Frage von Merlchen1607, 29

Wie komme ich in eine stationäre Therapie? Was würde mich erwarten?

Hallo,
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass mir meine ambulante Therapie nicht hilft, ich habe viele Rückfälle und alles spitzt sich zu. Ich habe ein Problem mit Burnout, wegen starkem Schulstress, der jedoch nur in meinem Kopf stattfindet, ich sonst allerdings 1er Schülerin bin. Mir wächst alles über den Kopf und ich ertrage meinen eigenen Alltag nicht mehr.

Naja wie dem auch sei..
Ich weiß nicht genau, wie ich meiner Therapeutin davon erzählen kann, dass ich mich gerne in eine Klinik begeben würde..
Und was würde mich dort erwarten??

Danke für ernste Antworten :)

Antwort
von lastgasp, 29

Eigentlich sollte die Therapeutin den ersten Impuls geben, aber da Du vermutlich ziemlich klug bist, hast Du wohl ihr gegenüber Wege gefunden, Deine Situation nicht allzu schlecht aussehen zu lassen.

Sonst informier sie einfach, sie wird mit Sicherheit nicht gekränkt sein oder was immer Du befürchtest, sondern sie kann Dir Kliniken empfehlen. Schaue Dir mehrere Einrichtungen an! Außerdem solltest Du schon frühzeitig an die Zeit nach der Therapie denken. In der sog. "Auswilderungsphase" kommt es darauf an, dass Du eine ambulante Einrichtung oder andere Auffangstellen hast wie z.B. eine Gruppentherapie.

Die Kliniksuche kann hier anfangen: https://www.tk.de/tk/klinikfuehrer/114144

Hier kannst Du Deinen Ort und den gewünschten Umkreis und als Suchbegriff "Kinder- und Jugendpsychiatrie" eingeben. Ich gehe einmal davon aus, dass Du noch unter 18 bist. In Norddeutschland sind das Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover und das Altonaer Kinderkrankenhaus in Hamburg erste Adressen. Beide Krankenhäuser haben spezielle Fachabteilungen für Jugendpsychosomatik.

Wenn Du Kontakt aufnimmst, bekommst Du einen Termin für ein Erstgespräch, an dem Du Dich auch auf der Station umsehen kannst, wie die Zimmer aussehen undundund....Wenn Du Dich für eine Klinik entschieden hast, brauchst Du Deine Krankenversichertenkarte (oder bei Privatversicherung die Versicherungsnummer) und eine Überweisung, die der Hausarzt oder Deine Psychotherapeutin ausstellen kann.

Üblicherweiser besteht eine Therapie erst einmal aus "Ankommen". Man lässt Dir Zeit, um in die Ecken zu pinkeln. Es gibt allenfalls eine normale körperliche Untersuchung und ein erstes kurzes Gespräch mit einem/einer Psychotherapeuten. Sonst kannst und soltest Du ganz vorsichtig in den Klinikalltag einsteigen. Vielleicht nimmst Du an einer Morgen- und/oder Abendrunde teil, in der sich die PatientInnen über ihre Tageserlebnsse austauschen und Organisatorisches geklärt wird. In der 2. Woche gehen dann üblicherweise Therapien los. Die können aus Gruppen- und Einzelgesprächen, Spazierengehen oder sogar Sport oder Physiotherapie bestehen. Sonst haben die meisten Kliniken eigene Schwerpunkte von Kunsttherapie, Reiten, Körperarbeit, Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen u.v.m.

Noch eine wichtige Entscheidung solltest Du überlegen: das Schuljahr schmeißen oder irgendwie durchwurschteln trotz Klinikaufenthalt. Meine Nichte hat sich in der 12 auch etwa kurz vor Weihnachten aus dem Verkehr ziehen lassen hat nach einer Auszeit bis zum Ende der Sommerferien die 12 wiederholt und diese Entscheidung nicht bereut.

Antwort
von Realisti, 28

Thoretisch kannst du dich zur nächsten Klinik begeben und dich selber anmelden. Doch das könnte weniger hilfreich sein.

Wenn dich dein Therapeut anmeldet, dann sucht er die passende Klinik aus und gibt einen Bericht mit. Damit wird viel Zeit gespart und die können gezielter beginnen.

In der Klinik ist es wie in einer Jugendherberge. Wenn sie genug Zimmer/Betten haben, dann bekommt man Einzelzimmer.Wenn nicht, dann muß man sich das Zimmer eben teilen.

Dort wird man dich verschieden therapieren, du bekommst psychologische Gespräche, ein Sozialarbeiter wird sich mit Dingen wie Tagesabläufe und Tagesplanungen befassen und es werden Entspannungstechniken unterrichtet und auch aktiv angeboten. Schulunterricht wird es auch geben und Sport. Ihr habt aber auch Freizeiten. In denen kannst du nichts machen oder vom Angbot der Klinik was nutzen.

Gemeinsam mit dem Klinikarzt wird man ergründen, warum es dir schlecht geht und Verschiedenes versuchen um das abzustellen. Dann bringt man dir Techniken und Angewohnheiten bei, um zu verhindern dass es wieder so weit kommt.

Kommentar von Seanna ,

Einzelzimmer? Als gesetzlich versicherter? Auf welchem Planeten lebst du denn? :D Bei chronisch überfüllten Kliniken hat man sowas max 1/2 Tag lang..

Kommentar von Realisti ,

Kommt darauf an.

Ich z. B. schnarche so doll, dass man aus Mitleid mit meinem Zimmernachbarn mir immer Einzelzimmer gibt.  ;-)

Antwort
von pauulaa, 19

Also erstmals muss das natürlich alles mit deinem Therapeuten / deiner Therapeutin besprochen werden und ob sie da überhaupt ein Sinn drin sieht. Nicht jeder kann einfach in eine Stationäre Klinik spazieren. Danach folgt die Diagnose weshalb du in eine Klinik solltest. Dann wirst du einige Vorgespräche haben, in denen nochmal geschaut wird was für dich angebracht ist. Dann heist es warten. Zeitnah bedeutet so viel wie zwischen 1-4 Wochen und normale Wartezeiten, sprich wenn es nicht dringend ist können bis zu 6 Monate dauern. In der Klinik erwartet dich einiges.
Meine erfahrungen:
Du solltest nicht zu schnell Mitleid mit anderen bekommen und dir das nicht zu herzen nehmen. denn es wird leute geben, denen es schlimmer ergeht wie dir. Aufgekratzte Hände, Schizophrenie (schwere), Panikattacken anderer usw..
Das hört sich alles schlimm an aber das ist es nicht.
Bei mir war es so das alle sehr nett waren. Ehrlichgesagt merkt man es den wenigsten an das sie krank sind. Wir waren Eislaufen und und und.
Kommt aber natürlich immer darauf mit was für leuten du auf einer station bist.
Also ich habe meine station geliebt, ich vermisse sie sehr. KJP4 <3

Kommentar von pauulaa ,

Bei fragen kannst du mir schreiben :)

Antwort
von Kleinlok, 5

Liebe/r Merlchen1607,

versuche doch deine Überlegungen direkt mit deiner Therapeutin zu besprechen. Die mag vielleicht enttäuscht darüber sein, dass dir die bisherige Therapie nicht so helfen konte, wie du das (berechtigt) erwartest, aber sie sollte Profi genung sein, dass die dich da verstehen kann. Es ist dein leben, es sind deine Probleme, für deren Lösung der optimale weg gefunden werden sollte.

Wie der genaus aussehen könnte, kann ich dir nicht agen, aber da können dir Fachleute weiterhelfen, erst mal deine Therapeutin. Spreche also offen mit ihr darüber. 

Der Vorteil einer Klinik kann darin bestehen, dass man sich dort in einem weitgeend geschützten Raum aufhält, wo man von möglicherweisen kritischen Einflüssen des Alltags geschützt wird. Das kann einer Verbesserung des psychischen Befindes zuträglich sein. Risiko wäre in solch einem Fall bei Rückkehr in die alte Lebenswirklichkeit das sich die alten Unbedindlchkeiten wieder einstellen. Der Klinkaufenthalt würde versuchen, dich dafür stark zu machen, so dass du mit den alten Bedingungen anders und für dich positiver umgehen kannst.

Ob dir ein stationärer Aufenthalt ws helfen kann, können aber am bsten wie gesagt Fachleute klären, zudem muss ein solcher auch bei den Krankenkassen beantragt und von denen bewilligt werden, dazu braucht es auch entprechende Gutachtaen von fachlicher Seite.

Ich wünsche dir viel Mut und Erfolg, liebe Grüße, Thomas

Antwort
von Jeanne9dArc, 4

Willst du dich wirklich mit Medikamenten vollpumpen lassen, damit du wieder wie ein braves Schaf in der Herde mitlaufen kannst? Ein guter Heilpraktiker kann dir da besser helfen, deine Persönlichkeit weiterzuentwickeln, deine Stärken anzunehmen und damit den Alltag zu meistern. Er geht den wirklichen Tatsachen auf den Grund, erstellt mit dir einen Therapieplan und gibt dir die Hilfe, die schon seit Jahrtausenden funktioniert.

Antwort
von nurzurecht, 29

Deine Therapeutin kann Dir nur helfen wenn Du ihr wirklich vertraust und auch davon überzeugt bist, dass Dir diese Therapie gut tut. Dann sprich mit ihr auch darüber, dass Du eine stationäre Therapie möchtest. Kann mir nicht vorstellen, dass sie es ablehnt.

Sie wird dann auch alles einleiten und mit der Krankenkasse klären. Die Klärung ist grundsätzlich erforderlich um zu wissen, dass diese auch die Kosten dafür übernimmt.

Du kannst auch selbst bei der Krankenkasse anfragen. Die werden Dir dann auch sagen, wo die Therapie sein kann. Ähnlich wie bei einer Kur haben sie bestimmte Plätze und werden Dich dann an diese verweisen. Unter Umständen haben sie auch Auflagen, dass diese nur bezahlt wird wenn diese auch komplett beendet ist. Manchmal eventuell auch nur einen Teil zahlt. Klär das mit Deiner Therapeutin oder direkt mit der Krankenkasse.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community