Frage von DandelionWho, 93

Wie komme ich Beruflich, oder Schulisch weiter?

Hallo liebe Leute. Und zwar habe ich eine wirklich ernst gemeinte Frage an alle, die mir hoffentlich helfen können. Ich habe seit vielen vielen Jahren starke Depressionen mit PTBS und das hing mir schon immer wie ein Klotz am Bein. Von der Realschule runter auf die Hauptschule, um dort den Abschluss zu machen und dann habe ich mich nochmal bei einer Abendrealschule angemeldet, um einen besseren Abschluss zu bekommen. Dieser ist aber aus mehreren Gründen wirklich wirklich schlecht. Fast alles 4er 5er und eine 6 habe ich auch noch. Keine Ausbildungsstelle wollte mich nehmen und ich bekam auch fast keinen Job. Nur einmal, aber dieser war befristet auf 3 Monate. Ich möchte eigentlich mein Fachabi machen, aber dazu bräuchte ich eine Berufsausbildung, die ich nicht habe. Wenn ich könnte, würde ich meinen Realschulabschluss nachholen, aber das geht leider nicht... Während ich hier schreibe, fließen schon wieder diese dummen Tränen.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich habe nun seit 3 Jahren keine Arbeit und bin im letzen Jahr zu allem Überfluss auch noch richtig dick geworden, weshalb ich auch schon ein paar mal nicht angenommen wurde ("Die meisten Menschen in ihrer Größe, sind leider nicht allzu agil")

Im ersten Jahr war ich bei einer Therapeutin, die mich irgendwann einfach fallen gelassen hatte (nicht ans Telefon gegangen, nicht zurückgerufen und irgendwann gesagt, dass ich mir quasi woanders Hilfe suchen soll). Das zweite Jahr, musste ich quasi alleine mit meinen Gedanken klarkommen. Gott sei Dank hatte ich einen Freund, der bei mir war. Wir haben geheiratet und sind nach Berlin gezogen. Und da fing das dritte Jahr der Arbeitslosigkeit an. Nun bin ich 26 Jahre alt und habe keine wirkliche Zukunft.

Zusammengefasst:

Realschulabschluss mit verdammt schlechten Noten, Keine Ausbildung, Kein Abi, Keine Arbeit seit 3 Jahren.

Ich bin wirklich verzweifelt Leute. Ich weiß nicht mehr weiter. Bitte bitte helft mir..

Viele freundliche Grüße~

Antwort
von Barbaratlos, 22

Du hast schon einen sehr guten Ausgangspunkt, denn du sagst, du willst wirklich etwas aus dir machen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es sehr viel Kraft kostet, aus so einem Tief herauszukommen und diese Kraft fehlt zunächst einmal. Deshalb sind meine Ideen zu deiner Situation folgende:

Krafttankstellen suchen: Jeder Mensch hat Vorlieben und Dinge, die er gerne macht, die er gerne hat. Du könntest dir eine Kraft-Liste machen, auf der du solche Sachen notierst, z.B. Musikstücke, die dir gut tun, Aktivitäten, die du gerne machst, Menschen, die du gerne triffst usw. Dann kommt die Sache mit der Selbstdisziplin: Auch wenn du in einem Tief nicht erkennen kannst, dass diese Tankstellen wirklich funktionieren, benütze sie trotzdem. Am besten jeden Tag, selbst wenn dein Antrieb fehlt oder du dich zu traurig fühlst. Sie werden dich aufbauen.

kleine Ziele finden: Dein Ziel, einen höherwertigen Schulabschluss und eine Berufsausbildung zu machen ist großartig, möglicherweise aber im Moment zu weit gesteckt. Vielleicht kannst du Etappen festlegen, die kurzfristiger und momentan realistischer zu schaffen sind, wie z.B. eine geeigete Beratungsstelle suchen und finden (Kontaktstellen, Selbsthilfegruppen...), dich wohl in deiner Haut fühlen (Bewegung, Ernährung...), dein Selbstbewusstsein aufmöbeln (mir haben da geführte Meditationen aus dem Internet zum Thema Selbstliebe geholfen) oder ähnliches.

Wenn du wieder mehr Boden unter den Füßen spürst und du dich selber wieder besser annehmen kannst, hast du sicher bessere Chancen, dein weit gestecktes Ziel anzugehen. Ich wünsche dir viel Kraft und Geduld und vor allem wieder viel Freude. Du kannst das schaffen.

Kommentar von DandelionWho ,

Ich danke dir vielmals. Das werde ich dann auch versuchen.

Antwort
von xkorez, 46

keine Angst, du wirst alles schaffen. Nochmal zur Abendschule würdest du nicht in Erwägung ziehen? Auch würde ich das mit den Depressionen eventuell in die Bewerbungen schreiben, also das die schlechten Noten ihren Ursprung in den Depressionen finden, die du jetzt überwunden hast.... Aber da bin ich mir nicht ganz sicher ob das eine gute Idee ist...

Wünsche dir viel Glück weiterhin

Kommentar von DandelionWho ,

Hallo und viele Dank für die Antwort. Ich würde natürlich sehr gerne auf eine Abendschule. Eben das, was mir helfen kann. Leider habe ich kaum eine Möglichkeit weiterzukommen, so wie ich das bisher gesehen habe. Achja und ich hatte auch bei manchen Bewerbungsgesprächen erwähnt, dass mich meine Depressionen sehr runtergezogen hatten, aber dann kam meist ein "Und woher wissen wir dann, dass das nicht wieder passiert?" Ich verstehe das ja irgendwie auch. Aber es ist auch etwas unfair. Abgesehen davon, war ich immer freundlich und hatte ein Lächeln im gesicht. Ich hatte ja im Verkauf gearbeitet. Man muss ja net immer mit einem langgezogenen Gesicht einen Kunden begrüßen.

Kommentar von xkorez ,

hmm du musst es aufjedenfall weiter probieren und dich weiter bewerben, und dich nicht unterkriegen lassen von sowas..

Kommentar von DandelionWho ,

Danke das werde ich

Antwort
von Mamue1968, 37

Es wäre sicher sinnvoll zuerst mal in eine Psychosomatischen Fachklinik zu

gehen und dann die Arbeitsfähigkeit zu ermitteln und vor allen Dingen eine adäquate Intensiv -Therapie zu machen, weil so kann es nicht weiter gehen, das ist sehr wichtig !

Kommentar von DandelionWho ,

Hallo und danke auch für deine Antwort. Ich war schonmal in einer Klinik, aber ich möchte mich ja nicht mein leben lang krank melden. Ich möchte wirklich etwas aus mir machen.

Kommentar von Mamue1968 ,

Das ist es ja, wenn Du in der Klinik gut eingestellt wirst mit einer Kombination von medikamentöser und psychotherapeutischer Therapie, sollte eine ambulante Psychotherapie von mindestens 1 mal in der Woche unbedingt folgen, sonst ist der Klinikaufenthalt nicht wirklich hilfreich und kann auch sagen, das meine Erfahrungen mit solchen Störungen ( über 20 Jahre ) ohne passende Antidepressiva fast unmöglich ist . Du kannst dann schulisch oder beruflich troztdem weiter machen.

Kommentar von DandelionWho ,

Achso verstehe! Ich hatte mich gegen Medikamente entschieden, weil man mir gesagt hatte, dass das Problem eher maskiert wird. Um ehrlich zu sein halte ich mich, vor allem seit dem letzten Mal, vor Therapeuten und ähnlichem zurück.

Kommentar von Mamue1968 ,

Wenn Dein Leidensdruck nicht hoch genug ist, dann sind meine Tipps

nicht hilfreich.

Kommentar von Barbaratlos ,

Ich habe aus dem selben Grund sehr lange gezögert, Medikamente zu nehmen. Ich bin sehr froh, dass ich mich letztendlich doch dafür entschieden hatte. Mir haben sie sehr geholfen, denn ich habe mich freier gefühlt und kräftiger. Inzwischen nehme ich nichts mehr, habe aber in der Reha alternative Methoden gelernt, die ich heute noch, zwei Jahre nach meinem letzten tiefen Tief anwende. Ohne die Medis hätte ich jedoch keinen oder nur einen sehr kleinen Zugang zu diesen Methoden finden können. Es ist deine Entscheidung. Ich würde das Medikament wieder nehmen.

Das Problem, das maskiert wird, bremst dein ganzes Leben aus und steht womöglich im Zentrum deines Denkens. Mit den Medis verschwindet es nicht, aber verliert an Bedeutung. Ich finde, kein Problem dar so wichtig sein, dass es uns das ganze Leben versaut.

Kommentar von DandelionWho ,

Achso? Hmm ja wenn man das so sieht... Ich hatte immer etwas angst davor gehabt, dass ich wieder ins Depressionsloch stürze, wenn ich es absetze. Und das ich es deshalb immer nutzen müsste und auch vor Nebenwirkungen. Aber wenn mir jemand, der es benutzt hat, von den Vorteilen erzählt und dass es eher sowas wie ein schubs in die richtige richtung ist, dann sollte ich es vielleicht doch versuchen?

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