Frage von Zoroastres, 57

Wie kommen grundlegende logische Gesetzte zustande, beispielweise das Gesetz vom Widerspruch, gibt es dafür eine Begründung oder sind das Grundanahmen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Ottavio, 19

Die "logischen Gesetze", genau genommen die Gesetze der zweiwertigen Logik wurden erstmals von Aristoteles aufgestellt und in der Moderne fortentwickelt. Es sind Axiome. Sie sind ihrerseits nicht herleitbar, sondern gewissermaßen ein guter Vorsatz: Nach diesen Gesetzen wollen wir denken, wenn wir miteinander philosophieren.

Die "logischen Gesetze" erleichtern das Denken erheblich. Darin sind sie begründet. Sie haben aber den Nachteil, dass sich mit ihnen nicht jede Wirklichkeit angemessen erfassen lässt. Darum wurden neben der zweiwertigen Logik auch andere logische Systeme entwickelt, z.B. die dialektische Logik, die den Widerspruch zulässt.

Antwort
von Grautvornix16, 21

Hi,- "Naydoult" hat dir ja schon ein gutes Beispiel aufgeführt.

Unter Logik wird i. d. R. die klassische "Aussagenlogik" als 2-wertige Formallogik verstanden.

Es gibt jedoch zahlreiche Bereiche wie mehrwertige Logik, Modallogik, Deontische Logik, Prädikatenlogik usw. Auch die Formatierung einer Exceltabelle, die Funktionsweise deines PC oder die eines Aufzuges oder einer Waschmaschine basieren auf Logiksystemen.

Die Logik entstammt nicht der Empirie sondern ist, in ihrer Nähe zur Mathematik, eher als formales Metasystem zur Analyse und Beschreibung empirischer Sachverhalte zu verstehen. Also so eine Art Syntax, der als Formalsystem die Grundlage bildet, empirische Sachverhalte auf ihre Behauptung zu Eigenschaften und/oder Zusammenhängen hin sinnvoll überprüfen und/oder formulieren zu können.

Das dabei "Logik" im Alltag sehr oft intuitiv eine Rolle spielt liegt daran, dass dieser "Syntax" als eine Art "Mathematik" der Sprache / Linguistik immer present ist auch wenn wir hierzu überwiegend kein explizites Formalsystem bemühen. Wir rechnen ja auch im Alltag ohne uns dabei ständig die zugrundeliegende Zahlentheorie bewußt zu machen.

Das alles hier ausreichend darzustellen würde jeden Rahmen sprengen. Deshalb 2 Hinweise bei denen du bestimmt weitere erklärende Informationen findest:

- https://de.wikipedia.org/wiki/Logik

und dann noch sowas wie ein "Duden" für Logik:

- http://www.fb10.uni-bremen.de/khwagner/grundkurs2/kapitel3.aspx

Gruß

Antwort
von Naydoult, 19

Steht doch alles bei Wikipedia da.
Wenn man aber ein wenig philosophisch gehen will, dann kann man sagen das es die Annahme ist das unser Verstand richtig liegt.

Der Satz des Widerspruches besagt: A kann nicht gelten wenn A nicht gilt.

bzw: ¬(A ¬A) sprich: A kann nicht gelten wenn gleichzeitig nicht A gilt.

Die Begründung liegt wohl auf der Hand, einfachste Logik.

Beispiel: A:= Alle Menschen wohnen in Deutschland ¬A:= Alle Menschen wohnen nicht in Deutschland

Beide Aussagen können niemals gleichzeitig gelten.

Kommentar von Zoroastres ,

Ich verstehe. Es gibt keinen weiteren logischen Beweis dafür und keine Begründungen außerhalb der empirischen Erfahrungen. Man muss diese also einfach in die Logik übernehmen und als Grundlage für alles weitere verwenden. Danke

Kommentar von Ottavio ,

Falsch! Nicht A lautet: Nicht alle Menschen wohnen in Deutschland. Das ist ein erheblicher Unterschied; denn der Satz ist wahr, Deriner aber falsch.

Kommentar von Naydoult ,

Ja, stimmt.

Antwort
von Lennister, 20

Das sind einfach Grundannahmen. Sie sind transzendental, d.h. sie sind Bedingung jeglicher Erfahrung oder Argumentation.

Entsprechend können wir sie auch nicht sinnvoll hinterfragen. Wir setzen sie einfach immer schon voraus, ohne irgendeinen Beweis.

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