Frage von moonchild1972, 166

Wie kann man Gedanken bewusst steuern und negativen Gedanken positive Gedanken alternativ entgegensetzen?

Liebe Mitglieder,

ich bin seit einem halben Jahr schwer depressiv. Meine Erkrankung hat das Symptom, dass man gedanklich in eine Negativspirale festsitzt und schwer aus eigener Kraft wieder rauskommen kann. Was kann ich effektiv denken oder gezielt entgegensetzen, wenn ich z.B. denke:

  • ich möchte mich umbringen. Ich will nicht mehr leben. Ich werde vom 17-stöckigem Hochaus springen und mich vorher betäuben.
  • es hat alles absolut keinen Sinn mehr!
  • ich bin wertlos und umwichtig!
  • Alles ist zwecklos was ich tu und bin! Es hat keinen Sinn für nichts und niemand!
  • Alles was wie Menschen tun ist zwecklos und heischen nach dem Winde.
  • Ich belaste andere nur, es ist für alle wirklich besser, wenn ich mich weg mache.
  • ich schaffe das mit meinen Wünschen (Arbeit, Karriere, Auswandern, Haus, Hochzeit) so wie so nie! Es ist eh alles zu spät. Viel zu spät!!!
  • Ich bin in Wahrheit der letzte Dreck! Wenn andere es sehen würden, würden sie sich alle abwenden.
  • Verlassenheistängste, wenn mein Partner geht: Er kommt nicht mehr zurück! Er wird mich eh verlassen. Er hält es nicht mit mir aus, und wird sich etwas vernünftiges suchen.

Ich sehe keine Ideen von Alternativen und keinen Ausweg aus der Negativspirale. Ich bitte Euch daher zwischenzeitlich um Hilfe, da es hier in Berlin zur Zeit schwer ist, einen Therapieplatz zu finden. Bin nur am hin - und her telefonieren nach einem Therapeuten, der Kapazität hat und eine Warteliste, zudem auch Kassenpatienten nimmt.

Danke im Voraus für Eure hilfreichen Antworten mit den Alternativen zu negativen Gedanken.

Euer Mondkind

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Brillentraegerx, 43

Das was hier steht, hatte mir eine Psychologin auch geraten:

http://www.zeitzuleben.de/negative-glaubenssaetze-3-schritte-die-dich-befreien/

Ich habe für mich selbst etwas gefunden, es hilft etwas bei zu vielen Gedanken und Gedanken, die immer extremer werden. Ich glaube wenn man es uebt, klappt es immer besser. So ist es mit allen Dingen:

Du konzentrierst dich auf deine Atmung.

Dann atmest du durch die Nase tief ein, so dass dein Bauch sich abhebt. 

Beim Ausatmen wieder durch die Nase, senkt sich dein Bauch wieder. 

Versuch nur an diesen Ablauf zu denken. Es werden Gedanken kommen, das ist auch normal, wenn sie da sind dann versuch nichts darueber zu denken, es nicht zu bewerten in schlecht oder gut. Konzentrier dich einfach wieder auf deine Atmung. 

Du kannst auch ganz normal atmen und dich auf diese Atmung konzentrieren. Tu so als waere die Atmung ein Gedanke. 

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ich möchte mich umbringen. Ich will nicht mehr leben. Ich werde vom 17-stöckigem Hochaus springen und mich vorher betäuben.

Das willst du nicht. Werd dir bewusst darueber, dass du eigentlich nicht sterben willst, dass du noch sehr viele Möglichkeiten im Leben hast. Stell dir vor du wuerdest in einer Stunde sterben, waerst du wirklich bereit?

Die Sinnfrage ist eine komplizierte Frage. Das Leben hat den Sinn, dem wir ihn geben. Für manche ist es Religion. Für andere Selbstverwirklichung oder Menschen/Tieren zu helfen. Das musst du für dich finden, aber stell diese Frage lieber zurück. Das Wichtigste ist jetzt für dich, dass du dich um dich selbst kümmerst. So wie wenn du dich um eine kranke Freundin kuemmern wuerdest.

Andere Menschen nehmen dich nicht so negativ wahr. Du selbst nimmst dich negativ wahr und gehst dann davon aus, dass alle anderen auch so denken muessen. Das strahlst du dann natuerlich auch aus z. B. in der Art wie du redest. Wenn du keinen Respekt gegenueber dir selbst hast, wenn du selbst nicht zu dir stehst, dann gibst du anderen Menschen die Macht ueber dich. Nur du selbst musst mit dir zufrieden sein, sonst niemand. Schreib dir mal die Dinge auf, die du schoen an dir findest und die Dinge, die du sehr gut kannst. Schreib dir auch deine Erfolge auf, egal wie klein sie sind. 

Es kann sein, dass deine Krankheit eine Belastung ist, das heißt aber nicht, dass man dich nicht mehr bei sich haben will. Stell dir vor das Kind einer Familie muesste bald sterben, die Krankheit und der Tod waeren eine sehr große Belastung für die Familie, aber NICHT das Kind selbst!!

Verlassenheitsängste:

Hier ist es wieder das gleiche.. Das was du ueber dich selbst denkst ist nicht die allgemeine Wahrheit. Wenn dein Partner es nicht ausgehalten haette, dann waere dein Partner schon gegangen. Dein Partner liebt dich und ist auch deswegen mit dir zusammen. Versetz dich richtig (!) in seine Rolle..Wenn man liebt denkt man doch ganz anders. Er will bei dir sein. Du selbst willst nicht bei dir sein, das kannst du nicht auf ihn uebertragen. Nimm seine Liebe an, auch wenn du es noch nicht nachvollziehen kannst, aber du bist liebenswert. Natürlich kann man nie wissen, ob man irgendwann verlassen wird, aber wenn du dir dauernd solche Gedanken machst kannst du seine Anwesenheit gar nicht genießen und es koennte auch dazu fuehren, dass du ihm das sagst, was sich negativ auf die Beziehung auswirken koennte. (Wenn du es zu oft sagst)

Es ist NIEEEE zu spaet um seine Wuensche zu erfuellen. Manche Menschen stehen sich selbst im Weg und sagen ab einem bestimmten Zeitpunkt z.B. mit 30 "jetzt ist es zu spaet um mir meine Wuensche zu erfuellen"... Es ist aber erst mit deinem Tod zu spaet. Bis dahin kannst du alles machen. Ich habe z. B. auch sehr oft Berufliche Maßnahmen und Schulen abgebrochen, aber bei meiner jetzigen Ausbildung sieht es so aus, dass ich sie durchziehen werde. Ich hatte auch Angst dass ich schon zu alt waere... Doch dort waren auch 10 Jahre aeltere! Erzaehl nicht jedem von deinen Wuenschen weil manche Menschen dich runterziehen koennten mit ihren eigenen Gedanken, dass es zu spaet waere.. Du kannst immer von neu anfangen bis es klappt.

Kommentar von moonchild1972 ,

ich bin in Tränen ausgebrochen, als ich diese Worte las:

"Stell dir vor das Kind einer Familie muesste bald sterben, die Krankheit und der Tod waeren eine sehr große Belastung für die Familie, aber NICHT das Kind selbst."

ich Habe nie in meinem ganzen Leben geglaubt, dass ich liebenswert sei. Ich habe immer geglaubt, ich falle anderen zur Last. Und dann ist da noch das uneträgliche Gefühl, dass in mir Gar - Nichts ist, was anderen wirklich hilft oder dass sie sich geliebt fühlen könnten. So ist mein Leben eine Lüge. Mit absoluter Leere in mir ist mein Lieben leer und eine Lüge und bin für niemanden hilfreich, weil meine Zuwendung nicht aufrichtig sein kann, wofür ich mich hasse.

Da Du schreibst, dass das Kind es selbst ist, was geliebt wird und dass es einzig die Krankheit sei, die die Familie belastet. Da habe ich für mich ein "Denkproblem". Ich verstehe, dass es um das Kind geht. Deswegen verstehe ich nicht, was das Kind ist. Denn ich weiß nicht, was ich wirklich bin und was meine Wert ausmacht.

Es gibt seinen Eltern nichts, als nur Kummer. Bei meiner Familie war es so. Meine Mutter hat mich abtreiben gewollt. Sie hasste meinen Vater und mich auch, als ich noch in ihrem Bauch war. Später hat mein Stiefvater mich über sehr viele Jahre sexuell missbraucht und geschlagen. Meine Mutter hat mich nie beschützt und mir nie geglaubt, dass es passiert ist. Und als sie einmal dazu kam, gab sie mir an allem die alleinige Schuld - bis einschließlich heute, wo ich schon 44 bin, wirft sie mir das vor. Und damals hat sie oft mitbekommen, dass es passsiert ist. Trotzdem hat sie nichts getan. Sie hat mich an ihn ausgeliefert.

Ich weiß inzwischen, dass mein Negativdenkmuster aus dieser Erfahrung meiner Kindheit herrührt. Es ist sehr schwer, die Glaubenssätze meiner Eltern zu durchbrechen. Ich kämpfe täglich für ein besseres Leben - nicht nur für mich, sondern auch für die, die mir teuer sind. Ich lasse mich nie gehen, dafür bin ich viel zu stolz, im Sinne von: Sei stark - und wenn es nur für Deinen Freund ist, für den es sich lohnt, da ein guter Mensch ist.

Nur oft ist es halt so, dass es auch mir mit dem Schicksal zuviel wird, mit all dem, was passiert, dass mir dieser Todeswunsch wie täglicher Schluckauf immer wieder hoch kommt.

Du schreibst, es ist NIE zu spät...ich würde es so gerne glauben. Ich bin so entsetzlich traurig.

Aber ich bin sehr dankbar für Deine Tipps aus dem Link und dass Du Dir die Mühe gemacht hast, mir so liebevoll zu antworten. Ich bin nicht daran gewöhnt, dass man gut zu mir ist, deswegen ist auch so schwer, die Liebe meines Partner wirklich annehmen zu können. Was ihn gewiss traurig macht, was mir wiederum Schuldgefühle macht. Deswegen denke ich schon wieder an den Tod, denn ich habe das Gefühl ich bin ein schlechter Mensch. Auch das habe ich von meinen Eltern :(

Trotzdem ganz lieben Dank dafür.

Kommentar von Brillentraegerx ,

Hm das mit deinen Eltern sind natuerlich sehr extreme Ursachen. Ich hoffe du bleibst da dran mit dem Psychologen. 

Du bist kein schlechter Mensch. Man kann seine Gedanken leider nicht von einem Tag auf den anderen ändern, sonst hättest du es ja auch schon getan. Nur weil nicht alles so laeuft wie es laufen sollte, heißt das nicht, dass du gleich schlecht bist. Du bist jetzt in einer Phase der Veränderung.. wenn du dich nicht umbringst. 

Leider kann ich dir nicht besser helfen, da ich bei deinen Ursachen Psychologin sein muesste. Ich kann nur sagen, dass du versuchen solltest dich ab und zu wie eine Freundin zu behandeln, dass du einbisschen auf deiner Seite bist. 

Antwort
von Sonja66, 53

Hallo Mondkind!

Also dass du festgestellt hast, dass es an deinen Gedanken liegt, ist ne ganz große Sache schon mal! Super!

So, wie du viel zu oft abwertend und negativ denkst, könntest du grundsätzlich natürlich auch positiv und hochwertig denken. Also mal rein theoretisch.
Somit könntest du deine abwertenden Glaubenssätze einfach ins Gegenteil davon ändern und positiv formulieren.

Wenn du das gemacht hast und dir die neuen Sätze dann durchliest, wirst du wahrscheinlich schnell denken:"Stimmt ja alles gar nicht".
Klar, weil deine Überzeugung ja eine andere bzw. gegenteilige ist.

Deine miesen Überzeugungen, also all das, was du für wahr hältst, müssen ja einen Grund haben. Irgendwann werden sie wohl entstanden sein. Du hast etwas (Schmerzvolles?) erlebt und dir daraufhin diese deine Glaubenssätze gebildet. 

Man / du bildest dir also was ein. Ob es aber wirklich der Wahrheit entspricht, ist wohl nochmals ein anderes Thema. Denn selbst kann man ja alles nur aus seinem eigenen und eingeschränkten Blickwinkel betrachten.
Sprichst du mit anderen Menschen über das, worüber du dir etwas einbildest, worüber du dir eine Meinung gebildet hast, so ist es sehr wahrscheinlich, dass diese eine andere Ansicht und somit Meinung darüber haben.
Es gibt also verschiedene Blickwinkel, von denen aus man eine Sache, ein Thema betrachten könnte.
Du hast deine. Nur deine. Keine andere.
Stell dir mal 4 Personen um einen Baum stehend vor. Jeder soll den Baum beschreiben. Jede der Personen würde ihn etwas anders beschreiben und hätte doch recht damit.

Du allein mit deiner eigenen Ansicht über dich und das Leben kannst nie und nimmer recht haben. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Hältst aber trotzdem deine Meinung für die einzig wahre. Aber dem ist gar nicht so. Du glaubst an etwas Unwahres, denn viele Aspekte fehlen deinen Ansichten über dich und dem Leben. Das, was du glaubst, ist nicht die ganze Wahrheit.
Du trägst Scheuklappen beim Betrachten deiner selbst und dem Leben. Diese schränken deine Sicht stark ein. Deshalb darfst du keinesfalls davon ausgehen, dass all das, was du über dich und das Leben denkst, schon der ganzen Wahrheit entspräche.

Du glaubst also Unwahres und Unvollständiges!

In Wirklichkeit siehst du nur einen ganz ganz kleinen Teil der Welt, des Lebens und von  dir selbst.

Sei also offen und weit für Fremdes, Neues und viele andere Blickwinkel und Sichtweisen, denn erst mit ihnen gelangst du in kleinen Schritten zur ganzen Wahrheit über dich und das Leben.

Und lenke deine Aufmerksamkeit auf deine Stärken, denn das was du nährst (durch Aufmerksamkeit schenkt man etwas, was dann auch immer, Energie, und nährt es so), das wird gedeihen!
Und immer wirst du das ernten, was du zuvor gesät!

Du denkst zu oft und intensiv an Schlechten, Negatives, Abwertendes. Aber das ist doch nicht alles, was es gibt.
Es gibt doch auch all das Schöne, Wertvolle, Positive und Lustige.
Lenke darauf deine Aufmerksamkeit, damit du gerecht bleibst.

Du musst selbst STOPP zu deiner Negativspirale sagen. Anhalten musst du sie. Das kann ja sonst keiner für dich übernehmen. Mit Disziplin und Willensstärke. Und dann widmest du dich der ganzen Wahrheit, nicht immer nur der halben!

Wenn du z.B. ein Erlebnis hast, kannst du hier nachfragen, wie wir über das von dir Erlebte denken. Dann wirst du viele verschiedene Blickwinkel als Anregung erhalten und sehen, dass du allein viel zu eng darüber dachtest und ziemlich sicher einige Vorteile von allem übersehen hast.

Halte also gegen deine Negativspirale die Wahrheit! Die du aber allein noch nicht erfassen kannst. Aber du könntest sie erst mal kennenlernen, bevor du falsche Ansichten als Glauben übernimmst.

Weiter bedenke:
Depression heißt Niederdrücken. Depressive drücken meist ihre eigenen Lebenskräfte und Energien nieder, weil sie sehr schlecht und abwertend über ihre eigenen Kräfte denken.

Aber mal ehrlich und Hand auf's Herz!
Was weißt du schon von dir und übers Leben, dass du dir so eine Meinung bilden konntest?
Und noch dazu, wo du doch alles aus deinem eingeschränkten Blickwinkel nur betrachtest!
Es kann einfach nicht stimmen!

Wäre es nicht angebracht, dass du erst mal das Leben richtig kennen lernen willst, mit all seinen Reizen und Schönheiten und Faszinierendem, um überhaupt mal urteilen zu können?
Du aber urteilst einfach, ohne ausreichend über alles zu wissen.
Du liegst sicherlich falsch mit all deinen Annahmen.

Kommentar von moonchild1972 ,

Du hast Recht.

Weil meine Gedanken verkehrt sind, habe ich um Korrektur gebeten. Danke, dass Du mir Alternativen aufgezeigt hast.

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Gesundheit, Krankheit, Psyche, ..., 16

Hallo Moonchild,

negative Gedanken lassen sich langfristig durch positive ersetzen. Bei Depressionen ist z. B. die Selbstsuggestion, wie sie Louise L. Hay in ihrem Buch 'Heile deinen Körper' vorschlägt wirksam und hilfreich:

'Ich erhebe mich über die Ängste und Begrenzungen anderer Leute. Ich erschaffe mein Leben selbst.'

Auch dir Formelhaften Vorsätze nach der Grundstufe des Autogenen Trainings sind eine gute positive Unterstützung. Kurse gibt es z. B. an Volkshochschulen.

Ein kleines 'Wundermittel' sind die Mudras. Literaturtipp: Gertrud Hirschi 'Mudras - Yoga mit dem kleinen Finger'

Insbesondere die 'Tse-Mudra' und 'Shivalinga-Mudra' sind bei Depressionen extrem empfehlenswert.

Es gibt also, wie Du siehst, eine Menge an Positivem, das man dem Negativen entgegenstellen kann. Dabei wünsche ich Dir alles erdenklich Gute.

Liebe Grüße und gute Besserung wünscht Dir

Buddhishi

Kommentar von moonchild1972 ,

Vielen lieben Dank an Dich.

Antwort
von Nicodemus0815, 45

Liebes Mondkind,

ich habe in jüngeren Jahren eine schwere Depression alleine durchlebt, da es für mich nicht möglich war darüber zu sprechen. Es hat einige Jahre gedauert. Es zu durchleben war für mich nur möglich, weil ich zwei Entscheidungen getroffen habe:

1. Ich bringe mich nicht um, gleichgültig was ich denke oder fühle.

2. Ich übernehme die Verwantwortung für mich selbst, auch für meine Gedanken und Gefühle.

Am Anfang war alles dunkel und schwer, aber mit der Zeit fing ich an, die Intensität meines Erlebens und die Einzigartigkeit meines Denkens zu mögen.

Z.B. begann ich den Tod zu verstehen. Er sagt mir ganz klar:" Mein Leben dient dem Leben und nicht mir!" und "Die beste Art dem Leben zu dienen ist, dafür zu sorgen, daß es mir gut geht!"

Wenn mich meine Gefühle und Gedanken von der Welt isoliert haben, dann suchte ich die Einsamkeit bei Spaziergängen im Wald. Meiner Partnerin und ich konnten diese einsamen Zeiten in unser gemeinsames Leben einbauen, da ich lernte, daß mich diese Einsamkeit in eine besondere Verbindung zu dieser Welt führte und ich immer wieder zurückkam.

Vielleicht hilft es dir ein wenig weiter.

LG Nick

Kommentar von moonchild1972 ,

ich musste bei Deiner antwort weinen. Ich fühle mich endlich verstanden.

Die Lösung, es nicht zu tun, egal was kommt, ist gut. Und die Verantwortung dafür zu übernehmen, ist endlich eine Aufgabe. Vor allem eine die schwierig ist und um die ich kniffeln kann.

Anforderungen und Pflichten habe ich im Leben. Sie sind im Grumde genommen nicht das Problem. Aber sie aus Kraft durch zu führen schon, da ich ständig erschöpft bin.

Das mit dem Dunkel im Leben, bis es ein wenig heller wird, erinnert mich an das Buch: Wenn der Nebel fällt. Ein schönes Buch mit Bildern aus der Natur und Sinnsprüchen, das mir einst jemand geschenkt hatte. Da werde ich wieder rein sehen.

In die Natur zu gehen ist ein guter Vorschlag. ich will das tun. Die Kraft ist nicht da. Ich werde meinen Partner fragen, ob er mit mir zusammen in den Wald geht. Das es Kraft spendet und antidepressiv wirkt, glaube ich auch sehr stark.

Danke für Deine Antwort.

Kommentar von Nicodemus0815 ,

Es freut mich, daß mein Kommentar dir weiterhilft. Daß der Alltag meist sehr anstrengend ist, ist bei mir auch heute noch so, besonders wenn mir die innere Verbindung zu dem fehlt, wa ich mache. Ich komme heute meist gut damit klar, da ich mein Leben so gestalten, daß ich im Alltag nicht so sehr funktionieren muß.

Danke für den Hinweis auf das Buch "Wenn der Nebel fällt". Ein Buch, daß es mir mehr Verständnis meiner Situation gebracht hat ist "Das verwundete Selbst" von Ty C. Colbert. Das Buch wendet sich in großen Teilen gegen den massenhaften Einsatz von Psychopharmaka. Mir war in dem Buch die Art und die Perspektive, wie er psychische Probleme beschreibt. Interessant fand ich auch seine Fragen, wie man einen guten Psychologen findet.

Alles gute,Nick

Antwort
von Shelly82, 61

Versuch es mal in einer psychiatrischen Institutsambulanz. 

Oder bei der kassenärztlichen Vereinigung, vielleicht wissen die och welcher Therapeut freie Plätze hat. 

Ansonsten ruf bei Deiner Krankenkasse an. Wenn Du nachweisen kannst, dass Du keinen kassenvertragstherapeuten finden kannst, dann übernehmen die unter Umständen eine außervertragliche Psychotherapie. Frag da bitte nach. 

Alleine "dran rumbasteln" würde ich lieber nicht, da eine Depression eine ernste Krankheit ist. 

Alles Gute von mir.

Kommentar von moonchild1972 ,

Danke. Ich werde es probieren. Es wird mir nicht leicht fallen, da meine Erkrankung ein Sog ist, der mich nach unten zieht und alles ganz arg schwer macht. Es ist ein großer Kraftakt, sich in Bewegung zu setzen, da es ein Sumpf ist, der die Macht besitzt, einen so runter zu ziehen, dass jeglicher Schritt ganz ganz viel Kraft einfordert, bis hin zur völligen Erschöpfung!

Aber ich werde mich anstrengen. Es geht ja um mein Leben.

Kommentar von Shelly82 ,

Ich weiß wie schwer es ist, und das finde ich erschütternd. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und dass Du bald Hilfe bekommst, die Du brauchst. 

Kommentar von moonchild1972 ,

Danke Dir.

Antwort
von Illuminaticus, 4

Du musst erstmal erkennen, dass dein Verstand, der laufend negative Gedanken produziert, nicht Du selbst bist. Du bist der Beobachter deiner Gedanken, das ist wichtig.

Du musst voll gegenhalten, wenn du es kannst und die Gedanken erkennst, wenn sie auftauchen und ihnen nicht erliegen oder gar weiterspinnen.

Immer wenn du selbst absichtsvoll etwas denkst: Sagen wir, Pieps oder Pups oder Ich bin vollkommen oder aehnliches, dann wirst du merken, dass danach ein kurze Pause ohne Gedanken kommt, bis sie dann wieder endlos loslegen.

Das ist dein Ansatzpunkt!

Frage dich, wenn die Stimme im Kopf wieder loslegt: Was wird mein naechster Gedanke sein? oder Was denke ich eigentlich?

Dann wirst du die Pause bemerken, die Pause ist wichtig, dass ist die Zeit wo du frei bist, bis eben die Gedanken wieder einsetzen.

Wenn du die Pause erkannt hast, dann ist der naechste Schritt, die Pause zu verlaengern!

So, du denkst absichtsvoll und denkst nun: Pieps! Pause und dann kommt der naechste Gedanke. Du erkennst den Gedanken im Ansatz und sagst sofort Pieps! (Beispiel - du kannst auch etwas deiner Wahl sagen) Du faehrst quasi deinem Verstand in die Parade und laesst ihn gar nicht ausdenken.

Am Anfang ist das schwer, weil es sehr viel Bewusstheit braucht, die eingefahrenen Denkweise zu erkennen. Aber nach einer Weile wird dein Verstand ruhiger und du kannst ihm befehlen, ruhig zu sein oder ihn innerlich auch anschreichen und "Ruhe!!!" sagen.

Du musst wieder Chef in deinem Koerper werden und dir jeden unqualifizierten Kommentar deines Verstandes verbitten. Dein Verstand hat dir zu dienen, und du nicht ihm! Versuch es mal. Viel Erfolg!

Antwort
von Taimanka, 30

erstmal: alle Sätze annehmen !

Die (innerliche) (An-)Spannung und Existenz dieser Glaubenssätze lebt von dem innerlichen Widerspruch, dass Du sie nicht haben willst, Dich dagegen wehrst. Das gelingt nicht, das Resultat daraus sind die "Dauerbrenner": Immer wiederkehrende, negativgefüllte Sätze, die die gleichen Emotionen in Dir auslösen, mit dem letztendlich hohen Preis, den Du dafür zahlst: Eine handfeste Depression.

Zu erkennen, dass diese Deine Gedanken alle aus einer Quelle genährt werden, sich aber mannigfach in den unterschiedlichsten und tagtäglichen Gedanken äußern, ist eine Sache. 

Zu erkennen, dass, wenn ich das, was ich eigentlich nicht will, mir Angst macht, mich schlecht füllen lässt etc. - loslasse, also annehme - mir dieses Annehmen sofort die Kraft  zurückgibt, die in dem so anstrengenden Abwehrprozeß des Nicht-Haben-Wollens gebunden ist, ist eine andere Sache. 

Annehmen konkret heißt: Kommt so ein "Biest" wieder, z.B. einer Deiner Gedanken von oben Ich belaste andere nur, es ist für alle wirklich besser, wenn ich mich weg mache!    Sagst Du: "... ja, das ist jetzt mein Gedanke, ich habe ihn wahrgenommen. Du kannst jetzt gehen. Es ist gut."

Punkt. Keine Wertung, kein Abwägen, keine inneren Diskurse  -  Loslassen.

Es ist wie mit dem kleinen Kind, das immer wieder nervend an Mutters Rockzipfel zieht, bis sich diese ihm zuwendet und ihm seine Aufmerksamkeit schenkt. Das Kind geht und spielt weiter, oder was auch immer. Es ist das gleiche Prinzip. 

Das hier kann nur als eine kleine Soforthilfe verstanden werden. Es braucht regelmäßige Anwendung, Zeit und Geduld, aber es wirkt. Es geht u.a. darum, in "unserem eigenen Haus" mit Achsamkeit und Eigenverantwortung wieder das Sagen zu übernehmen. 

Ggf. solltest Du auch mal Hormone abchecken lassen, ein Blutbild machen lassen etc.

Das alleinige Gespräch mit einem Therapeuten ist unterstützend, bei den medizinischen Erkenntnisse unserer Zeit aber bei weitem nicht mehr ausreichend für eine differenzierte Diagnose und damit Heilung der Hilfesuchenden und Leidenden. 


Alles Gute Dir

💐🙋💐


Kommentar von moonchild1972 ,

Vielen Dank

Kommentar von Taimanka ,

sehr gerne!

Das wird !! 🍀

Antwort
von Dichterseele, 13

Was Dir vorerst helfen kann, sind diese Dinge:

  1. Lass Dir vom Arzt ein Mittel gegen Depressionen verschreiben, das nicht süchtig macht.
  2. Beschäftige Dich mit Philosophie, um Dich und die Welt besser zu verstehen. Dann erkennst Du auch, wie Du mit den Ungereimtheiten des Lebensfertig wirst.
  3. Nimm ein Bad und zieh Dir was Schönes an. Du solltest Dir selbst gefallen, wenn Du in den Spiegel schaust.
  4. Schau Dir einen witzigen Film an oder lies ein heiteres Buch.
    Vielleicht triffst Du auch jemanden, der Dich zum Lachen bringt?


Psychologisches Basiswissen findest Du auf meiner Homepage: http://psychotraining.beepworld.de

Kommentar von moonchild1972 ,

Dankeschön :*

Kommentar von Buddhishi ,

Gute Antwort, aber ich bin mir nicht sicher, ob das mit der Eigenwerbung erlaubt ist. Bitte unterlasse es künftig besser. LG

Kommentar von Dichterseele ,

Ein Autor darf auf eigene Bücher hinweisen - das gilt nicht als kommerzielle Werbung. Und eine Webseite mit gratis Inhalten erst recht nicht...

Abgesehen davon solltest Du andre nicht belehren, wenn Du nicht genau Bescheid weißt...

Kommentar von moonchild1972 ,

streitet Euch doch nicht. Jeder von Euch hat mir sehr geholfen. Und dafür möchte ich mich bei Euch allen bedanken.

Wir sind doch hier auf gutefrage.net wie eine große Familie. Klar, sagt jeder seine eigene Meinung zu allem. Ist auch vollkommen OK. Nur darf man sich deswegen nicht über den Mund fahren, oder anderen etwas vorschreiben. Und es ist natürlich auch unsagbar wichtig, es auch einfach mal stehen zu lassen, wie es ist.

Ich weiß, mir fällt es auch manchmal schwer, nichts zu schreiben, wenn ich mich gekränkt fühle. :(

Aber es ist manchmal besser, einen Konflikt positiv und freundlich aus zu tragen.

Wir sind doch erwachsen ;-)

Liebe Grüße an Euch zwei :)

Mondkind

Antwort
von xAnimeLovex, 37

Hallo Mondkind :)

Ich weiß nicht ob es bei dir funktioniert wie bei mir, aber kann dir nur raten etwas zu finden das dir etwas bedeutet. Etwas das dir Freude bereitet und in das du viel Zeit investieren kannst. Sei es ein Hobby, eine Leidenschaft,etc. Es geht einfach darum etwas zu finden das dir einen Sinn gibt für den du lebst. Wie man unschwer erkennt hab ich Anime zu meiner Leidenschaft gemacht und bin seitdem glücklicher :)

Also finde herraus was du magst und beschäftige dich mehr damit. So wirst du hoffentlich schnell finden wonach du suchst.

Meine Depressionen ziehen sich seit mehr als 11 Jahren und in dieser langen und sehr schweren Zeit habe ich gelernt vieles in meinem Bewusstsein und sogar Unterbewusstsein zu kontrollieren.

So habe ich auch gelernt meine Gefühle und Gedanken selbst zu wählen. Dieses habe ich ohne Therapie/Psychatrische Hilfe/Medikamente (Antidepressiva) bewältigt. Also falls Fragen sind schreib mir einfach.

Kommentar von xAnimeLovex ,

Psychische Krankheiten wie Depressionen kann kein Arzt oder Therapeut heilen. Diese können nur unterstützung Leisten. Wege finden wie die Betroffene Person dagegen angehen kann. Der einzige der einem bei Depressionen Heilung verschaffen kann ist man selbst. Obwohl man von Heilung auch nicht direkt reden kann. Wie man bei mir erkennen kann halten die sich nahezu ewig fest und begleiten einen durchs Leben. Es gibt kein Heilmittel nur kontrolle über diese Gedanken können helfen.

Wer wegen Depressionen in Therapie geht sollte sich niemals auf den Therapeuten/die Therapeutin verlassen. Man muss selbst daran arbeiten und auf gute Unterstützung hoffen. Es ist absolut nicht einfach doch es ist möglich. Unzählige Menschen haben es schon geschafft.

Kommentar von moonchild1972 ,

ich habe eine Leidenschaft. Ich  helfe anderen sehr gerne oder versuche alles menschnemögliche, es zu tun, da ich überzeugter Christ bin. Dafür könnte ich leben. Mich einer Organisation anschließen, die anderen effektiv hilft. Oder einem Tierschutzbund.

Kommentar von xAnimeLovex ,

Das klingt doch wirklich schön und wäre natürlich sehr gut für dich. Besonders die idee mit dem Tierschutzbund da ein Tier eine Dankbarkeit zeigt die kein Mensch zeigen kann. Das ist ein wirklich schönes Gefühl :)

Die Tatsache das du ein sehr hilfsbereiter Mensch bist ist eine schöne Eigenschaft. Sie zeigt das du nicht unwichtig bist. Du bist für einen da wenn man dich braucht. Ich bin mir sicher das du deinen mitmenschen sehr wichtig bist. Nicht wegen der hilfsbereitschaft sondern weil du bist wie du bist und sie dich so liebgewonnen haben. Niemand in dieser Welt ist einsam oder allein.

Kommentar von moonchild1972 ,

Danke für Deine tröstenden Worte :*

Kommentar von xAnimeLovex ,

Nicht der rede wert ^-^ Hab ich gern gemacht

Kommentar von Buddhishi ,

Und das machst Du sehr gut!

Antwort
von Still, 29

Nimm den negativen Gedanken und suche darin das Positive. Beispiel: mein Partner will mich verlassen, ich bekomme die Chance, mich neu zu verlieben! 

Du willst betäubt von Hochhaus springen?  Ich verschaffe mir einen Rausch, warum sollte ich das nicht genießen! Wenn ich springe, ist das schöne Gefühl weg.

Antwort
von SiroOne, 54

Hm, schwierig, der Mensch ist ein Gewohnheitstier, du musst davon ablassen, das man diese Dinge so einfach ändern kann, man kann mit sowas auch leben, man muss sich nur immer sagen, das ist alles Unsinn und ich bin ein toller Mensch.
Diese negativen Gedanken sind ja irgendwie in dein Gehirn gekommen, das hat was mit deiner Vergangenheit zu tun.
Zu viel negative Erfahrungen, davon kommen auch zu viel negative Gedanken.
Man muss lernen damit umzugehen.

Kommentar von Shelly82 ,

Eine Depression ist eine Krankheit. Da hilft nur eine Therapie. Laienratschläge (auch z.B. "reiß Dich mal zusammen") sind nicht empfehlenswert und da sollte man vorsichtig mit sein...

Kommentar von SiroOne ,

Hm klar, das war sowas wie "Erste Hilfe" man kann durchaus kleine Ratschläge geben und Niemand hat hier geschrieben  "reiß dich mal zusammen".
Außerdem steht noch gar nicht fest ob es Depressionen sind, ich weiß nicht wie du auf diese Krankheit kommst, ist immer das Naheliegendste was?

Kommentar von moonchild1972 ,

Ja. Es sind Depressionen. Ich bin in nervenärztlicher Behandlung und fast jeden zweiten Tag bei meiner Psychiaterin. Du schreibst, wie Du auf diese Krankheit kommst. Ich habe sie mir nicht ausgesucht. Ich würde so gerne auf diese Krankheit verzichten. Bitte glaube mir.

Kommentar von Shelly82 ,

Ich komme darauf, weil der/die TE schrieb "schwer depressiv". Keine Interpretation meinerseits. 

Habe nicht behauptet dass das jemand schrieb, darum formulierte ich in meiner Antwort "auch". 

Ich will niemanden hier angreifen, aber ich weiß aus Erfahrung dass gut gemeinte Ratschläge an dieser Stelle einfach nur vorsichtig anzubringen sind. Mehr wollte ich mit meiner Antwort nicht ausdrücken und sicher niemanden angreifen...

Kommentar von moonchild1972 ,

Du hast mich nicht angegriffen. Es ist alles gut. Mache Dir keine Sorgen

Kommentar von SiroOne ,

Ja na ja früher gab es noch keine Psychologen, da haben die leute sich mit ihren Glauben weiter geholfen und irgendelche Sprichwörter.
Aber du hast natürlich recht ein Umfeld kann oft positiv sein oder auch oft sehr negativ.
Dann gilt es sein Umfeld zu verändern.

Kommentar von moonchild1972 ,

BITTE... es ist ja nur vorübergehend, bis ich einen Therapieplatz für mich habe. BITTE

Kommentar von SiroOne ,

Wieso kommst du überhaupt auf ein 17 stöckigem Haus?
Die meisten hätten Hochhaus getippt.

Kommentar von moonchild1972 ,

völlig wuscht, ob Hochhaus oder 17 stöckiges Haus/ Hochaus. Völlig scheißegal. Wenn ich tot bin, ist das völlig irrelevant! Das juckt mich dann nicht mehr!

Kommentar von SiroOne ,

Ich würde an deiner Stelle, mal anfangen deine Gedanken mal aufzuschreiben, deine Erfahrungen dein Leben, vielleicht kannst du deine Gedanken dann besser sortieren.

Kommentar von moonchild1972 ,

Das ist eine gute Idee von Dir. Danke.

Kommentar von SiroOne ,

Es gibt auch Bücher gegen Ängste bei Youtube gibt es auch Videos dazu.

Kommentar von moonchild1972 ,

das ist auch eine gute Idee. Dankeschön.

Kommentar von SiroOne ,

Alles Gute

Antwort
von buecherfreiheit, 9

Geh bitte zum Psychiater

Kommentar von moonchild1972 ,

Bin seit einem halben Jahr bei einer Psychiaterin in Behandlung.

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