Frage von FunkyShit, 57

Wie komme ich aus meiner Perspektivlosigkeit raus?

Hi ihr, also vorab sollte ich euch vielleicht erstmal die Hintergründe dieser Perspektivlosigkeit erläutern.. Und zwar lebe ich mit Freunden in einer Mietswohnung in einem ziemlichen Viertel, die schon ziemlich verdreckt und abgeranzt aussieht, da wirs doch ziemlich übertrieben haben dadrin. Ich rede hier mal ganz offen darüber damit ihr eine Vorstellung kriegt. Die Flaschen häufen sich in jeder Ecke, sind teils schon Monate alt und belagern schon den ganzen Wohnzimmertisch, eine Küche gibt es nicht, der alter Mieter hat sie mitgenommen und Geld für ne neue wahr nicht da, deshalb essen wir meist irgendwelchen Fraß aus Imbisbuden oder Fast Food und da nie jemand Lust hat sauber zu machen liegen die Verpackungen auch mal hier und da rum. Jedenfalls ist die Wohnung als dunkles, karg eingerichtetes Dreckloch zu beschreiben das keine richtigen Möbel hat. Das ist jedoch das geringste, überall sind Päckchen mit Drogen hier verschanzt und gedealt wird jeden Tag. Mein Bruder, der auch hier wohnt ist so ausgemergelt und läuft nur noch rum mit viel zu großen Klamotten wie Jogginghose und Trainingsjacke. Wir sind türkischer Abstammung und unsere Eltern leben in der Türkei also gibt es noch weniger Hemmungen für mich und meinen Bruder. Die restlichen 3 Mitbewohner kommen aus der Gegend, wir kennen uns seit Kindstagen. Ich wurde ziemlich mit reingezogen in die ganzen Sachen, das einzig gute ist das ich nicht sone "Kodderschnauze" bekommen habe wie der Rest. Komme ich zu meinem Bruder, er sieht aus wie, sage ich mal hart, halb tot, ich mache mir langsam ernsthafte Sorgen. Seine Haare strähnig und ewig nicht geschnitten. Er befindet sich auf einem Dauertrip, kiffen und nebenbei vom Handrücken den Koks schniefen. Mittlerweile ist es ihm sogar egal wo, die Augen tränen und auch sonst ist er emotional am Boden. Noch sind unsere Westen weiß wenn es um die Akten geht, aber ich möchte endlich was ändern an meinem Leben. Das Abitur habe ich dieses Jahr geschafft komme aber nicht hoch. Ich will die Drogen nicht mehr haben, will ein normales Leben und die Einsicht hierzu kam spät. Was kann ich für mich selbst tun damit ich Perspektive bekomme? Allein schaff ich das nicht. Und was meinen Bruder angeht, will ich das er es schafft, aber wenn ich ihn so sehe habe ich keine Hoffnung, was mich sehr traurig macht. Ich wollte mich erstmal nur im Internet offen tun, da ich doch nicht ganz unschuldig bin und ich Angst habe vorschnell verurteil zu werden.

LG Funky

Antwort
von karinili, 14

Hey du,

ich finde es gut, dass du etwas ändern willst. Dieser Wille kann Berge versetzten.

Ich muss ehrlich zugeben, als ich deinen Text am Anfang gelesen habe, dachte ich noch: "Wo ist das Problem? Mach deinen Mitbewohnern mal Dampf unterm Hintern, nehmt ein paar Müllsäcke, Besen und Putztücher und dann ist die Wohnung in Null-Komma-Nichts eine andere Geschichte. Danach Putzplan und fertig." Je weiter ich aber gelesen habe, desto mehr zweifelte ich daran, dass das so einfach werden würde.

Meiner Ansicht nach wäre es für dich wahrscheinlich das beste, wenn du ausziehst. Aus kostentechnischen Gründen am besten in irgendeine Studenten-WG, damit du mal von anderen Leuten umgeben bist, die dich nicht so runterziehen und dir vielleicht auch den ein oder anderen neuen Blickwinkel und Anstups geben könnten. Miete musst du jetzt und in jeder anderen Wohnung bezahlen. Für mich klingt das so, als wäre alles besser wie die jetztige Situation.

Ich verstehe natürlich, dass du deinen Bruder nicht im Stich lassen willst. Aber ihn aus diesem Sumpf zu befreien wird eine langwierige Geschichte und dich viel Kraft kosten, weshalb ich es wichtig finde, dass du selbst und für dich einen stabilen Stand im Leben findest. Ich finde, erst wenn du für dich weißt, was du willst, kannst du deinem Bruder zeigen, dass es auch anders geht und man auch anderes glücklich sein kann. Es heißt ja nicht, dass du den Kontakt abbrechen musst. Lediglich ein wenig Abstand, hin und wieder vorbeischauen und nach den Rechten sehen, aber in erster Linie schauen, dass es dir gut geht

Also raus da aus diesem Loch – Notfalls erst mal ohne deinen Bruder. Sieh zu, dass du ein wenig unter die Leute kommst. Such dir vielleicht einen (neuen) Job. Mach was aus dieser neu gefundenen Einstellung :) Den nötigen Grips und Ehrgeiz dazu scheinst du zu haben!

Viel Glück und Kraft!

Antwort
von Mikromenzer, 22

Du solltest dir professionelle Hilfe holen


Antwort
von aXXLJ, 7

Drogenberatung

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