhanden. D. h. auch "mitten im Wald" kann man eine? zehn? hundert? Fasern einatmen. Und was soll man dann machen? Den Wald wegen "Grenzwertüberschreitung" verklagen und für alle Wanderer sperren? Das ist irreal. Das Risiko, nach einem Sturm im Wald von einem Ast erschlagen zu werden, ist größer, als das Asbestrisiko dort.

Was man dann macht sind Risikoabschätzungen. Etwa in der Art: "Bei welcher Konzentration erwarten wir 1 zusätzlichen Todesfall pro 1 Million Einwohner?

Und das ist dann der Wert, der als "gesellschaftlich akzeptiertes Risiko" gilt.

Und so entsteht dann ein "Grenz-"Wert von 1000 Fasern.

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