Wie kann man Kinder mit Asperger-Syndrom im Kindergarten inkludieren?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Klare strikte Regeln. Einen immer wiederkehrenden Tages/Wochen/monatsrhythmus keine unvorhergesehenen Aktionen sondern die Kinder vorher vorbereiten.
In den Ecken und im Freispiel darauf achten, dass mit dem asperger keine große Gruppe mit Kindern auf engen Raum ist.
Angebote für Mimik und Gestik. Verschiedene Mimiken stehen für verschiedene Emotionen, auch wenn der asperger Gefühle und Emotionen kaum wahrnehmen, kann er übertriebene Mimiken lernen zu deuten.
Die Kinder natürlich über die Krankheit aufklären. Im Sportunterricht, spiele vermeiden bei dem die Kinder viel körperkontakt haben.
Achten wenn andere Kinder in einer Situation das Kind arg bedrängen, kann der asperger beginnen zu schlagen um sich so Freiheit zu verschaffen.
Finde die Stärken heraus und baue darauf auf. Bestärke das Kind in seinem können. Keine "Bestrafung" für Fehlverhalten. Versuchen Situationen die für das Kind unangenehm sind zu vermeiden oder das Kind heraus zu nehmen.

Wir haben zwei asperger in unserer Einrichtung. Eins von klein an in der Krippe und Kindergärten und nun Hort und eins das auch schon im Kindergarten da war und nun noch den Hort besucht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

? Weiterhin die Rolle des Erziehers.

Was das Inkludieren angeht:

  • Die anderen Kinder über das Anderssein des neuen Kindes aufklären und das Kind mit AS über die Besonderheiten der anderen aufklären. Das geht nur, wenn die Eltern den Erzieher über die Stärken und Schwächen ihres Kindes aufklären. Jeder Autist ist anders, daher können auch die bekannten Probleme bei jedem anders ausgeprägt sein und sich anders äußern.Es ist auch ein unterschied, ob das Kind mit AS ein Junge ist oder ein Mädchen. Jungen fallen mehr auf und werden recht schnell von gleichaltrigen ausgegrenzt. Selten leiden die Autisten daran, denn viele spielen lieber alleine. Nicht-autistische Mädchen integrieren gerne alle in ihr Spiel. Man muss da aufpassen, ob sie das autistische Kind nicht gegen dessen Willen in die Puppenecke zerren (ich war oft deren Opfer und es ging mir nicht gut dabei, ließ aber alles über mich ergehen). Hier genau die Situation beobachten und notfalls einschreiten und das autistische Kind unauffällig aus der Situation "retten", indem man es Blumen gießen lässt oder was auch immer. Will das Kind mitspielen, sucht Spiele, die für alle machbar und schön sind.
  • Feste Sitzplätze, geht das nicht, bekommt wenigstens der Autist seinen eigenen, festen Platz. Dort isst das Kind, dort bastelt es usw.
  • Klare Regeln und Strukturen. Ausflüge usw. vorab ankündigen. Gibt es bei eurem Spaziergang Umwege wegen Bauarbeiten, sagt es dem Kind vorher, damit es darauf vorbereitet ist, heute einen anderen weg gehen zu müssen. In dem Alter sind solche Dinge noch ein kleiner Weltuntergang, weil man sich das nicht erklären kann und einfach nur Angst hat.
  • Die Balance finden von: Jetzt hat er/sie (Autist/in) das Spielzeug und jetzt dürfen andere auch einmal damit spielen. Das zu lernen ist sehr wichtig und auch Autisten sollten da nicht ausgeschlossen werden von dieser wichtigen Regel, teilen zu lernen. Heutzutage denke ich oft, dass kleine Autisten zu sehr in Watte gepackt werden. In dem Fall sollte auch der Autist lernen, dass er nicht seine gesamte Kindergartenzeit über die Bauecke für sich alleine haben darf. Ich hab das- damals undiagnostiziert- auch gelernt ;o)
  • Beim essen die Eltern fragen, ob es Besonderheiten gibt und wenn es nichts extrem lebenswichtiges ist, gleich beim ersten mal erklären, zu hause ist das "so"- hier so und daher gibt es einen Teller bei Erbsen, Kartoffeln und Fleisch, keine 3 Teller. Oft ergeben sich Eltern dem Gebrüll des Kindes und lassen es seine Regeln durchsetzen. Das fängt bei einer bestimmten Nuckelflasche an und hört auf, "wie" später das Essen auf dem Teller platziert wird. Wenn man aber vorneweg die Regeln des Kindergartens durchsetzt, könnte man so auch Probleme des Kindes angehen. Klappt es nicht und das Kind verweigert die Nahrungsaufnahme einige tage, kann man es so machen wie es das Kind will. Aber mit Rücksprache mit den Eltern kann man es versuchen. Mit einem guten Frühstück, Kaffeetrinken und zu Hause dann Abendbrot überlebt ein Kind schon mal ausgefallene Mittagessen.
  • Dinge erklären und darauf achten, keine Redewendungen anzuwenden. Nicht einfach sagen, das darf man nicht, sondern Dinge erklären. Autisten hinterfragen viel und wenn sie nicht wissen, warum sie etwas nicht dürfen, testen sie es aus. Nicht aus Provokation oder um eure grenzen auszutesten, sondern weil es das wissen will bzw. was passiert, wenn es das macht.
  • Nicht in "Babysprache" reden oder wie manche mit Kleinkindern reden- sondern eher normal.
  • Bestrafen/schimpfen nur, wenn es kein autismusbedingtes Versagen war. Bei AS hat man motorische Störungen. ich bin 31 und stolpere, kleckere usw.- da ruhig bleiben. Schlägt es aber andere, kann man die Situation klären und das Kind auch wie die anderen bestrafen. Auch wenn Autisten aus anderen gründen andere schlagen, lernt das Kind so, dass das die Konsequenz ist und kann in jungen Jahren eher als später durch Therapien seine Impulse zu kontrollieren. So sehen auch die anderen Kinder, dass der Autist keinen Freibrief hat und so bekommt er keine Negativ-Sonderrolle. Wichtig ist, auch das andere beteiligte Kind anzuhören und notfalls beide bestrafen. Passiert sowas in der Gruppe, habt ihr doch auch eure "Gruppen-Petze", die dann ausplappert, wer wem zuerst gehauen hat ^^Denke das reicht erstmal, oder braucht ihr noch mehr?
Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
  • Der Kindergarten braucht eine Ruhe-Ecke, damit überreizte Kinder sich jederzeit zurückziehen können, ohne sich vorher erklären zu müssen.

  • Tägliche Aktionen wie Essen etc. sollten zu festen Uhrzeiten stattfinden.
  • Sportspiele sollten keinen Körperkontakt erfordern.
  • Fehlverhalten nicht sofort betrafen/tadeln, sondern ruhig erklären, warum das jetzt falsch war und was richtig gewesen wäre. Immer nach Gründen fragen!
  • Bitte keine Zwangsintegration wie "du musst jetzt mal mitspielen..."
Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Mit einem Integrationshelfer.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von kgsbus
11.05.2016, 20:07

So ist es: Mehr ist nicht zu sagen.

0
Kommentar von GroupieNo1
11.05.2016, 20:18

Braucht man nicht!

0
Kommentar von GroupieNo1
11.05.2016, 20:30

Es wäre schön wenn die Leute lesen! Hier geht es im inklusive und nicht Integration!
Keine Sonderstellung innerhalb einer Gruppe sondern einfach ein Teil der Gruppe zu sein, wie jeder andere. Jeder ist etwas besonderes und so haben die einen braune Haare und leben nur bei der Mutter und der andere ist eben asperger und hat blonde Haare. Jeder ist verschieden und individuell und dennoch in der Gruppe gleich!
Integrationshelfer = Integration!
Und ja man kann auch einen asperger in einer 25 er Kindergartengruppe super fördern, fördern und Händeln! Ohne weitere Hilfe von außen!

0