Frage von annaskacel99, 73

Wie kann mein Dad Sorgerecht bekommen? Sorgerecht, Erziehungsberechtigung, Streit?

Hey liebe Leute. Ich bin 16. Ich hab mit meiner Mum nur mehr Streit, bin dauergestresst, meine Noten sinken ab.... Meine Eltern sind geschieden und meine Mum hat das alleinige Sorgerecht. Ich möchte zu meinem Dad ziehen, er würde es auch erlauben. Nur meine Mum will ihm das Sorgerecht nicht übergeben, da sie natürlich finanzielle Unterstützung "verlieren" würde. Gibt es eine Möglichkeit, das Sorgerecht gerichtlich forden zu können? Oder habe ich keine Chance, wenn meine Mum nicht einwilligt?? Ich will einfach nur mehr weg von ihr.... Sie macht mich wahnsinnig....

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von auchmama, 14



Nur meine Mum will ihm das Sorgerecht nicht übergeben, da sie natürlich finanzielle Unterstützung "verlieren" würde.


Von wem hast Du denn diese Aussage? Und warum ist "verlieren" so hervor gehoben?

Falls es hier um die Unterhaltszahlungen geht, die Dein Vater derzeit an Deine Mutter überweist, so würde sich das automatisch ändern und Deine Mutter müsste Deinen evtl. Unterhaltsanspruch an Deinen Vater überweisen. Das alles hat aber absolut nichts mit dem Sorgerecht zu tun!

Bedenke bitte auch, dass man als Teenager immer mit dem Elternteil Stress hat, mit dem man unmittelbar zusammen lebt! Der Alltag kehrt immer wieder ein und Stress gibt es überall!

Ich möchte Dir Deine Absicht beim Vater leben zu wollen nicht ausreden - nur darauf hinweisen, dass es nicht immer hin und her gehen sollte und kann, wenn denn der Stress in einem halben Jahr beim Vater zurück kehren sollte!

Das Sorgerecht hat übrigens auch nichts mit einem Aufenthalt bei Deinem Vater zu tun. Es sei denn, Dein Vater wohnt etliche Kilometer von Deiner Mutter entfernt. In Absprache könntest Du dort wohnen und man würde wichtige Dinge gemeinsam besprechen. Immerhin bist Du bereits 16 und kein kleines Kind mehr!

Wer hat Dir das also mit dem Sorgerecht nicht geben wollen und der finanziellen Unterstützung "verlieren" erzählt? Und warum hat Dein Vater bei der Scheidung nicht das "gemeinsame" Sorgerecht erhalten. Seit etlichen Jahren wird kaum noch einem Elternteil das alleinige Sorgerecht zugesprochen - es müssen schon wirklich wichtige Gründe vorliegen, wenn ein Elternteil das Sorgerecht verliert!

Kommentar von annaskacel99 ,

Von meiner Mum, und es geht ihr darum, dass Sie die Alimente und Kinderbeihilfe (Unterstützungen) für mich nicht mehr bekommen würde. Sie hofft jetzt also, das ich nicht zu meinem Dad ziehen kann, wenn er nicht das Sorgerecht hat. Und sie somit auch die Zahlungen weiter für mich erhält. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich, wenn ich zu meinem Dad ziehe, nicht mehr zurück kann! Das mit der Absprache ist vermutlich nicht möglich, da meine Eltern kaum bis nicht freiwillig miteinander reden... Ich weiß nicht weshalb, aber meine Mum hat auf das alleinige Sorgerecht bestanden, und mein Dad hatte keine "Einwände".

Kommentar von auchmama ,

Wenn du ziehen willst dann ziehst du! Mit 16 Jahren kannst du frei entscheiden, bei wem du wohnen willst. Da würde dir kein Richter irgendwelche Steine in den Weg legen,  falls es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung käme! 

Voraus gesetzt das soziale Umfeld stimmt! 

Überlege es dir gut und alles Gute ;-)

Antwort
von wilees, 46

Du kannst Dich beim Jugendamt beraten lassen.

Antwort
von dielauraweber, 31

Wenn sie das nicht will, wird sie begründen können warum sie das nicht will. Wenn es zu einer gerichtlichen Entscheidung kommt muss sie das auch. Dein Vater kann erstmal ein Gespräch mit ihr im Jugendamt bei einem Mediator (Vermittler) führen. Wenn das nichts fruchtet, kann er das gemeinsame Sorgerecht beantragen gerichtlich. Da sie geschieden sind, wurde ihm irgendwann mal das Sorgerecht entzogen. Warum?

Antwort
von ghostpaar77, 20

Sorgerecht heißt nicht aufenthaltsbestimmungsrecht und genau das sollte der Vater beantragen.Formlos einfach auf ein Blatt hier mit beantrage ich usw

beim Amtsgericht abgeben und dann gibt's eine Anhörung evt sogar Verhandlung wo du auch gehört wirst und dein Anliegen wieso weshalb warum du zu deinem Vater willst.

Denn ab dem 12 Lebensjahr kannst du entscheiden bei welchem Elternteil du leben möchtest. Wenn deine Erklärung dem Gericht plausibel ist entscheidet der Richter das du zu deinem Vater ziehen kannst.(war bei mir jeden falls so Tochter war damals 12)

Nur würde ich dir raten einen Anwalt auf zu suchen der als Schwerpunkt Familienrecht hat. Ohne wird es nicht klappen.

Du bekommst mit Sicherheit Prozesskostenbeihilfe und brauchst dir um die Kohle keine Sorgen zu machen.

Wünsche dir viel Erfolg und zieh es durch vor allem wenn es dir danach besser geht.

Kommentar von Grinzz ,

Na, ganz so einfach ist es nicht...

Du bekommst mit Sicherheit Prozesskostenbeihilfe und brauchst dir um die Kohle keine Sorgen zu machen.

Prozesskostenhilfe kann die Fragestellerin mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht bekommen. Denn zunächst heißt die "Prozesskostenhilfe" in Familiensachen bereits seit 2009 Verfahrenskostenhilfe (VKH). Und darüber hinaus bekommt VKH nur eine Partei eines Verfahrens. Die Fragestellerin ist hier jedoch nicht Partei, da nicht sie selbst das Aufenthaltsbestimmungsrecht bzw. Sorgerecht einklagen will, sondern ihr Vater.

Ob der Vater der Fragestellerin VKH bekommt, hängt von mehreren Faktoren ab - unter Anderem vom Einkommen, Vermögen und den Erfolgsaussichten des Verfahrens (sprich: Kann der Richter auch nur ansatzweise erkennen, dass eine Übertragung des Rechts auf Aufenthaltsbestimmung erfolgreich sein könnte?).

Ein pauschales "Du bekommst mit Sicherheit Prozesskostenbeihilfe" ist daher deutlich zu kurz gegriffen.

Sorgerecht heißt nicht aufenthaltsbestimmungsrecht und genau das sollte der Vater beantragen.Formlos einfach auf ein Blatt hier mit beantrage ich usw 

Das ist richtig. Allerdings gibt die Fragestellerin an, dass der Mutter das alleinige Sorgerecht zusteht. Es ist daher nicht auszuschließen, dass es bereits einmal ein gerichtliches Verfahren hinsichtlich der Übertragung des Sorgerechts gegeben hat (wenngleich auch gesetzliche Fälle des alleinigen Sorgerechts möglich sind - dann allerdings wird sich der Vater vorhalten lassen müssen, dass er sich 16 Jahre lang nicht um das Sorgerecht gekümmert hat und sich der Frage ausgesetzt sehen, weshalb es nun auf einmal so dringend ist).

Wie sinnvoll es aus der Sicht des Vaters ist, sich "nur" das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu angeln und nicht ein anteiliges Sorgerecht, mag dahingestellt bleiben.

Insbesondere in einem schwierigen Alter (Pubertät) sind auch Familienrichter bei der Entziehung/Übertragung von Befugnissen und Rechten der persönlichen Sorge eher zurückhaltend. Es müssen schon handfeste Gründe vorliegen, die das Kindeswohl gefährden, wenn keine Änderung eintritt. Ein simples "Ich hab mit meiner Mum nur mehr Streit, bin dauergestresst, meine Noten sinken ab...." und "Sie macht mich wahnsinnig" reichen dafür nicht aus.

Dein (späterer) Verweis auf einen Rechtsanwalt ist daher folgerichtig und auch aus meiner Sicht notwendig. Ich würde aber zuvor das (bereits in anderen Antworten angesprochene) Jugendamt ansprechen - ggfs. auch bereits vorgerichtlich mit einem Rechtsanwalt sprechen - denn wenn man erst einmal ein Gerichtsverfahren eingeleitet hat, dann kommt man ohne Kosten nur selten da wieder raus; auch mit VKH ist es kein Zuckerschlecken ;-)

Kommentar von ghostpaar77 ,

Wenn sie zum Jugendamt geht und sagt das sie zu ihrem vater möchte hat das Amt erst mal zu reagieren. Ganz einfach.

Im Vorfeld kann und sollte sie sich eine anwaltliche Beratung holen.In jedem Amtsgericht  sind Aushänge wo, wann ,wofür und von welchem Anwalt eine Beratung kostenfrei gemacht wird.

Ich könnte ihr den Weg den sie zu gehen hat in so einem Fall genau erklären nur nicht hier in der Öffentlichkeit.

Denn es gibt immer einen Weg sein Ziel zu erreichen manche sind halt steiniger wie andere aber in diesem Fall zählt wie mir erscheint das Ergebnis.

Außer dem hat jedes Kind mittlerweile Anspruch auf einen Anwalt notfalls muß halt das Jugendamt die Tasche auf machen und für einen Anwalt sorgen.

Nur wichtig ist halt wie schon erwähnt das der schwerpunktmäßig Familienrecht auf seinem schönen Kärtchen stehen  hat.

Kommentar von Grinzz ,

Im Vorfeld kann und sollte sie sich eine anwaltliche Beratung holen.In jedem Amtsgericht  sind Aushänge wo, wann ,wofür und von welchem Anwalt eine Beratung kostenfrei gemacht wird.

In den wenigsten deutschen Gerichten gibt es eigene Beratungsstellen (ich meine es sind nur zwei Bundesländer). Aber darauf scheinst du auch gar nicht anzuspielen. Die meisten Gerichte geben sog. Beratungshilfescheine (vgl. BerHG) aus. Einen Anspruch auf eine kostenlose Rechtsberatung hat aber niemand - auch mit BerH nicht. Und mit einem solchen Schein kann sie die Person selbst an einen Anwalt ihrer Wahl wenden und muss nicht auf einen Anwalt warten, der irgendwann zu irgendeinem Thema irgendeinen Vortrag hält...

Ob dies in Österreich anders ist kann ich nicht beurteilen - ich denke aber, dass wir beide uns über die deutsche Justiz unterhalten, da du die Begriffe Prozesskostenhilfe und Amtsgericht gebraucht hast (welche in Österreich Verfahrenshilfe und Bezirksgerichte heißen).

Außer dem hat jedes Kind mittlerweile Anspruch auf einen Anwalt notfalls muß halt das Jugendamt die Tasche auf machen und für einen Anwalt sorgen.

Wie ich oben bereits ausgeführt habe: Jeder Mensch kann einen Beratungshilfeschein beantragen. Er wird diesen Schein auch bekommen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Für die Antragstellung muss der jew. Antragsteller jedoch volljährig sein, und genau das ist die Fragestellerin hier nicht.

Das Jugendamt könnte für die Fragestellerin nur dann einen Schein beantragen, wenn diese die ges. Vertreter wären - und das sind sie erstmal nicht, solange die Mutter das alleinige Sorgerecht hat. Es bedürfte daher zunächst eines gerichtlichen (Eil-)Verfahrens um das Sorgerecht (in Teilen?) auf das Jugendamt zu übertragen, damit anschließend eine ges. Vertretung entsteht.

All dies wird aber i.d.R. nicht nötig sein, da das Jugendamt meistens selbst sehr genau weiß was es zu tun hat. Das Jugendamt kann in vielen Fällen selbst agieren ohne einen Rechtsanwalt einschalten zu müssen. Freilich kann man einen Rechtsanwalt auch nebenher einschalten, wenn man sich durch einen solchen besser vertreten fühlt als durch das Jugendamt.

Denn es gibt immer einen Weg sein Ziel zu erreichen manche sind halt steiniger wie andere aber in diesem Fall zählt wie mir erscheint das Ergebnis.

Nun, da ist meine Einstellung eine etwas andere. Ich gebe dir zwar Recht, dass es Situationen gibt, in denen der Weg irrelevant und nur das Ergebnis relevant ist. Bei familienrechtlichen Angelegenheiten sehe ich dies jedoch genau anders: Es geht hier um eine Familie, um engste und tief verwurzelte menschliche Beziehungen. Da ist schon ein gewisses Fingerspitzengefühl gefragt. Es kommt hier für das künftige Leben, für den Erhalt familiärer Beziehungen sehr auf das Wie an und erst nachrangig (oder ggfs. gleichrangig) um das Was.

Aber ich gestehe auch ein, dass man diesbezüglich durchaus verschiedener Meinung sein kann ;-)

Kommentar von ghostpaar77 ,

Das Fingerspitzengefühl heißt hier doch eindeutig weniger Geld für die Mutter.

Ist ähnlich gelagert wie bei mir damals. Da hieß es seitens der Mutter wenn du mir jeden Monat weiter 1000 Euro zahlst kannst du sogar beide Kinder haben. Das zu Fingerspitzengefühl.

Da ich da rauf nicht einging sah ich meine andere Tochter erstes mal als sie 4 Jahre war.

Und hier in NRW bei uns im Amtsgericht hängt sogar (oder hing) ein Aushang das du als Vater oder Mutter jeder Zeit das Recht zusteht einen Anwalt im Namen des Kindes zu nehmen der die Rechte des Kindes vertritt.

http://www.trennungsvaeter.de/

Dein Vater soll sich da mal informieren was geht und was nicht.

Am Ende ist es so wie es ist

eine Tochter bleibt eine Tochter ein Leben lang

ein Sohn bleibt ein Sohn bis er eine eigene Familie gründet

nur mal so neben bei bemerkt

Antwort
von Menuett, 8

Dein Vater kann vor Gericht die gemeinsame Sorge und das Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragen und er wird es auch bekommen.

Auch gegen den Willen Deiner Mutter.

Aaaber - auch Väter kochen nur mit Wasser und Probleme haben die dumme Angewohnheit mitumzuziehen.

Antwort
von AntwortMarkus, 31

Mit  16 darfst du entscheiden, bei welchem Elternteil du leben möchtest. 

Kommentar von annaskacel99 ,

In Österreich auch...?

Kommentar von AntwortMarkus ,

Das kannst du doch bestimmt  in drei Minuten selber recherchieren via  Google. 

Kommentar von huldave ,

wenn die Sorgerechtsinhaberin, Spich Mutter, das nicht will, kann er nicht selbst entscheiden. Der Vater soll bei Gericht einen Antrag auf Übertragung des Sorgerechts stellen, im Rahmen dieses Verfahrens wirst auch du angehört. Wie das Gericht dann entscheidet, hängt von vielen Faktoren ab, da kann man jetzt nichts dazu sagen. Viel Erfolg

Kommentar von annaskacel99 ,

@huldave Danke!

Antwort
von amy2107, 32

es wird schon einen grund haben, warum deine mama das alleinige sr hat. und sie wird mit sicherheit keine finanzielle unterstützung verlieren, wenn du nicht mehr bei ihr lebst! hast du eigentlich ne ahnung, was du sie kostest bzw schon bis jetzt gekostet hast? 

Kommentar von annaskacel99 ,

weil mein Vater damals zu meiner heutigen Stiefmutter gezogen ist, und meine Mum nicht wollte, das wir dort aufwachsen. Mein Vater zahlt 440€ Alimente für mich, die meine Mum dann natürlich nicht mehr bekommt, weil ich ja bei meinem Vater lebe... Und er bekäme dann noch 200€ Familienbeihilfe, womit wir bei 640€ wären, monatlich natürlich. Und dagegen sträubt sich meine Mum, weil sie ihm keinen Cent "vergönnt".

Kommentar von amy2107 ,

ok aber hast du ne ahnung, was deine mutter für dich ausgibt?denkst du, diese 440€ reichen aus, um dich zu ernähren, einzukleiden und alles, was noch so monatlich dazukommt? 

Kommentar von annaskacel99 ,

nein, nicht genau. aber sie sagt selbst, dass sie die ganzen 440€ nicht braucht.

Antwort
von 1988haritonov, 37

Muss nachgewiesen werden dass es dir bei deiner Mutter schlecht geht. Wende dich an das zuständige Jugendamt.

✌️

Kommentar von annaskacel99 ,

Danke

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