Frage von Frettchenlein, 331

Wie kann man jemanden helfen bei den Zeugen Jehovas auszusteigen? (Österreich)

Hallo!! Eine gute Freundin von mir hat folgendes Problem: Eine ihrer Mitschülerinnen würde in eine Zeugen Jehova Familie geboren. Sie glaubt jedoch nicht (bzw. nicht mehr), dass diese Gemeinschaft etwas gutes ist und würde gerne einen anderen Lebensweg einschlagen. Das Mädchen ist - genau wie meine Freundin, die ihr helfen möchte - erst 15 Jahre. Da man von den Zeugen Jehovas zwar relativ einfach aussteigen kann, aber danach sozusagen von der Familie und Gemeinschaft verstoßen wird - sprich man darf keinen Kontakt mehr zu den Mitglieder haben - kann sie das nicht bzw. nur sehr schwer ohne fremde Hilfe machen. Vor allem weil das Mädchen fast keine "Nicht-Zeugen" kennt bzw. meine Freundin, der einzige Mensch in ihren Leben ist, mit dem sie offen spricht und dem sie vertraut. Vor allen anderen Menschen, Mitschülern, Familie etc. spielt sie die gläubige Zeugin, und wird deshalb v.a. von den Mitschülern regelrecht verstoßen und immer wieder stark gemobbt. Das Mädchen hat selbst gesagt, dass sie sich sehr stark davor fürchtet die Zeugen zu verlassen und all ihre Freunde dort zu verlieren, da sie denkt in der "normalen" Welt nie Anschluss zu finden. Außerdem kommt es mir so vor, dass sie immer noch ein wenig Angst vor dieser Apokalypse , an die die Zeigen glauben, hat. (Soviel ich weiß, werden den Kindern der Zeugen Jehovas schon als Kleinkinder Bilderbücher gezeigt, in denen der Weltuntergang dargestellt ist. Man erzählt ihnen, dass nur sie, die Zeugen Jehovas mit ihrer Lebensweise, zu den Auserwählten gehören, die diese Apokalypse überleben werden.) Das Mädchen weiß rational gesehen, dass dies alles Manipulation ist und hat sich sehr stark mit Sekten und Manipulationsstrategien beschäftigt, jedoch wurde ihr diese Angst vorm Weltuntergang so stark ins Hirn gepflanzt, dass sie sich emotional nur sehr schwer davon lösen kann. Sie ist sich aber auch sicher, dass sie mit professioneller Hilfe diese "Restangst" und all ihre psychischen Probleme, die sie durch die Sekte der Zeugen Jehovas bekommen hat, in den Griff bekommen kann. Zur Zeit verbieten ihr ihre Eltern jedoch eine Therapie. Also zu meinen Fragen: Wie kann man diesem Mädchen helfen? Macht es Sinn mit den Eltern zu sprechen? An welche Behörde kann man sich wenden? Hat jemand von euch den Ausstieg geschafft? usw. Bitte erzählt mir alles, was irgendwie mit dem Thema zusammenhängt!

Antwort
von ilushh, 134

Hi ich gehöre nicht zu den Zeugen, lese grade sowas Erstmals. Wem oder was ich angehöre sollte dich nicht von deinem Urteil beeinflussen. Ich als ein ,,Mensch" gebe dir den Rat, dass du jeglichen Extremismus vermeiden solltest. Wie schwachsinnig ist denn der Gedanke, dass nur die Zeugen bei der Apokalypse überleben werden. 😀 Kein Mensch ist unsterblich. So oder so wird jeder sterben 😊. Du weißt garnicht, ob du die Apokalypse miterleben wirst. Wenn so eine Apokalypse sein wird, dann werden alle Menschen sterben. Und mein Glaube glaubt auch an einen Weltuntergang und der Widererstehung, Himmel/ Hölle. Wenn du Angst vor dem Tot also dem Ende von allen bist, würd ich dir sagen, dass du dies nicht brauchst. Ob du mir glauben willst überlasse ich dir. Schonmal andere Religionen recherchiert? Es bricht mir das Herz, zu höheren, dass euer Glaube/Regeln es verbieten nach dem Ausstieg deine Familie nicht mehr zu sehen. Tut mir leid ich hoffe du findest den richtigen weg.

Kommentar von ilushh ,

Hab jetzt direkt an deine Freundin geschrieben.

Antwort
von TheDarkSlam, 171

Sofern sie keine aggressive Familie hat die sie eventuell schlägt würde ich einfach sagen: "also Leute ich trete aus, bin jetzt Ace ist oder sonst was."  Wenn sie dann nach einer Begründung verlangen würde ich sagen:"Weil ich nicht mehr glaube und es andere Leute belästigt und nervt und ich nicht das Gefühl habe damit etwas zu bewirken. Außerdem hat jeder ein Recht auf seine eigene Meinung und glauben."

Antwort
von TUrabbIT, 307

Es gibt mehrere Aussteiger Organisationen die darauf spezialisiert sind beim ausstieg zu helfen, informier dich dazu am besten im Internet

Ein Ausstieg bei einer Sekte ist immer ein harter Schritt und erfordert viel viel Kraft durch zu ziehen. Schau mal im Internet ob es in der Nähe ein entsprechendes Aussteiger Programm gibt, bei dem sie Hilfe erfahren kann. Wichtig ist das sie möglichst viele Freunde hat die sie dadurch tragen und ihr auch eine Unterkunft vermitteln können, denn meist folgt auf den Ausstieg Psychoterror und eine komplette Abtrennung und Isolation von der Familie und allen Sekten Angehörigen.

Kommentar von Frettchenlein ,

Ja, diese Organisationen sind ein guter Tipp - ich habe gerade erst heute mit meiner Freundin darüber geredet und bin mit meiner "Recherche" noch nicht sehr weit gekommen. Danke :) Darf ich noch etwas fragen: Was meinst du mit Psychoterror?

Kommentar von TUrabbIT ,

Verschieden. Bei den Jehovas Zeugen vor allem durch Isolation soweit, das auch Familienmitglieder die Aussteiger bei zufälliger Begegnung absolut ignorieren und durch Besuche von Verantwortlichen von der Sekte mit eindringlichen Versuchen die Person zurück zu gewinnen und ein Horrorbild von der Außenwelt zu geben.

Antwort
von Aermelin, 165

Hallo Frettchenlein!

Da ich selber bei den Zeugen bin würde ich dir sehr gerne helfen! Ich mag zwar selber erst 15 Jahre alt sein aber ein wenig kann ich dir erzählen. Du sagtest ja das deine Freundin Angst vor der "Apocalypse" hat (Bei uns heißt das eher Harmagedon) Da braucht sie KEINERLEI Angst zu haben! Trotzdem spiele Auch ich mit dem Gedanken was wohl passieren würde. Aber mit der Hilfe unseres Gottes (Also Jehova) brauchen wir dies nicht zu haben. Selbstverständlich kann jeder selber entscheiden ob er bleiben möchte oder nicht. Und ja es stimmt das es zu einem Ausschluss kommt. Aber es ist nur so streng wenn man vorher getauft war. Dieser Ausschluss mag für viele sehr hart klingen aber eigentlich ist es sogar zu unserem Schutz gedacht. Man möchte damit erreichen das diese Person zum Nachdenken kommt und vll sogar zurückkehrt. Wenn natürlich alle Kontakt haben, ist es so das die Person vll denkt: "Ach naja ich kann mit meinen Freunden und Familie reden also was brauch ich die Versammlung schon". Das wäre natürlich schade! Klar es ist natürlich auch sehr schwet für Jugendliche in der Schule besonders. Aber du kannst dich darüber gerne selber  noch etwas mehr informieren auf unserer Website : www.jw.org.
Mit freundlichen Grüßen
:-) Bei weiteren Fragen melde dich bitte bei mir :-)

Kommentar von orashimen ,

Gegen den Ausschluss der Versammlung spricht ja nichts. 

Aber die Person sozial absterben zu lassen, also auch privat den Kontakt zu meiden war nicht im tadelbrief an die Korinther gedacht. Lese mal den tadelbrief von Anfang durch. Um was ging es? Richtig Verdacht auf Inzest und Hurerei. Die Korinther haben es geduldet. Daher der tadelbrief. Zeig mir eine stelle im neuen Testament wo dieser Ausschluss ins Privatleben ausgedehnt wurde. Und auch die auswirkung. Nicht mit einem solchen zu speisen...... kommt bestimmt dir in den Sinn. Ja mal überlegen wie waren die Sitten und Gebräuche in damaligen Zeiten? Es war keine Seltenheit das man seine Gemeinde zum essen einlud. Z.b auch s.g. liebesmahl daß auch zj kennen. 

Darauf bezog sich das Gebot nicht mit einem solchen zu essen. In der Glaubensgemeinschaft. 

Nur weil einer nicht mehr an jehova glaubt wird er von der Gemeinde und sogar von hartcore zj gemieden.

LG 

Antwort
von mandy000, 203

Erst einmal sollte man,bevor man Stellung bezieht, sich selbst vor Ort überzeugen. Mir ist bekannt,das man dort nicht ausgeschlossen werden kann, der dort nicht getauft wurde. Sie brauch also nur abzuwarten bis sie achtzehn Jahre alt ist, dann kann sie tun und lassen,was sie will. Scheinbar unterliegt sie dem Gruppenzwang,aber in jeder Richtung und leidet unter Menschenfurcht. Im Leben muss man lernen für sich selbst zu entscheiden,es kann einem nie jemand Anderes die Zunge im Mund umdrehen.Ja und richtige Freunde im Leben zu finden, braucht Zeit.Es geht nicht von heut auf morgen!
Mandy000

Kommentar von kyseli ,

Richtig , mit 15 ist die oben sicher noch gar keine Zeugin...geht halt in die Kirche.

Sonst hätte sie durch ihre Taufe ein anderes Fundament wenn sie so glaubt, wie du oben sagst.

Frage = mit Sicherheit ein Fake

Kommentar von wickedsick05 ,

Frage = mit Sicherheit ein Fake

es darf einfach nichts wahr sein was das eigene brett vor dem kopf verrücken könnte

Antwort
von BlackAngel76, 162

Hallo!

Erstmal finde ich es schön, dass du helfen willst. 

Ich bin mit 34 Jahren ausgestiegen und selbst für mich war es die Härte.. ich stand voll hinter meinem Entschluss, jedoch "hinterließ" ich meine Eltern, meine Kinder und alle sozialen Kontakte. Die Organisation der Zeugen erwartet von den Mitgliedern, "Ausgeschlossene" wie mich, komplett zu meiden. Man wird sofort degradiert auf "Weltmensch" und als dämonisch und schlechter Umgang betitelt. Meinen Kindern (13 und 14) wurde gesagt sie bräuchten mich nicht mehr lieben da Gott mich eh vernichten wird. (mein Ex ist auch Zeuge..)    es folgt der soziale Tod. Und wenn es das nicht ist, dann macht die jahrelange Gehirnwäsche den Rest. Wenn sie es schaffen WILL..wirklich.. dann braucht sie professionelle psychische Hilfe, sonst schafft sie es nicht. Nicht umsonst kehren viele aus Angst wieder zurück oder weil sie mit einem Leben ohne genauesten Vorschriften nicht zurecht kommen. Nicht wenige suchen den Freitod weil sie mit der Härte nicht zurecht kommen. Alleine schafft sie es nicht. Vor allem muss sie es aber erst mal wirklich wollen.

lg

Antwort
von newcomer, 184
Antwort
von Andi120, 145

Wenn mann es wirklich will solte mann es tun Aussteigen es ist am Anfang schwer wie du sagst weill mann in der Welt wie die ZJ sagen da keine Freunde hatt aber mit der Zeit passt mann sich an und da der Lebenswandel sich ändert finden sich mit der Zeit auch wahre Freunde au ohne ZJ.

Antwort
von MetIHaIPiIK, 331

Ich bin mit 14 ausgestiegen, wenn du oder sie Fragen hast, schreib mir am besten privat, da gibt es so viel zu schreiben, dass ich kaum den ÜBerblick habe bei so ner allgemein gestellten Frage.

Es ist schwer, aber durchaus möglich, aber die Religion wird immer Teil seines Lebens sein, allein, weil man seine Kindheit dort verbracht hat und die Eltern noch Teil davon sind.

Kommentar von Frettchenlein ,

Vielen Dank für dein Angebot! Ich werde es an meine Freundin und an das Mädchen weiterleiten! :) Dann können wir vlt alle drei mit dir schreiben! 

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