Frage von MarkoRService, 68

Wie können wir unser Geld vom Kunden verlangen! Was ist der beste Weg den wir beschreiten können?

Hi,

der Kunde bestellte eine Dienstleistung bei uns und besätitigte den Auftrag durch die Unterschrift auf dem Angebot. Nach durchführung der Arbeiten, traf eine Reklamation vom Kunden bei uns per E-Mail ein. Sie seien mit ein paar Arbeiten unzufrieden, ob wir dies direkt am nächsten Tag nochmals bearbeiten könnten. Daruafhin antworteten wir dem Kunden, dass wir den Termin aufgrund der zu hohen Auftragslage am Gewünschten Datum nicht wahrnehmen können und der Kunde uns über einen anderen Termin informieren soll. Zugleich stellten wir mit der Mail auch die Rechnung an den Kunden. Nach 10 Tagen stilles schweigen und keine Reakation des Kunden schickten wir eine Mahnung mit der bitte um Rückmeldung. Bis heute erfolgte unserer seids bereits die letzte Mahnung per Einschreiben an den Kunden und bitte sich innerhalb einer gegeben Frist bei uns zu melden. Vom Kundne erfolgte bis heute keine Rückmeldung. Da wir in diesen drei Geschäftsjahren noch keinen einzigsten ähnlichen Fall hatten, wissen wir nicht wie wir vorgehen können und dürfen. Ich bitte um Rat!!

Antwort
von mepeisen, 25

Entweder zu einem Anwalt. Die Kosten muss der Schuldner dann bezahlen oder direkt selbst einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen (online-Mahnantrag.de)

Der Kunde darf bestenfalls mindern um den Betrag, den eine Behebung normalerweise ausmachen würde, ganz verweigern darf er die Zahlung nicht.

Aber selbst die Minderung ist strittig. Ihr habt eindeutig die Nachbesserung angeboten. Der Kunde hat einen utopischen Termin genannt, sich danach verweigert. Das ist kein vernünftiges Vorgehen. Im BGB steht dazu einiges: Ihr schuldet die Leistung, aber wenn der Kunde das Angebot, die Leistung zu erbringen, verteiltet oder nicht annimmt, fallen ihm auch die Folgekosten der Rechtsverfolgung zur Last.

Ich würde hier zur Sicherheit nochmals meinerseits 2 Termine benennen, von denen der Kunde ausdrücklich einen bestätigen soll. Ich würde klar stellen, dass er unabhängig davon die Rechnung zu bezahlen hat. Macht er das nicht, hat er Pech gehabt und muss voll bezahlen.

Manchmal sind Kunden besonders schlau. Erfinden Mängel und versuchen darüber die Zeche zu prellen. Oftmals sind es dann kleinere Arbeiten, wo der Handwerker die Kosten und den Aufwand scheut, vor Gericht zu ziehen. Und am Ende freut sich der Kunde, wieder jemanden verarscht zu haben. Daher wäre es in meinen Augen vernünftig, sich hier auch jemanden zu suchen (und sei es ein Inkasso), der auch direkt einen Schufa-Eintrag beim Kunden hinterlässt. Den bekommt er nicht mehr raus, denn die komplett verweigerte Zahlung ist auf Kundenseite einfach nur ein dummer Fehler.

Und ja, das mit dem Inkasso sage ich bewusst, denn ihr seid ein kleines unerfahrenes Unternehmen, was Hilfe braucht und genau an dem Punkt sind Inkassos sinnvoll und müssen vom Schuldner auch bezahlt werden.

Kommentar von MarkoRService ,

Danke für die Antwort.
Wissen Sie eine gute Anlaufstelle, Inkasso oder ähnliches (die einen Schufaeintrag hinterlassen).

Kommentar von mepeisen ,

Ich würde mir vor Ort ein eher kleines Inkassobüro suchen, was Individual-Inkasso bietet mit Schufa-Eintrag. Google-Suche und dann per Mail anfragen. Auf Grundlage des RVG. Denn das sind die Kosten, die ihr vorstrecken müsst und die einzigen Gebühren, die rechtssicher vom Inkasso verlangt werden können.

Wie gesagt geht das auch via Anwälte. Aber Anwälte sind seltener Schufa-Mitglieder und werden daher erst dann einen Eintrag hinterlassen, wenn man einen rechtskräftigen Titel hat (unwidersprochenem Mahnbescheid oder Gerichtsurteil).

Große Inkassobüros wollen nur in Massen Fälle annehmen und da kommt ihr mit "1 bis 2 Fällen im Jahr" nicht weit. Die winken dann ab.

Antwort
von MissChaos1990, 36

Also ihr habt eure Arbeiten ausgeführt und der Kunde hat diese bemängelt und Nachbesserung verlangt. Die Frist seinerseits war unangemessen und ihr hätte ihm einen zeitnahen Termin innerhalb einer angemessenen Zeit (meist 14 Tage) mitteilen sollen. 

Habt ihr denn inzwischen nachgebessert? Ansonsten wird der Kunde mit der Bezahlung warten, bis der Auftrag ordnungsgemäß ausgeführt wurde.

Vielleicht war es auch rein psychologisch gesehen nicht gerade gut, dem verärgerten Kunden direkt die Rechnung zu schicken, bevor geklärt ist, wann der Auftrag erfüllt bzw. nachgebessert wird.

Es gibt Kunden, die sitzen das aus. Und für mangelhafte Dienstleistung kann man bis zur vollständigen Vertragserfüllung mit der Bezahlung warten.

Wenn ihr noch nicht nachgebessert habt, dann würde ich die Mahnungen erst einmal aussetzen. Es ist ja eh die letzte Mahnung. 

Und ihm dann nach der Nachbesserung nochmals 14 Tage im separaten Schreiben Zeit geben, eure Rechnung zu begleichen.

Und ich würde versuchen den Kunden mal anzurufen und so ein Termin vereinbaren zur Nachbesserung.

Habt ihr schon nachgebessert, dann hilft wohl nur ein Mahnbescheid.

Kommentar von mepeisen ,

Ansonsten wird der Kunde mit der Bezahlung warten, bis der Auftrag ordnungsgemäß ausgeführt wurde.

Mag sein. Dürfen tut er das aber nicht. Es darf ggf. mindern um einen angemessenen Betrag. Einfach komplett verweigern darf er sich nicht.

Kommentar von MarkoRService ,

Das Problem ist, dass wir den Kundne nicht erreichen und der Kunde sich bei uns nicht meldet. Wir bekommen keine Rückmeldung vom Kunden.

Die Telefonnummer besitzen wir aufgrund eines Systemabsturzes nicht mehr.

Kommentar von MissChaos1990 ,

Dann könnt ihr entweder nochmals einen Brief schreiben oder mal persönlich vorbeifahren. Eventuell steht er ja im Telefonbuch?

Kommentar von MarkoRService ,

Telefonbücher und Hotlines, haben wir alles versucht. Vorbeifahren wäre noch eine Idee.
Wir haben bereits ein Schreiben per Einschreiben rausgeschickt.

Antwort
von Liesche, 4

Nach all dem Hin- und Her von uns, habe ich mir alle Antworten noch einmal durchgelesen, auch die Fragen. Ich bin nicht der Überzeugung, daß Ihr bereits ein Mahnverfahren einleiten solltet, bringt Kosten und keinen Erfolg. Ich würde den Kostenschuldner sicherheitshalber noch einmal brieflich kontaktieren, die Rechnung neu stellen und die Nachbesserung anbieten. Darauf hinweisen, wenn wieder keine Reaktion innerhalb 1 Woche erfolgt, seht Ihr dies bereits als letzte Mahnung an, und werdet dann endgültig beim Gericht das Mahnverfahren gegen ihn einleiten. Schreiben per Einschreiben mit Rückschein.

Antwort
von WosIsLos, 36

Privat- oder Firmenkunde?

Sind die Reklamationen nachvollziehbar?

Kommentar von MarkoRService ,

Privatkunde.
Bedingt. Unsere Arbeiten die Nötig und vereibart waren wurden durchgeführt. Dennoch haben wir uns bereit erklärt den Kunden zufrieden zu stellen.

Kommentar von WosIsLos ,

Gerichtliches Mahnverfahren einleiten; entweder selbst oder über Rechtsanwalt.

Darauf muß der Kunde reagieren und Stellung nehmen, wieso die Forderung unbegründet wäre.

Besser wäre halt eine direkte kommunikative Einigung ohne den juristischen Apparat.

Antwort
von tommy40629, 39

Einmal anrufen?

Ich hätte ein Einschreiben mit Rückschein gesendet, weil er das annehmen oder ablehnen muss.

Und wenn nach gutem Zureden nichts passiert, dann den juristischen Weg gehen.

Kommentar von kevin1905 ,

weil er das annehmen oder ablehnen muss.

Der Empfänger kann auch einfach nicht an die Tür gehen, was dann?

Kommentar von MissChaos1990 ,

Wird es auch gerne mal bei der Post hinterlegt und der Empfänger kann es sich dort abholen.

Kommentar von kevin1905 ,

Und wenn er auch das nicht tut?

Ist die Sendung nicht zugestellt...

Kommentar von MarkoRService ,

Auch bei einer Reklamation? Wir würden die Ausbesserung gerne durchführen. Der Kunde gibt uns aber leider nicht die Möglichkeit dazu. Telefonnummer ist nicht mehr vorhanden aufgrund eines Systemabsturzes

Antwort
von Nightlover70, 29

Unsere Buchhaltung ruft an.
Wenn dann keine Zahlung kommt geht das Dingen zum Rechtsanwalt.

Kommentar von MarkoRService ,

Problem ist nur, dass wir die Rufnummer des Kunden nicht mehr haben nach einer Systemabsturz.

Auch wenn der Kunde Reklamiert hat weiterleiten an einen Rechtsanwalt?
Wie sehen denn unsere Chancen aus?

Antwort
von Liesche, 34

Eine Mail ist keine offizielle Rechnung! Ihr solltet umgehend eine ordentliche Rechnung stellen mit ZAHLUNGSTERMIN, nach dem Ablauf mahnen mit Hinweis auf ein Mahnverfahren bei Gericht, wenn die Zahlung nicht fristgemäß erfolgt.

Kommentar von mepeisen ,

Eine Mail ist keine offizielle Rechnung!

Wo hast du denn diesen Rechtsirrtum ausgegraben? Eine Mail ist genauso rechtsgültig, wie alles andere auch.

Kommentar von ratatoesk ,

Eine Mail wird nicht  anerkannt.

Bei Kündigungen ect. wird meist schriftlich oder per Fax verlangt.

Eine Rechnung per Mail zum Download ,ist dagegen widerum möglich.

Kommentar von mepeisen ,

Eine Mail wird nicht  anerkannt.

Du hast da was nicht verstanden.

Mails haben exakt dieselbe Rechtskraft wie Briefe oder Einschreiben oder ähnliches.

Der einzige Unterschied ist, dass bei Mails der Empfänger abstreiten kann, sie erhalten zu haben. Und der Gläubiger hat dann ggf. ein Beweisproblem. Aber wenn der Gläubiger die Mail erhielt, weil er drauf geantwortet hat oder wenn er nie bestreitet, sie nicht erhalten zu haben, ist das Beweisproblem gelöst und die Mail wird natürlich vollständig anerkannt.

Bei Kündigungen ect. wird meist schriftlich oder per Fax verlangt.

Nur Kündigungen von Arbeitsverträgen bedürfen Briefe. Die gehen nicht einfach so am Telefon oder per Mail.

Alles andere geht auch per Mail. Und in Zukunft kann man online abgeschlossene Verträge sogar online kündigen (Gesetzesänderung ist offenbar in Arbeit).

Eine Rechnung per Mail zum Download ,ist dagegen widerum möglich.

Hmmm. Jetzt bin ich erstaunt. Denn der Nachsatz macht es noch falscher, was du schreibst. Ich weiß nicht, wo du das her hast, aber ich kann halt nur sagen, dass es falsch ist und versuchen dir zu erklären, wie das korrekt funktioniert.

Kommentar von kevin1905 ,

Eine Mail ist keine offizielle Rechnung!

Wie eine Rechnung auszusehen hat, steht in § 14 Abs. 4 UStG. Dass diese nicht per Email erfolgen kann wird dort nirgends erwähnt.

Ihr solltet umgehend eine ordentliche Rechnung stellen mit
ZAHLUNGSTERMIN, nach dem Ablauf mahnen mit Hinweis auf ein Mahnverfahren bei Gericht, wenn die Zahlung nicht fristgemäß erfolgt.

Der Kunde muss nichts bezahlen, so lange die Arbeiten nicht ordnungsgemäß abgeschlossen wurden (§§ 320, 273 BGB). Hier gab es eine Reklamation.

Kommentar von MarkoRService ,

Wir können die Reklamation aber nicht ausbessern, weil keine Rückmeldung vom Kunden erfolgt und wir den Kunden nicht erreichen können.

Kommentar von MissChaos1990 ,

Sie werden die Rechnung als Anhang versendet haben und dies ist rechtens. Sie muss nur signiert sein. Das machen viele Unternehmen heute so.

Und strenggenommen, ist der Ausdruck einer Rechnung schon eine Kopie.

Kommentar von mepeisen ,
Sie muss nur signiert sein.

Muss sie? Wo kommt das nun wieder her?

Ich bekomme nach wie vor nicht unterschriebene elektronische Rechnungen von vielen der großen Unternehmen. Wäre mir neu, dass das nicht erlaubt ist. Wobei ich nicht sagen will, dass ich all die Gesetzesänderungen beispielsweise im HGB immer verfolgt habe :-)

Hast du eine Referenz dazu?

Kommentar von MissChaos1990 ,

Also nicht signiert im Sinne einer Unterschrift, wie z.B. unter einem Vertrag. Lies dir mal die elektronische Signierung von Rechnungen durch.

Kommentar von mepeisen ,

OK, das aber wieder was anderes und betrifft den Quell-Datenbestand.

Da bereits das PDF aus dem Quell-Datenbestand generiert ist, muss dieses schon nicht in jedem Fall signiert sein. Es sei denn, es wird als Haupt-Datenbestand auch beispielsweise zu Archivierungszwecken geführt.

All das ist aber eher im HGB relevant und insbesondere in Sicht auf Betriebsprüfungen u.ä.

Bei der einfachen Rechnung, die an den Endkunden geht, dürfte das doch irrelevant sein, da es sich hierbei bereits um eine abgeleitete Ausfertigung für den Kunden geht. Oder wie du schreibst um eine Kopie.

Wenn es das ist, was du meinst, habe ich dich glaube ich verstanden.

Kommentar von faiblesse ,

Eine digitale Signatur ist schon seit Jahren nicht mehr notwenig.

Allerdings muss die original Email für 10 Jahre aufbewahrt werden.
Ein Ausdruck reicht nicht.

Die Rechnung muss im Anhang versendet sein, und darf nicht mehr änderbar sein. Also zB kein Word oder excel format

Antwort
von ratatoesk, 14

Das erste Mal,da habt ihr aber Glück.

Das ist inzwischen zur Normalität geworden.

Für Euch heist das ,Mahnkosten + Zinsen auf die Rechnung und ab zum Anwalt.

Der Weg,

http://www.freelancer-blog.de/der-kunde-zahlt-nicht/

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