Frage von Gorehound1983, 139

Wie komme ich aus meiner tiefen Depression?

Hallo zusammen Ich heiße Christian bin 32 und Altenpfleger und leide seit gut einem Jahr an Depressionen. Angefangen hat es bereits vor einigen Jahre. Es war 2010 als meine Mutter plötzlich und unerwartet im Alter von 49 Jahren verstorben ist. Zu der Zeit befand ich mich gerade Anfang des 2. Lehrjahr. Damals habe ich meine Gefühle unterdrücken. Ich musste stark sein. Ich musste meinen Job machen. Was ich auch habe. Zum trauern war nicht viel Zeit. Aber Alkohol und andere Dinge regelten das für eine lange Zeit. Nun bin ich ausgelernt und seit drei Jahren in meinem Beruf. Ich habe in der Zwischenzeit noch einige andere persönliche Rückschläge hin nehmen müssen. Und dazu kam die enorme psychische so wie physische Belastung auf Arbeit. Aber wie schon gesagt Alkohol und andere Dinge regelten das Gefühlsleben. Bis ich dann vor ca. 7 Monaten auf der Arbeit zusammen gebrochen bin. Ich habe weiter gemacht und bin kurze Zeit später erneut zusammen gebrochen. Ich bin Pfleger und kenne die Symptome einer Depression und habe diese selbstverständlich auch an mir entdeckt. Aber ich wollte es nicht war hab. Auf drängen meiner Vorgesetzten bin ich letzt endlich doch zum Arzt, bei dem ich erneut einen Nervenzusammenbruch hatte. Nun bin ich seit sieben Monaten krank geschrieben. Ich nehme auch Medikamente. Doch es geht mir nicht besser. Auf Grund dessen das ich momentan Krankengeld beziehe bin ich nicht mal mehr in der Lage meine Miete und andere Rechnungen zu zahlen. Also noch mehr Probleme. Ich bin ein gestandener Mann der nie aufgegeben hat. Doch jetzt bin ich an einem Punkt angekommen wo ich einfach nicht mehr kann. Die Kraft zum kämpfen ist am Ende und ein Ausweg nicht in Sicht. Suicidgedanken machen sich breit. Ich will nicht mehr kämpfen, ich kann nicht mehr kämpfen. Ich habe das Leben so satt. Ich weiß nicht mehr weiter. Ich brauche euren Rat. Was soll ich tun? Wie soll es weiter gehn? Soll es weiter gehn?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Synovest, 44

Hallo,

Bitte gebe nicht auf und bleib stark. Du bist 32 und hast soviel erreicht und schon deine Ausbildung etc. bestanden. Vielleicht solltest du auch nicht mehr direkt in der Altenpflege arbeiten, da du wahrscheinlich sehr viel mit Leuten konfrontiert bist, die teilweise im Sterben liegen und du dadurch oft an deine Mutter denken musst.

Hast du denn psychische Betreuung oder eventuell dich auch mal an eine Psychatrie gewendet? Hast du Leute zum reden? 

Such dir vielleicht einen Sport raus, wo du dich mal richtig auspowern kannst oder fahre mit ein paar Freunden in den Urlaub um auf andere Gedanken zu kommen :)

Bleib stark! Liebe Grüße!

Antwort
von Anaismacri, 37

Denk an den Mondzyklus. Wenn Neumond ist, ist alles dunkel und nirgendwo scheint ein Licht zu sein in der Nacht. Doch der Mond nimmt zu und zu bis er zu einem wunderschönen Vollmond wird, hell und gross am Himmel, umgeben von sternen. Es wiederholt sich immer wieder. Auch wenn es einen Abschnitt in deinem Leben gibt wo du weniger glücklich und dir alles leer vorkommt, kommt trotzdem wieder ein Vollmond der dir dein Leben wieder sinnvoller und fröhlicher erscheinen lässt. Setzte dir wichtige Punkte in deinem Leben auf die du hinarbeiten willsz wie zum Beispiel Familie oder ein bestimmtes Reiseziel oder vlt ein neuer Job. Du solltest dir auch einen Anker schaffen. Etwas für dass es sich lohnt zu leben, sei es ein Mensch oder eine Sache.
Viel Glück und ich hoffe ich konnte dich wider ein bisschen auf den richtigen Pfad lenken. Denk daran; nur du selbst kannst entscheiden ob du gesund werden möchtest, wenn du Medikamente nimmst aber nicht daran glaubst oder nicht gesund werden möchtest dann hilft nichts. Es hat alles mit deinem Einfluss seinen Lauf zu nehmen
Lg
A.

Antwort
von jessica268, 14

Persönliche Schicksalschläge und der Beruf tragen dazu bei. Ich habe in der Betreuung im Altersheim gearbeitet und es dort auch so erlebt. Menschen sterben, man selbst lächelt. Alkohol tröstet. Aber es hilft nicht.

Über Suizidgedanken soll man reden. Mit Fachleuten. Ich habe es selbst erlebt und weiß wovon ich rede. Mir hilft mein Glaube, ist nicht für jeden das richtige. Aber ich weiß warum ich lebe. Und es hat Sinn.

Tabletten bringen nicht so viel. Bei Suizidgedanken brauch man jemand zum Reden. Seelsorger hören gut zu. Kann man sogar im Internet machen. Sind teilweise sehr gut und nehmen es ernst und wissen, was sie tun müssen.

Ich habe mich letztes Jahr in einer solchen Phase an einen guten Freund gewendet. Mich richtig geöffnet. Er ist Pfarrer. Wenn ich abends nicht allein sein konnte rief ich ihn an. Nur im Notfall und er brachte mich in die Psychiatrie. Ich bin ihm immer noch dankbar dafür.

Wenn Du möchtest können wir hier schreiben. Private Nachrichten. Für den Anfang. Wegen mir muß keiner in die Kirche, es ist halt mein Weg. Deswegen erwähne ich es. Weil es mir sehr geholfen hat.

Ich hoffe ich konnte wenigstens ein bißchen helfen. Alles Gute. Kann auch gerne für Dich beten.

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