Frage von tommy40629, 102

Wie kann man gegen extrem schlechte Behandlung im Pflegeheim vorgehen?

Hey!

Ich schreibe bewusst so, damit keine Rückschlüsse auf die echten Personen möglich sind.

Zur Situation:

Oma Müller kommt zur Kurzzeitpflege in ein normales Pflegeheim.

Sie hatte sich etwas gebrochen und sollte einfach nur wieder laufen lernen.

Leider ist der Vormund von Oma und Opa Müller der deutsche Staat, weil es keine Patientenverfügungen usw. gab.

Oma Müller ist auf einer Demenzstation untergebracht!!!!

Die Heimleitung beschwert sich immer wieder, dass Oma Müller zu aufgeweckt ist:"Sie mischt die ganze Gruppe auf!"

Ist ja auch klar, wenn jemand als Normaler sich unter lauten Dementen (Demenzlern) aufhält.

Opa Müller erzählt dann der Familie, dass die leitende Ärztin des Heims angeordnet hat, dass Oma Müller ein starkes Beruhigungsmittel bekommen muss.

ACHTUNG!!!!

Das Medikament ist dafür bekannt, dass es Demenz auslöst.

Situation heute bei Oma Müller:

Mit Worten ist das eigentlich nicht zu beschreiben.

Oma Müller kann nicht mehr sprechen, sie brabbelt nur noch wie ein Baby. Wenn die Familie zu Besuch kommt, dann liegt Oma Müller in ihren eigenen Exkrementen. Macht man die ""Pfleger"" darauf aufmerksam, dann bekommt man als Antwort: "Wir haben jetzt Pause!","Dafür habe ich keine Zeit!" Als Oma Müller noch reden konnte, da hat sich immer gesagt, dass sie geschlagen wird.

Das Essen dort ist auch die absolute Katastrophe. Es gibt kein Obst, es gibt nur die billigsten Fertiggerichte, als Brot gibt es immer Weißbrot.

Und das Ganze kostet im Monat fast 4000€.

Auf dieser Station liegt ja nicht nur Oma Müller, den anderen MENSCHEN geht es ja auch nicht besser, die hier nur durch den Tod wieder wegkommen.

Man muss doch gegen diese katastrophalen Zustände irgend etwas tun können?

Antwort
von gschyd, 42

Natürlich - soll & kann man:

  • Als Verwandter die Vormundschaft beantragen (geht zumindest hier in der Schweiz)
  • offizielle Beschwerde bei der Vormundschaftsbehörde betr. Oma (an höchster Stelle des betreffend Ortes / Stadt & zusätzlich auf Ebene Bundesland)
  • offizielle Beschwerde bei der Sozialbehörde betr. Zustand der Einrichtung (auch hier Ort / Stadt wie auch Bundesland)

Alten- und Pflegeheime unterliegen der Heimaufsicht (oft angesiedelt bei den Stadt- oder Kreis-Sozialämtern, aber auch bei den Gesundheitsämtern). Diese achtet unter anderem darauf, dass die gesetzlichen Mindestanforderungen an die personelle Ausstattung eingehalten werden. Im Auftrag der Pflegekassen führt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) Qualitätsprüfungen der Heime durch.

https://de.wikipedia.org/wiki/Altenheim

  • sich an Organisationen für Senioren wenden (in der Schweiz haben wir Por Senectute)
  • ... gibt sicherlich noch mehr Möglichkeiten ...
  • und wenn alles nichts nützt Presse einschalten

D.h. Aufwand in Kauf nehmen & v.a. Zeit investieren - den mit sich beklagen allein ändert sich nichts.

Antwort
von BellaBoo, 59

Wendet euch an die BIVA http://www.biva.de/

und den MDK http://www.mdk.de/

Antwort
von Akka2323, 13

1. Man kann die Kurzzeitpflege jederzeit abbrechen und die Oma nach haus holen. 2. Patientenverfügung und "Vormund" (gibt es nicht mehr) haben nichts miteinander zu tun. Wenn Oma sich nicht mehr selbst um sich kümmern kann, kann sofort eine Gesetzliche Betreuung beantragt werden, Betreuer kann der Opa werden, oder Kinder oder jemand von Betreuungsverein. Der kann dann sofort eingreifen. 3. Alle Vorfälle schriftlich und mit Fotos dokumentieren und der Pflegekasse und dem örtlichen Gesundheitsamt melden.

Antwort
von JeremyPorridge, 46

Die Polizei drauf aufmerksam machen, mit rechtlichen schritten drohen wenn sich die situation nicht verbessert, wenn sies nicht tut rechtliche Schritte wegen Misshandlung und wegen des Medikaments vllt sogar schwerer Körperverletzung einleiten und die Oma DEFINITIV in ein anderes Heim geben wenn da solche zustände herrschen

Kommentar von tommy40629 ,

Ok, ich frage mal bei der Polizei nach, ob die dem nachgehen.

Kommentar von BellaBoo ,

Da als Vormund der Staat agiert können sie die Oma garnicht so einfach aus dem Heim rausholen. Dazu brauchen sie ein Einverständnis des Vormundes, wenn der es nicht gibt, dann wäre ein Rausholen und Verbringen in ein anderes Heim eine Entführung ! Das ist im Allgemeinen in dem Fall ein Riesenproblem, denn eigentlich müsste der Betreuer/Vormund hier handeln und Anzeige erstatten...wenn der aber der Behandlung mit Beruhigungsmitteln zustimmt...

Antwort
von Volkerfant, 13

Das sind Zustände, die man nicht akzeptieren muss. Du musst dich immer wieder beschweren, beim Personal, bei der Leitung, bei noch höherer Stelle. Wo bleibt da die Menschenwürde! Das Personal soll sich so was von schämen und die lässt man auf alte Leute los? Unvorstellbar!!!

Ich bin nicht vom Fach, aber es ist doch selbstverständlich dass ich im Kindergarten ein Kind sauber mache, auch wenn ich gerade in Pause gehen möchte. Dann verschiebe ich eben meine Pause.

Mache Fotos, dokumentiere alles, notiere genau die Namen der zuständigen Personen, nimm Zeugen mit. Gehe an die Öffentlichkeit, setzte einen Artikel in die Zeitung, gehe zum Fernsehen, schreibe einen Brief mit Fotos an das zuständige Ministerium.

So viel ich weiß, bleiben die Patienten selbstbestimmt. Wenn sie etwas nicht mögen, werden sie nicht gezwungen.

Medikamente, wie Psychopharmaka müssen sie nicht verabreicht bekommen, wenn die Angehörigen dies ablehnen.

Meine Nachbarin kam am Montag ins Pflegeheim, am Dienstag hatte sie schon das stärkste Psychopharmaka verabreicht bekommen, ohne dass man ihre Kinder informormiert, geschweigedenn gefragt hat. Die Tochter ist auf die Barrikaden und hat mit dem Arzt rumgestritten. Jetzt bekommt sie keines mehr.

Antwort
von helenaaschaber, 51

Das ist ja nicht mehr normal!
Müssen solche einrichtungen nich regelmäßig geprüft werden?

Antwort
von derhandkuss, 39

An erster Stelle würde ich den Weg über den Hausarzt (welcher auch über den Knochenbruch im Bilde ist) wählen. Bitte den Hausarzt um einen sofortigen Hausbesuch. Er sollte die Situation kompetent einschätzen, insbesondere auch die gereichten Medikamente beurteilen können. Als Hausarzt sollte er anschließend nötige Maßnahmen / Änderungen veranlassen können.

Antwort
von Spot1978, 49

Zeig die Heimleitung an und nimm Oma Müller zu Dir nach Hause.

Kommentar von tommy40629 ,

Klar, einen Menschen, der dank der BRD jetzt nur noch den IQ eines Säuglings hat, den pflegt man mal eben zu Hause.

Kommentar von BellaBoo ,

Staat = Vormund !

Rausholen ohne Einverständnis des Vormunds = Entführung !!!

Kommentar von Akka2323 ,

Es gibt keinen Vormund mehr und der Staat ist nie der Vormund. Es gibt nur eine Gesetzliche Betreuung, das ist entweder ein Angehöriger oder wenn die Angehörigen nicht wollen, ein berufsbetreuer und die kümmern sich eigentlich gut.

Antwort
von henzy71, 32

Leider ist der Vormund von Oma und Opa Müller der deutsche Staat, weil es keine Patientenverfügungen usw. gab.

Wieso sind Oma und Opa Müller unmündig?

Und das Ganze kostet im Monat fast 4000€.

Wer bezahlt das? Der Vormund, also der deutsche Staat?

Einem geistig gesunden Menschen gegen seinen Willen ein Beruhigungsmittel zu geben welches Demenz auslöst ist in meinen Augen Körperverletzung, wenn nicht gar gefährliche Körperverletzung. Ich würde mich an deiner Stelle mal anwaltlich beraten lassen.

Gruß

Henzy

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