Frage von Pulsar2001, 38

Wie komme ich aus meiner Essstörung wieder raus?

Ich bin verzweifelt. Ich habe zwar keine typische Essstörung, wie Magersucht oder Bulimie, aber seit ich zwölf Kilo abgenommen habe, habe ich trotzdem mein entspanntes Verhältnis zum Essen verloren, was heute meine Lebensqualität stark einschränkt.

Zum einen habe ich das Gefühl den ganzen Tag nur an Essen denken zu können und es erfordert ein enormes Maß an Willenskraft, diesem Verlangen nicht permanent nachzugehen. Wenn ich es doch mal tue und über die Stränge schlage bin ich direkt unglaublich verzweifelt und habe Angst um meine neu gewonnene Figur. Normale, feste Mahlzeiten gibt es bei mir nicht mehr, weil ich immer schon vorher esse. Ich steige mehrmals am Tag auf die Waage und habe extrem Angst davor auch nur ein paar hundert Gramm zuzunehmen.

Ich bin wirklich verzweifelt und wünsche mir einfach nur mein normales Essverhalten zurück! :(

Antwort
von Trela1809, 23

Hey Pulsar 2001,

hast du Angst deinem Körperideal nicht mehr gewachsen zu sein, wenn du auf dein natürliches Hungergefühl achtest? Dagegen habe ich nämlich viele Ideen, wie deine Angst sich in kurzer Zeit minimiert, dein Bedarf nach etwas zu Essen sich normalisiert und du deine Traumfigur behältst.

Liebe Grüße 

Alex

Expertenantwort
von kami1a, Community-Experte für Nahrung & Untergewicht, 31

Hallo! Dein Text ist eine perfekte Beschreibung der Magersucht. 

Die Fachklinik in Bad Wildungen beschreibt das so : “........damit im Zusammenhang findet sich eine hartnäckige Verkennung der eigenen übermäßigen Schlankheit oder Kachexie in Form einer Körperschemastörung: Die eigene Körperform oder Teile des Körpers werden als zu dick wahrgenommen und geradezu massiv überschätzt. Bei Menschen mit einer Anorexia nervosa besteht meist wenig Krankheitseinsicht in die anorektische Störung und die dadurch bedingten Gefahren werden geleugnet“ 

Leider fehlen die wichtigsten Angaben wie Gewicht, Alter und Geschlecht. 

Eltern, Lehrer, Freundeskreis - alle sollten versuchen zu helfen. Alleine kommt man da in der Regel nicht raus. 

Alles Gute.

Kommentar von Pulsar2001 ,

Nein, ich habe zu hundert Prozent keine Magersucht. Ich bin normalgewichtig und ich esse wirklich viel am Tag. Ich habe mich mit der Magersucht auch schon auseinander gesetzt. Es kann sein, dass meine Essstörung in diese Richtung geht, aber ich garantiert nicht magersüchtig. Danke trotzdem! :)

Kommentar von kami1a ,

Normale, feste Mahlzeiten gibt es bei mir nicht mehr, weil ich immer schon vorher esse. Ich steige mehrmals am Tag auf die Waage und habe extrem Angst davor auch nur ein paar hundert Gramm zuzunehmen.

Das ist eine Beschreibung von Magersucht!!!

Kommentar von Trela1809 ,

Kami1a hat Recht, es ist ein recht typisches Symptom, dass darauf hindeutet.

Kommentar von Pulsar2001 ,

Es kann sein, aber das typischste Symptom für Magersucht habe ich nicht. Ich habe einen BMI von 18 und bin damit NICHT zu dünn.

Kommentar von kami1a ,

mit den Typischen Symptomen has Du Dich selbst beschrieben.

Magersucht läuft immer über den Kopf. Es gibt Magersüchtige die noch Normalgewicht haben und sogar welche mit Übergewicht und Untergewichtige - aus genetischen oder medizinischen Gründen - die nicht magersüchtig sind. 

Antwort
von helfertantchen, 27

Hallo, ich empfehle dir dringend es deinen Eltern und vielleicht deiner besten Freundin zu sagen! 12 Kg abzunehmen ist schon heftig und das ist bestimmt schon vielen aufgefallen.
Nun musst du wissen was dir mehr bringt: eine ambulante oder stationäre Therapie? Selbsthilfe mit Unterstützung der Eltern? Etc.
Viel Kraft an dich!

Antwort
von Saisha, 7

Esstörungen wie eben die Magersucht sind "Krankheiten", die im Kopf beginnen und sich nach und nach verstärken. Der Ausfall von Mahlzeiten sowie Gewichtsprobleme sind hier eigentlich "nur" Folgen.
Deine Beschreibung klingt definitiv bereits nach einer Esstörung, die übrigens auch nach Abschluss einer Diät auftreten können.

... Einer der Gründe, weswegen eine Diät stets mit einer psycholgischen Beratung einhergehen sollte, ist eben, dass auch die Psyche unter der Diät leidet - anders gesagt: dein Körper und dein Geist sind aus dem Gleichgewicht.
Fehlt die Beratung kann es nicht nur während sondern auch nach der Diät zu unerwünschten Folgen kommen (zB Jojo, Esstörungen)
Die Beratung einer Diät endet hier auch nicht mit Abschluss des Diätplanes sondern erst wenn man sein Gewicht ohne weitere Zwänge halten kann - teils einen Monat oder erst ein Jahr später oder gar ein Leben lang (stark fallabhängig).

Also: solltest du während deiner Diät keine fachliche Beratung gehabt haben, suche dir jetzt einen - hattest du jemanden, setz dich mit ihm/ihr nochmal zusammen.

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