Wie kann man mit Trauerreden Geld verdienen?

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4 Antworten

Geld kann man mit allem verdienen. Trauerrednerin kann ein sehr schöner Beruf sein - wenn man es nicht nur als schnelle Möglichkeit sieht, Geld zu verdienen. Die Menschen (und vor allem die Bestatter, die zuhören müssen) merken sehr schnell, ob jemand seinen Job gut macht oder nicht. Und ohne die Bestatter kommt man nicht in den Job.

Vergiss das Finanzamt nicht (300 Euro pro Rede hört sich erst mal nach viel an), die Zeit für das Trauergespräch, ohne das eine gute und persönliche Ansprache nicht möglich ist, die Fahrtkosten zu diversen Friedhöfen, die Berufshaftpflicht, Kosten für passende Klamotten usw., Rentenversicherung, Krankenversicherung, Flyer, Internetauftritt, Buchführung, Klinkenputzen bei Bestattern... Netto bleibt sehr viel weniger.

Und glaub mir, die Menschen merken sehr schnell, ob Du nur eine Standardrede mit ausgetauschten Namen und Daten runter leierst, oder ob Du für jeden eine individuelle Ansprache ausgearbeitet hast.

Ein guter Trauerredner/eine gute Trauerrednerin hat eine gute Lebenserfahrung und vor allem sehr viel Einfühlungsvermögen und gute Kenntnis von Trauerprozessen.

Du musst geklärt haben, wie Du selber zu Tod, Krankheit, Leid und Sterben stehst. Welche Erfahrungen hast Du in diesem Bereich? Welche Hoffnung kannst Du vermitteln? Wie viele Beerdigungen hast Du selber erlebt? Was hat Dir gefallen? Was möchtest Du nie wieder erleben - und darum selber unbedingt vermeiden?

Wenn Du ein wenig googlest, findest Du gute Literatur über Trauerreden, z.B. http://www.trauerredner-aachen.de/Buecher.html (Nein, ich bin das nicht, fand das Büchlein aber sehr ansprechend und habe einen ähnlichen Ansatz.)

Welche Beziehung hast Du zu Glauben und Religion? Für viele Trauernde ist das wichtig, selbst wenn sie nicht viel in die Kirche gegangen sind.

Vielleicht schaust Du Dir einfach mal die Todesanzeigen in Deiner Zeitung an und gehst auf ein paar Beerdigungen. Wenn du bereit bist, Dich auf Trauernde einzulassen und Deine Sache gut machst, kannst Du den Trauernden viel Gutes tun. Und dann ist es eine sinnvolle und erfüllende Aufgabe, für die man sein Geld zu Recht bekommt.

Auf der anderen Seite kann man in Trauerprozessen viel kaputt machen. Wenn man dann noch Geld dafür verlangt, wäre das irgendwie übel.

Der Markt ist eng. Manch ein pensionierter Standesbeamter arbeitet in diesem Metier und macht einem die Preise kaputt. Es gibt einzwischen eine ganze Reihe Theologen, die sich lange Zeit mit Trauer und Sterben, Gesprächstechnik und Reden befasst haben und eine starke Konkurrenz darstellen. Und Du bist nicht die erste, die aus dem nicht-religiösen Bereich in den Markt drängt.

Google mal ein wenig, telefonier ein wenig mit Menschen, die in diesem
Bereich arbeiten, unterhalte Dich mi den örtlichen Bestattern... Stichworte sind "freie Trauerredner", "freie Theologen", Arbeitsgemeinschaft freie Theologen...

Letztlich hast Du eine Verantwortung für Dich und Deine möglichen Kunden. Bist Du sicher, dass Du ihr gerecht werden kannst?

Ach so, ein Wort noch: Nur gute TrauerrednerInnen werden Dir sagen können, wie es geht. Andererseits machen sie sich selbst Konkurrenz, wenn sie Dir zu viel verraten. Insofern kommst Du gar nicht darum herum, selber aktiv zu werden, Dich selber um das Phänomen Trauer zu bemühen, Dich selber zu qualifizieren. Konzepte entwickeln, wie eine gute Beeridung aussieht. Texte und Lesungen und passende Musik zu finden. Überlegen, wie das alles in einem guten Spannungsbogen zusammen passt. Mal eben eine Ansprache schreiben: Ganz ehrlich: Ein guter Trauerredner, eine gute Trauerrednerin ist sehr viel mehr. Und daran musst Du selber arbeiten, Zeit investieren und Dir einen eigenen Stil erarbeiten. Das kannst nur Du selber. Niemand anders. Und es ist anstrengend.

Aber wenn Du es gut machst, ist es richtig schön.

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Ich denke, die einzige Möglichkeit wäre, Deine Dienstleistung Bestattungsinstituten anzubieten und sie dann auf Honorarbasis mit dem Bestattungsinstitut abzurechnen.

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Ich glaube nicht, dass es dafür speziell Leute gibt. Das machen normalerweise ja die Pastoren. Kann mir nicht vorstellen, dass du damit viel Geld machen würdest :D

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Kommentar von jessica268
24.02.2016, 04:38

Es geht mir nicht darum viel Geld zu verdienen. Ich habe ein geringes Einkommen und will es nur aufstocken. Mit etwas, was mir liegt. Ich bin jahrelang ehrenamtlich im Altersheim dabei gewesen. Mit dem Tod habe ich meinen Frieden und es ist mir klar geworden, daß es wichtig ist. Außerdem bin ich christlich. Keine Pastorin. Aber man kann damit Geld verdienen. Ich muß nur erst rausfinden, was die Bedingungen sind.

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Kommentar von geckobruno
24.02.2016, 06:56

Es gibt weltliche Trauerredner, denn je nach Region werden immer weniger christliche Trauerfeiern abgehalten. Da sprechen dann Trauerredner, oder aber auch Bestatter.

Für eine Trauerrede kannst du gut um die 300 Euro bezahlen, wo ich dann aber noch ziemlich tief angesetzt habe.

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Hallo,

du kannst vlt. eine Musterrede schreiben und dich dann bei Bestattungsinstituten damit vorstellen.

Als Trauerredner irgendwo unterzukommen ist schon schwierig weil es die "altbekannten" Redner gibt und auch wir Bestatter die Reden immer mehr selber schreiben und halten.

Um damit wirklich Geld zu verdienen muss man aber viel Geduld haben....

Es gibt auch Ausbildungen zum Trauerredner, musst mal googeln. Aber ob man das wirklich braucht weiß ich nicht.

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