Frage von MrMeeseeks2, 43

Wie komm ich vom Alkohol weg?

Ich habe bis vor 2 Jahren regelmäßig getrunken und war auch in diversen Einrichtungen deshalb. Seit meinem letzten Klinikaufenthalt ging es mir mit meiner Lebenssituation aber besser und ich bin nach einem kleinen Kampf temporär davon weggekommen.

Seit etwa 3 Monaten trinke ich allerdings, ich vermute wegen der Trennung mit meiner Freundin, wieder etwa 1-2 mal die Woche jeweils eine Flasche Wein. Das ist im Vergleich zu früher nicht so viel. Dennoch macht es mir wegen meiner Vorgeschichte Sorgen.

Ich habe die Hoffnung, dass ich wieder aufhören kann und diese Phase als "Nie geschehen" abstempeln kann. Trotzdem habe ich heute beim Einkauf ein gewisses Craving verspürt. Es ist wahnsinnig anstrengend sich auf andere Gedanken zu bringen. Ich habe aufgehört zu rauchen, was es schwierig macht, eine Substitution zu finden. Härteren Drogen habe ich abgeschworen, Gras vertrage ich nicht mehr.

Ich habe schon einige Versuche unternommen, eine geeignete Therapie zu finden, wurde aber immer enttäuscht. Vielleicht sind es die falschen Therapeuten, vielleicht ist es Eigenverschulden. Nichtsdestotrotz ist dieser Gedanke eher negativ behaftet.

Ich mache mir Sorgen, dass ich das, was ich mir erarbeitet habe, wieder auf den Haufen werfe, eine Packung Streichhölzer nehme und es anzünde, nur weil ich so auf den Moment fixiert bin.

Ja, so einen Text muss man mit einer Frage abschließen, also kann mir jemand guten Rat geben, für jemandem der sehr therapiefaul ist?

LG Mr. Meeseeks

Antwort
von piadina, 12

Dein Wunsch, mit dem Trinken aufzuhören ist ja schon mal da. Der alleine reicht aber nicht, wenn Du nicht bereit bist, etwas dafür zu tun.

Statt Dich wieder in eine stationäre Therapie zu begeben, kannst Du es mit AA schaffen. In fast jedem Ort gibt es diese Selbsthilfegruppe ebenso wie die Gruppen der kirchlichen Organisationen, die sich für Menschen mit Alk Problemen einsetzen.

Antwort
von LoLanet23, 17

Guten Abend :)

Alkoholsucht ist wirklich eine sehr schwere Sucht, weil sie so unheimlich schwer ist zu überwinden.

Ich denke bis auf Therapien und Einrichtungen, die sich darauf spezialisieren, wird dir nichts zu 100% daraus helfen. Es kann vielleicht sogar wieder schlimmer werden, wenn du gar nichts unternimmst.

Hast du es schonmal mit Chatrooms probiert oder Selbsthilfegruppen?

Wie sieht es aus mit deiner Freizeit? Hast du vielleicht bestimmte Hobbies oder irgendwas, was dir Spaß macht? Was dir vielleicht auch früher Spaß gemacht hat aber du einfach auf der Strecke liegen geblieben ist?

Und hast du es vielleicht schon mal mit irgendwelchen Entspannungsübungen probiert? Kann tatsächlich auch sehr viel helfen.

LG :)

Kommentar von MrMeeseeks2 ,

In der Freizeit beschäftige ich mich gerne mit Mathematik. Das hilft mir dabei, mich in eigene Welten zu verlieren. In letzter Zeit hat der Enthusiasmus leider etwas gelitten, was ich ebenfalls auf die Trennung schiebe.

Zu den AAs zu gehen klingt für mich auch sinnvoll, aber ich fühle mich mittlerweile in sozialen Situationen ziemlich unwohl und das klingt sehr mühsam für mich.

Soziales Umfeld. Das ist wieder so ein Thema. Ich verstehe mich grundsätzlich gut mit Menschen und ich stoße auch auf positives Feedback, wenn ich im Gespräch mit Mitschülern bin.

Mein Problem liegt aber darin, Kontakte zu pflegen und eine Bindung zu Menschen aufzubauen. Grundsätzlich fühle ich mich alleine wohl, das Gefühl von EInsamkeit ist aber doch vorhanden.

Kommentar von Ille1811 ,

Hallo!

Bei den A.A.s brauchst du weder 'Kontakte pflegen' noch 'Bindungen zu Menschen aufbauen'. Guck's dir einfach mal an.

Keiner zwingt dich, was zu sagen.

Kommentar von MrMeeseeks2 ,

Danke! Vielleicht brauche ich das ja wirklich.

Kommentar von Dackodil ,

Klingt für mich wie wasch mir den Pelz aber mach mich nicht naß, bzw. in diesem speziellen Fall mach mich trocken, aber mühelos.

Ich hab´s schon mal gesagt. Aus dem Sumpf kommst du nicht raus, ohne zu strampeln.

Vielleicht hilft dir diese Fabel besser zu verstehen, was ich dir nahebringen will:

Die Frösche in der Milch

Eines Tages trocknete die Sommerhitze einen Tümpel aus, in dem zwei Frösche lebten. Als alles Wasser verdunstet war, mussten sie den Tümpel verlassen. Doch so weit die beiden auch wanderten, sie fanden keinen Bach und keinen Teich. Halb verdurstet entdeckten sie in der Speisekammer eines Bauernhofs einen Krug voll frischer fetter Milch. Die Frösche konnten ihr Glück kaum fassen und hüpften sogleich hinein. Sie tranken und schmatzen bis sie nicht mehr durstig waren. Als sie wieder heraus wollten, schwammen sie zum Rand des Kruges. Doch der Rand hatte sich zu weit entfernt und sie rutschen an der glatten Wand immer wieder ab. Sie strampelten viele Stunden lang, aber alle Mühen schienen vergeblich. Schließlich waren sie so erschöpft, dass sie ihre Beine kaum noch bewegen konnten. Da meinte der eine Frosch: "Was hilft es, wenn wir uns plagen. Es ist aus!" Damit ließ er sich zu Boden sinken und ertrank. Der zweite Frosch gab jedoch die Hoffnung nicht auf. Er schwamm und strampelte die ganze Nacht weiter. Als es endlich Morgen wurde und die Sonne in die Kammer schien, saß der Frosch auf einem Butterklumpen. Er nahm all seine Kraft zusammen, sprang aus dem Krug und war gerettet.

Kommentar von LoLanet23 ,

Das ist doch schonmal sehr gut, wenn du etwas hast was dir Spaß macht. Kann dich die Mathematik, denn auch gut ablenken?

Mir geht es nämlich darum, falls du wieder das Bedürfnis verspürst zu trinken, dass du dir stattdessen aber was anderes suchst. Vielen Leuten hilft dann zum Beispiel Sport oder Zeichnen oder eben dir vielleicht das Rechnen. Quasi so einen kleinen "Ersatzt" für den Alkohol.

Und wie auch schon hier jemand Kommentiert hatte, du solltest es dir mal bei den A.A.s angucken. Vielleicht findest du ja doch zufälligerweise jemanden, den du super sympathisch findest.

Oft ist es einfach so, wenn man sich mit Leuten umgibt, die dich verstehen, weil sie im Prinzip das selbe durchmachen, dass es einen viel besser geht und dies einem dann hilft. 

Und das mit dem Alleine sein, verstehe ich. Bin auch unheimlich gerne alleine und lasse selten Menschen wirklich "nah an mich ran". Doch auch Menschen, die gerne alleine sind, können sich einsam fühlen, wie du ja auch bestätigst. Da ist es dann ganz gut, wenn man ein zwei Menschen hat, die dich aktzeptieren, verstehen und zu denen du immer hingehen kannst, wenn du sie brauchst.

Antwort
von Dackodil, 6

Therapiefaul ist gut. Ohne eigene Anstrengung stehen die Chancen aus dem Sumpf rauszukommen nicht gut. Also ein bißchen oder auch ein bißchen mehr wirst du dich wohl anstrengen müssen.

Neben allen anderen Ansätzen, die du wahrscheinlich besser kennst als ich, kannst du dich mal über baclofen informieren. Guckst du hier:

http://www.forum-baclofen.com/

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