Frage von Clarissa12, 1.542

Wie komme ich (fast 16) mit dem Tod meiner Mama und besten Freundin klar?

Hallo ihr Lieben.

Ich stelle mich einmal kurz vor: Mein Name ist Clarissa und ich werde am 13. Dezember 16 Jahre alt und bin in der zehnten Klasse eines Gymnasiums. 

Anfang August ist meine Mama (37) überraschend gestorben. Die Diagnose Krebs erhielt sie im Mai, bekam Chemo, die zunächst gut anschlug und starb letztendlich an einer Blutvergiftung im Rahmen einer Operation. Für mich und meine Familie war das so unwirklich, ist es immer noch. Mein Vater hat sich in Arbeit gestürzt und mein Bruder (18) und ich haben uns um unsere kleinen Schwestern (5 und 7) gekümmert, so gut es eben ging. Nach den Sommerferien bin ich auch wieder in die Schule, weil ich es zu Hause nicht ausgehalten habe. 

Eine große Stütze während dieser Zeit war meine beste Freundin, mit der ich seit der ersten Klasse befreundet war. Sie war die Einzige, mit der ich reden wollte, doch am 03. November kam der nächste Schock: Sie hat sich mit gerade einmal 16 Jahren das Leben genommen, ohne Vorwarnung, ohne Ankündigung. Sie hat sich die Pulsadern aufgeschnitten und hat keinen Abschiedsbrief hinterlassen, nichts, was eine Erklärung dafür gibt. Scheinbar hatte sie Depressionen und musste Medikamente nehmen. 

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich mich fühle. Sie war meine beste Freundin, ein Teil meiner Familie und ich habe nichts gemerkt, war zu sehr mit meiner eigenen Trauer beschäftigt und habe sie in ihren Kummer im Stich gelassen. Sie war nach außen hin immer ein optimistischer Mensch, der jeden zum Lachen bringen konnte und überall gute Laune versprühte. 

Ich weiß nicht, was ich machen soll.. Der Tod meiner Mama hat mich völlig aus der Bahn geworfen und immer noch nicht kann ich begreifen, dass sie mich nie mehr in den Arm nehmen wird. Mein Vater ist mit seiner Arbeit so beschäftigt, verlässt früh um 06:00 das Haus und kommt erst gegen 21:00 Uhr wieder. Ich kümmere mich wirklich so gut es geht, um meine Geschwister, aber es wird jeden Tag schwerer. Und nun ist meine beste Freundin auch noch tot. Das ist so unwirklich, dass ich es nicht verstehen kann. 

Ich fühle mich so leer, habe kein Gefühl für Zeit: gehe zur Schule, kümmere mich um den Haushalt, lerne und mache Hausaufgaben. Ich existiere und funktioniere, aber fühle nichts mehr. Seit dem Tod meiner Mama habe ich nicht einmal geweint. Das ist doch nicht normal oder? Lediglich wenn ich mit meiner besten Freundin zusammen war, hatte ich Hoffnung, dass es besser wird. Doch nun ist auch sie weg. Meine Kraftquelle meine Stütze. 

Ich fühle mich so egoistisch, dass ich nicht gemerkt habe, wie es ihr geht. Eigentlich weiß ich gar nicht, was ich tun soll. Was ich tun kann. Ich habe ernsthaft überlegt, in eine Jugendpsychiatrie zugehen, aber dann lasse ich auch noch meinen Vater und meine Geschwister im Stich. Das wäre wieder egoistisch. Aber ich weiß nicht weiter.
PS: Mein Vater kocht trotzdem für uns und ist bei uns.

Was soll ich tun? Bitte helft mir und entschuldigt den langen Text.

Support

Liebe/r Clarissa12,

mein herzliches Beileid. Es ist sehr schwer mit den Verlusten zweier so nahestehenden Menschen umzugehen.

Ich möchte dich ermutigen, mit Vertrauenspersonen - wenn möglich - zu sprechen. Oder mit der www.telefonseelsorge.de, die bietet auch Beratung über das Internet an, wenn du ungern telefonierst. (Es gibt auch für Jugendliche spezielle Hotlines: z. B. nummergegenkummer.de, junoma.de, u25-deutschland.de, youth-life-line.de etc.).

Viel Kraft und alles Gute,

Eva vom gutefrage.net-Support

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von SNewiger, 779

Guten Tag Clarissa,

zuerst einmal drücke ich euch allen mein Beileid aus. Ihr habt einen großen Verlust erlitten. Der eure Gefühle stark belastet. Du zusätzlich durch die unverständliche Handlung deiner ehemals besten Freundin.

Mit meinen fast 80 Jahren versuche ich, dir ein wenig die aus dieser Plattform erwartete Hilfe zu geben.

Ein für mich bemerkenswerter Satz war, dass du und dein Bruder sich um eure kleinen Schwestern gekümmert habt. Die noch weniger als Größere verstehen können, dass der Tod zum Leben gehört. Bitte lies weiter, auch wenn dieser Satz grausam klingt. Er beschreibt doch nur eine Tatsche.

Während ich dir schreibe, schaut mir unsere liebe Mutti lächelnd zu. Vom oberen Bord meines PC-Tisches. Sie starb vor 48 Jahren mit nur 52 gelebten. Plötzlich. An einem Thrombus,der sich in einem Blutgefäß eines Beines gelöst hatte. Wir vier Brüder haben sie über alles geliebt, denn sie hat uns nach dem Zweiten Weltkrieg mit großer Anstrengung ernährt, gekleidet, später für Bildung bzw.Ausbildung gesorgt. Du solst wissen, dass ich mitfühle.

Nun zu etwas Besonderem. Auch eure geliebte Mutti hat euch - wie die unsere - in diese Welt geboren, damit ihr in der so glücklich wie möglich leben könnt. Von euch Leid ferngehalten, bei Krankheit für Gesundung gesorgt und auch für das tägliche Essen - oder? Also in euch gemeinsam mit Vati viel Liebe und Arbeit investiert - richtig? Hin und wieder - wenn sie kurzzeitig weg musste - den "Großen" die Sorge für die "Kleinen" anvertraut.

Nun ist eure liebe Mutti leider für immer abwesend. Euch "Großen" empfehle ich, die "Kleinen" so lange zu "behüten", wie das nötig ist. Sicher ist für mich, dass euer ebenfalls nach diesem Verlust liebebedürftiger Vati bald wieder mehr für euch da sein wird. Streichele du ihn auch einmal - bei Gelegenheit. Vielleicht kannst du dann an seiner Schulter weinen. Und er mit dir.

Eure liebe Mutti ist nicht allein, auf eigenen Wunsch aus dem Leben gegangen. Sie wollte mit euch glücklich sein. Ihr Wunsch ist noch heute wirksam. Ihr sollt - wie ich - euch freuen, dass ihr eine solche Mutti hattet. Meine liebe Mutti bekommt heute noch jeden morgen ihr Küsschen.

Nach der Trauer um sie habe ich erneut ein vollgültiges Leben begonnen. Sie lebt mit mir. Wie schon die Perser sagten: "Nur der ist tot, der keinen guten Namen hinterlässt."

Trotz allem glücklich und freundlich weiterzuleben ist nicht nur ein Wunsch eurer Mutti gewesen, sondern ein liebevoller Auftrag. Bitte erfüllt den.

Dazu wünsche ich euch alles erdenklich Gute!

Bleibt recht gesund!

Siegfried

Kommentar von RuedigerKaarst ,

Super Antwort! 👍

Antwort
von susi299, 411

Ich kann ihr nur aus eigenen erfahrungen sprechen und ich hoffe dir hilft meine erfahrung um deine freundin besser zu verstehen
Deine freundin hat mit dir davor nicht gesprochen weil sie dich schützen und nicht noch zusätzlich belasten wollte, glaub mir sie hat das nur gemacht um dir nicht noch mehr sorgen zu breiten sie wollte damit genau das gegenteil erreichen und eben nicht so dass du dir jetzt unglaubliche vorwürfe machst.
Denn hätte sie mit dir geredet und das alles aufgearbeitet und sie wäre dann aber trotzdem zu diesem entschluss gekommen dann hättest du dir noch mehr vorwürfe gemacht als jetzt und ich gehe ganz stark davon aus das deine freundin dir das ersparen wollte.
Mein beileid für deine Mama und deine beste Freundin

Und wenn es dir gerade so schlecht geht dann würde ich vorschlagen das du vielleicht zu einer person gehst mit der du vertraut bist der du vertraust wie zb einen vertauenslehrer und mit ihm über deine vorhaben eingehst das du gerne in eine Psychjatrische Klinik gehen würdest einfach um das erlebete besser zu verarbeiten und noch etwas du würdest niemanden im stich lassen nur weil du dich für die klinik entscheidest denn jeder braucht unterschiedlich zeit und jeder hat seine eigenen maßnahmen um das gut zu verstehen
Du bist noch ein kind und die belastung die gerade auf dir liegt kann keiner erwarten das du sie meisterst wie eine erwachsene in dem du für deine geschwister da bist und denn haushalt machst.
Du brauchst erst mal zeit für dich
Deshalb würde ich dir das ganz nah ans herz legen das du mit jemandem darüber sprichst und vielleicht sucht ihr nach einer anderen lösung ja es muss ja nicht unbedingt die klinik sein nein ihr könnt gemeinsam zum jugendamt gehen und euch eine familienhelferin zustellen lassen die sind darauf geschult und können super im alltag mithelfen und da unter die arme greifen
Du kannst sehr stolz auf dich sein das du die situation in dem alter schon so erwachsen meisterst

Antwort
von RuedigerKaarst, 556

Hallo,
es tut mir sehr leid, dass Du dies und dann noch in so kurzer Zeit erleben musstest.

Vorwürfe musst Du dir leine machen und egoistisch bist Du bestimmt nicht!

In Köpge von anderen Menschen kann man nicht hinschauen, sonst hättest Du deinwr Freundin bestimmt geholfen.

Du musst nicht gleich in die Jugendpsychiatrie gehen, aber wenn Du dies möchtest, wäre dies auch nicht egoistisch.
Deine Familie steht bestimmt hinter dir.

Ein Psychologe, die Kosten übernimmt die Krankenkasse, der mit dir alles aufarbeitet wäre jedoch der richtige Weg.

Du solltest auf jeden Fall darüber reden.

Anonym kannst Du dich zum Beispiel mit der Telefonseelsorge, die rund um die Uhr besetzt ist, unterhalten.
Die könnzen Anlaufstellen in deiner Umgebung kennen.

0800 111 0 111
0800 111 0 222

Das Netzwerk von www.u25-deutschland.de wurde speziell für junge Leute unter 25 Jahren ins Leben gerufen.
Auch hier hilft man dir gerne.

Unter www.nummergegenkummer.de hört man auch gerne zu und hat sicherlich gute Ratschläge.

Erreichbar ist die Nummer gegen Kummer von Montags bis Samstags von 14 bis 20 Uhr unter der kostenlosen Rufnummer

116111

Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter der Rufnummer

0180-6553000.

Weitere Infos findest Du auf der Webseite http://www.krisendienst-psychiatrie.de

Ich denke, dass es für euch das beste wäre, wenn ihr über Weihnachten zusammen an einen ruhigen Ort verreist, um gemeinsam trauern und reden zu können.

Du musst dich auf keinen Fall rechtfertigen.
Höre nicht auf dumme Leute, die von Jugendamt quatschen.
Der Typ hat anscheinend nicht nesseres zu tun, als mit irgendwelchem Mist zu antworten, auch wenn die Antworten nichtmal im Ansatz helfen.

Er antwortet (noch) im Minutentakt, die Mail an den Support ist raus.

Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute!

Kommentar von WalterE ,

Es wäre schön wenn die Jugendämter qualifzzierte Hilfe leisten könnten - eigentlich wäre das schon ihr Job. Die sind aber überlastet und unterqualfiziert. Dafür bräuchte man schon jemand mit einer entsprechenden Ausbildung in Beratung/Therapie. Die Jugendämter können hier letztlich auch nur weiterleiten - man hat sie dann aber unter Umständen am Hals und im Haus, obwohl hier ja kein wirklicher Grund besteht. 

Antwort
von sinaso01, 296

Das tut mir sehr leid für dich.

Holt euch am besten Hilfe beim Jugendamt. Soweit ich weiß gibt es da irgendwelche Hilfen die die euch geben können die im Haushalt helfen oder sich auch um die Kinder kümmern und euch unterstützen.
Auf jeden fall müsst ihr das nicht alleine schaffen.

Und nun zu dir, mach mal eine Termin bei einer Psychologin bzw geh zum Hausarzt und der "leitet dich weiter".
Ich glaube es würde dir echt gut tun, mit einer aussenstehenden Person über alles zu reden.
Das wäre für euch alle vielleicht mal gut, um zu lernen damit klarzukommen.

Und nein, das ist überhaupt nicht egoistisch. Du bist fast 16, du musst dich nicht alleine um alles kümmern. Das kann keiner von dir verlangen. Es ist gut sich Hilfe zu holen. Viele Leute tun dies nicht und dadurch verschlimmert sich die Situation oft noch.

Sprich vielleicht mal mit deinem Vater und großen Bruder darüber, dass es gut wäre sich Hilfe zu holen. Sowohl vom Jugendamt als auxh von einem Psychologen.
Sie werden darüber vielleicht auxh achonmal nachgedacht haben, aber wollten sich nicht eingestehen dass sie es alleine nicht schaffen.

Ich wünsche dir und deiner Familie alles Glück der Welt. Ihr kriegt das wieder hin, ganz sicher. Alles Gute!

Antwort
von Tamtamy, 240

Hi Clarissa!
Das sind zwei harte Ereignisse, die da passiert sind. Puh...!
Mein Mitgefühl!
Es ist auf jeden Fall sinnvoll, dass du dir Unterstützung holst!

Zwei Möglichkeiten, die mir in den Sinn kommen:
- schau mal, ob es bei dir in der Nähe eine Trauergruppe gibt (z.B. über die Kirchengemeinden)
- du könntest dich an eine Familienberatungsstelle wenden.

Gute Wünsche für dich!

Antwort
von JonasG91, 380

Da kriegt man echt Gänsehaut wenn man so was ließt..

Wie so was passieren kann und dann noch doppelt unerwartet, gleich zwei Personen, die dir so verdammt nahe standen und dann auch noch innerhalb von wenigen Monaten.

Ich würde mir auf jeden Fall Hilfe holen. Das kann kein Mensch auf die leichte Schulter nehmen und so tun als wäre nichts passiert. Und hör auf dir Vorwürfe bzgl. deiner besten Freundin zu machen, dafür kannst du nun wirklich nichts.

Ich hoffe du musst nicht mehr Leid in deinem Leben erleben und bekommst neue tolle Freunde und Menschen in deinem Leben, die dir eine Stütze sind.

Ich wünsche dir alles Gute, Kopf hoch Clarissa und tu auf KEINEN Fall den Fehler den deine beste Freundin getan hat. Das Leben bietet auch viel Gutes :)

Antwort
von Wapiti201264, 151

Liebes,

den Schmerz kann Dir niemand nehmen und er ist auch wichtig. Lass die Trauer zu, weine, schreie.

Ich finde es toll, dass Du das alles tust, was Du tust, aber Du wirst das nicht schaffen. Das ist unmenschlich.

Ihr leidet alle. Setzt Euch bitte mal abends zusammen, wenn die Kleinen schon schlafen, Dein Papa, Dein grosser Bruder und Du und beratet Euch, ob Ihr entweder eine zeitlang die Hilfe des Jugendamtes in Anspruch nehmen wollt oder die Möglichkeit besteht, wenigstens stundenweise eine Haushaltshilfe zu bezahlen.

Du bist, wie Ihr alle, von den tragischen Ereignissen komplett überrollt worden, dazu kommt erschwerend noch der für Dich überraschende Tod Deiner besten Freundin dazu.

Warum Menschen, denen es offenbar gut geht und die so jung sind und nicht körperlich sehr krank, den Suizid wählen, habe ich persönlich noch nie verstanden. Aber deswegen darfst Du Dir jetzt nicht auch noch Vorwürfe machen. Du bist fast noch ein Kind und kannst nicht die Last der ganzen Welt auf Deinen schmalen Schultern tragen... Ihre Eltern hätten, eher als Du, diese Situation erkennen müssen, haben sich aber wohl auf die Wirksamkeit der Antidepressiva verlassen...traurig.

Ich kenne das, als ich 16 war, hat meine Mutter (endlich, er war sowas von krankhaft eifersüchtig) meinen Vater verlassen, der daran fast zugrunde gegangen wäre. Damals gab ich mir auch die Schuld daran, ihn nicht trösten zu können. Aber er selbst hätte schon lange vorher seine Manie erkennen und bekämpfen müssen, intelligent genug dazu ist er bis heute.

Also bitte, denk ein bisschen mehr an Dich. Natürlich ist es gut, dass Du Deinen kleinen Schwestern ein wenig Trost zu spenden versuchst, aber Du selbst brauchst auch welchen.

Euer Vater muss sich dazu jetzt Gedanken machen, auch wenn er selbst sicher sehr leidet.

Das ist ja auch alles noch ganz frisch. Versuche, positiv in die Zukunft zu sehen.

Wenn eine Tür zuschlägt, geht immer irgendwo eine andere auf, man muss sie nur finden...

Alles Liebe für Dich und auch alle anderen in Deiner Familie :)

Antwort
von Machiavelli45, 71

Hallo Clarissa, 

es ist furchtbar, so etwas zu hören. Wahrscheinlich wirst du die ganzen Beileidsbekundungen nicht mehr hören können, aber trotzdem wünsche ich dir und allen Freunden und Familienmitgliedern die Kraft, das gut durchzustehen.

''Für mich und meine Familie war das so unwirklich, ist es immer noch.'' Das ist eine ganz natürliche Reaktion bei so einem tragischen Ereignis. Was ich dir noch empfehlen würde, neben den genannten Hilfestellungen wie psychatrische Betreuung usw. Schreib deine Gefühle auf! - das klingt vielleicht bisschen seltsam, ist es aber nicht. Wenn du keine Gefühle hast, schreib das auch auf. Das ist auch ok. Das du die Frage gestellt hast, ist ein erster Schritt. Gerade wenn du sonst niemand vertrauen kannst oder möchtest- Papier ist immer lieb. Schreib auf, was dir in den Sinn kommt, um dir bewusst zu werden, was für großartige Menschen sie waren, um zu Verstehen, dass sie nicht mehr hier sind, aber du schon. Und das sie gewünscht hätten, dass du weiter machst. 

''Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich mich fühle. Sie war meine beste Freundin, ein Teil meiner Familie und ich habe nichts gemerkt, war zu sehr mit meiner eigenen Trauer beschäftigt und habe sie in ihren Kummer im Stich gelassen. Sie war nach außen hin immer ein optimistischer Mensch, der jeden zum Lachen bringen konnte und überall gute Laune versprühte.'' ''Ich fühle mich so egoistisch, dass ich nicht gemerkt habe, wie es ihr geht.''

Hast du nicht. Du hast sie nicht im Stich gelassen. Wenn ein Blitz mich träfe, während ich diese Antwort schriebe- du hättest mich auch nicht im Stich gelassen. Ich weiß nicht, ob du an das Schicksal glaubst, aber auch rein objektiv betrachtet hättest du nichts ändern können. Jeder Mensch würde es sich wünschen, und niemand mehr als du. Aber deine Freundin hatte keine Probleme mit dir (Indianerehrenwort), sondern mit sich selbst, mit dem ''Geist, der stets verneint'' Sie konnte nichts dafür, und meistens sind die Menschen, die nach außen am lautesten lachen, die die innerlich am lautesten schreien (und das damit kaschieren wollen). Ob eine depressive Person ihren Traumpartner findet oder im Lotto gewinnt oder die Mutter von dessen besten Freundin stirbt, ist ihr nicht egal (und ich bin mir sicher, dass du ihr voll am Herzen lagst), aber auf die inneren Dämonen wirkt es sich trotzdem nicht aus.

''Ich kümmere mich wirklich so gut es geht, um meine Geschwister, aber es wird jeden Tag schwerer.'' Du bist eine Heldin! Lass dir gesagt sein, dass die meisten Menschen hier niemals so etwas aushalten mussten. Das ganze Gerede von uns (einschließlich mir) kann gar nicht erfassen, was du durchgemacht hast und noch immer tust. Aber selbst wenn es jeden Tag schwerer werden sollte, denk daran- heute ist der leichteste Tag deines Lebens! Mach dir keine Sorgen um die Zukunft, die kommt früh genug.

''Und nun ist meine beste Freundin auch noch tot. Das ist so unwirklich, dass ich es nicht verstehen kann.'' Keiner kann das. Ich weiß nicht, ob du gläubig bist, aber vielleicht gefällt dir ja dieser kleine Text. Er ist vom Theologen Dietrich Bonhoeffer, der wegen seinem Widerstand gegen die Nazis im KZ ermordet wurde. Kurz vor seinem Tod schrieb er das Gedicht- auch er konnte es nicht verstehen, aber war trotz aller Ängste auch voller Hoffnung und Zuversicht. https://www.heiligenlexikon.de/Literatur/Dietrich_Bonhoeffer_Von_guten_Maechten....

''Seit dem Tod meiner Mama habe ich nicht einmal geweint. Das ist doch nicht normal oder?'' Kommt bissel darauf an, vor allem auf die Dauer des Zeitraumes.

''Lediglich wenn ich mit meiner besten Freundin zusammen war, hatte ich Hoffnung, dass es besser wird. Doch nun ist auch sie weg. Meine Kraftquelle meine Stütze.'' Ein letztes Mal noch möchte ich auf den Glauben eingehen: Vielleicht tröstet dich ja ein bisschen der Gedanke +1, der immer bleiben wird. Deine Stütze ist weg, wie bei einer Kletterpflanze. Da gibt es nur eine Lösung: Du brauchst eine neue. Ich weiß, dass das leichter gesagt als getan ist, aber du brauchst irgendwen, der dir beisteht. Klar bringt dir diese Person auch nicht deine Freundin zurück, ersetzt nich deine Mutter, aber hört dir zu- und das ist wichtig. 

''Ich habe ernsthaft überlegt, in eine Jugendpsychiatrie zugehen, aber dann lasse ich auch noch meinen Vater und meine Geschwister im Stich. Das wäre wieder egoistisch. Aber ich weiß nicht weiter..'' Nein, das ist nicht egoistisch. Es ist besser für alle, wenn du bisschen seelisch gefestigt bist. Es wäre viel schlimmer, wenn du endgültig daran zerbrächest- vielleicht wäre es sogar egoistisch, nicht hinzugehen. Das wäre zwar auch nicht deine Schuld, aber das wäre für deine Familie viel schlimmer. Ich glaube daran, dass du das schaffen kannst.

Fühl dich ganz doll gedrückt :)

Antwort
von einfachichseinn, 260

Bezüglich deiner Familie hilft es vermutlich, wenn du mal beim Jugendamt oder einer anderen Beratungsstelle um Rat fragst. Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit der Caritas gemacht. Da kannst du anonym und online mit entsprechendem Personal in deiner Nähe schreiben. Wenn dir dann danach ist, kannst du dort auch persönlich hingehen.

Bezüglich der Verluste, die du erlitten hast, wäre es eventuell hilfreich, wenn du dich an einen Psychotherapeuten oder einen Seelsorger wendest.

Antwort
von dennybub, 175

Liebe Clarissa12,

es tut mir unendlich leid, welchen Kummer du in deinem so jungen Leben schon mitmachen musst. Bitte höre auf die guten Ratschläge die du bekommen hast und rufe bei der Telefonseelsorge oder Nummer gegen Kummer an.

Ich kann mir gut vorstellen, dass du, wenn du mit fremden Menschen über deinen Kummer und dein Leid sprichst, endlich weinen kannst. Sprich mit deinem 18jährigen Bruder, ihr müsst unbedingt mit eurem Papa reden, der sich wahrscheinlich mit der vielen Arbeit von seinem Kummer abzulenken versucht. Er muss wissen wie es in dir, in euch allen ausschaut.

Du bist alles andere als egoistisch.

Antwort
von WalterE, 185

"Nach außen" - ja, ich war mal in einem Seminar, und der Kommilitone schien ein sonniges Gemüt zu haben, ich und die anderen mochten ihn. Bis dann bekannt wurde, dass er an einem Sonntag Morgen die Autobahn entlang und in ein Auto gelaufen war. Ansonsten, ich denke Du brauchst dringend professionelle Hilfe, wobei die ggf. auch von einem Seelsorger (mit)geleistet werden kann. Also wenn Du einen Bezug zur Kirche oder einer Religion hast ... und sogar wenn nicht. "Ich kann nicht weinen" - ja das Gefühl kenne ich, es ist fürchterlich, ich konnte das bei einer bösen Dreiecksgeschichte auch nicht , auch wenn ich sie seit Jahren liebte und mir nicht hätte vorstellen können nun (bis heute) keinen Kontakt mehr zu haben - das kann bei einer Trauerreaktion vorkommen. .Die Gefahr ist eben, dass Dir die Trauerreaktion selbst massiv schadet und zum anderen dass diese in eine Depression übergeht "ich fühle nichts mehr". Wenn Du meinst dass Du in eine Psychiatrie gehen solltest Du das bitte umgehend. Die frage ist auch ob und wie lange Du noch funktionierst. Es tut mir leid dass Dich das Schicksal in so jungen Jahren so beutelt. Andere Zeiten werden wieder kommen - halte durch! 

Antwort
von DinoMath, 77

Antwort auf "geht es im Himmel oder sonstwo weiter, gibt es noch ein Leben nach dem Tod wo ich die beiden wieder sehe?":

als rationaler Mensch sage ich dir: wenn du das glauben möchtest, dann solltest du das unbedingt tun.

Kann durchaus ein sehr tröstlicher Gedanke sein und letztendlich könnte es sogar wahr sein, wer weiss?

Neben den Religionen, die so grossflächig mehr oder weniger stark verbreitet und manchmal auch missbraucht werden hat ja zwangsläufig jeder seinen eigenen Glauben (wir wissen ja eigentlich garncihts).
Und genauso wie ich daran glaube, dass das Leben mit dem Tod endet, kannst du gern glauben, dass es noch weiter geht.

Ich stelle mir vor war ist, wenn sich ein Mensch unsterblich in einen anderen verliebt hat, diese aber nicht erwiedert wird. Sind die dann im Himmel zusammen oder nicht? ^^ Ein Dilemma, meiner Meinung nach.

Ich bin ganz froh, dass Menschen sterblich sind, denn das ist Grundvoraussetzung dafür, dass neues Leben entstehen kann.

Antwort
von comhb3mpqy, 108

Hallo,

Du kannst mit einem Menschen reden. Es gibt im Internet und über das
Telefon kostenlose Seelsorge. Auch kannst Du zu einem Psychologen gehen.

Ich bin Christ. Gott liebt Dich. Du kannst im Internet nach Videos schauen, die zeigen, wie sehr Gott Dich liebt. Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott gibt, dann kannst Du mich z.b. in den Kommentaren fragen oder auf mein Profil gehen.

Alles Gute

Antwort
von Philipp59, 170

Liebe Clarissa12,

ich war sehr betroffen, als ich Deine Schilderungen las! Es tut mir sehr leid, dass Du in Deinen jungen Jahren so hart getroffen worden bist. Den Tod zweier lieber Menschen so kurz nacheinander zu verkraften, ist keine Kleinigkeit und ich kann gut verstehen, dass Dir das alles sehr unwirklich vorkommt. Das ist absolut traumatisch!

Du versuchst, in Deiner Situationen möglichst stark zu sein und die Haltung zu bewahren. Auch kümmerst Du Dich sogar noch um Deine Familie und übernimmst teilweise die Rolle Deiner Mutter. Das ist zwar sehr lobenswert, doch besteht auch die Gefahr dabei, dass Du selbst auf der Stecke bleibst. Du brauchst auf jeden Fall jemanden, der Dich stützt und stärkt und der Dir dabei hilft, Deinen Schmerz und Deine Trauer zu verarbeiten. Das könnte auch jemand außerhalb Deiner Familie sein, u.U. auch ein professioneller Berater oder Therapeut.

Ich selbst habe vor wenigen Jahren meinen Vater, meine Mutter und eine meiner Schwestern durch den Tod verloren. Ich weiß daher, dass der Schmerz nach dem Verlust eines geliebten Menschen sehr groß sein kann und man braucht unter Umständen sehr viel Zeit, um diesen Schmerz verarbeiten zu können. Mir hat jemand einmal erklärt, dass jeder auf eine andere Weise trauert und es auch kein Zeitmaß für die Trauer gibt. Das hat mir schon sehr geholfen. Ich finde es auch immer sehr hilfreich, wenn man mit jemandem über meine Gefühle sprechen kann, der vielleicht Ähnliches erlebt hat und sich am besten in meine Lage hineinversetzen kann. Für den Trauernden ist es nämlich schon eine große Erleichterung, jemanden zu haben, der verständnisvoll zuhört.

Was ebenfalls Erleichterung bringen kann ist, wie ich finde, zu weinen. Ja das Vergießen von Tränen der Trauer ist ein wichtiger und notwendiger Bestandteil des Heilungsprozesses. Hinterher fühlt man sich immer ein wenig erleichtert. Dass es Dir im Moment noch nicht gelingt zu weinen, mag daran liegen, dass Du wahrscheinlich noch unter Schock stehst. In dieser Zeit ist es vielen einfach nicht möglich zu weinen. Sie erleben eine Art Gefühlsstarre. Doch diese Phase mag mit der Zeit vorübergehen und die Trauergefühle kommen dann schließlich voll durch.

Mir hilft auch ungemein die Hoffnung, die die Bibel im Hinblick auf die Verstorbenen gibt. Da ich mich viel mit der Bibel beschäftige, hat es mich sehr getröstet, das zu lesen, was Jesus einmal über die Toten sagte: " Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören   und herauskommen werden... zu einer Auferstehung" (Johannes, Kapitel 5, Verse 21, 28 u. 29a).

Diese Verheißung beschreibt, dass Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute. Wir werden sie so sehen, wie wir sie gekannt haben und können sie dann endlich wieder in unsere Arme schließen! Ist das nicht großartig? Die Bibel lässt auch erkennen, dass wir dann unter friedlichen, paradiesischen Verhältnissen leben werden. Dazu heißt es in Psalm, Kapitel 37, Vers 29: " Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, und sie werden immerdar darauf wohnen." Diese wundervollen Aussichten, die die Bibel gibt, hat schon Millionen Trauernden geholfen, besser über den Verlust eines lieben Menschen hinwegzukommen. Ja, die Hoffnung auf die Auferstehung kann den großen Schmerz, den ein Trauernder empfindet enorm lindern!

Ich kann von mir jedenfalls sagen, dass mir diese Hoffnung sehr hilft, besonders dann, wenn alles um mich herum grau und trüb aussieht. Ich danke Gott oft dafür, dass er uns diese schönen Verheißungen gegeben hat und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass er sie auch erfüllen wird.

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Menschen findest, die Dir dabei helfen, die schlimmen Geschehnisse zu verarbeiten und mit Deiner tiefen Trauer zu leben! Alles Gute und viel Kraft!

LG Philipp

Kommentar von Wapiti201264 ,

Nach dem schnellen Krebstod meiner Mutter mit noch nicht mal 50 Jahren habe ich auch über zwei Jahre gebraucht, bis ich richtig trauern konnte, weil ich viel zu sehr damit beschäftigt war, anderen leidenden Familienmitgliedern zu helfen.

Auch meine Ehe ist darüber in die Brüche gegangen, die Belastung war einfach zu gross. Eigentlich bin ich darüber bis heute nicht hinweggekommen, obwohl es schon 24 Jahre her ist... ;((

Kommentar von Philipp59 ,

Das tut mir sehr leid! Alles Gute!

Antwort
von safur, 130

Du hast deine Freundin nicht im Stich gelassen. Sie wirkte stark, weil sie niemanden zur Last fallen wollte. Sie wollte dich also schützen und zur Seite stehen.

Ich würde Euch mal einen Urlaub empfehlen. Wir haben das nach einem ähnlichen Vorfall auch über Weihnachten gemacht. Zu schwer wäre es gewesen mit all den Erinnerungen. Es hilft etwas Abstand zu gewinnen, ggf. kann man sich auch regelmäßig mal unterhalten.

Du solltest dir auch jemanden suchen mit dem du sprechen kannst. Die Caritas oder ähnliche Organisationen bieten normale kostenlose Sitzungen an. Man geht mal hin und spricht sich das ganze Zeug von der Seele.

Vielleicht hilft es dir auch mal zum Grab zu gehen um etwas zu sprechen. Da ist jeder anders.

Antwort
von Cemmo34, 107

Hallo Clarissa

Zuerst mal mein Beileid ich weiß wie es ist einen Menschen zu verlieren ich habe auch vor 1 Jahr mein Vater mit 17 verloren er ist durch ein Herzinfarkt gestorben und das letzte mal wo ich ihn sah hatten wir streit und er hat mich zu sich bzw meine Mutter und kleinen Bruder eingeladen Lasagne zu essen bzw zu kochen und weil ich noch wütend und sauer auf ihn war bin ich nicht hingegangen war wohl der größte Fehler meines Lebens. Mein Leben wurde in dem moment zerstört und ich weiß ganz genau es dir geht. Kümmere dich sehr gut um deine kleine Geschwister hilf deinem Vater beim Einkauf etc und das wichtigste für dich ist bleib immer noch an der Schule dran weil deine Mutter dann stolz auf dich wäre.

Lg

Antwort
von Grillmax, 60

Hallo Clarissa,

zunächst mein Beileid...gleich einen doppelten Schicksalsschlag hinzunehmen ist sicher nicht einfach.

Den Tod zweier geliebten Menschen zu verarbeiten ist sicher nicht einfach - das erfordert Trauerarbeit.

Mit deinem Hinweis über die Jugendpsychiatrie hast du vermutlich angedeutet, das du über Hilfe von aussen nachdenkst...grundsäztlich keine schlechte Idee, wenn man eine Situation nicht alleine zu bewältigen glaubt...muss jetzt nicht gleich die Jugendpsychiatrie sein...

Sprich mal mit deinem Hausarzt über die Möglichkeit von Therapiegesprächen an - du wirst sehen, wenn man mit anderen über die Belastungen sprechen kann, geht es einem besser.

Andere gute Möglichkeiten sind zuvor bereits erwähnt worden - auch ein Seelsorgetelefon kann gute Gesprächspartner bieten.

Du wirst dort sicher bestätigt bekommen, das es für Selbstvorwürfe keinen Grund gibt.

Es wird gut sein, wenn du seelisch wieder zu Kräften kommst - deine beide kleinen Schwestern brauchen dich jetzt ganz besonders....dir wünsche ich viel Kraft und alles Gute

Grillmax

Antwort
von Harry83, 115

Mein Beileid!!!

Ich kann gut nachvollziehen, wie du dich fühlst. Meine Mutter verstarb 2007 an den Folgen eines Schlaganfalles. Sie war, bis zu dem Tag, nicht nur meine Mutter, sondern auch sowas wie eine gute Freundin, mit der ich über alles reden konnte. Der Schlaganfall hat leider alles verändert. Sie konnte nichts mehr, war im Rollstuhl, und musste von Pflegepersonal gepflegt werden. 

Nach einem Jahr, sie war auf dem Weg der Besserung, bekam sie erneut einen Schlaganfall. Dieses Mal leider so schlimm, dass wir sie in ein Pflegeheim geben mussten. Dort ist sie am zweiten Tag verstorben. 

Die ersten Tage danach, es war noch so unwirklich, ging es mir wie dir. Auch ich konnte nicht weinen. Ca. eine Woche später holte man ihre Sachen ab. Erst da habe ich realisiert, was passiert war, und bin zusammengebrochen. 

Immer mehr zog ich mich zurück, und gab mir auch die Schuld. Bis man mir sagte, ich solle eine ambulante Therapie machen. Dort lernte ich, dass, auch wenn es hart klingt, der Tod, in manchen Fällen, einfach besser ist. Es dauerte bis ich begriff, was damit gemeint war. Ich möchte nicht nur noch auf fremde Hilfe angewiesen sein, wenn ich zuvor ein lebensfroher Mensch war, der nie etwas Böses wollte.  

Meine Trauer verarbeitete ich mit einem Tagebuch, welches ich auch heute noch führe. Es hat mir geholfen, den Tod meiner Mutter zu akzeptieren. 

Auch wenn es noch etwas bei dir dauert; vertraue dich jemanden an, mit dem du dir alles von der Seele reden kannst, und der dir zuhört. 

Fühl dich umarmt! Alles Gute! 

Antwort
von DepReb, 159

Hey Clarissa,

das tut mir wirklich leid. Das ist sehr schwer nachzuvollziehen was du durchmachst. Erst deine Mama und deine beste Freundin. 

Ich kann dir nur raten mit jemanden drüber zu reden, wenn du es eh nicht tust. Und eventuell ,ich weiß es klingt doof, Hilfe vom Jugendamt holst. Das die dir auch etwas unter die Arme greifen können und deiner Familie Helfen. 

Aber mach dir keine Vorwürfe. Du wusstest es nicht was deine Freundin tut. Versuch es bitte. 

Und nimm dir eventuell auch Psychologische Hilfe. Das du die Trauer bewältigen kannst. 

Bleib stark und Gib nicht auf!

Antwort
von Seeteufel, 139

Liebe Clarissa, es ist immer schlimm wenn mann jemanden verliert.

Es ist auch schwer das zu akzeptieren. 

Was du dir bei deiner Mutter immer wieder sagen solltest: Es ist traurig das sie gestorben ist, doch wer weiß was ihr alle erspart geblieben ist. Sie musste sich nicht lange quälen. Dafür bin ich dankbar, auch wenn ich sie jeden Tag vermisse, so weiß ich doch, das ein Leben mit Krebs sehr schwer zu ertragen ist.

Das ist kein Rat der von jetzt auf gleich hilft, doch macht es dir etwas leichter.

Antwort
von Virginia47, 136

Hallo Clarissa,

mein Beileid zu deinem Verlust.

Aber du stehst, meiner Meinung nach, noch unter Schock. Deshalb "funktionierst" du nur.

Mir ging es auch so, als meine Tochter gestorben war. Manchmal hatte ich das Gefühl, ich stehe neben mir und beobachte mich von außen. Und ich war selbst erstaunt, wie ich funktionierte.

Dass deine Freundin von uns gegangen ist, kannst du dir nicht zum Vorwurf machen. Und auch keine Vorwürfe, dass du nicht gemerkt hast, dass es ihr schlecht ging.

Sie war für dich da. Nur das zählt. Und deshalb solltest du sie auch in guter Erinnerung behalten - ohne Wenn und Aber.

Empfehlen kann ich dir eine Trauergruppe, wenn du die Zeit dafür erübrigen kannst. Bekannte haben damit gute Erfahrungen gemacht.

Ich selbst war damals zu einem Psychologen in eine Therapie gegangen. Auch das hat mich ein Stück vorwärts gebracht. Und ich habe lernen müssen, damit zu leben, dass ich meine Tochter nie wieder sehen werde.

Aber wer weiß, vielleicht treffe ich sie ja irgendwann nach meinem Tod wieder?

Ja, der Gedanke, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, hat mir Trost gespendet.

Ich wünsche dir Kraft.

Alles Gute

Virginia

Antwort
von SNewiger, 91

Guten Tag Clariisa,

hier melde ich mich noch einmal. Weil ich - das Alter - etwas vergessen habe. Dein schönster Satz war: "P.S. Mein Vater kocht trotzdem für uns und ist bei uns."

Vor ihm ziehe ich meinen Hut. Schon allein, dass eure Mutti und euer Vati euch Vieren das Leben geschenkt haben, ist doch ein Zeichen ihrer gegenseitigen Liebe und dieses Gefühls auch für euch.

Es ist bei der von dir geschilderten Arbeitsbelastung für euren Vater nicht einfach, den Kummer um seine verlorene geliebte Frau zu verschmerzen. Ebenfalls ist - für viele andere Männer - nicht selbstverständlich, sich wie er um seine Kinder zu kümmern.

Deshalb nun meine Bitte: tut eurem wunderbaren Vater so viel Liebes an, wie er es verdient.

Bleibt alle recht gesund!

Siegfried

Antwort
von CountDracula, 83

Hallo,

mein Beileid.

Um in Behandlung zu gehen, musst Du nicht in die Psychiatrie. Es gibt auch ambulante Therapeuten, wenn Dir das lieber ist.

Mir hat Meditation sehr gut dabei geholfen, den Tod akzeptieren zu lernen. Vielleicht ist das ja auch etwas für Dich, aber gerade wenn es Dir psychisch so schlecht geht, solltest Du Dir dazu einen guten Lehrer suchen.

Antwort
von azallee, 57

Liebe Clarissa,

mein herzliches Beileid.

Wenn man nur wüsste, was den beiden Personen durch den Tod erspart geblieben ist??

Die nächsten Wochen werden hart für dich, doch die Zeit ist mit dir. Man kommt darüber hinweg, aber es dauert ein bisschen.

Ich selbst habe auch meinen Papa verloren und bin nach ein paar Monaten drüber hinweg gewesen. Der Schmerz lässt von Woche zu Woche nach.

Ich wünsche dir viel Kraft.

Liebe Grüße und alles Gute.

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