Wir sind mit der Tochter unserer Freunde übers Wochenende verreist, damit diese mal Zeit für sich hatten. Die 4-Jährige hat gleich am ersten Abend ein großes Theater gemacht, obwohl wir uns sehr oft sehen und gut verstehen. Sie hat vorher auch schon bei uns übernachtet. Aber an diesem Wochenende war sie leider nicht mehr zu trösten. Was macht man da am Besten? Man kann ja nicht immer sofort alle Zelte abbrechen und nach Hause fahren...
Ablenkung und nochmal Ablenkung, Rituale einhalten, Konsequent sein, Grenzen zeigen und dadurch Halt vermitteln (aber nicht streng, ärgerlich, böse werden). So blöd es sich anhört, Kontakt mit den Eltern vermeiden, die Sehnsucht wird noch größer und ein evtl. falsch vormulierter Satz weckt Alleingelassen sein. Am Tag viel unternehmen, Kind müde "machen" abends beim Einschlafen singen nicht sprechen oder dikutieren. Wenn gar nichts geht Kind nicht unnötig Leiden lassen. So würde ich es versuchen!!!
Wenn der Moment gekommen ist, ist es meist zu spät, leider. Im Vorfeld kann man eine Menge tun, indem man das Kind darauf vorbereitet. Wenn es weiß, was es erwartet, ist das Heimweh weniger stark ausgeprägt. Wenn man selbst weiß, mit welchen Ritualen das Kind zu Bett gebracht wird, das Kuscheltier und das Lieblingsbuch nicht fehlen, und die Uhrzeit stimmt, ist schon eine Menge gewonnen. Auch regelmäßiger Telefonkontakt (im Vorfeld abgesprochen) kann den Kummer verringern. Manche Kinder in diesem Alter können sogar zur Tagzeit ganz klar auf die Frage antworten: “Was sollen wir machen, wenn du Heimweh bekommst?“ Vielleicht ist auch beim nächsten Mal auch der umgekehrte Fall möglich, nämlich, dass die Eltern verreisen und ihr das Kind zu Hause hütet, was ja wohl funktioniert?

Ich leide mein ganzes Leben schon unter Heimweh. Und das einzige was mir vielleicht hätte helfen können, ist ein Umfeld, das sich TATSÄCHLICH für mich (als Mensch) interessiert hätte. Das ist allerdings anstrengend, und - so interessant das klingt - meist zuviel verlangt. (Da die meisten Menschen schon mit sich/den eigenen Beziehungen genug Probleme haben. Bzw. das psychologische Know-How/Einfühlvermögen nicht jedermanns Sache ist.)
Ich würde in so einem Fall für jeden Tag eine kleine Attraktion für das Mädchen einbauen (Zoobesuch, Tretboot fahren, Eisessen usw.) Wichtig ist es in dem Alter, dass die Einschlafrituale erhalten bleiben.Die Planung für den folgenden Tag kann dabei auch besprochen werden und die Kleine hat etwas, worauf sie sich freuen kann

Meiner Erfahrung nach haben besonders Kinder starkes Heimweh, deren Eltern schwer loslassen können. Die Kinder spüren das sehr genau und verhalten sich dann entsprechend. Auf jeden Fall ist es gut, das Kind abzulenken - ihm etwas besonderes zu bieten. Das muß aber nicht unbedingt etwas Sensationelles sein, sondern etwas, das es z.B. zu hause nicht machen kann. Etwa Malen mit Wasserfarben oder helfen zu kochen oder backen, oder zusehen, wid ein Fich geputzt wird. Bei jedem Kind gibt es doch etwas, wovon es fasziniert ist. Das sollte man schon im Vorfeld klären, damit sich das Kind auch schon auf die gute Gelegenheit freuen kann. Es kann dann natürlich immer noch passieren, daß man dann nächtens hunderte Kilometer fahren muß, um das kind heimzubringen, aber es war zumindest ein Anfang.
klingt sehr nach seelischer grausamkeit. es gibt doch nicht besseres als zu reden, gerade am abend um den tag revue passieren zu lassen, um über ängste und sorgen zu diskutieren. heimlichkeiten, verdrängen und totschweigen macht alles nur noch schlimmer.
wie kann man auf so eine ausführliche und persönliche Antwort nur mit Daumen runter voten?! Es ist wirklich schade, daß man nicht mit seinem Namen und Erklärung "voten" darf!
Ich finde die Antwort von Capuccino super gut, denn hier geht es um ein vierjähriges Kind, da wird noch alles über die Gefühlsebene laufen, da nützen Gespräche überhaupt noch nichts, nur viel kuscheln , spielen alblenken. Hilfreich wäre auch zum Beispiel ein getragenes T-shirt von der Mamma oder dem Papa.
Gruß engelhaar!
Danke neurodoc und engelhaar :-)
Ich finde die Antwort von Capuccino super gut, denn hier geht es um ein vierjähriges Kind, da wird noch alles über die Gefühlsebene laufen, da nützen Gespräche überhaupt noch nichts, nur viel kuscheln , spielen alblenken. Hilfreich wäre auch zum Beispiel ein getragenes T-shirt von der Mamma oder dem Papa.
Gruß engelhaar!
Jaguar4, ich meine nicht das Kind in seiner Trauer alleine zu lassen, in dem Alter brauchen Kinder Rituale und zum Einschlafen viel Einfühlungsvermögen, gerade wenn Heimweh besteht. In dem Alter können Gespräche viel aufrütteln, ich glaube das ein abendliches Gespräch über Heimweh und alleine sein das Kind noch mehr beunruhigt und den Schlaf raubt. Vermeidungstaktik ist, meiner Meinung nach, angebrachter. Jeder Gedanke der nicht richtig aufgefangen werden kann ist ein schlechter Gedanke mehr.... Ich stimme Dir zu das man mit Kindern alles besprechen sollte, allerdings nur zu passenden Zeiten. Nicht in der Fremde, mit Fremden, über Fremde. (Ist nicht bös gemeint :-))
meine auch nur, dass man ggf die fragen nicht abblocken darf. auch wenn das kind "erst" vier jahre ist, wie gesagt, wurde, gerade die gefühlsebene ist sehr wichtig, und kleine kinder verstehen mehr als wir glauben.amsonsten finde ich deine ansätze auch gut.
und den kontakt zu den eltern unterdrücken halte ich auch für sehr falsch. kinder, die ihren eltern auch nur kurz entrissen werden, verstehen natürlich nicht warum. das kann die sogenannte gefühlsebene erheblich schaden.
also ich finde, jaguar4 hat absolut recht, ein kind von den eltern fern zu halten, ist absolut falsch.
Kinder die den Eltern entrissen werden klingt doch sehr dramtisch, es geht hier um einen Kurzurlaub. Keine Strafmaßnahme. Daher ist meiner Meinug nach Ablenkung das Beste. Kontakt zu den Eltern wenn überhaupt nur nach positiven Erlebnissen und wenn das Kind nicht müde ist.
Ich glaube das ein Telefongespräch und das wäre wohl der einzige Kontakt der sattfinden könnte, einem Kind noch mehr das Gefühl der weiten Entfernung verdeutlicht. Natürlich ist es immer abhängig vom Schweregrad, wie stark das Kind wirklich leidet. Wenn Du (das Kind) etwas hört, sieht was ihm fehlt wird der Schmerz, meines Erachtens, stärker als zuvor. Wie soll eine Mutter denn reagieren, jegliche Art von Zuspruch kann nach hinten los gehen, evtl. trauert sie selber so stark und kann ihre Gefühlsregung nicht verbergen, Kinder haben sensible Antennen dafür und werden in ihrem Heimweh noch mehr bestärkt. Ich hab ja schon im ersten Beitrag geschrieben, wenn es nicht mehr geht, sollte man das Kind nicht leiden lassen und das Wochenende abbrechen... PS:Ich finde das warum, wie Du schreibst, wird durch einen Kontakt noch mehr verstärkt.
Wir haben bei den Punkten, in denen wir uns unterscheiden, sicher unterschiedliche Situationen in unterschiedlicher Ausprägung vor Augen: Zur Erklärung des Telefonkontaktes: Wenn es bereits "brennt", könnten die von dir beschriebenen Effekte auftreten. Ein klar abgegrenzter Zeitraum für Telefonate gibt nach meinen Erfahrungen Sicherheit... und dieses Gefühl ist das Allerwichtigste. Gäbe es ein Allheilmittel, dann wäre es längst verbreitet. Daher kann ich die negativen Bewertungen auch nicht verstehen.
Ich denke auch, dass Kinder mehr verstehen, als wir denken. Fragen abzublocken, wenn sie vom Kind nummal gestellt werden, wäre verkehrt. Auch, wenn es um ein Telefonat mit den Eltern bittet, finde ich, sollte man das gewähren. Man kann zusätzlich immer noch das Kind tagsüber müde machen, viel unternehmen, Attraktionen für es vorbereiten uvm. Ob einem Kind Reden und Kontakt eher hilft oder nicht, liegt am Kind und kann m.E. nicht über einen Kamm geschoren werden. Wichtig ist, auf die Persönlichkeit einzugehen, Geborgenheit zu bieten und Freude zu vermitteln.