Frage von jentolon, 171

Wie könnte man die Rolle des liberalen europäischen Islam stärken?

Erster Gedanke meinerseits:

  • In Deutschland ausgebildete und bezahlte Imame
  • verschiedene Gemeinden sollten stärker zusammen arbeiten

...

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DottorePsycho, Community-Experte für Psychologie, 71

Es gibt keinen liberalen europäischen Islam.

Es gibt in Europa lediglich eine Menge liberaler Muslime, von denen aber kaum etwas zu sehen und zu hören ist.

Was man sieht und hört, sind z.B. Türken, die für Erdogan oder gegen die PKK demonstrieren, wobei ich das PKK-Thema jetzt mal aussen vor lassen möchte.

Was man NICHT hört und sieht, sind z.B. Türken, die gegen die geplante Todesstrafe auf die Strasse gehen, gegen die Beschneidung der Medien, gegen die Verhaftung von 7000 Menschen, gegen die Lynchjustiz der letzten Tage, gegen Genitalverstümmelung, gegen Steinigungen, gegen Bestrafung von Vergewaltigungsopfern etc etc etc. Oder gar Demos gegen den IS - nein, das hat ja mit dem Islam nichts zu tun #Ironie off#

Natürlich hat all das mit dem Islam zu tun - und zwar nicht mit den liberalen Bewegungen, sondern mit den fundamentalistischen.

Was es hier braucht, ist Mut und Größe der liberalen Strömungen. Zuerst mal muss endlich anerkannt werden, dass der islamische Terror ein islamisches Problem ist. Und dann müsste man sich mal die Mechanismen anschauen, die die jungen Menschen dazu verleiten, sich zu radikalisieren bzw. sich benutzen zu lassen von einigen alten Zöpfen, die eine patriarchische und islamische Weltordnung anstreben.

Wenn ich junge Menschen von der Bildung fernhalte (Boko haram = Bücher sind Sünde), raube ich ihnen jegliche Perspektive abgesehen von einer Zukunft als Kameltreiber.

Wenn ich jungen Menschen einrede, dass Masturbation oder vor- bzw. ausserehelicher GV eine große Sünde sei, dann ist die einzige und logische Konsequenz, dass ich sie damit zu Sündern mache, weil es wider die Natur ist. Und schon hab ich sie da, wo ich sie brauche: in einem Abhängigkeitsverhältnis - eine Herde dummer Schafe, die einer Ideologie blind folgen, die sie nichtmal begreifen. Allen voran die Konvertiten, die überhaupt keine Ahnung haben und nur das glauben, was ihnen ihr Bekehrer und der Iman vorschwätzen (wenige Ausnahmen ausgenommen).
Es ist ja kein Zufall, dass es fast ausnahmslos pubertierende Jugendliche sind, die zum Islam konvertieren. In einer Phase der Neuorientierung, die uns in den Genen liegt, sind sie besonder empfänglich für großherrliche Ideologien. Nur leider kann der fundamentalistische Islam seine Versprechungen nicht halten. Noch nichtmal die 72 Jungfrauen gibt es zum Lohn, wenn man sich nach einem vermeintlich verkorksten Leben eines großen Sünders mit einem modischen Gürtel ausstattet und das finale Knöpfchen drückt in dem Irrglauben, dass man sich damit das Paradies sichere.
Früher hat man sich in der Pubertät entschieden, ob man sich einer peergroup anschließt, die raucht oder laute Musik hört, die sich Punker oder Popper nennen etc. Heute gibt es auch noch eine islamische Alternative, die an genau demselben Punkt ansetzt und die jungen Menschen "abholt" wie der Rattenfänger von Hameln .... und sie damit benutzt und betrügt.

Also ... steht endlich auf GEGEN die Fundis. macht den Mund auf und lasst es nicht zu, dass sie die liebevolle Facette des Islam in den Dreck ziehen.

Kommentar von Jessy74 ,

Toll geschrieben! :)

Kommentar von saidJ ,

Nun ja wie bestimmt schon bekannt ist bin ich natürlich auch gegen den Terrori da ich aber auch in deinen und in den Augen vieler hier als "Fundi " gelte melde ich mich mal zu Wort .
Ich denke das jemand der noch nichts vom Alkohol verbot in Sura Al-Baqara gehört hat nicht dazu berechtigt ist vom Islam zu sprechen .
Ich denke das jemand der die Strafe Allahs abstreitet nicht dazu berechtigt ist vom Islam zu sprechen .
Es ist mir egal ob es "liberale " Menschen gibt aber diese sollen sich gefälligst auch nicht Muslime nennen .
Denn wenn man im Islam auch nur 1 nen Vorsatz ändert ist das nicht mehr der Islam sondern eine Erfindung des Menschen .

Kommentar von DottorePsycho ,

Lieber SaidJ,

ich bin berechtigt - unabhängig von dem, was immer Du auch denken magst, denn weder die Sunniten im Allgemeinen noch Du im Speziellen seid berechtigt, irgendwem die Zugehörigkeit - die Ihr ja witzigerweise nach den von Euch selbst aufgestellten Regeln bemessen wollt - abzusprechen oder das Wort zu entziehen.

Grade die Sunniten sollten sich überlegen, ob es klug ist, sich derart über Änderungen zu äussern, ist doch die komplette Sunnah eine Erfindung des Menschen, ebenso wie die Hadithe und die Schariah. Sogar die "5 Säulen des Islam" sind eine sunnitische Kreation, also eine menschliche Erfindung.

Und so wie Du Dir das Recht herausnimmst, Dich trotz dieses sunnitischen Irrglaubens Muslim zu nennen, so nehme auch ich mir das Recht raus, mich in alevitischer Tradition an den Quran zu halten und dabei auch Sure 16, Vers 67

„Und (wir geben euch) von den Früchten der Palmen und Weinstöcke (zu trinken), woraus ihr euch einen Rauschtrank macht, und (außerdem) schönen Unterhalt. Darin liegt ein Zeichen für Leute, die Verstand haben.“

nicht zu leugnen, während ich es mir erlaube, jegliche Aufforderung zum Djihad oder zum Kampf gegen "Ungläubige" als das "Alte Testament" des Quran anzusehen und mich stattdessen lieber dem "Neuen Testament" zuwende, das es mir erlaubt, ALLEN Mitmenschen - sogar auch Dir - mit Liebe zu begegnen.

Prost, äh ..... In schā'a llāh

Kommentar von DottorePsycho ,

Mal schauen, ob nicht noch heute oder morgen in der Türkei die Schariah ausgerufen wird. Dann wären die Liberalen aber sowas von gefragt. Allerdings schweben sie dann auch in Lebensgefahr.

Antwort
von Schnoofy, 94

Dann müsste man doch zunächst einmal klären, wer ein Interesse einer Stärkung des Islam in Europa hat.

Diese Institutionen sehe ich dann in der Pflicht.

Keinesfalls kann es jedoch Aufgabe des Staates sein sich in solche Belange einzumischen.


Kommentar von DottorePsycho ,

Definitiv! Das muss von den liberalen Muslimen selbst kommen.

Kommentar von BTyker99 ,

Ich finde schon, dass es Ausgabe des Staates ist. Die Kanzlerin hat ja etwas ähnliches geschworen wie, dass sie Schaden von Deuschland abwenden möchte. Daher sehe ich die Regierung sogar in der Pflicht, Deutschland vor dem Islam zu schützen.

Kommentar von Schnoofy ,

Das wäre dann aber ein eklatanter Verfassungsverstoß, der durch nichts zu rechtfertigen ist.

Antwort
von eleteroj, 19

der Sunnitenislam ist so durch-standardisiert wie Coca-Cola oder Aspirin. Auch in Europa ist die organisierte Masse der Moslems nicht liberal, sondern einfach sunnitisch, mit der vorgegeschrieben Denk- und Verhaltensstruktur wie überall, in jedem Land der Erde.

Liberaler Islam existiert in Westeuropa wie in allen Ländern, in denen Sunniten nicht die ideologische Hegemonie haben, nur als Propagandaartikel zur Einschläferung islamkritischen Denkens. Nämlich ausschliesslich in den Selbstdarstellungen diverser Verbandssprecher, wie etwa Herrn Mazyek, dem Märchenonkel, der Kreide gefressen hat.

Denn nichts, was irgendein islamischer Verbandssprecher je den Ungläubigen erklärt, ist relevant für den real praktizierten Islam.

Relevant sind ausschliesslich die Hadithe, die Fatawas der sunnitischen Rechtsgelehrten und die Predigten und Lehren der bestallten Moschee-Imame.

Das wissen natürlich auch unsere politischen und juristischen Institutionen: zu Anhörungen wird nicht der Obstverkäufer Mustafa oder der Dönerdreher Ali befragt, was er sich so alles denkt zum Islam, sondern es wird der Grosscheich der Al-Azhar Universität geladen.

Ansonsten lies, was die hochqualifizierten Nutzer @DottorePsycho und @1988Ritter zum Thema geschrieben haben.

Kommentar von jentolon ,

Danke für deinen Post

Richtig beschäftigt habe ich mich mit dem Islam nicht, aber nach den Post hier etwas eingelesen.

Muss ich dir Recht geben, den Begriff des "liberalen europäischen Islam" habe ich zum ersten Mal aus einer Talkshow gehört. Vllt war das der Herr Mazyek.

Heißt praktisch, dass liberale Sichtweisen wie beim liberalen Islamischen Bund http://lib-ev.jimdo.com/ gerade erst in Entwicklung sind (lehnen Teile der Hadithe ab etc) und sie in der Minderheit sind.

Ufuk Özbe hat in Gesellschaft für Kritische Philosophie geschrieben, dass (von mir jetzt sehr verkürzt wiedergegeben; habe da auch nur einen Abstract gelesen), dass die liberale Sicht nicht mit dem Islam zu vereinbaren ist. Wie die Quelle zu bewerten ist, weiß ich nicht.

http://www.gkpn.de/Oezbe_Kritik-der-liberalen-Auslegungen-des-Islam.pdf

___________________

Kann man als Fazit sagen, dass die "Aufklärung im Islam oder Erneuerung" (Begriff wieder aus Talkshows genommen) erst anfängt oder gar nicht begonnen hat.

Antwort
von raimas, 54

- Nicht alle Muslime über einen Kamm scheren, und in der Öffentlichkeit deutlicher unterscheiden zwischen denen, die einen modernen, weltoffenen und toleranten Islam praktizieren, und den rückwärtsgewandten Frömmlern . 

- Die liberalen Muslime besser gegen Angriffe ihrer fundamentalistischen Glaubensbrüder in Schutz nehmen, vor allem auch öffentlich.

- Dein erster Vorschlag ist auch gut. Auch wenn ich als Atheist grundsätzlich Bedenken habe, wenn sich der Staat um die Ausbildung von Geistlichen kümmert, scheint das hier das kleinere Übel zu sein.

- Deinen zweiten Vorschlag habe ich nicht ganz verstanden.

Kommentar von jentolon ,

Danke für deinen Post.

Beim zweiten Punkt, hab ich dran gedacht, dass die liberalen Muslime mehr zusammenarbeiten könnten und beim ersten Punkt hatte ich die Ditib im Hinterkopf.

Antwort
von OnkelSchorsch, 38

Wie könnte man die Rolle des liberalen europäischen Islam stärken?

Indem man dafür sorgt, dass so etwas überhaupt erst existiert. Bisher gibt es "den liberalen europäischen Islam" als solchen nicht.

Antwort
von 1988Ritter, 30

Wie kommst Du jetzt auf die Annahme, es gäbe einen liberalen europäischen Islam?

Islam ist Islam, und dies egal wo auf der Welt.

Wer Muslim sein will, der befolgt Koran, Hadithe und Scharia.

Andere Möglichkeiten gibt es da nicht.

Der von Dir angedachte Versuch ist schon längst vollzogen worden, und gilt hinsichtlich der Ausbildung für Imame als geschietert. Die theologische Fakultät Münster hat Studiengänge mit dem Abschluss des Imam. Allein die muslimischen Gemeinden wollen mit den dort ausgebildeten Imamen nichts zu tun haben, und geben diesen keine Arbeit.

Die Zusammenarbeit der Gemeinden ist gleichsam gegeben. Allerdings bleiben diese getreu ihrer Glaubensansicht unter sich.

Antwort
von anonymos987654, 49

Vor allem auch in den Medien anders mit "dem" Islam umgehen.

- Deutlich machen, dass es nicht "den" Islam gibt.

- Zeigen, dass die Mehrheit aller Muslime liberal denkt und lebt.

- Medienberichte über Extremisten nicht mehr so überproportional verbreiten.

- Terrorgruppen, welche den Namen "Islam" für sich verwenden, deutlich von der muslimischen Religion abgrenzen.

- Bildung, Gespräch, Begegnungen, ....

Kommentar von 1988Ritter ,

Das habe ich jetzt so richtig verstanden:

  • Medienberichte über die täglichen Unerfreulichkeiten des Islam kommen nur noch gestreut damit der Islam gut da steht ?
  • Die Mehrheit der Muslime hat sich niemals gegen wahhabitisches und salafistisches Gedankengut aufgelehnt, aus dem der Terrorismus hervorgegangen ist......aber....wir sagen jetzt einfach die Mehrheit der Muslime ist liberal.
  • Und die Masse der unterschiedlichen Terrorgruppen, Al Quaida, Bocu Haram, Al Nusra, Hamas, IS, usw. ....da sagen wir dann jetzt ...ja was ??? ......"Böse Onkels" ????
Kommentar von anonymos987654 ,

Richtig verstanden hast du es anscheinend nicht, auch wenn dir bisher schon drei Leute einen Daumen hoch gegeben haben.

Medienberichte stellen bekanntermaßen jedes unerfreuliche Verhalten "von Ausländern", "von Muslimen", "von sonstigen stigmatisierten Gruppen" explizit als Gewalt dar von "den" Ausländern, von "den" Muslimen, von "den" was weiß ich, ....

Dass jeder Mensch aber als Individuum für seine Taten verantwortlich ist, wird hier bewusst ausgeblendet.

Durch eine solch manipulative Darstellung bekommen viele den Eindruck, als "der" Islam gewalttätig usw.

Dagegen, wenn ich im Alltag mal persönlich mit muslimischen Mitbürgern, Kollegen oder Asylsuchenden zu tun habe, sind das genau so normale Menschen wie ich und du.

Kommentar von 1988Ritter ,

Diese Darstellung halte ich für arg verträumt.

  • weltweit befinden sich 100 Millionen Christen auf der Flucht, vornehmlich vor dem Islam
  • seit wir hier in Deutschland Tür und Tor geöffnet haben, da haben wir sexuelle Übergriffe, Bombenangriffe auf Tempel und gar Axt- und Messerangriffe auf Andersgläubige
  • Salafisten die ihren Hass gegen Andersgläubige ablassen
  • Politiker wie Erdogan die Sprüche raushauen, wie "der Islam ist nur solange säkular wie er in der Minderheit ist".
  • Salafisten die hier sogar versucht haben eine Scharia-Polizei zu installieren.

....und das sind dann "nur" individuelle Probleme ?

Das willst Du als individuelle Einzeltaten darstellen ?

Antwort
von hutten52, 10

Wo ist denn der "liberale europäische Islam"? Ich sehe ihn nicht. Und Bassam Tibi, der Wissenschaftler, der vor Jahren den "Euro-Islam" erhoffte, erklärt inzwischen, dass es in die andere, konservative, reaktionäre Richtung geht. 

Die Islamverbände sind alle konservativ bis türkisch-nationalistisch. Nach Umfragen sind bis zu zwei Drittel der europäischen Moslems antiwestlich eingestellt und stellen die Koran-Gebote über die Verfassungen der europäischen Staaten. 

Der einzige nichtkonservative Professor, der Imame ausbildet, Khorchide in Münster, wird von den Islamverbänden angefeindet, seine Studenten haben null Chance, bei der Ditib oder Milli Görüs angestellt zu werden. 

Die Ditib ist Erdogans Werkzeug, macht türkische, nationalistische Politik, und bekommt die Imame aus der Türkei geschickt. 

Wirklich liberale Moslems habe ich noch keinen einzigen kennengelernt. Wenn er liberal wird, hört er fast immer auf, Moslem zu sein. Denn Liberalismus, Demokratie, Toleranz haben im Koran keine Stütze. Dies sagt der Korankenner und Islamwissenschaftler Tilman Nagel.

Antwort
von Almalexian, 76

Nicht immer son großes Ding draus machen.

Antwort
von 3plus2, 27

Ein Islam der wahllos Menschen mordet, der sollte verboten werden

Antwort
von saidJ, 20

Hallo
Den "liberalen Islam " gibt es nicht , wer auch nur einen Koran Vers oder Hadith abstreitet ist kein Muslim .
Ich meine mir ist es egal wie jemand lebt soll doch jeder leben wie er leben möchte aber man braucht sich dann nicht als Muslim zu bezeichnen von mir aus sollen sie das was sie Leben anders nennen und es als ihre Religion bezeichnen .
So nun mein Vorschlag was man dagegen tun kann das Menschen sich Terrororganisationen anschließen :
Aufklärung ist das Stichwort .
Man muss den Menschen den wahren Islam näher bringen und zwar den Islam wie er ist und keinen an "europäische Werte " angepassten Islam .
Wenn jemand herkommt und erzählt das es ok sei Alkohol zu trinken auch wenn man Muslim ist wird diese Person hoffentlich keiner ernst nehmen denn das ist nicht Islam .
Wenn man den Islam so nimmt wie er ist ruft er aufkeinenfall zu Gewalt auf und ist die friedlichste und schönste Religion die es gibt .

Kommentar von berkoc97 ,

Selamu aleykum subhanallah gibt es Muslime die weder gewaltätig oder radikal liberal sind das sie den kuffar ähneln du sprichst mir aus der seele bruder.

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