Frage von juristenkind, 106

Wie können Verteidiger von Vergewaltigern etc. zusehen, wie das Opfer in dem Prozess leidet?

Also wenn es ohnehin schon schwer für die Opfer ist, vor Gericht zu sein, muss sich der Verteidiger nicht schlecht fühlen, wenn er gewisse fragen stellt oder dagegen anarbeitet?

Antwort
von karinili, 57

Der Mensch macht nur seinen Job. Entweder er macht es des Geldes wegen, oder er macht es, weil er als Pflichtverteidiger eingesetzt wurde. Manche Verteidiger sind auch von der Unschuld ihrer Klienten überzeugt (entweder weil der Klient sehr glaubhaft lügen kann, oder weil der Klient mal wirklich unschuldig ist).

Wenn man Strafverteidiger wird, muss man damit Leben auch mal Mörder Kinderschänder oder ähnliches zu verteidigen. Es lässt sich zwar gutes Geld damit machen, aber wie gesagt, man muss damit leben können und es irgendwie mit seiner Einstellung vereinbaren können – und die ist schließlich bei jedem Menschen unterschiedlich.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie hart soetwas sein kann. Aber böse bin ich dem Verteidiger deshalb nicht. Wie gesagt, er ist auch nur ein Mensch, der seinen Job macht und davon leben können will – außerdem kann es so sein, dass er es sich nicht aussuchen konnte, ob er den Fall übernimmt (Stichwort: Pflichtverteidiger).

Antwort
von furbo, 33

Der Verteidiger ist vor allem dafür da, ein faires Verfahren zu ermöglichen. Dem Angeklagten, was immer er auch getan hat, steht eine ganze Schwadron von ausgebufften Juristen gegenüber, er steht alleine da. Der Verteidiger ist alles was er hat - und der auch beurteilen kann, was die anderen wollen. Ob der Verteidiger seinen Mandanten mag, ist ne ganz andere Sache. Der Mandant kann ein sympathischer Mörder sein, aber auch ein Ekelpaket von Alkoholsünder. Die Tat hat nichts mit dem Verhältnis Angeklagter-Verteidiger zu tun.

Im Übrigen ist der Angeklagte solange unschuldig, bis ihm seine Schuld bewiesen wurde.  

Antwort
von Meandor, 31

Ein Vergewaltiger ist vor Gericht erst dann ein Vergewaltiger wenn er verurteilt wurde. Bis dahin ist der Vergewaltiger nur ein Angeklagter und das (angebliche) Vergewaltigungsopfer ist nur ein Zeuge.

Antwort
von Deepdiver, 37

Der Verteidiger hat die Pflicht alles mögliche für seinen Mandanten zu tun.

Dabei dürfen Emotionen gegenüber den Opfern nicht ausschlaggebend sein.

Er kann natürlich die Verteidigung ablehnen, aber dann steht dem mutmaßlichem Täter ein Pflichtverteidiger zu.

Antwort
von pilot350, 43

Der verteidiger will den verbrecher schützen und alles versuchen das vergewaltigungsopfer zu verunglimpfen. Bei der geringsten kleinigkeit wird er sofort reagieren dich sus der fassung zu bringen und dir eine schuld oder teilschuld zuzusprechen unter dem motto du wolltedt es doch auch.

Antwort
von creator78, 41

Es gibt eben leider auch Berufe, wo man skrupellos sein muss.

Antwort
von wfwbinder, 24

Vor Gericht versucht man die Wahrheit zu ermitteln.

Dafür müssen manchmal Zeugen/Geschädigte bei ihren aussagen leiden. Leider auch Kinder und vergewaltigte Frauen.

Aber leider gab es auch schon (und nciht selten) Frauen, die erst unter harten Fragen zusammenbrachen um dann zu gestehen, "er sollte Leiden, weil er mich verlassen hat."

Soll man da sagen, "statt 10 Opfer im Verhör leiden zu lassen, sollte man lieber einen Unschuldigen 4 Jahre einsperren."

Antwort
von xxphx, 45

Das ist sein Job oder ? Sollte man sich vorher überlegen was man werden will.

Antwort
von Flytothebattle, 41

bestimmt , aber sie brauchen doch gewisse informationen für den Prozess

Kommentar von j3n5j3n53n ,

und sind verpflichtet im Sinne des Mandanten zu handeln . §§ 1bis 3 BRAO sowie der Generalklausel des § 43 BRAO. 

Kommentar von Flytothebattle ,

uhm okay?? 

Antwort
von treize13, 28

Vielleicht fühlt er sich ja manchmal schlecht dabei, das kann man ja nicht wissen. Und jeder hat das Recht professionell verteidigt zu werden, auch wenns nur schwer zu ertragen ist. Aber letzten endes ist das auch gut so.

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