Frage von Retepani, 60

Wie kann/muss sich meine Frau (59 Jahre) krankenversichern,wenn ich (privat versichert) demnächst mit 63 Jahren in Rente gehe, und sie auch aufhört zu arbeiten?

Ich (männlich) werde Anfang 2017 in die Rente mit 63 gehen. Ich bin seit vielen Jahren privat krankenversichert, und werde dies auch in der Rente bleiben. Meine Frau arbeitet mit einem derzeitigen Verdienst von 1700 €/Monat und ist seit rd. 35 Jahren gesetzlich versichert. Geplant ist, dass meine Frau mit 59 Jahren dann ebenfalls mit arbeiten aufhört. Sie hat dann kein Einkommen mehr, Rente bekommt sie noch nicht, und sie wird sich auch nicht arbeitslos melden. Wir möchten, dass meine Frau weiterhin gesetzlich versichert bleibt. Wie hoch wird der KV-Beitrag für meine Frau sein ? Gilt für Sie dann der gesetzliche Mindestbeitrag von 137,33 €/pro Monat für KV ohne Einkommen? Oder hängt der KV-Beitrag von meinem Einkommen als Rentner (rd. 2000.- € von der BfA + ca. 2000.- € Firmenrente) ab? Oder muss sich meine Frau dann auch privat krankenversichern, weil ich privat versichert bin ? Danke für gute Antworten.

Antwort
von kevin1905, 48


Wie hoch wird der KV-Beitrag für meine Frau sein ?

Dein hälftiges Einkommen ist ihre Beitragsgrundlage für die freiwillige Versicherung.

Beitragssatz sind 14% zzgl. kassenabh. Zusatzbeitrag (im Schnitt 1,1%) und 2,35 für die Pflegeversicherung (2,6% wenn sie kinderlos ist).

Freiwillig Versicherte sollen nach ihrer tatsächlichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit verbeitragt werden (vgl. u.a. § 240 SGB V).


Oder muss sich meine Frau dann auch privat krankenversichern, weil ich privat versichert bin ?

Glaubst du ernsthaft es gäbe einen privaten Krankenversicherer, der eine 59-jährige versichern will?

Kommentar von Apolon ,

Glaubst du ernsthaft es gäbe einen privaten Krankenversicherer, der eine 59-jährige versichern will?

Kommt öfters vor, allerdings meistens bei Ehefrauen von Beamten!

Wenn Sie gesund ist, warum nicht.

Nur wird es sich bei Ehefrauen von Selbständigen, bzw. Rentnern dann nicht lohnen, da der mtl. Beitrag viel zu hoch ist.

Kommentar von kevin1905 ,

Das war mein Gedankengang dahinter.

Kommentar von Retepani ,

Danke für die Info. D.h. es wird definitiv keine Möglichkeit geben, dass meine Frau bei ihrer bisherigen Krankenversicherung gesetzlich zum Mindestbeitrag versichert bleibt?

Kommentar von kevin1905 ,

Nein.

Denn der Mindestbeitrag geht von einem fiktiven Einkommen von 968,33 € aus.

Exkurs zur Einkommensteuer:

  • Aus dem Einkommensteuerrecht entlehnt werden im Ehegattensplitting Ehepartner stets so besteuert als würde jeder die Hälfte des gemeinsamen Einkommens beziehen.
  • Dies führt bei Ehepartnern mit stark unterschiedlichem Einkommen i.d.R. zu einer geringeren Steuerlast als in der Einzelveranlagung.

Auch das SGB V folgt dem Grundsatz wie das BGB und auch die Steuergesetzgebung, dass Ehegatten einander unterhaltspflichtig sind und setzt die gleiche Logik an.

Wenn sie selbst kein Einkommen hat, du aber schon, ist sie nach ihrer tatsächlichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu verbeitragen und du schuldest ihr Unterhalt.

Und diese entspricht der Hälfte deines Einkommens.

Alternativ kann sie auch weiter arbeiten für mind. 450,01 € im Monat, dann erübrigt sich das.

Antwort
von MiaMaraLara, 20

Pivat muss sie sich definitiv nicht versichern. Wahrscheinlich würde auch keine private Krankenversicherung sie nehmen (aufgrund des Alters und dem Status von euch beiden)

Wenn deine Frau aufhört zu Arbeiten und noch keine Rente beantragt hat wird dein halbes Einkommen für die Beitragsberechnung mitberücksichtigt .

Maximal werden in diesem Fall die Beiträge aus der Halben Beitragsbemessungsgrenze berechnet und der Beitrag beträgt Mindestens den von dir genannten Mindestbeitrag (Du hast nur den Krankenversicherungsbeitrag genannt. Mit Pflegeversicherung und Zusatzbeitrag sind es ca. 170 Euro als Mindestbeitrag)

Sobald deine Frau eine Rente beantragt wird dein Einkommen nicht mehr berücksichtige (da Sie schon so lange gesetzlich versichert war)

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