Frage von Talayi, 62

Wie kann man gegen eine Krankenversicherung sein?

Hallo Leute Passend zum aktuellen Thema: Donald Trump hat die Wahl gewonnen. Eines seiner absurden Ziele ist es ja, u.a. Obamacare, also die Krankenversicherung, abzuschaffen. Aber wie kann man nur gegen eine Krankenversicherung sein? Naja, ob er es wirklich durchsetzt ist eine andere Frage, aber trotzdem? Die Krankenversicherung bringt doch nur Vorteile mit sich oder? Oder spricht etwas dagegen 

Und an das Geld kann es dch auch nicht liegen, so viel Geld er doch besitzt 

Danke schon mal im Voraus

 Lg

Antwort
von Hefti15, 15

Erstmals, Trump ist nicht gegen die Krankenversicherung. Es geht um die von Obama eingeführte Krankenversicherung bzw. um dessen Folgen. Selbstredend kann Trump dies (mit entsprechenden Entscheidungen im Senat bzw. Repräsentantenhaus wieder abschaffen.

Vorweg: Es geht nicht um meine (bzw. unsere) Einstellung zu dem Thema. Aber es ist nun mal so, dass gerade die USA bzw. deren Bürger teilweise ein ganz andere Vorstellung vom Staat bzw. vom Sozialstaat haben. Was bei uns vollkommen logisch und normal ist, ist für die schon Kommunismus pur (unabhängig ob der Begriff nun zutreffend ist).

Deshalb, gerade in den USA ist es so, dass der Staat soweit wie möglich sich aus allem raushalten soll und der Bürger die max. Freiheit haben soll. Und wenn wir aufgrund unserer Einstellung bzw. unseres Sozialstaates ein Vorgehen als absolut sinnvoll erachten, kann dies in den USA zur absoluten Ablehnung führen.

Antwort
von Huflattich, 10

Stell Dir vor, Du bist gesund und sollst/musst monatlich sauer verdientes Geld für etwas ausgeben,, was vielleicht nie eintrifft. 

Ein Gedanke der einem Amerikaner und manchmal selbst mir (wenn ich mir meine Beiträge so betrachte) eher fremd erscheint .Ich tröste mich immer damit dafür zu bezahlen nicht krank werden zu wollen .....

Ich denke, sie haben das Gefühl für etwas zu zahlen, was unnötig ist - genau genommen dann für diejenigen, die ständig krank sind.. .

Dann noch eine gute Sache ? Für einen echten Amerikaner - wohl kaum .......

Antwort
von Skinman, 8

Einerseits ist die Regelung wirklich nicht perfekt, aktuell zum Beispiel werden die Prämien um 25% erhöht, weil da natürlich hauptsächlich Kranke in der Kasse sind, während gesunde junge Leute sich weiter vor dem Solidarprinzip drücken. Das treibt den Geldbedarf rauf und die Einnahmen runter, und in einigen Landstrichen nehmen die Armen dann lieber die Bußgelder in Kauf, weil sie sich die leisten können - die Prämien aber nicht.

Aber der Hauptgrund ist natürlich die politische Korruption der Republikaner, die ganz tief in den Taschen der Pharma-Lobbyisten stecken. Und die wiederum wollen, dass das US-Gesundheitssystem auf das Erzeugen von Profit ausgerichtet bleibt wie bisher. Da hat Solidarität natürlich keinen Platz.

Antwort
von kubamax, 19

Für einen echten Amerikaner ist ein Sozialsystem kommunistisch und schwächlich. Die Amis halten die Europäer für Schwächlinge.

Kommentar von Hefti15 ,

Nein, das machen die "Amis" nicht.

Es gibt eben bei den Amis und bei uns einfache Leute, die eben das typische Nivoue eines Stammtisches haben.

Selbstredend gibt es daneben einen riesigen Bevölkerungsanteil von Menschen, die zumindest über einen gewissen Grad von Bildung verfügen. 

Und dieser große Teil bei den Amis, sieht die Unterschiede zu Europa bzw. wie wir unsere Gesellschaft aufgebaut bzw. organisiert haben. Die würden bestimmte Teile so gerne übernehmen, finden aber keine Mehrheit bzw. andere Teile nehmen sie zur Kenntnis, wollen aber ihre Gesellschaft nicht so organisieren.

Wie gesagt, auf beiden Seiten gibt es große Teile, die die Unterschiede sehen und bewerten und akzeptieren, dass andere Gesellschaften sich anders organisieren.

Man darf nur nicht die Meinung der meist ungebildeten Schreihälse auf Aufschneider zum Maßstab nehmen. Ist doch bei uns nicht anders. Im Internet beschimpfen die einfachem Menschen i.d.R. massiv und unqualifiziert die Amis. Sobald man sich aber in einem anderen Rahmen trifft bzw. mit Leuten, die nicht ganz so einfach gestrickt sind, werden Probleme bzw. Ansichten viel differenzierter beurteilt. 

Kommentar von kubamax ,

Natürlich gibt es nicht nur die Amis mit Vorurteilen. Es sollten sich weltweit liberale und solidarische Menschen vernetzen.

Antwort
von Geraldianer, 6

Durch das liberale Gesundheitssystem der USA zahlt der Durchschnittsamerikaner etwa 1,5 mal so viel für seine Gesundheit wie der Schweizer (die sind Vize-Weltmeister beim Zahlen). Allerdings bekommt er dafür ein Gesundheitssystem auf dem Niveau von Peru, einfach weil viele Amerikaner nicht versichert sind und die Privatversicherten eine unbezahlbare Luxusmedizin finanzieren müssen.

Obama wollte dies ändern und war damit auch erfolgreich. Was Untersuchungen belegen:

http://kff.org/report-section/ehbs-2015-summary-of-findings/

Alle empirischen Ergebnisse belegen, dass durch Obamacare Verbesserungen entstanden sind. Es sind mehr US-Bürger versichert und die Kosten sind gesunken.

Aber aus ideologischen Gründen sind viele Republikaner gegen die Regelungen. Neoliberale wie Trump interessieren sich nicht für die Wirklichkeit, sie leben in ihren Gedankenwelten.


Kommentar von Lestigter ,

Es sind mehr US-Bürger versichert und die Kosten sind gesunken.

Die Kosten sind gesunken?

Hast du deinen Link überhaupt durchgelesen? (in deinem Link geht es übrigens allein über die Arbeitgeber finanzierte Versicherung)

Zitat: Anstieg (4%) der durchschnittlichen Prämien für die Einmal- und Familienversicherung im vergangenen Jahr

Zitat: Der Anteil der Unternehmen, die mindestens einigen ihrer Beschäftigten (57%) und mindestens 63% der Beschäftigten einen Nutzen für die Gesundheit bieten, sind statistisch unverändert von 2014.

Zitat: Das Angebot und die Deckungsraten sind seit der Durchführung der Befragung sehr allmählich zurückgegangen, wobei die aktuellen Werte in der Regel unter denen liegen, die wir vor 2005 gesehen haben.

Man kann aber über deinen Link die richtigen Seiten finden, in denen was über die Gesundheitsausgaben steht, die der letzten Jahre und die zu erwartenden - Das Ergebnis ist aber auch nicht so, wie du behauptest - Böses Diagramm:

https://translate.googleusercontent.com/translate_c?depth=1&hl=de&prev=s...

Antwort
von voayager, 2

Tja, diese absurde Wildwest-Cowboy Mewntalität macht so was eben möglich.

Antwort
von Fairy21, 6

Lupoklick

"Esst doch Kuchen, wenn ihr kein Brot habt!"

Das soll angeblich "Marie Antoinette" gesagt haben, was vielleicht einer der Gründe war, warum die Französische Revolution ausbrach, bzw. wird dieser Satz in Bezug auf die Revolution damit in Verbindung gebracht. 

Umstritten ist, :

"Ob sie den Satz wirklich gesagt oder nicht? "

Antwort
von Istriche, 27

Sein Hauptargument ist ja, dass die "Obamacare" den Bürger letztendlich mehr kosten würde, als sie ihm einbringt (was vollkommener Quatsch ist), und dass sie außerdem den Staat zu sehr belasten würde.

Das ist halt Trump, wie er leibt und lebt.

Kommentar von Lestigter ,

Leider keine Ahnung, um was es geht, oder?

Aber versuchen, mächtig Meinung zu machen..

Kleiner Tipp - Die Versicherung benachteiligt Arme und untere Schichten. Denn deren Beiträge sollen von den Bundesstaaten gezahlt werden, die Bundesstaaten tun das aber nicht!

http://www.huffingtonpost.com/2014/07/09/obamacare-medicaid-uninsured_n_5572079....

Seit Anfang des Jahres nicht - und derzeit sind die Demokraten im Amt und bringen das nicht fertig, warum sollten die Republikaner, die das schon immer abgelehnt haben das weiter vorantreiben wollen, wenn es Obama selbst nicht fertigbringt?

Das wusstest du doch, oder?

Kommentar von Istriche ,

Aye, das weiß ich schon - aber nur weil es ein ausbaufähiges Konzept ist, heißt das nicht, dass das man es doch vollkommen niederschmettern muss, oder?

Obama hat das Problem, das viele Republikaner im Kongress sitzen und somit die Mehrheit der Stimmen haben. Gleiches verhält sich mit schärferen Waffengesetzen. Obama will ja - aber wenn er nicht die Mehrheit im Kongress erhält, weil die Republikaner in der Überzahl sind, kann er auch nichts machen.

Das wusstest du doch, oder?

Kommentar von Lestigter ,

Obama will ja - aber wenn er nicht die Mehrheit im Kongress erhält, weil die Republikaner in der Überzahl sind, kann er auch nichts machen.....Das wusstest du doch, oder?

Ob ich das gewusst habe?

Was wohl könnte ich damit gemeint haben, als ich schrieb:"warum sollten die Republikaner, die das schon immer abgelehnt haben das  weiter vorantreiben wollen, wenn es Obama selbst nicht fertigbringt?"

Lies bitte erst mal, was ich geschrieben habe, dann brauchst du es nicht zu wiederholen und so zu tun, als ob Ich das nicht wüsste..

Außerdem ging die Frage um Trump als Person /Präsident und nicht die Partei der Republikaner, schon klar? als nächstes

Du hast es immer noch nicht verstanden? - -In den Bundesstaaten, die einen republikanischen Gouverneur haben, wird da nicht mitgemacht - nicht unter Obama und nicht unter Trump!

Ist nicht so wie bei uns, dass die Tante Mutti was will und alle springen - Dort in den USA entscheiden die Bundesstaaten ganz anders als Washington und das ist Teil Ihrer Geschichte. 

Deshalb buckeln die Leute dort nicht  und finden es eher außergewöhnlich, wenn sich einer nicht selbst versichern kann und staatliche Almosen bekommt für die dann anderen aufkommen müssen..

Kommentar von Hefti15 ,

Machen sie es sich nicht so einfach. Sicher ist Trump für vieles zu kritisieren. Aber die Ablehnung von Obamacare ist sicher keine Erfindung von ihm und hatte auch schon vor ihm eine riesengroße Anteil innerhalb der Bevölkerung.

Fakt ist, dass wollte Obama unbedingt durchsetzten, hat es dann auch und es ist ihm nie gelungen, die Sinnhaftigkeit großen Teilen der Bevölkerung zu vermitteln.

Die ablehnende Haltung breiter Teile der Bevölkerung ist also nicht Trump in die Schuhe zu schieben, sondern ist ganz klar bei Obama zu suchen....

Kommentar von Istriche ,

Die Schuld lediglich bei Obama zu suchen, ist ebenfalls der einfachere Weg. Demokraten und Republikaner sind da beide nicht ganz unschuldig daran, dass es a) so eine große Politikverdrossenheit in diesem Land gibt und b) man nur zwischen Pest und Cholera wählen konnte.

Ich mag Trump nicht, und das ist eben meine Meinung. Kein Politiker ist perfekt, aber er hat den Vogel meiner Meinung nach wirklich abgeschossen.

Kommentar von Hefti15 ,

Doch, den Großteil der Schuld kann man schon eindeutig Obama anrechnen. Er wollte unbedingt in die Geschichte eingehen und wollte die Krankenversicherung (so) unbedingt einführen.

Er hat sich mächtig aus dem Fenster gelehnt und hat von Anfang an Kritiker von oben herab behandelt.

Nochmals, wenn eine Sache neutral betrachtet soviel Sinn macht, man es aber nicht schafft, die Kritiker zu überzeugen und stattdessen sich so arrogant verhält, dann muss man sich nicht wundern.

Nur zur Klarstellung, ich habe die Schuld nicht "lediglich" Obama zugeordnet. Aber dies ist ein Sachverhalt, bei dem man eindeutig erkennen kann, wie er einen großen Teil der Schuld trägt, dass dieses Thema so polarisiert.

Und nochmals, ich bin auch nicht von Trump überzeugt. Nur sollten sie sich angewöhnen, den Typen nur mit Sachen zu kritisieren, die Sinn machen.

Kommentar von Huflattich ,

So ganz ist das doch nicht von der Hand zu weisen wer gesund bleibt, zahlt doch wirklich "mehr als er herausbekommt" für mich erscheint das eigentlich logisch.

Ganz zu schweigen was in den letzten Jahren an Politik Kurs gefahren wurde..... 

Warum wurde Obama z.B. quasi im Amt nach zwei Jahren abgewählt - als das Repräsentantenhaus republikanisch wurde ?Klar, da konnte er dann keine Gesetze mehr durchsetzen.

So wie ich es verstanden habe muß der neue Präsident jetzt gut Wetter machen, um eine Chance zu haben seine Ziele durchzusetzen so einfach ist das im amerikanischen System glaube ich gar nicht.

Antwort
von Fairy21, 5

Stimmt das war eine gute Idee von Obama. 

Wird es rückgängig gemacht, können sich wieder viele keinen Arztbesuch leisten, oder nur mit Mühe und Not.

Diejenigen die es sich nicht leisten können, kratzen dann hoffentlich ab, Problem gelöst /Geld gespart,  so denkt meines Erachtens nach Herr Trump.

Solidarität mit dem Pöbel bestimmt nicht mit Trump, die vermeintliche Solidarität hat er vorgetäuscht um Stimmen zu kriegen. 

Nach den Motto/Mottos, :

Nur die Starken/Reichen überleben. 

"Wer Arm ist stirbt früher."

Antwort
von lupoklick, 6

Dieser miese Typ will die Mängel der Obama-Versicherung nutzen, um generell die PFLICHTVERSICHERUNG abzuschaffen,

Wer Geld hat, kann sich nach Belieben versichern,,,,,

Wie eine Fürstin in Preußen sagte:"Die Leute haben kein Brot ??? - dann soll sie eben KUCHEN essen!"

Was als  - unfreiwillig, aber zur Besänftigung der Arbeiter  -- "Beste Tat" Bismarcks galt, die Sozialversicherung,  das ist im "Land der Freien" offenbar noch heute Teufelswerk......

Kommentar von Huflattich ,

Wer Geld hat den interessieren die monatlichen Beiträge eh nicht (sie ärgern ihn eher)  Er zahlt lieber den Arzt für bessere Versorgung aus der eigenen Tasche.

Kommentar von Hefti15 ,

Na ja, die Wahrheit ist schon ein wenig anders. Die Kritik bzw. die Forderung die Obama Versicherung gar nicht erst zuzulassen bzw. wieder abzuschaffen, gab es ja schon vor Trump. Ihm das in die Schuhe zu schieben bzw. ihm einen besonderen Anteil daran zuzusprechen, entspricht nicht ganz der Realität.

Bei ihrem Zitat wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Dieser Satz wird Marie Antoinette in den Mund gelegt. Fakt ist, das soll sie nicht als Fürstin in Preußen gesagt haben, sondern als Königin von Frankreich. Und sie war sicher keine Fürstin (Preußen).

Zu ihrem letzten Absatz: Auch ihnen sollte langsam klar werden, andere Länder organisieren sich eben anders. Wir (auch ich) halten viel auf unseren Sozialstaat. Aber gerade sie sollten lernen, dass es Menschen gibt, die ihren Staat anders organisieren möchten. Das wir von den Freiheiten bzw. von dem persönlichen Verantwortungen, wie sie in den USA gelten, nicht überzeugt sind, ist eine Sache. Aber es ist deren freie Entscheidung.

Kommentar von lupoklick ,

"persönliche Verantwortung"  .... ich bin für Subsidiarität.

Im Fernsehen gibt es täglich Kinder zu besichtigen, die seit Tagen nichts zu Essen bekamen, nicht einmal die Pausenbrote des Filmteams....

Ich möchte nicht gern Spendenaufrufe für Kinder des "freien" Amerika sehen,,,,

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