Frage von sophie1235, 72

Wie kann sichergestellt werden, dass ein Patient die für seine Situation benötigte Behandlung erhält und nicht die, die dem Arzt am meisten Geld einbringt?

Ein Patient sucht in der Regel einen Arzt auf, wenn er Schmerzen bzw. eine Krankheit hat. Der Arzt behandelt den Patienten und wird dafür von der jeweiligen (gesetzlichen oder privaten) Krankenkasse bezahlt. Die Entscheidung, welche Art von Behandlung der Patient erhält, liegt im Ermessen des Arztes.

Zum Beispiel: Ein Patient sucht einen Arzt auf, weil er Rückenschmerzen hat. Der Arzt empfiehlt, dass er den Patienten am Rücken operiert, obwohl eine Physiotherapie sinnvoller wäre. Der Patient, dem das medizinische Fachwissen fehlt, um die Sinnhaftigkeit seiner Behandlung beurteilen zu können, verlässt sich auf den Rat seines Arztes und wird operiert. Der Arzt hat sich jedoch nur für die Operation entschieden, weil sie ihm mehr Geld einbringt als die Physiotheraphie.

Wie kann sichergestellt werden, dass ein Patient die für seine Situation benötigte Behandlung erhält und nicht die, die dem Arzt am meisten Geld einbringt?

Antwort
von FelixFoxx, 52

100%ig kann man das nicht sicherstellen. Aber es gibt sogenannte GOLD Standards, die die bevorzugten Therapien sind und daher auch von den Krankenkassen bevorzugt werden Und man sollte sich als Patient, wenn die Diagnose feststeht, ruhig auch mal im Internet über die gängigen Therapien informieren und sich im Zweifelsfall die Meinung eines zweiten Arztes einholen. Kritisch betrachte ich immer Ärzte, die einem sehr gerne IgeL andrehen wollen, Leistungen, die der Patient selbst bezahlen muss, weil die Therapien von der Krankenkasse nicht bezahlt werden (oft aus gutem Grund wegen nicht ausreichend bewiesener Wirksamkeit).

Antwort
von Apolon, 8

Die Entscheidung, welche Art von Behandlung der Patient erhält, liegt im Ermessen des Arztes.

Dies ist so nicht richtig.  Der Patient kann auch entscheiden, welche Behandlung er haben möchte. Und wenn er dies nicht selbst beurteilen kann, hat er die Möglichkeit auch eine Zweitmeinung einzuholen, z.B. auch bei seiner Krankenversicherung.

Antwort
von Arteloni, 21

Im Bereich der gesetzlichen Krankenkassen gibt es den MDK, den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung.

Die Prüfen ob z.B. eine Behandlung im Krankenhaus gerechtfertigt war oder ob nicht auch eine ambulante Behandlung ausgereicht hätte. Außerdem überprüfen sie, ob die Verschreibungen die ein Arzt tätigt (z.B. für Hilfsmittel, Reha, Arzneimittel) gerechtfertigt sind.

Zwar sind das nur Stichproben doch hat jeder niedergelassene Arzt und jedes Krankenhaus schon mit dem MDK zu tun gehabt. Eine gewisse Kontrolle findet also sehr wohl statt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Medizinischer\_Dienst\_der\_Krankenversicherung

In deinem Beispiel gibt es aber noch einen kleinen Haken:

Wenn ein Patient zu seinem Hausarzt geht und dieser dann eine Operation oder Physiotherapie empfiehlt verdient der Hausarzt an keinem der beiden Optionen.

Bei der Operation verdient das Krankenhaus in dem operiert wird und bei der Physiotherapie der Physiotherapeut.


Antwort
von Vanelle, 28
dass ein Patient die für seine Situation benötigte Behandlung erhält und nicht die, die dem Arzt am meisten Geld einbringt

Ziemlich "mutig", Ärzte mit einem solchen allgemeinen Verdacht zu belegen.

Die Versicherungen (egal ob privat oder gesetzlich) achten sehr darauf, ob Diagnose und Therapie zusammenpassen. Allein dass schränkt einen Arzt einen.

Ob ein Arzt mehr Geld verdient, wenn er sich für eine teure Variante entscheidet, ist auch zu bezweifeln. Zumindest gelingt das nicht unmittelbar, weil in Krankenhäusern z. B. Ärzte Angestellte sind mit einem fixen Gehalt.

Folgt man deiner These, hätte man als Patient gar keine Chance. Denn auch das Einholen einer 2. oder 3. Meinung würde demnach auf möglichst hohen Gewinn abzielen.

Antwort
von Belladonna1971, 25

Wenn es eine Aussage ist von Ihnen und kein Überlegungsmodell, wäre es eine infame Unterstellung!

Ärzte sind übrigens nicht frei in ihren Entscheidungen. Sie müssen sich nach wirtschafltlichen Vorgaben des Gesundheitssystems richten, um entsprechend wirtschaftlich zu handeln. Diese Vorgaben sind für  den Patienten mittkerweile nicht mehr nachvollziehbar. Eine andere Fragestelleung Ihrerseits wäre dann zielführender.
Hireunter leiden übrigens viele  Ärzte sehd und aus diesen Gründen haben wir im ländlichen Bereich einen Ärztemangel. Und wenn jeder Patient sich so wichtig nimmt und gleich zum Facharzt rennt, auch bald einen gravierenden Hausärztemangel.

Als letzten Punkt sollten wir auch noch die (rechtzeitige) Eigenverantwortlickheit des Patienten benennen. Nicht immer alles glauebn, was Patienten sagen....

Antwort
von eulig, 12

deshalb sollte man sich, gerade bei operativen Eingriffen immer eine zweite Meinung holen. und wenn man den Arzt direkt drauf anspricht, ob es nicht weniger massive Behandlungsmethoden gibt, und der Arzt von seiner Meinung nicht abweichen will, sollte man sich als Patient immer fragen, ob man nicht besser den Arzt wechseln sollte.

zudem bin ich der Meinung, dass man als Patient so mündig sein sollte, nicht immer sofort etwas zustimmen sollte. Bedenkzeit und 2. Meinung ist immer ratsam.

Antwort
von Miete187, 16

Gerade dein Beispiel erinnert an Bandscheiben....früher war es üblich immer gleich OP 80er Jahre. Heute sind die viel seltener, aber ein Patient hätte das damals nicht wissen können.(Wobei gesunder Menschenverstand schon weiss das Übergewicht und wenig Bewegung es wohl nicht besser machen)

Oft wissen die Ärzte es nicht besser, meine Frau hat Massagen verschrieben bekommen und Akupunktur( Rückenschmerzen) Später stellte sich heraus es waren feine Risse in der Wirbelsäule (Durch eine Krankheit) und Massagen hätten schon etwas schlimmes anrichten können.

Es gab aber auch eine Ärztin die sich Zeit genommen hat, dann einen Verdacht hatte und ihre Fachbücher durchsucht hat. Und eine seltene Krankheit noch rechtzeitig erkannt hat. 

Antwort
von Detlef32, 3

Die Integrität eines Menschen (denn es betrifft nicht nur Ärzte sondern eigentlich jeden Berufsstand) ist nicht sicherstellbar.

Du kannst davon ausgehen, dass jemand der einen guten Ruf hat wahrscheinlich integerer ist als jemand anderer aber ein Restrisiko bleibt.

Auch wenn Du zu zwei oder mehr (in diesem Fall) Ärzten gehen würdest und die Dir beide die gleiche Behandlung raten könnten beide von der Geldgier getrieben sein (genauso wie zwei Mechaniker die den Austausch des Motors empfehlen obwohl nur die Zündkerzen ausgetauscht werden müssen).

Trotzdem bleibt nur der Rückgriff auf ein zweites Gutachten wenn Dir die Sache spanisch vorkommt (und das steht Dir in Deutschland sogar zu zu einem zweiten Arzt zu gehen und die Diagnose überprüfen zu lassen) und natürlich genau hinzuhören was andere Personen über diesen Arzt sagen.

Antwort
von rafaelmitoma, 28

stell dem Arzt fragen. Ärzte operieren nicht mehr so schnell. ein Arzt muß sich für seine Patienten zeit nehmen. erkundige dich auch nach dem hausarztprogramm

Antwort
von Erenenenen, 32

Indem man mehrere Ärzte konsultiert. Deine These ist zwar Quatsch, da Ärzte (im KH) ein festes Gehalt bekommen, und nicht nach den Maßnahmen bezahlt werden die sie durchführen, aber egal. 

P.s: frag 3 Ärzte und du hörst 3 Meinungen. 

Kommentar von ASRvw ,

Moin.

P.s: frag 3 Ärzte und du hörst 3 Meinungen

... und Du wirst es trotzdem nie erleben, dass einer der drei die Meinung eines der anderen zwei als falsch darstellt.

Eine Krähe hackt einer anderen kein Auge aus.

- -
ASRvw de André

Kommentar von Miete187 ,

Aber ein Krankenhaus verdient mehr, je mehr Operationen, Röntgen u.s.w gemacht werden. Oder nicht ? 

Teure Geräte müssen doch auch benutzt werden.

Kommentar von Erenenenen ,

@ASRvw, doch schon oft genug erlebt. Im klinischen Bereich eher weniger, aber Notärzte „zoffen“ sich gerne mal

Kommentar von beamer05 ,

... und Du wirst es trotzdem nie erleben, dass einer der drei die Meinung eines der anderen zwei als falsch darstellt

Du solltest einfach mal in eine Tumorkonferenz teilnehmen, wo unter Anwesenheit von zahlreichen Ärzten unterschiedlicher Disziplinen (meist > 5) sehr wohl sehr unterschiedliche "Meinungen" vertreten werden, und so mancher dann seine ursprüngliche Einschätzung revidieren muss.

... nur EIN Beispiel...

Kommentar von Apolon ,

... und Du wirst es trotzdem nie erleben, dass einer der drei die Meinung eines der anderen zwei als falsch darstellt.

Doch - dies kann man erleben.

Man muss die Frage bei dem jeweiligen Arzt nur richtig stellen. Bedeutet man sollte sich gar nicht darauf beziehen, dass man bereits bei einem anderen Arzt war.

Alternativ, gibt es zwischenzeitlich auch die Möglichkeit, sich bei den jeweiligen Krankenversicherungen Rat zu holen.

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