Frage von Jinchuriki, 92

Wie kann Umgangsrecht mit meinem Sohn einklagen?

Hi,

Meine Ex und ich haben einen gemeinsamen unehelichen Sohn. (Kein gemeinsames Sorgerecht) Kaum war er auf der Welt, hat sie sich völlig verändert. Wir stritten häufig... und heftig. Sie ist ein paar mal auf mich los gegangen, aber als Mann glaubt einem niemand. Ich habe, als es mal wieder ausgeartet ist, einen unverzeihlichen Fehler gemacht und ihr eine geschmiert. Das Erste, was sie daraufhin sagte: "Endlich" mit einem süffisanten Grinsen - was mir den Boden wegriss. Außerdem bin ich Araber, also glaubt mir eh keiner... Das Klischee lautet doch, dass wir die Frauen hauen und nicht umgekehrt.

Ich bin ausgezogen und es gab immer wieder Probleme wegen dem Umgang bis es gerichtlich geklärt wurde. Selbst dann hat sie gemacht, was sie wollte und keine Möglichkeit ausgelassen, um mit mir zu streiten oder mich anzugreifen (ins Gesicht, in den Schritt schlagen, bespucken...)

Kurz nach der Trennung hat sie einen Anderen geheiratet und ist mit ihm weggezogen. Seitdem habe ich meinen Sohn nur noch zweimal gesehen und das ist ca 2 Jahre her.

Ich war ein knappes Jahr lang depressiv und fertig mit der Welt. Jetzt lebe ich wieder auf und will mir meinen Sohn nicht verziehen lassen von Dauer RTL glotzenden, sich stetig vermehrenden (sind nochmal 2 Kinder dazugekommen, drittes unterwegs) Hartz 4lern. (Nichts gegen Hart4 Bezieher aber es gibt da doch einige schwarze Schafe....)

Aus Protest habe ich mich geweigert, das letzte Jahr Unterhalt zu zahlen. Jetzt hat sie sogar ne Namensänderung beantragt. Klar muss ich zu nem Anwalt, aber kann ich mir nicht leisten. Was kann ich selbst aufsetzen ohne Anwalt?

Antwort
von DFgen, 59

zum Umgangsrecht

  • Dieses hast du "automatisch" mit der Anerkennung der Vaterschaft
  • Wenn bereits eine gerichtliche Entscheidung getroffen wurde (Festlegung von Umgangszeiten o.ä.??), muss die Frau sich daran halten.
  • Das müsstest du dann ggf. auch erst wieder einklagen

Sorgerecht

  • seit 2012 hast du einen Anspruch darauf, das gemeinsame Sorgerecht mit der Mutter des Kindes auszuüben.
  • Du könntest es beim Familiengericht beantragen und es dürfte dir nicht verwehrt werden - auch nicht gegen den Willen der Mutter - wenn das Wohl des Kindes dadurch nicht gefährdet ist.
  • Dann müsste sie alle relevanten das Kind betreffende Entscheidungen mit dir gemeinsam treffen.

Unterhalt

  • Unabhängig von Umgangs- und Sorgerecht bist du unterhaltspflichtig für das Kind. Wenn du titulierten Unterhalt nicht entsprechend zahlst, könnte dieser ggf. gepfändet werden.
  • Ohne existierenden Titel hast du nichts zu befürchten - dann könnte die Frau theoretisch auch gar nichts von dir einfordern.

Namensänderung

  • Bei gemeinsamen Sorgerecht müsstest du der "Einbenennung" zustimmen.....

Anwaltskosten

  • Eine Beratung beim Anwalt solltest du dir trotz schmalem Budget einholen.
  • Solltest du nachweislich ein zu geringes Einkommen haben, so könnte eine anwaltliche Erstberatung gegen eine geringe Selbstbeteiligung (15 - 20 Euro) beim Amtsgericht erfolgen oder ein Beratungsschein für eine solche ausgestellt werden.
  • Dabei könnte ggf. auch schon geklärt werden, ob dir für ein mögliches Verfahren evt. Verfahrenskostenhilfe gewährt würde....
Antwort
von passaufdichauf, 46

Du brauchst das Umgangsrecht nicht einzuklagen, du hast das Recht auf Umgang.

Wende dich an dein zuständiges Jugendamt und lass dort die Interessen deines Kindes (auch dein Kind hat das Recht auf Umgang mit dir) vertreten.

Zahle Unterhalt! Es ist für dein Kind! (Und es wird eh mit dem Anspruch auf Hartz 4 verrechnet, kommt also nicht deiner Ex zugute)

Antwort
von maja11111, 20

du solltest mehrere dinge auseinander halten umgang hat nichts mit sorgerecht zu tun und beides nix mit unterhalt.

unterhalt musst du zahlen, wenn du der eingetragene vater des kindes bist. sie kann also den unterhalt wenn nötig auf deine kosten einklagen und wenn du leistungsfähig bist, dann zahlst du alles. du musst auch nicht zu einem anwlat. sie kann zum jugendamt gehen, eine beistandschaft eröffnen und deine unterlagen über einkommen einfordern. dann wird ausgerechnet ob und wenn wieviel du zahlen musst und dann ist gut. unterhalt zu zahlen ist ab inverzugsetzung. wenn also bis dato kein titel bestand, kann sie nix für die vergangenheit fordern, wenn sie dies nicht bereits getan hat.

umgang ist eine andere baustelle. du forderst sie auf umgang in folgendem umfang umzusetzen:

2-3 nachmittage die woche mit einer übernachtung, jedes zweite we von fr-so/mo, hälftige ferien und feiertage (siehe ferienkalender des bundeslandes wo kind lebt), drei wochen sommerurlaub. bastel das in eine umgangsvereinbarung und schick ihr das in zweifacher form unterschrieben zu mit bitte um unterschrift und sieben tage frist. kommt da keine antwort drauf, gilt umgang als vereinbart (das schreibe drunter). wenn sie den verweigert, wirst du eine mediation im jugendamt ihrer gemeinde beginnen. mache dazu schonmal termine fertig, wo der umgang dann geregelt wird im rahmen einer mediation.

funktioniert das nicht, wirst du umgang einklagen müssen. dazu benötigst du am besten schon im vorfeld einen anwalt. bei geringem verdienst kannst du beratungshilfe beantragen und später verfahrenskostenhilfe.

auf das sorgerecht hast du anspruch. das kannst du ebenfalls einfordern. erklärt sie dies zum mediationsgespräch nicht, dann wirst du es auch hier gerichtlich einfordern müssen.

was in der vergangenheit war interessiert heute keinen menschen mehr. mach deine ex nicht schlecht, sprich immer nur vom gemeinsamen kind das eine stabile vater-kind-beziehung braucht und das es dem kindeswohl entspricht. vorwürfe aus der vergangenheit abtun und ablehnen als dinge die völlig aus dem blauen gegriffen sind u. mit der derzeitigen situation in keinem zusammenhang stehen. du redest du nur über umgang und nicht über dinge die irgendwann auf einer paarebene existierten.

besprich dich mit einem guten anwalt. schau auch hier mal rein:

allein-erziehend.net und bereite dich vor. kann sein das deine ex alle register zieht um dich so richtig schlecht darzustellen. lass sie das tun, damit zeigst du das du derjenige bist dem es nur ums kind u. dessen wohl geht und deine ex hat keine bindungstoleranz :)

Antwort
von FrancValmy, 21

Eine anwaltliche Erstberatung gibt es per amtsgerichtlichen Beratungsschein für 10 Euro. Ob sie was taugt, ist eine andere Frage...

Keine Ahnung, wo Du wohnst. Kann Dir folglich keinen Anwalt und keine Gruppe vor Ort empfehlen.

Wenn Du depressiv bist, gehste nisch arbeiten, verdienste nix, bekommst folglich PKH (geliehen!)

Kosten zur Wahrung bzw. Wahrnehmung des Umgangsrechts (des Kindes) kann Mann ebenfalls dem JobCenter auf's Auge drücken.

Und eine (spezielle) Teilung der Umgangsdauer wäre wegen geringerer Abzüge auch für Umgangsboykotteusen finanziell interessant - wenn sie nicht so tumb ("taub") wären...

Da ich Dir einiges an Erfahrung voraus und entsprechende Kontakte habe, biete ich Dir meine Mail-Adresse an.

Antwort
von webya, 31

Wenn sie das alleinige Sorgerecht hat, dann kannst du gar nichts machen. Will dein Sohn dich denn überhaupt sehen?

Kommentar von DFgen ,

Ein Umgangsrecht besteht unabhängig vom Sorgerecht...

Das gemeinsame Sorgerecht könnte eingefordert werden (seit 2012 besteht ein Anspruch darauf).

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