Frage von Kiwi543, 139

Wie kann man von einem Ängstliches oder Schreckhaftem Pferd das Vertrauen Gewinnen?

Hey Hey Also meine alte Reitbeteiligung wurde verkauft. Jetzt will ich es auf ihrer Schwester versuchen mit Reiten etc. Sie ist eine sehr Ängstliche und Schreckhafte Stute (9 jahre, Araber-Haflinger Mix, stand BIS JETZT mit ihrer Mutter und ihrer Schwester zusammen, ihre Besitzerin war recht Grob und nahm keine Rücksicht auf ihre Ängstlichkeit; und man kann alleine nichts mit ihr anfangen) und wurde seit 2 Jahren vielleicht 5x Geritten. Das aber auch nur weil sie sich oft erschreckt und dann Wegläuft. Ich habe nicht vor gleich zu Reiten, das habe ich bei meiner alten RB auch nicht gemacht, sondern werde erst Spazieren gehen, Bodenarbeit etc mit ihr machen. Putzen tu ich sie schon regelmäßig auch als ihre Schwester noch da war.

Was kann ich sonst noch mit ihr machen um ihr einfach zu zeigen das sie sich auf mich verlassen kann? Meint ihr das es für sie Anstrengend is, da sie ja selten geritten wurde? Gibt es beim reiten mit ihrer Mutter (Ist für Mittwoch geplant mit der Reitbeteiligung ihrer Mutter) irgendwelche Vorschläge was ich machen soll? Wie kann ich uns eine Schöne Zeit zusammen machen? Andere Tipps sind gerne Erwünscht 😊 LG und Danke im Vorraus

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 32

Vertrauen braucht ZEIT und noch mal ZEIT. Das kann man nicht herstellen durch irgendwelche Übungen. Ein Pferd vertraut einem mit der Zeit, wenn es durch Kennenlernen erfährt, dass der Mensch verlässlich und nett ist.

Vertrauen ist etwas, das wächst. Du kannst auch das Wachsen eines Grashalms  nicht beschleunigen, indem du dran ziehst.

Da die BEsitzerin grob ist, hat sie vielleicht auch schon schlechte Erfahrungen gemacht. Dann dauert es noch mal so lange. Aber Vertrauen kann man nicht abkürzen.

Man kann ein Pferd gehorsam machen, aber Vertrauen bekommt man geschenkt.

Was du tun kannst: sei nett zu dem Pferd, sei einfühlsam, sei verlässlich. Und habe Geduld. Wenn du das bist, dann wirst du recht schnell Erfolge merken. Aber solltest du das Pferd lange, sehr lange haben, dann wirst du feststellen, dass Vertrauensarbeit ein immerwährender Prozess ist. Jeden Tag stellt das Pferd ständig neue Vertrauensfragen. Wenn das Vertrauen tief verwurzelt ist, dann verzeiht es natürlich auch Fehler, das ist klar. Aber es muss Wurzeln schlagen.

Man kann statt Vertrauen auch Beziehung sagen. Und jeder sollte wissen,dass Beziehung wächst und nicht machbar ist.

Kommentar von Kiwi543 ,

Eine wirklich schöne Antwort 😊 Hilft mir sehr Weiter Danke 😊

Kommentar von Urlewas ,

Sehr schön gesagt - so meine ich das auch. 

Antwort
von VanyVeggie, 65

Hallo, 

du kennst die Stute als schreckhaft und bist daher selbst etwas vorsichtiger. Wenn du z.B jetzt mit ihr spazieren gehst und hinten kommt ein Traktor, dann denkst du dir vielleicht "Oh nein Pferd erschreckt sich gleich...", wirst nervös und bekommst vielleicht etwas Angst. Das überträgt sich dann auf´s Pferd. Also musst du selbst sicher sein und ohne Scheu an dem Traktor vorbei, um diese Sicherheit dem Pferd zu vermitteln. 

Kurz gesagt: Das Pferd ist nur scheu, wenn du es auch bist. Wenn du ihr zeigst, dass du auf sie aufpassen kannst, dann wird sie sich dir gerne anschließen. 

Das braucht nur gegenseitigen Respekt und Vertrauen. Das bekommt man am besten durch Bodenarbeit hin, was du ja schon machst. 

Natürlich kann man es nicht vermeiden, wenn man z.B ausreitet und plötzlich fliegt ein Vogel aus dem Gebüsch, dass das Pferd sich erschreckt. Damit rechnest du ja selber nicht. Diesbezüglich kannst du später mal Schrecktraining machen. Dann dürfte es in so manchen Situationen deutlich besser werden. Passieren kann das natürlich immer. Bei jedem Pferd. Sind ja schließlich Fluchttiere. Man muss in solch einer Situation dann auch in der Lage sein, Ruhe zu bewahren und somit das Pferd wieder zu beruhigen. 

Ich wünsche dir viel Erfolg und Spaß mit deiner neuen RB!

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Kommentar von Kiwi543 ,

Aufjedenfall danke! Ich werds aufjedenfall versuchen mit ihr Viel zu machen! Schrecktraining hab ich mir auch schon überlegt, mit was msch ich das senn am besten? Mit Gegenständen im alltag oder wie?

Kommentar von Urlewas ,

Das beste Schrecktraining bist du selber - wenn das Pferd wegen den Vögeln oder was auch immer loshüpft, nimm es gelassen und mit Humor...

Dein eigener Schreck muss im Bruchteil einer Sekunde überwunden sein.

An Geräusche von Fahrzeugen kannst du es ja gewöhnen - da braucht man, denke ich, nichts zu zu sagen, das kriegst du hin ;-)

Kommentar von VanyVeggie ,

Genau so! :) 

Wenn du ansonsten wirklich gezieltes Anti-Schrecktraining machen möchtest, kannst du viel nehmen. Hier musst du aber ganz klar Grenzen erkennen können und darfst das Pferd nicht überfordern. 

Das geht dann mit einem Sack Dosen, Luftballons, Plane, Plastiktüte, Klingel. Viel mehr würde ich da gar nicht machen. Einfach nur um dem Pferd zu zeigen, was während einem Spaziergang oder Ausritt so vorkommt. 

Kommentar von Baroque ,

Kuhglocke! Meinem graut z.B. nicht vor den Kühen selber, sondern vor deren Glocken. Hab ich dann raus gefunden, als Kuh ohne Glocke ihm relativ leicht fiel, bei Glocke ohne Kuh aber ein bisschen die Sicherung flog ;-)

Kommentar von VanyVeggie ,

Jap wenn man Kühe mit Glocken in der Umgebung hat, dann auf jeden Fall. :) 

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 56

Das kommt einzig auf Deinen Charakter an und auf die Zeit, die Du dem Pferd widmest. 

Da brauchst Du nicht besonders machen. Das Pferd muss einfach merken, dass dich absolut nichts aus der Ruhe bringt. Diese Innere Ruhe brauchst Du - nicht mehr, und nicht weniger. Wenn du aufgeregt oder angespannt wirst, sobald das Tier erschrickt, merkt es das; du kannst dich nicht verstellen. Es spürt deinen Herzschlag, deinen stockenden Atem...

Wenn Du nicht gelassen bleiben kannst, lass  es mit dem Pferd. Wenn Du dagegen in jeder Situation Souverän bleibst, erledigt sich das Problem ganz von allein.

Kommentar von Baroque ,

Genau, es ist das Vorleben von Gelassenheit. Und die muss man selbst erlernen. Dem Pferd kann man nicht verbal vorliegen "es is nix", weil es so routiniert im Lesen von Körpersprache und Atmung ist, dagegen unsere Worte nicht kenne.

Kommentar von Dahika ,

das finde ich jetzt etwas übertrieben. Ich bin eine weitgehend angstfreie Reiterin und reite meine Stute nun seit 11 Jahren. Aber bin ich in JEDER Situation gelassen? Nö, bestimmt nicht. Allerdings kenne ich mich, und wenn ich merke, dass meine Gelassenheit flöten geht, dann steige ich kurzerhand ab.
Ich überfordere weder mich noch mein Pferd.
Mein Pferd ist nun umgezogen in ein neues Reitgebiet. Um dahin zu kommen, muss ich ca 200 m eine enge, aber sehr befahrene Straße entlanng gehen. Ne, das muss ich nicht haben. Also führe ich mein Pferd auf dieser Straße und sitze erst auf, wenn wir sie hinter uns haben.
Ich gebe freilich zu, dass mein Pferd an der Hand sehr sicher ist.

Kommentar von Urlewas ,

Ganz deiner Meinung - mach  ich genau so. Aber das war ja hier nicht die Frage..

Meine Antwort bezieht sich auf diese Frage oben, wie man Vertrauen überhaupt aufbaut.  Es geht mir darum, dass man nicht irgendein besonderes Programm braucht, um das Vertrauen eines Pferdes zu bekommen.

In einer  Gefahrensituatuion absteigen ist, glaube ich, noch nicht das Thema - sie schreibt ja,  dass sie erst mal noch gar nicht reiten will ( wenn ich es richtig verstanden habe, im letzten Abschnitt ist glaub die Mutter mit reiten gemeint...?)

Antwort
von Andrea275, 30

Am besten bekommt man vertrauen wenn man fast täglich bei ihr ist und sie nicht unter Druck setzt vllt findest du auch noch etwas was sie Verdammt gerne macht wie Zirkus Lektionen oder Ball spielen etwas damit sie Selbstvertrauen gewinnt und vertrauen in dich. Wenn sie erschrickt immer ruhig bleiben. Und du hörst am besten auch auf dein Bauch Gefühl wenn du selbst aufgeregt bist geh entweder gar nicht zu ihr oder putze sie nur.

Du kannst auch wenn sie soweit ist dir ein Buch über die GHP also gelassenheitsprüfung besorgen und dann damit weiter üben.

Zudem sollte klar sein wer bei euch zweien der herdenchef ist sollte sie dich anrempeln dann remple zurück einem herdenchef vertraut das Pferd mehr.

Kommentar von Dahika ,

Na ja, es sollte sich aber langsam mal herumgesprochen haben, dass das Konzept des Herdenchefs soooo einen Bart hat. gähn. Wir Menschen sind Menschen und nicht Herdenchefs.  Und durch Chefgehabe a la Parelli kann man ein Pferd gehorsam machen, aber sein Vertrauen bekommt man auf die Art nie. Und wehe, wenn der Gehorsam mal reißt und dann keine Vertrauensbasis da ist....

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 7

arbeite stetig, am besten täglich mit Geduld, Einfühlungsvermögen und Liebe, mach alles, worauf Du Lust hast und hole immer mal wieder ganz nlangsam 3-5mal tief Luft neben dem Pferd - da bringt euch beide runter....

Geduld ist  das Rezept,
die Zutaten variieren: Ausleinen, Musik, auslappen, klappersack, kullernde Bälle, Kindergeschrei, Hunde/KAtzen, Folien, anfangs gehst du hiterher, später daneben, noch später davor

und nie den ruhigen Atem vergessen...

Viel Erfolg und noch viiiiel mehr Geduld wünsch ich dir

Antwort
von Boxerfrau, 52

So wie du das beschreibst ist Pferd nicht ängstlich, es kennt einfach nix und bekommt deshalb Panik. Was man dagegen machen kann ist üben, üben üben... Also viel raus gehen und sie mit allem möglichem Bekannt machen.. Und selbst ruhig bleiben. Nimm dir einfach viel Zeit und lass das Pferd sich Sachen anschauen wovor es Angst hat..

Kommentar von Dahika ,

LOL... außerdem ist das Pferd ein Araber-Haflingermix. Ich will die Fragestellerin nicht ängstlich machen, aber das kann eine brisante Mischung sein. Wenn das Temperament des Arabers sich mit der Sturheit des Haflingers paart... oh la la....
Ich kenne so eine Stute. Bei ihrer Besitzerin gut Western geritten und leicht händelbar, bei den diversen RB ... au weiah...

Kommentar von Urlewas ,

Ich hatte so einen. Der war faul wie ein Sack alte Kartoffeln, aber  wenn er erschrak, isr er durchgegangen. Nicht bloß mal eben ein Stück schneller gelaufen - der ist gerannt, bis er umfiel. Mit mir oben drauf. Das hat er so oft gemacht, bis mich das ganze völlig kalt gelassen hat, weil ich daran gewöhnt war,  dass er eh erst anhält, wenn wir liegen. Ob du es glaubst oder nicht - ab da war der Spuk vorbei. Er fand dann ein neues Zuhause bei jemand, der ein Verlasspferd brauchte.

Kommentar von Boxerfrau ,

mhm ich hab mit denen immer gute Erfahrungen gemacht... Aber hab auch schon viel gehört von anderen.

Kommentar von Urlewas ,

@ Boxerfrau, mein Erlebnis ist 30 Jahre her. Scheinbar hat man das Problem  inzwischen erkannt und beeinflusst nun  die Charktereigenschaften  auch mit bei der Zucht.

Kommentar von Heklamari ,

ja, genauso ist es - die bekloppten Arabohaffis der vorletzten Jahrzehnte werden zum Glück weniger (die durchgeknallte F1-Gerneration ist der F2-5 gewichen und besser durchgezüchtet) - die heutigen sind prima, hab einen genialen superhübschen Wallach....

Kommentar von Boxerfrau ,

Bei mir 15 jahre

Antwort
von rubian02, 74

Du könntest sie mit deinem Sattel oder mit deiner Trense noch viel vertrauter machen, so merkt sie auch schon das sie davor keine Angst haben muss.☺
Lg☺

Antwort
von AchsooOk, 12

Sehr seeehr viel Zeit :)

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