Frage von Lessuelsch, 88

wie kann man psychologisch/ medizinisch mein Verhalten deuten?

Eine Phase, normaler Prozess der verarbeitung, Trauerverlauf, Depressionen, oder einfach nur eine Macke...?

Meine Wohnung, mein Gefängnis...?

Irgendwie fühle ich mich zunehmend unwohler... Meine Wohnung wirkt wie ein Verlies auf mich. Sobald ich nicht am Laptop bin oder keine Hintergrundgeräusche laufen, wirkt meine Wohnung unheimlich. Seit zwei Wochen habe ich glaube ich drei mal die Wohnung verlassen. Tag und Nacht verwischen, manchmal kriege ich es kaum noch mit. Der Gedanke rausgehen zu müssen, machts nicht unbedingt besser. Es ist schrecklich, ich will nicht hier sein und rausgehen will ich auch nicht. Mich anziehen, schminken, rausgehen das erscheint so weit und so unwirklich. Ich habe angst mein Laptop auszumachen und die plötzliche leere und stille zu spüren. Ich habe Angst vor der Stille... vor den Gedanken... Ich hoffe das alles hört endlich auf. Fühle mich nach und nach immer ohnmächtiger. Ich weiß ja im Grunde was richtig und was falsch ist und ich weiß eigentlich auch, dass ich das nicht will bzw. was ich will und dennoch bin ich unfähig es zu machen. Ich verstehe mich selbst nicht mehr. Ich hasse mich langsam dafür, dass ich nicht funktioniere wie ich es will. Ich mein ich sollte doch zumindest die Kontrolle über mich selbst haben. Ich will wieder meinen Elan und Lebensfreude zurück. Ich zucke zusammen beim Gedanken, dass sich jemand mit mir unterhalten will. Mich hat eben jemand, denn ich seit einer Weile kenne angeschrieben und fragte ob wir evtl kurz telefonieren wollen. Ich sagte ja und jetzt suche ich nach einer Ausrede um dem aus dem Weg zu gehen :(

Ich bin ein einziger Trauerkloß ich verschreck ihn doch bestimmt. Ich kann nicht jetzt witzig und charmant sein, kokett antworten etc. Und wenn ich es versuche wirke ich vermutlich einfach nur peinlich. Am liebsten würde ich mich verstecken und gar nicht mehr rauskommen :(

-Zur Hintergrundsinformation was man evtl wissen sollte ist, dass die letzten2-3 Monaten enormen Stress ausgesetzt war, Klausuren, Trennung, untreuer Freund, Umzug in einer unrenovierte Wohnung, finanzen,....

Antwort
von Ottavio, 10

Meine Liebe, das hat jetzt etwas gedauert mit meiner Antwort. Mir ist nämlich auch nicht ganz klar, ob Du jetzt eine ernsthafte Depression hast und die Hilfe einer/s  Psychologin/en o.ä. brauchst oder nicht. Das müssen wir weiter beobachten. 

Vorerst einmal denke ich, dass Du unter einem Stressabbausyndrom leidest verbunden mit Trennungsschmerz. Beides ist normal, zusammen kann es heftig sein.

Das erste trifft zum Beispiel häufig Menschen wie mich, Lehrer etwa, die pensioniert worden sind. Der Stress ist weg, das Stresshormon Adrenalin wird abgebaut, der Lebensinhalt fehlt, Viele Kontakte brechen ab. Es stellt sich eine Leere ein. Das hast Du jetzt.

Weniger heftig hatte ich das auch. Man kann was dagegen tun, z.B. in diesem Forum Fragen beantworten. Allerdings kann das auch süchtig machen. Ich fürchte, ich bin es schon, dabei bin ich erst drei Wochen dabei.

Gib Deinem Leben in den Semesterferien einen Inhalt. Es ist schwer, sich aufzuraffen die Wohnung zu renovieren. Plane es in kleinen Schritten. Lies gute Bücher, z.B. Simone de Beauvoir, Le deuxiem sexe - aber fang mit dem Schlusskapitel an, es sind über 900 Seiten. Schreibe Dir raus, was Dir wichtig erscheint. Versuche, jeden Tag eine halbe Stunde aus dem Haus zu gehen. Du musst Dich dafür nicht unbedingt schminken.

Wir bleiben an der Sache dran, melde Dich wieder.

Ich grüße Dich ganz herzlich !

Ottavio

Antwort
von Sinea99, 27

Hallo, das hört sich ziemlich nach einer Depression an. Ich würde dir raten einen Psychologen aufzusuchen.

Antwort
von zolling, 12

Hallo! Ich glaube nicht, dass es Dir hilft, wenn man Dein Empfinden aufgliedert und etikettiert. Das wäre dann vage ein Einbruch Deines Selbstwertgefühls wegen des Stresses, den Du gerade hast, und ausserdem weist Deine Frage womöglich auf eine Depression hin. vielleicht solltest Du, auch wenn es abgegriffen scheint,  Dir sorgfältig einen Partner, einen Therapeuten suchen , mit dem Du Dir ein Vertrauensverhältnis vorstellen kannst. Manchmal ist es nötig, ein oder mehrmals zu wechseln. Die Tatsache, dass Du hier eine so intelligente und subtile Frage formulierst,  kann aber auch eine Reaktion auf Deine zuletzt harte Zeit sein. Du willst Dir eben im Moment alles Verbindliche vom Hals halten. Damit wäre es völlig "normal" und wird langsam wieder vergehen. Also keine Panik, liebe Fragestellerin! Du kannst mich gern auch persönlich nach Hilfe fragen, in Form von email oder so. Meine Adresse ist   zolling@gmail.com. Liebe Grüße, Uwe Zolling

Antwort
von Clariiiii, 37

Ein Arzt könnte dir da mehr helfen.

Telefoniere mit dem Freund. Vielleicht kannst du ja mit ihm darüber reden. Jedoch sich so abzuschirmen bringt jede Menge Schlechtes mit sich, während so einer Phase. Also such dir ruhig Hilfe. :) Gute Besserung. 

Antwort
von bigeyedoll, 22

Was ist wenn du für ein paar Wochen bei deinen Eltern wohnst. Du kannst ein wenig mit deiner Mutter zeigt verbringen oder mit deinem Vater. Mir hat es oft geholfen wenn es mir echt schlecht ging, dass ich mit meiner Mutter anvertraut habe. Eltern kennen nun mal einen am besten und du bist dann nicht die ganze Zeit allein

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