Wie kann man seinen eigenen Schreibstil verbessern?

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7 Antworten

Ehrlich gesagt ist diese Frage nicht so einfach zu beantworten. Weil Du schreibst, Du möchtest Deinen Schreibstil verbessern, vermute ich, dass Du großen Wert auf das Wort legst. Damit einhergebend gibt es aber das Problem, dass man fast immer (zu) selbstkritisch ist, und selbst wenn man einen "tadellosen" Text aufs Papier gebannt hat, kann das Denken kommt, dass der Text so banal, so belanglos, so unvollkommen wirkt.

Einige der Tipps, die Du bekommen hast, sind gut.                                          Viel lesen, zum Beispiel.                                                                                    Nur reicht "viel lesen" alleine nicht aus, wenngleich es für einen Autoren ein sehr wichtiges Instrument ist. Lies viel, vor allen Dingen aber lies genau. Analysiere den Text. Stelle Dir vor dem Lesen die Frage, wie der Autor zum Beispiel Szenen beschreibt oder wie er Dialoge umsetzt. Untersuche den Charakter der Person. "Kupfere" ab, wie Protagonisten oder Antogonisten agieren und reagieren. Achte darauf, wie (und wann) die Figuren Gestiken und Mimik einsetzen.                                                                                       Und: sauge Wörter auf!                                                                                   Jedes Wort, dass Du liest aber nicht kennst, ist ein Wort, dass Du nachschlagen solltest. Und - so Du die Möglichkeit hast - anwenden. Anwenden hat den Vorteil, dass es nicht bloß im passiven, sondern in den aktiven Wortschatz wandert, und je größer der Wortschatz, desto größer die Verbesserung des Stils.

Schreiben ist ebenfalls sehr sehr wichtig.                                          Allerdings (wobei dies jetzt nur meine unmaßgebliche Meinung ist) solltest Du vielleicht nicht unbedingt auf Computer lostippen, sondern mit Füller/Kugelschreiber/Fineliner/Tintenroller oder - so wie meine Wenigkeit - auf einer mechanischen Schreibmaschine schreiben.                                     Der Hintergrund ist, dass man durch die Entschleunigung (man ist ja automatisch langsamer als mit Brüderchen Computer) eine gewisse Zeit hat, um die Wörter im Kopf zu formulieren, ein Gespür zu bekommen, welche Wörter man einsetzen kann (und sollte), wie die Sprachmelodie am besten zum Einsatz kommt. Ich weiß, für die meisten klingt dieser Ratschlag vollkommen bescheuert, aber ich kann zumindest von mir behaupten, dass es sich positiv auf meinen Schreibstil ausgewirkt hat.                                       Und vielleicht auch nicht mit einem Riesenprojekt wie ein Buch anfangen. Stürze Dich erstmal auf Kurzgeschichten oder auf kurze Szenen (Kurzgeschichten sind eigentlich auch eine Herausforderung. Von daher lieber kurze Szenen oder kurze Geschichten, einfach, um zu lernen)                              

Betaleser: Um es mal mit den Worten der Combo "Fettes Brot" zu formulieren: "Ja, Nein, ich mein Jain." Betaleser sind wichtig, keine Frage. Man selber ist betriebsblind und sieht so manche Sachen nicht, und da sind Betaleser genau jene, die den Finger draufhalten und sagen: Ändern, ändern, ändern.                                                                                               Die Schwierigkeit jedoch ist, den richtigen Betaleser zu finden. Jemanden, der genauso tickt wie der Autor selbst, der nicht nur das Fachwissen zum Thema Schreiben lebt, nein, er muss auch in der Lage sein, mit dem Autoren zusammen im Stile des Autoren den Text so zu verbessern, das beide damit zufrieden sind.   

Und noch eines zum Thema Lesen: Es gibt diverse Schreibtipps, sei es in Büchern, sei es im Netz. sei es in diversen Fachzeitschriften. Nimm Dir diese erstmal zu Herzen und halte Dich sklavisch dran.                                 Anfangs.                                                                                                           Irgendwann, wenn Dir diese Regeln in Fleisch und Blut übergegangen sind, wenn Du wie aus der Pistole geschossen die Regeln aufsagen kannst, wirst Du diese Regeln brechen können/dürfen, ja, sogar müssen, wenn dies zum Wohle der Geschichte geschieht. Im Grunde genommen ist es wie beim Rollenspiel: Man hält sich an die Regeln - bis man merkt, dass die Regeln die Geschichte behindern. Dann bricht man sie. Nur muss man vorher die Regeln kennen.

GLG

Tichuspieler                                                                                    

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Ich war auch manchmal etwas unzufrieden mit den Texten die ich geschrieben habe. Da habe ich beim Lesen von anderen Büchern mal darauf geachtet wie die Autoren geschrieben haben. Ich mache es jetzt natürlich nicht genauso aber ich habe mein Problem dadurch erkannt und meine Texte gefallen mir jetzt viel besser. Versuch das auch mal, vielleicht findest du ja auch raus was dein Problem beim Schreiben ist.

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Lass deine Texte kritisieren.

Und bitte dabei explizit um vernichtende Kritik, nicht um Lob und/oder Schönrednerei.

Es kann zwar ganz schön weh tun solche Kritiken zu lesen und/oder zu hören, aber auf keine andere Art kannst du so viel über deinen Schreibstil und deine Mängel lernen.

Es gibt einige allgemeine Punkte die man beachten kann/sollte, aber weitaus nehr lernst du eben aus Kritik.

Falls du solche Kritiken wünschst, kann ich dir helfen, bin selber Autor.

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Ich habe mir die anderen Antworten nicht durch gelesen, also könnte es sein, dass ich eine Antwort wiederhole. Also mein Schreibstil war am Anfang wirklich schrecklich jedoch durch das tägliche lesen von Bücher oder Geschichten auf Wattpad, hat sich mein Schreibstil ziemlich verbessert.

xx

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Das Rezept ist leicht, die Umsetzung nicht immer: Lies viel, schreib viel, überarbeite deine eigenen Texte.

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Kommentar von Jerne79
25.11.2016, 16:09

Davon abgesehen wäre es natürlich hilfreich herauszufinden, was dir an deinem eigenen Stil nicht gefällt, sonst wird es schwer, gezielt nachzubessern.

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Ich kann Dir ein tolles Buch empfehlen. Es heißt "Deutsch für Kenner" und ist vom sogenannten Sprachpapst Wolf Schneider geschrieben, einem richtigen Schreib-Profi, weil er in seinem Leben schon sehr viele Journalistenschüler ausgebildet hat. Darin geht es um die treffende Wortwahl, den richtigen Satzbau, um den Einsatz von Metaphern etc... Wenn man ihn gelesen hat, muss man hinterher auf jeden Fall ehrlich mit sich und seinen Texten sein und sie verbessern, wo es nur geht. So könnte es klappen. Viel Erfolg!

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Lese viele Bücher.

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Kommentar von HappyHund
25.11.2016, 16:01

Es geht um Schreibstil, nicht um Schriftbild

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Kommentar von jf20011
25.11.2016, 16:07

Der Imperativ von lesen ist lies und nicht lese...

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Kommentar von jf20011
25.11.2016, 16:41

Das hat nichts damit zu tun. Auch eine höfliche bitte benötigt den Imperativ. Bei deiner Aussage kann man von ausgehen, dass du selbst viele Bücher liest. Das ist einfach nur falsch.

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