Frage von justemu, 79

Wie komme ich gegen den Drang mich zu verletzten an?

Hallo ihr lieben,

ich habe schon längere Zeit ein paar Probleme, hatte das allerdings in den letzten etwa anderthalb Jahren gut im Griff. Davor habe ich mich eine Zeit lang regelmäßig geschnitten, viel geweint, mir viel Selbstmitleid geschenkt und es war sogar so dass ich den Sinn verloren habe, keine Erfüllung sah und damit auch keinen Grund weiter leben zu wollen. Meine Eltern und guten Freunde wussten davon, ich habe mich jedoch dagegen gesträubt mir professionelle Hilfe zu suchen. Es wurde tatsächlich auch viel besser und lange ging es mir sogar sehr gut. Nun ist es aber ganz anders. Es ist anders als vor zwei Jahren. Sicher, ich bin nun älter, gereift, habe mich verändert. Doch ich fühle mich die meiste Zeit unwahrscheinlich gut, bin absolut glücklich und ausgelassen. Aber jede Kleinigkeit trifft mich dafür mit ungeheurer Wucht. Ich stehe vor dem Spiegel und Ohrfeige mich selbst, will mir unbedingt wehtun, mich sichtbar verändern. Ich setze sie Schere unter Tränen an meinen Haaren an doch ziehe sie stattdessen über meine Wange. Wenn mich jemand fragt was geschehen iat sage ich, ich hätte mich gekratzt, auf geschürft, sei hin gefallen etc. Aber ich fühle mich nicht wirklich traurig und vor allem nicht schlecht. Die ganze Zeit glücklich und im nächsten Moment einfach leer, wütend, darbend, missend .. und mit dem ungeheuren Drang mich zu verändern und mir wehzutun.

Ich bitte euch sehr, auch wenn mein Text nicht viel Aufschluss geben mag, mir Hilfe und Rat zu geben. Vielleicht geht es euch ähnlich, ihr habt Bekannte oder einfach so einen Guten Hinweis. Zu einem Psychologen möchte ich nicht, ich käme mir blank, nackt vor wenn ich von Angesicht zu Angesicht mit jemandem über mein innerstes spreche, meine Eltern möchte ich auch nicht noch einmal mit so etwas belastet, und da ich es das letzte Mal auch allein zu überwinden geschafft habe, bin ich frohen Muts .. Und sehr dankbar über eure Antworten, weil mich das sehr belastet.

Vielen Lieben Dank, Emilia

Antwort
von Sturmstruppler, 36

Hey,

Naja es muss ja einen Grund geben, weshalb du das machst... Spontan würde ich dir auch empfehlen einen Psychologen aufzusuchen, aber du hast ja schon gesagt, dass du das nicht willst.

Aber hey, erstmal zu mir, ich habe mich tatsächlich auch schon mal selbst geschlagen usw. weil ich dauernd diesen Gedanken im Kopf hatte schwul zu sein. (Ich wusste aber das ich das nicht bin und ich hatte diesen Zwangsgedanken meiner Meinung nach nur, weil ich oft damit konfrontiert wurde... Also mir wurde es oft gesagt ich sei schwul (wenn auch manchmal aus Spaß)) Letzten Endes habe ich danach meine Ex kennen gelernt, die ich sehr liebe (sogar bis jetzt ._.). In der Zeit in der wir zusammen waren war das alles weg. Deshalb denke ich dass es bei mir auf jeden Fall an zu wenig Aufmerksamkeit/Liebe usw. von anderen Menschen lag. Nun wird es auch wieder schlimmer was die These nur Unterstreicht.

Zurück zu dir. Es könnte eben auch sein, dass dir etwas fehlt... vielleicht ein Freund, der für dich da ist... oder du weißt einfach nicht was dich erfüllt... Es gibt viele Gründe, an denen es liegen könnte. Wichtig ist es für dich zu finden, was es ist. Ich weiß wie es ist und das mit dem Psychologen kann ich nur nachvollziehen... Niemand will da gerne hin und über sich und sein Innerstes reden. Vielleicht fehlt dir aber auch genau das... Jemand mit dem du über dein Innerstes reden kannst. 


Antwort
von Lichtpflicht, 25

Ich finde Sturmstrupplers Antwort dazu sehr gut und würde seine Vermutung dick unterstreichen.

Ich kenne das Problem zumindest im Ansatz. Leider bin ich auch ein sehr sensibler Mensch, den kleine Aussagen und Erlebnisse stark treffen können.

Manchmal war es früher dann so, dass diese Erlebnisse mich wütend gemacht haben und dann habe ich mir das Gesicht zerkratzt.

Das war dann sozusagen eine fehlgeleitete Wut: eigentlich hätte ich die Wut genau in der Situation, die vorher war ausdrücken müssen, und zwar nicht gegen mich sondern gegen den, wegen dem ich wütend wurde! Weil ich das aber nicht konnte, war ich dann wütend auf mich und tat mir weh, weil zum einen die Emotion rauslassen musste und weil ich mir weh tun wollte als Strafe.

Inzwischen behandle ich mich besser und bin mir selber ein guter Freund geworden, daher kann ich die Wut zum einen anders ausdrücken (Kickboxen und joggen) und ich richte sie nicht mehr gegen mich selbst sondern sage Leuten um mich rum öfter sofort wenn sie mich verletzen, verunsichern, mich aufregen oder mir etwas peinlich ist, ich etwas bereue, mich schäme oder es mir egal ist, was sie von mir denken oder erwarten.

Das hat bei mir sehr gut geholfen. Finde also raus, wohin du deine Emotion sonst noch richten könntest und vlt auch, wie du in Situationen, die später zur sv führen, sofort Emotionen ausdrücken kannst damit sie sich nicht anstauen.

Antwort
von AudiTT7991, 26

Auch wenn du es nicht möchtest, mach eine Therapie, dann kommt man da wieder raus dauerhaft.

habe mich auch mal geschnitten regelmäßig, jeden tag mehrmals am gesamten Körper, also Beine, Bauch, Arme und sogar einmal versucht mich umzubringen.

Nach einer Therapie bin ich endlich wieder glücklich und auch wenn das Problem so groß ist, ich schneide mich nicht mehr. Und es gab auch schon eine zeit in der Zwischenzeit, da habe ich echt 5 tage lang nur noch geweint stundenlang weils mir so schlecht ging und ich habe es geschafft mir nicht weh zu tun und das alles dank der Therapie.

Also mach bitte eine Therapie auch wenn es meistens so ist dass man glücklich ist, aber wenn man sich bei problemem schneidet ist das falsch und darf nicht sein.

Und ich hab echt eine sehr schwere psychische Erkrankung und hab das innerhalb von einem halben jahr geschafft mit meinen Problemen normal umzugehen ohne mir dabei weh zu tun.

Antwort
von leonie1117, 18

Ich kann dir nur meine Erfahrung zu diesem Thema sagen. Mir ging es vor ein paar Jahren genauso und ich dachte mir auch ich würde nie zu einem Psychologen gehen weil dass einfach unsinnig ist, aber das ist falsch!

 ich Kann dir nur raten es zu machen, da kann man dir am Besten helfen weil keiner der kein Psychologe ist kann deine Gedanken und dein Handeln nachvollziehen außer die , die es selber Mal hatten. 

auch wenn du das jetzt nicht hören willst meiner Meinung nach ist eine stationäre Behandlung das beste für dich. Da ist das anders. Da sitzt du da nicht und guckst dem anderen in die Augen und erzählst ihm deine Probleme sondern das geschieht einfach durch dein Verhalten die du am Tag hast.

Glaub mir ist es nicht so schlimm wie du denkst. ich hab auch schon mehr als ein halbes Jahr da verbracht. aber jetzt bin ich ein total glücklicher Mensch.  

Bitte lass dir das nochmal durch den Kopf gehen und treffe die richtige Entscheidung für dich.

Wenn ich dir noch helfen kann oder du noch fragen hast kannst du mir gerne privat schreiben

Ich wünsche dir alles Gute und hoffe das es dir bald besser gehen kann

Antwort
von JaniXfX, 9

Hallo justemu,

ich habe für Dich nur sehr ernste und harte Antworten: Du bist verantwortlich für Dein eigenes Seelenheil und Du bist die Macherin Deines eigenen Glückes.

Du hast Dich damals gegen eine Therapie entschieden und versucht, das Problem selbst in den Griff zu bekommen. Symptome haben sich gelegt, andere oder gleiche Symptome sind nun wiedergekommen. Das ist für mich nicht überraschend, denn Du hast das zugrundeliegende Problem nicht gelöst, sondern auf andere, neue Erscheinungsformen verschoben. Alleine wirst Du es nicht lösen können.

Aber wie gesagt: Wenn Du nicht möchtest, dass es Dir besser geht, dann geh nicht zu einem Psychologen. Du suchst hier im Netz nach Tipps, wie Du mal wieder davor weglaufen kannst, Dich intensiv mit Dir selbst zu beschäftigen. Das unterstütze ich nicht. Du musst daran arbeiten. Mit professioneller Unterstützung. Sonst wird es nicht besser. Aber die Entscheidung und die damit verbundene Verantwortung trägst Du selbst.

Antwort
von DrPanzerfaust, 21

Wie sieht es bei dir denn mit der Liebe aus? Kennst du deine sexuellen Vorlieben und kannst du sie ausleben? Falls nicht, würde ich an deiner Stelle mal dort anfangen. 

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