Frage von Xeniabienchen, 114

Wie kann man Tod verarbeiten?

Hallo an alle ! Wie kann man am besten als Jugendliche den Tod von 2 Kinder verarbeiten, ich schaffe es einfach nicht. Ich vermisse sie soo unendlich sehr. Bitte keine unnötigen antworten.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Philipp59, 18

Hallo Xeniabienchen,

der Tod lieber Menschen (und dazu noch Kinder) gehört wohl mit zu den schlimmsten Erfahrungen, die man im Leben machen kann. Ich habe tiefes Mitgefühl mit Dir, zumal ich vor wenigen Jahren meine Eltern und eine meiner Schwestern durch den Tod verloren habe. Ich weiß daher, dass der Schmerz nach dem Verlust eines geliebten Menschen sehr groß sein kann und man braucht unter Umständen sehr viel Zeit, um diesen Schmerz verarbeiten zu können.

Mir hat jemand einmal erklärt, dass jeder auf eine andere Weise trauert und es auch kein Zeitmaß für die Trauer gibt. Das hat mir schon sehr geholfen. Ich finde es auch immer sehr hilfreich, wenn man mit jemandem über seine Gefühle sprechen kann, der vielleicht Ähnliches erlebt hat und sich am besten in meine Lage hineinversetzen kann. Da es allerdings manchmal sehr schwerfallen kann, über seine Gefühle zu sprechen, fand ich den Tipp sehr hilfreich, einmal all das aufzuschreiben, was einen bewegt und es dann später wieder zu lesen.

Was ebenfalls Erleichterung bringen kann ist, wie ich finde, zu weinen. Schon die Bibel sagt, dass es "eine Zeit zum Weinen" gibt. (Prediger, Kapitel 3, Vers 1 u. 4) Ja das Vergießen von Tränen der Trauer ist ein wichtiger und notwendiger Bestandteil des Heilungsprozesses. Du brauchst Dich daher nicht zu schämen, wenn Du weinen musst. Hinterher fühlt man sich immer ein wenig erleichtert. Ich glaube, es ist gar nicht gut, wenn man irgendwie versucht, vor anderen seine Gefühle zu verbergen und stark sein zu wollen. Seinen Tränen freien Lauf zu lassen, hilft am besten bei der Trauer.

Mir hilft auch ungemein die Hoffnung, die die Bibel im Hinblick auf die Verstorbenen gibt. Da ich mich viel mit der Bibel beschäftige, hat es mich sehr getröstet, das zu lesen, was Jesus einmal über die Toten sagte: " Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören   und herauskommen werden, ..." (Johannes, Kapitel 5, Verse 21, 28 u. 29a).

Diese Verheißung beschreibt, dass Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute. Wir werden sie so sehen, wie wir sie gekannt haben und können sie dann endlich wieder in unsere Arme schließen! Ist das nicht großartig?

Die Bibel lässt auch erkennen, dass wir dann unter friedlichen, paradiesischen Verhältnissen leben werden. Dazu heißt es in Psalm, Kapitel 37, Vers 29: " Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, und sie werden immerdar darauf wohnen."

Diese Hoffnung lässt mich immer wieder aufleben, besonders dann, wenn alles um mich herum grau und trüb aussieht. Ich danke Gott oft dafür, dass er uns diese schönen Verheißungen gegeben hat und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass er sie auch erfüllen wird.

Vielleicht könnte Dir ebenso wie mir die Hoffnung der Auferstehung helfen, mit der Trauer besser umgehen zu können. Ich sehe mit großer Erwartung der Zeit entgegen, in der niemand mehr den Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen ertragen muss und sich das erfüllt haben wird, was mit sehr ergreifenden Worten im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, beschrieben wird, wo es heißt:

"Dann hörte ich eine laute Stimme vom Thron her sagen: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.“ (Offenbarung 21:3,4). Dieser Text aus der Bibel gefällt mir besonders gut und ich denke oft über die Zeit nach, in der Gott dieses Versprechen wahr macht.

Trotz dieser schönen Hoffnung, die uns die Bibel gibt, bleibt der Schmerz nach dem Verlust noch immer sehr groß. Doch allein schon der Gedanke, eines Tages seine lieben Angehörigen und Freunde wiedersehen zu können, kann einem viel Trost geben und den Schmerz lindern. Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du mit Deiner Trauer einigermaßen leben kannst und Dein inneres Gleichgewicht wiedererlangst! Alles Gute!

LG Philipp

Kommentar von Xeniabienchen ,

Vielen Dank Philipp für dein hilfreiches und dazu noch ergreifendes  Kommantar! Lg Xeniabienchen 

Kommentar von Philipp59 ,

Gerne!

Kommentar von Xeniabienchen ,

Philipp, glaubst du, dass Verstorbene uns ein Zeichen geben, dass sie hier, unter uns sind. Ich habe das schon öfters vermutet, da wenn ich überhaupt nicht gerade an so etwas denke, etwas geschieht, was ich mir nicht erklären kann. Z.b ( ich habe noch eine Geburtstagseinladung von ihr, also sie war meine cousine, und er mein cousön in meine Zimmer stehen, sowie das Pate) Als ich mir dachte, dass ich jetzt nicht mehr Bete, weil ich mit dem abschließen wollte, schaltete ich das Licht aus und wollte schlafen, aber plötzlich viel die die Einladungskarte von meiner verstorbenen cousine hinunter, der Wind kann es nicht gewesen sein, da im Moment keiner da war....

Kommentar von Philipp59 ,

Hallo Xeniabienchen,

leider schaffe ich es heute nicht mehr, Deine Frage zu beantworten. Ich werde mich aber auf jeden Fall morgen Früh wieder melden!

LG Philipp

Kommentar von Philipp59 ,

Hallo Xeniabienchen,

vor vielen Jahren habe ich ähnlich gedacht wie Du. Meine Mutter hatte mir beigebracht, dass wenn beispielsweise ein Bild von der Wand fällt, dies ein Vorzeichen von etwas Schlimmem sei. Auch glaubte ich, dass uns mein verstorbener Vater vom Himmel aus beobachten kann.

Inzwischen weiß ich aus der Bibel, dass uns die Verstorbenen weder ein Zeichen geben, noch uns beobachten können, da sie nirgendwo weiterexistieren. Die Bibel sagt über die Toten: "Denn die Lebenden sind sich bewusst, dass sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewusst... Alles, was deine Hand zu tun findet, das tu mit all deiner Kraft, denn es gibt weder Wirken noch Planen, noch Erkenntnis, noch Weisheit in dem Scheọl [oder Grab], dem Ort, wohin du gehst" (Prediger 9:5,10). Die Toten befinden sich also in einer Art Todesschlaf, ohne jegliches Bewusstsein. Aus diesem "Schlaf" werden sie erst durch die Auferstehung "erwachen".

Viele glauben zwar, der Mensch besitze eine unsterbliche Seele, die nach dem Tod im Jenseits weiterlebt, doch widerspricht diese Vorstellung eindeutig dem gerade zitierten Text. Die Bibel sagt an keiner Stelle, dass wir eine unsterbliche Seele haben, im Gegenteil. In Hesekiel 18:4 wird über die Seele gesagt: "Die Seele, die sündigt, sie selbst wird sterben". Die eigentliche Hoffnung eines Christen besteht also in der Auferstehung. Gott ist in der Lage, sich an jeden Menschen, der einmal auf der Erde gelebt hat, zu erinnern und ihn zum Leben zurückzubringen. Der Tag der Auferstehung liegt allerdings noch in der Zukunft; wir müssen uns daher noch etwas gedulden, bis wir die Toten wiedersehen werden. Doch wenn dieses Ereignis herbeigekommen sein wird, dann wird unsere Freude unbeschreiblich groß sein. Sollten wir Gott für diese großartige Aussicht nicht sehr dankbar sein?

LG Philipp

Antwort
von hugyou, 56

Tut mir sehr leid für dich! kann ich höchstens nur erahnen was das für dich bedeutet. ich würde mich in so einem fall an einen spezialisten wenden. Zum Beispiel kannst du dich hier mal einlesen http://www.traumatherapie.de Ich denke je nach Ausmaß deiner Gefühlslage kann ich von einem Trauma ausgehen. Ich wünsche dir alles was du brauchen kannst um ein fröhlicher Mensch zu sein :]

Kommentar von Xeniabienchen ,

Vielen Dank hugyou. Es geht mir nach fast einen Jahr immer noch so beschissen, wenn ich das mal so schreiben darf. Ich habe das Gefühl, dass ich sie beschützen soll, aber nun machen es ja meine kleinen lieben :'(

Kommentar von hugyou ,

Meiner Meinung nach darfst du das absolut so formulieren! Vielleicht schreist du es einfach mal in die Welt hinaus wie  #*&$§&} (eigentlich sollte hier etwas anderes stehen, war wohl zu vulgär) das ist. Ich bin kein Experte und kennen tu ich dich auch nicht, kann mir vorstellen das es hilft. Natürlich wird so etwas endgültiges nicht rückgängig gemacht, ich denke die Gefahr könnte darin bestehen es in sich reinzufressen statt dem Druck ein Ventil zu geben. Z.B. mit jemandem der dafür qualifiziert ist zu sprechen.

Antwort
von Tasha, 34

Wenn jemand stirbt, der einem sehr nahe stand oder dessen Tod man noch lange nicht erwartet hat, dauert das "Trauerjahr" oft länger als ein Jahr. Das ist oft normal. Man muss als erstes akzeptieren, dass man immer noch trauert und immer wieder Trauer ausgelöst wird durch bestimmte Situationen (z.B. andere kleine Kinder zu sehen etc.). Man muss sich auch klarmachen, dass das kein anderer verstehen wird/ kann, der nicht Ähnliches schon durchgemacht hat, und andere Leute sich wundern werden, warum man noch trauert und "ob man nicht endlich mal über die Sache hinwegkommen will". Das meinen sie nicht böse, sie verstehen die Situation nicht.

Du kannst mit Geistlichen Deiner Glaubensrichtung ein Gespräch vereinbaren und darüber reden, oft erhältst Du dann andere Anlaufstellen. Es gibt auch lokale Trauergruppen (vor Ort) und online Trauerforen. Auch dort wird man oft besser verstanden als in der eigenen Umgebung.

Ich kann nur raten: Akzeptiere und "feiere", dass Du sie vermisst, also geh richtig in das Gefühl rein, schau Dir Fotos und/ oder Videos an, denke an sie, schreibe Erinnerungen auf. Man braucht oft eine (oder viele) Phase/n intensiver Erinnerung, die auch ggf. immer wieder aufbrechen. Wenn man dabei Weinen muss, ist das okay. Wenn es geht, rede mit anderen, die den Kindern auch nahe standen, über Eure Erinnerungen und Trauer/verarbeitung.

Kommentar von Xeniabienchen ,

Vielen lieben Dank, für diesen mitfühlenden Kommentar.

Antwort
von comhb3mpqy, 6

Du könntest mit einem Menschen darüber reden. Wenn Du nicht mit einem Menschen reden möchtest, den Du kennst, dann gibt es z.b. im Internet und über das Telefon anonyme Seelsorge, die auch nichts kostet.

Ich bin Christ und glaube an ein Leben nach dem Tod. Wenn man Gründe/Argumente haben möchte, um daran zu glauben, dann kannst Du mich in den Kommentaren fragen.

Antwort
von Lichtkraft, 26

Hallo, Liebes, einen Tod verarbeiten kann man nicht nach Rezept oder wie eine Schulaufgabe erledigen,das geht alles gaaaanz langsam! Du wirst sicher dauernd an die 2 Kleinen denken, sie Dir vorstellen, wie sie gespielt haben, wie sie mit Dir gesprochen haben... das wirst Du auch noch eine ganze Weile so machen, das ist ganz normal. Je näher Dir ein Mensch steht, umso intensiver hast Du dieses Gefühl. Auch macht man sich Gedanken, ob man hätte helfen können, dass es nicht passiert wäre, oder wie ist es passiert? warum ist das so passiert? Irgendwann findet man zu jeder Frage, die man sich selbst stellt, eine eigene Antwort. Und das ist auch gut so. Diese eigenen Fragen an sich selbst kann man nur sich selbst beantworten. Und irgendwann findet man dann viel später wieder neue kleine Menschen, zu denen man dann vielleicht eine ähnliche Beziehung aufbauen will wie zu den lieben Menschchen, die man verloren hat.... das ist Verarbeiten... aber wie gesagt, es dauert lange... Du hast ja jetzt Ferien...

Kommentar von Xeniabienchen ,

Das schlimmste ist, wie sie eben ums Leben kamen, ihr Haus brannte ab und die beiden auch. Mehr will und kann ich dazu nicht sagen. Es dauert noch zu den Ferien, denn ich komme aus Österreich... Vielen lieben Dank, für diesen Kommentar. Musste Weinen. :'(

Antwort
von Lichtkraft, 19

Hallo Xenia, ich hatte mir schon so etwas ähnliches gedacht, weil Du Dich ja eben erst angemeldet hattest hier, vermutlich extra deshalb... ja, das ist noch viel schlimmer, als wenn ein Mensch normal stirbt. Diese Grausamkeit kann man nicht begreifen, nie entschuldigen, es schockiert und macht Angst. Es ist nur so, dass auch andere Menschen Dein Problem hatten. Es kommen leider viele Menschen auch noch auf ganz grausame Art ums Leben und nicht so, wie man denkt nur mit einschlafen und das wars. Meine Mutter ist als ich 20 war auch in einen Zug hineingefahren und wurde 200m mitgeschleift und das Auto und sie verbrannten... Ich habe bestimmt ein halbes Jahr dafür gebraucht, habe nachts nicht schlafen können, weil ich den Vorgang wohl mir selbst immer wieder im Traum vorgestellt hatte und bin nachts plötzlich nass aufgewacht... ja, das ist so, aber irgendwann ist es vorbei und Du hast diese Vorstellungen satt, Du akzeptierst das "Schicksal" und dass Du es nicht ändern kannst... das wirst Du auch schaffen, Ganz liebe Grüße zu Dir nach Österreich

Kommentar von Xeniabienchen ,

Das tut mir sehr Leid... Ich versuche das so zu nehmen, wie es ist, aber alleine die Vorstellung, was sie durchmachen mussten und, dass ich sie nie wieder sehen werden... Sie waren 10+11 Jahre jung. Lg 

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