soust am 17.04.2007 um 23:42 Uhr
Sie ist 70 Jahre alt, hat etwa 50 Jahre lang auf diese Art und Weise getrunken (kann 1 Mal, aber auch 10 Mal im Jahr vorkommen). Sie ist in nüchternem Zustand hochanständig, hilfsbereit, zuverlässig und freundlich, aber wer sie näher kennen lernt, merkt schnell, dass sie Probleme mit ihrem Leben hat (wachsende Fixierung auf ihre Kindheit). Sie würde sich niemals einer Behandlung unterziehen oder zu den AA gehen, denn 1. radiert sie jeden "Anfall" anschließend sofort aus dem Gedächtnis und 2. verträgt sie keinerlei Form der Kritik an ihrer Person. Wir viel jüngeren Familienmitglieder haben kaum Einfluss auf sie, ihr Mann kommt nicht gegen sie auf.- Eine unlösbare Frage, oder doch nicht?
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hallo, ich bin 36 und habe das gleiche problem.meine nachbarin ist knappe 80 und verfährt ebenso. da kann ich dir raten: eure frau ist 70 jahre alt. was kann man ihr schon noch verbieten- so denkt sie. akzeptiert es so, wie es ist, aber unterstützt sie nicht, indem ihr der frau das zeug besorgt. das soll sie dann gefälligst selbst tun. weißt du, das ist eine heikle situation. wenn sie betrunken ist, ignoriert sie, die situation und geht keinesfalls darauf ein. verlaßt die wohnung oder schmeißt sie raus, wenn und solange sie besoffen ist.verantwortlich für situationen ist immer derjenige selbst. seht es, solange es nur quartalsmäßig ist, etwas gelassener.versucht es. das nimmt euch den druck, situationen verändern zu müssen, die ihr nicht verändern könnt. und unter uns: ist es so schlimm, ab und zu, ein-oder 12 mal im jahr was zu trinken? oder ist es eher, weil es sich um eine alte frau handelt, und sich sowas sich nicht ziemt ? laßt ihr den letzten rest, den sie vielleicht noch hat. Und überhaupt: wer hat denn die restlichen 49 jahre was gesagt, dass sie säuft? und plötzlich, mit 70 wollt ihr sie verändern? laß es. klappt nicht. liebe grüße und viel gelassenheit und liebt sie am meisten wenn sie es am wenigsten verdient, denn dann benötigt sie es am meisten. frami
AA / Anonyme Alkoholiker Voraussetzung: Der Wunsch aufzuhören. Gruß Ralf
Danke für Deine ausführliche Antwort! Zu Deiner Frage: "Warum jetzt erst?" - mir hat oben der Platz zu vielen Erklärungen gefehlt. 1. Unsere Bemühungen laufen nicht erst jetzt an. 2. Es wird immer schlimmer, die Selbstmordgefahr größer: a) sie ist seit einiger Zeit zuckerkrank b) sie hat in letzter Zeit ein paar böse Stürze hinter sich c) die Sache mit ihrer Kindheit: ich fürchte, sie wacht eines Tages als "Kind" auf, dann wird König Alkohol endgültig gewonnen haben und sie landet vielleicht auf Dauer in einer Nervenheilanstalt. Deshalb jetzt neuer Anlauf. Ob sich ihr Trinken ziemt oder nicht, ist mir persönlich relativ egal (ihrem Mann natürlich nicht). Wir merken einfach auch, die Freude am Leben lässt bei ihr rapide nach - und dass der Alkohol da keine Heilkraft hat, haben nur zu viele Leute bewiesen. LG soust
Rückmeldung für den, der es wissen möchte: sie lebt noch, war einige Male am Rand des Todes (nicht nur) durch den Alkoholkonsum; wird nun bei jedem neuen "Anfall" sofort ins Krankenhaus gebracht (durch Betreuungsperson verfügt). Sie würde sterben, wenn man sie gewähren ließe. Wer will da schon dabei zusehen? Wir fühlen uns schlimm genug, dass wir nicht mithelfen können/dürfen, ihre Probleme zu lindern.
Es ist also nichts mit dem Grundsatz: "Lasst ihr den letzten Rest"...