Frage von 05angie12, 34

Wie kommen wir als Mieter zu unserem Recht?

Vor drei Jahren gab es einen Eigentümerwechsel, der für uns als Mieter nur mit Nachteilen verbunden ist. Es handelt sich um ein Wohn- und Geschäftshaus. Auch die Pächter des Ladens sind vor drei Jahren neu eingezogen. Seitdem liegt die Abrechnung der Nebenkosten mehr als im Argen. Heute wurde mir das bestätigt, was wir seit langem schon vermutet haben. Da die Kosten für den Allgemeinstrom stark gestiegen sind, es aber keine Preiserhöhung seitens der Stadtwerke gab, war ich ständig auf der Suche nach der Quelle. In einem Gespräch mit dem Hauselektriker erfuhr ich, dass die Heizung Gewerbe über den Allgemeinstrom läuft und daher die Kostenerhöhung kommt. Es wäre doch nicht weiter schlimm, die Kosten würden doch auf die Einheiten umgelegt. Daraufhin "besuchte" ich den Geschäftsinhaber, der - wenn man seinen Blick richtig deutet - sich ertappt fühlte und meinte, ja, es wäre vor geraumer Zeit umgeklemmt worden. Die Fa. würde genug für den Eigentümer tun ... Warum sollen die Mieter diese Kosten übernehmen und wie können wir uns dagegen wehren. Gleiches trifft auch für die Müllgebühren zu. Man stellt mal eben noch ne Tonne hin und legt die dann auf das gesamte Haus um. Hat jemand einen sinnvollen Tipp?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 8

Das gewerbliche Mietobjekt wird mit E-Energie aus dem Allgemeinstrom beheizt? Oder meinst du , dass die Heizung zwar mit Gas oder Öl betrieben wird, der Strom für die Heizanlage aus dem Allgemeinstrom gezapft wird?

Wenn der Gewerbemieter dazu keine Anweisung vom Vermieter hat, dann stiehlt er schlicht und einfach Strom - ein  Straftatsbestand. Duldet der Vermieter diese Handlung, dann kann er nicht exakt den Verbrauch des Allgemeinstroms in der BK-Abrechnung abrechnen. Die Mieter sollten in diesem Punkt der Abrechnung widersprechen und eine technische Änderung sowie Korrektur der Abrechnung unter Fristsetzung verlangen.

Gewerbemüll ist vom Hausmüll getrennt in Abfallbehälters zu sammeln und getrennt vom Müll der Wohnungsmieter abzurechnen. Widerspruch und Änderungsverlangen wie vor.

Kommentar von 05angie12 ,

Hallo Gerhart, bis jetzt ist alles gut gelaufen. Die Hausverwaltung hat es als "Fehler unterlaufen" abgetan, aber wir bekommen eine Erstattung mit der nächsten Abrechnung. Unser gegenwärtiges Problem liegt darin, dass heute der 27.09. ist und wir noch immer keine funktionierende Heizung haben. Heute sollte eine Firma kommen, war aber nichts. Richtig ist doch, dass zum 01.10. die Heizperiode beginnt. Eine Mietminderung macht doch die Kälte auch nicht besser. Was können wir tun?

Kommentar von Gerhart ,

Der 1.10. ist nicht Stichtag des Heizungsbetriebes, sondern die Temperatursituation in den Wohnungen. Mindestens 20 Grad + müssen in den Wohnräumen erreicht werden. Ist das nicht mehr der Fall, dann muss der Vermieter die Heizung anschalten. Die Heizung zickt? Ist die Heizung Wohnungsgebunden, dann kannst du in Ersatzvornahme gehen und die Kosten mit der Novembermiete verrechnen. Der Vermieter ist zuvor zu informieren. Funktioniert die Zentralheizung nicht, dann lass dir vom Vermieter eine Elektroheizung geben und rechne den verbrauchten Strom gegen die Miete auf. Mietminderung ist für 3 Tage ein Lapidarbetrag.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, 12

Gleiches trifft auch für die Müllgebühren zu. Man stellt mal eben noch ne Tonne hin und legt die dann auf das gesamte Haus um. Hat jemand einen sinnvollen Tipp?

Zu den anderen Tipps möchte ich noch anmerken, dass es für Gewerbemüll Bestimmungen gibt.

Ich würde mich da mal an die Stadt und oder den Entsorgungsbetrieb wenden ob das alles rechtens ist.

Auch die Nebenkostenabrechnung würde diesbezüglich überprüfen lassen.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 11

Hat jemand einen sinnvollen Tipp?

Die Abrechnung(en) fachlich prüfen lassen und Einwände erheben.

Das ist binnen 12 Monate nach Zugang noch möglich.

Antwort
von Havenari, 13

Man fordert den Vermieter auf, die genannten Mängel unverzüglich abzustellen, die Nebenkosten korrekt nachzuberechnen und den überzahlten Betrag zu erstatten.

Und wenn er das nicht bereitwillig tut, dann klagt man es ein.

Antwort
von FGO65, 16

Wie man in Deutschland zu seinem Recht kommen kann, sollte allgemein bekannt sein

Antwort
von AntwortMarkus, 13

Hier hilft nur eine Beratung in einem Mieterschutzverein.

Antwort
von Geisterstunde, 9

Lasst euch vom Mieterverein beraten und helfen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten