Frage von Kovalchuk, 167

Wie kann man vorgehen, wenn man zu bilingualer Erziehung der eigenen Kinder gezwungen wird?

Großeltern zwingen ihre erwachsenen Kinder zur zweisprachigen Erziehung der Enkel. Die Eltern können aber viel besser Deutsch und einer der Partner müsste mit dem Kind nur die Fremdsprache sprechen, damit die Kinder diese auch erlernen.

Dieser Partner betonte mir, dass er einen großen Verlust sieht, weil er auf deutsch denkt und deutsch seine Muttersprache ist. Er sieht einen Verlust der Qualität aller zukpnftigen Gespräche mit seinem Kond weil er sich in der Muttersprache seiner Eltern nicht immer gut zurechtfindet und immer nur oberflächlich reden kann.

Die Großeltern bleiben hart und zwingen mit massiven Drohungen ! Was kann man machen, wie sollte man mit dieser Sitation umgehen?

Antwort
von OnkelSchorsch, 56

Die Großeltern ... zwingen mit massiven Drohungen ! Was
kann man machen, wie sollte man mit dieser Sitation umgehen?

In diesem Fall kann es nur einen Rat geben. Wenn die Großeltern tatsächlich Drohungen aussprechen, muss sofort und vollständig jeder Kontakt zu denen abgebrochen werden.

Im Falle sie, wie du erwähnst, mit "Selbstmord" drohen, könnt ihr den sozialpsychiatrischen Dienst eurer Stadt anrufen und darauf hinweisen, dass die Großeltern einen Suizid angekündigt hätten. Derartige Selbstgefährdung ist ein Grund für eine zumindest kurzzeitige Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus.

Falls sie mit "Familienausschluss" drohen, lache sie aus, drehe dich um und brich wie erwähnt jeden Kontakt mit denen ab.

Antwort
von Accountowner08, 63

Sage den Grosseltern, dass man mit den Kindern nur eine Sprache sprechen soll, die man selbst perfekt beherrscht, weil die Kinder sonst eine "Muttersprache" mit Fehlern lernen und das ist ein grosses Verbrechen, was man ihnen dann antut...

Grundsätzlich ist es ein Vorteil für Kinder, zweisprachig aufzuwachsen.

De facto sprechen die Kinder aber am Schluss die Sprache der Umgebung. z.B. ein Elternteil Russe, ein Elternteil Deutscher, Kinder leben in Deutschland -> dann sprechen sie ab Kindergarten/Schule am besten deutsch, und russisch wird nie das gleiche Niveau haben wie deutsch. In russisch werden Fehler sein, durch den Einfluss aus dem Deutschen, der Wortschatz wird kleiner sein, sie werden einen deutschen Akzent haben.

Allerdings können sie ihr russisch verbessern, indem sie öfter (z.B. in den Ferien) in einer Umgebunb sind, wo nur oder hauptsächlich russisch gesprochen wird, besonders wenn sie dort andere Kinder haben, die nur russisch sprechen (von Gleichaltrigen lernt man im Prinzip besser als von 1 Elternteil oder Babysitter oder Grosseltern.)

Eine weitere Möglichkeit wäre, die Kinder in eine fremdsprachige Schule zu schicken, wo sie mindestens 4 stunden pro Tag in der fremden Sprache unterrichtet werden.

Grundsätzlich sind die Eltern erziehungsberechtigt und nicht die Grosseltern, also sollen die Grosseltern sich nicht so wahnsinnig einmischen!

Antwort
von Nemesis900, 62

Sich mal darüber Gedanken machen ob man schon dazu in der Lage ist Kinder zu erziehen wenn man sich von seinen eigenen Eltern noch vorschreiben lässt wie man etwas zu machen hat. 

Kommentar von Kovalchuk ,

Sie lassen es sich eben nicht vorschreiben ! Aber die Großeltern drohen massiv und die Kinder haben Angst es nicht zu machen. 

Kommentar von Nemesis900 ,

Mit was drohen diese den? Wenn irgendjemand mein Kind bedroht wäre das definitiv das letzte mal wo ich dieser Person den Umgang mit meinem Kind erlauben würde. 

Kommentar von Kovalchuk ,

Mit selbstmord oder ausschluss aus der familie

Kommentar von Nemesis900 ,

Bevor ich jemanden meine Kinder bedrohen lasse würde ich das definitiv in kauf nehmen. Zumal soetwas, vor allem ersteres, eh nur leere Drohungen sind. 

Kommentar von Goodnight ,

Eine äusserst kranke Drohung die in die Psychiatrische Klinik führt.

Das ist so bescheuert, dem Unterwirft man sich sicher nicht. Da würde ich noch feierlich den Strick und ein Messer dazu legen.

Antwort
von Goodnight, 12

Zwingen können die Grosseltern euch zu nichts. Ist ja tiefstes Mittelalter. Zieht so weit ihr könnt von den Grosseltern weg. 

Für die Kinder ist es enorm wichtig, dass die Eltern in der Sprache reden wo ihr Herz zu Hause ist.

Antwort
von Fred4u2, 40

Das hört sich so negativ an, sicherlich empfehlen sie es nur, erzwingen können sie es gar nicht. Erziehen tun die Eltern in erster Linie, daneben natürlich noch andere. Es ist eine gute Empfehlung die Kinder bilingual zu erziehen, aber von ganz Anfang an, nicht erst im Kindergarten oder Schulalter. Ich kenne eine binationale Familie mit zwei Kinder, ein Elternteil hat nur deutsch, der andere Elternteil nur tschechisch mit den Kindern gesprochen. Die Kinder können sehr gut und schnell von einer Sprache in die andere swiften.  http://www.bielefelder-institut.de/fruehkindliche-zweisprachigkeit.html 

Antwort
von Hamburger02, 27

Kann nur sagen, wie ich reagieren würde:

- als erstes würde ich feststellen, dass die Erziehung der Kinder Sache der Eltern und nicht der Großeltern ist

- Drohungen, hier sogar Nötigung, würde ich nie nachgeben. Wenn die Großeltern keine vernünftigen Argumente haben, haben sie auch nicht Recht.

- ich würde den Großeltern einen Kompromiss vorschlagen: sie können den Enkeln die zweite Sprache solange beibringen, wie die Kinder freiwillig mitmachen.

. oder ein anderer "Kompromiss": "Ihr könnt mit den Kindern so sprechen, wie ihr es für richtig haltet und wir können mit den Kindern so sprechen, wie wir es für richtig halten."

- ich würde auch nur in der Sprache im Alltag sprechen, in der ich mich besser ausdrücken kann.

Antwort
von Undsonstso, 36

Ich verstehe nicht ganz, wie Großeltern eine Allmacht besitzen und mit Drohungen etwas erzwingen können.....

Jeder der involvierten Erwachsenen sollte in der Sprache mit den Kindern reden, die er am Besten beherrscht.

Antwort
von Sonnenstern811, 52

Die Kinder von den Großeltern fernhalten. Vielleicht kommen sie dann zur Vernunft. Wenn es denn tatsächlich genauso geschieht, wie hier beschrieben.

Massive Drohungen wären ja eigentlich normal kaum möglich. Etwa Gewalt?

Expertenantwort
von latricolore, Community-Experte für Italien, Italienisch, Deutsch, Sprache & Schule, 25

Was kann man machen, wie sollte man mit dieser Sitation umgehen?

Kontakt abbrechen, was sonst?

Schade aber, dass sich die Fronten bereits so verhärtet haben, denn eigentlich hätte gar nichts dagegen gesprochen, wenn die Kinder bei und mit ihren Großeltern deren Sprache lernen würden, und bei euch halt Deutsch.

Man hätte auch mal bedenken sollen, dass Familie ja nicht nur diese beiden Parteien sind - da gibt's ja sicher noch Angehörige im Herkunftsland, mit denen die Kommunikation dann ja auch unmöglich ist.

Ganz abgesehen davon, dass das automatische Erlernen einer zweiten Sprache wie ein Geschenk ist - es macht keine Mühe und man taucht in eine andere Kultur ein, die in eurem Fall ja ein Teil der Familie ist.

Ich denke, ihr sollte mal mit der Friedensflagge winken und euch nochmal ganz in Ruhe zusammensetzen.
Und nein - hier einen Kompromiss zu finden sehe ich nicht als nachgeben, falls es das ist, was euch stören, schwerfallen würde.

Expertenantwort
von AstridDerPu, Community-Experte für Sprache, 33

Hallo,

ich bin zwar grundsätzlich auch für eine bilinguale Erziehung und bilinguale Kindergärten und Schulen, denn bekanntlich wird das Gehirn in den ersten 5 Lebensjahren gestaltet.


Wer schon einmal im fremdsprachlichen Bereich mit Kleinkindern zusammengearbeitet - nicht gelernt, gedrillt, gepaukt, sondern gespielt, gesungen, geturnt, gebastelt, gemalt, gereimt, erzählt, gekocht - hat, weiß dass Kleinkinder wahre Sprachgenies sind.

Kinder saugen Wörter (Redewendungen, Tonfall, Sprache) wie ein Schwamm auf, während Erwachsene sich Vokabeln 'einhämmern' müssen. Im Gegensatz zu Erwachsenen kennen Kinder keine falsche Scheu, reden wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, haben keine Angst davor etwas falsch zu machen, sich eine Blöße zu geben.

Auch ist es häufig so, dass Kinder, die zweisprachig aufwachsen, sich mit dem Erlernen einer (weiteren) Fremdsprache leichter tun, weil sie ein Ohr für Sprachen entwickelt haben, das Gehirn entsprechende Strukturen / Verbindungen dafür entwickelt bzw. gebildet hat.

Zwang ist aber immer ein schlechter Lehrmeister! und kontraproduktiv.

AstridDerPu


Expertenantwort
von earnest, Community-Experte für Sprache, 25

Bilingualität ist eine wunderbare Sache. Aber sie muß freiwillig sein. Das gilt für ALLE Beteiligten. 

Gruß, earnest

Antwort
von pfeifferlinus2, 86

Naja, also ich würde sagen: Euer Kind, eure Entscheidung. Und vor allem ist es, wenn der "fremdsprechende" Partner die Sprache nicht so gut beherrscht, auch für das Kind keine so perfekte Situation. Lasst euch nicht einschüchtern und erzieht euer Kind so, wie ihr es für am besten haltet!

Antwort
von kordely, 24

Sagt ihr, dass ihr die andere Sprache nicht so gut spricht, dass ihr sie beibringen könnte. Mittelstufe ist zu wenig. Dann sollten sie das machen. Dazu müssen sie öfter mit ihr treffen (wenn das möglich ist), oder mit anderen Muttersprachlern.


Antwort
von FeeGoToCof, 52

Mit der Hand auf den Tisch hauen und sich endlich abnabeln.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community