Frage von Yvi48, 40

Wie kann man sich gegen zu hohe Nebenkosten, in dem beschriebene Fall, währen? Ist des rechtlich überhaupt erlaubt?

Ich bezahle für 39 m2 170€ paschal jeden Monat an Nebenkosten. Ich wohne in einem Studentenwohnheim und habe das Einzimmerappartement von meinen Vormietern übernommen. Später hat sich herausgestellt, dass die zu zweit genau so viel bezahlt haben, wie ich jetzt zahlen muss. Der diese Zimmer vermietet ist eine Agentur. Der Vermieter meinte es wäre ja eigentlich egal wie viel im Monat bezahle als ich ihn auf die schon sehr hohen Nebenkosten vor Vertragsabschluss ansprach. Er meinte solange ich unter den Kosten bleibe habe ich am Ende des Jahres einen Geldregen. Darauf habe ich dann vertraut. Im nachhinen habe ich dann auch die Information gehört, dass es nicht erlaubt sei so viel im voraus zu verlangen, da es zu Lasten des Mieters geht, da das Geld was zuviel bezahlt wurde, was bei der Höhe schon sehr wahrscheinlich ist, auf dem Konto Zinsen gebracht hätte und dies zu gunsten das Vermieters nicht rechtens ist.

Kennt sich da einer aus und könnte mir weiter helfen? Ich wäre euch sehr dankbar!!

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von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 27

Da es sich um eine Vorauszahlung handelt, bei der eine Rückerstattung zu erwarten ist, fällt das nicht unter den Wucherparagraphen.

Wenn es so ist, dass die Vormieter so hohe Nebenkosten verursacht haben, dass tatsächlich monatlich € 170,- entstanden sind, dann ist der Vermieter gehalten, auch wieder einen ähnlichen Betrag als Vorauszahlung zu verlangen. Würde er zu wenig verlangen und später kommt eine Nachzahlung, sieht er sich ggf. dem Vorwurf ausgesetzt, dass er absichtlich den Betrag so niedrig angesetzt hat, um seine Bude auch an den Mann zu bringen.

Das Zinsargument ist bei dem derzeitigen Zinsniveau ein recht schwaches. Damit kommst Du nicht weit und provozierst höchtens ein feines Lächeln.

Kommentar von Yvi48 ,

Genau das wollte ich wissen.

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 40

Deine Bemerkung, dass du monatlich p a u s c h a l 170,00€ an Nebenkosten bezahlst, ist vermutlich falsch, wenn der Vermieter und nicht eine Agentur (Vermittler) jährlich oder nach 12 Monaten die Betriebskosten abrechnet.

Allerdings hast du den Mietvertrag mit diesen hohen BK unterschrieben und kannst nicht vor einer Abrechnung die BK monatlich eigenständig herunter fahren.

Studentenheime müssen als solche gekennzeichnet sein. Hier gelten nicht in jedem Fall die Mietgesetze. Falls das Studentenwerk der Vermieter ist, kannst du mit einer ordnungsgemäßen BK-Abrechnung rechnen.  

Kommentar von Yvi48 ,

Also ich zahle wirklich pauschal 170 Euro Nebenkosten monatlich. Das ist eine Vorauszahlung und dann am Ende des Jahres wird geguckt wieviel ich verbraucht habe. Bei niedrigem Verbrauch wird dann der Rest wieder erstattet. ( Wenn er es schafft eine korrekte Abrechnung zu erstellen). Diese Agentur vermietet diese Zimmer. Es ist ein Studentenwohnheim aber nicht Uni zugehörige, sodass das Studentenwohnheim nicht zuständig ist.

Kommentar von Havenari ,

Der Begriff "pauschal" ist in diesem Zusammenhang irreführend. Als Pauschalmiete wird es bezeichnet, wenn die Nebenkosten unabhängig vom Verbrauch bezahlt werden. Das ist bei dir gerade nicht der Fall.

Antwort
von Mikkey, 39

Wieviele Zinsen würdest Du denn erwarten bei - z.B. - um 1200€ zu hohen Nebenkostenvorauszahlungen? Das macht vielleicht 3,60€ aus und nochmal das Doppelte, wenn die Abrechnung sehr spät im Folgejahr erfolgt.

Warte die Abrechnung halt ab, wenn Du X Euro erstattet bekommst, verlangst Du halt eine um X/12 Euro niedrigere Vorauszahlung.

Ohne die Wohnung zu kennen, kann man auch nicht schätzen, wie hoch die Nebenkosten ausfallen.

Antwort
von Hexe121967, 39

warte doch mal die nächste abrechnung ab. schau dann wieviel du zu viel gezahlt hast und verhandel dann neu mit deinem vermieter. 

Kommentar von Yvi48 ,

Ja, das wollte ich auch machen. Mich interessiert das rechtliche , ob nur ich das so empfinde oder ob es irgendwelche Grenzen gibt etc. Damit ich Argumente habe. Da er das ziemlich locker sieht. Nach dem Motto ich bekomme es ja irgendwann zurück. Pro Monat weniger bezahlen wäre schon schön, da es auch hier schon öfters vorgekommen ist das die Abrechnung falsch ist und dann bekommt man es nur schwer wieder.

Kommentar von Gerhart ,

Bei einer nachgewiesene falschen Abrechnung werden die BK so angepasst, dass der Vermieter klagen muss, wenn er seine (falsche) Meinung durchsetzen will. Du hingegen kannst den Vermieter zusätzlich über ein gerichtliches Mahnverfahren zur Herausgabe der Erstattungen zwingen.

Antwort
von violatedsoul, 35

Rechne pro Quadratmeter 2,50 - 2,80 Euro an Nebenkosten. Alles darüber ist übertrieben.

Kommentar von Yvi48 ,

Meine liegt bei 4,35€ 😒

Kommentar von violatedsoul ,

Dann besprich das umgehend mit deinem Vermieter. Das Höchste der Gefühle sind 3 Euro.

Kommentar von Hexe121967 ,

das kann man pauschal auch nicht sagen. heizöl und gas waren in den letzten jahren extrem teuer, müllgebühren, wassergebühren und abwasserentsorgung steigen auch ständig an. die versicherungen wollen auch jedes jahr mehr. 

Kommentar von violatedsoul ,

Vermieter sind aufgefordert oder angehalten, sich um günstige Tarife bei Anbietern zu kümmern. So wie jeder Privatmann wechseln kann, können das auch Vermieter-Unternehmen.

Kommentar von Havenari ,

Im Durchschnitt liegen die Betriebskosten laut Mieterbund bei 2,19 € - im Westen etwas niedriger, im Osten etwas höher. Davon kann es natürlich je nach Objekt mehr oder weniger deutliche Abweichungen geben.

Kommentar von violatedsoul ,

Über 4 Euro sind massiv abgewichen. Ich hab mir mal sagen lassen, dass 2,50 Euro reell sind und nicht über 3 Euro.

Kommentar von isebise50 ,

Mal eine dumme Frage: Auf welche Personenzahl beziehen sich denn die hier in den Kommentaren angeführten Durchschnittskosten/qm? Es macht doch einen erheblichen Unterschied, ob in einer 100 qm Wohnung eine oder 6 Personen leben (und die personenbezogenen Kosten für z.B. Wasser, Abwasser oder Müll damit vervielfachen).

Kommentar von violatedsoul ,

Es bezieht sich rein auf die Quadratmeterzahl einer Wohnung.

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