Ich bin nicht der Typ fürs feilschen, aber in manchen Ländern ist man ja der Dumme, wenn man nicht verhandelt. Etwa letztes Jahr in der Türkei haben alle aus der Reisegruppe deutlich weniger gezahlt als ich. Welche Tipps und Tricks zum Verhandeln könnten mir helfen?

Spiel' mal mit einem BWL-Studenten Monopoly und beobachte ihn dabei, wie er Dich mit Verhandlungen bis aufs Hemd auszieht.
Auf einem orientalischen Basar oder Souk muss in der Regel gehandelt werden, deshalb sind die Waren und Angebote auch nicht mit Preisschildern ausgezeichnet. Man sollte aber nur dann mit dem Händler feilschen, wenn man sich wirklich zum Kauf einer Ware entschlossen hat und dabei beachten, dass der Besucher und potentielle Kunde auch nach seiner Herkunft beurteilt wird, d.h. nach dem Wohlstand seiner Nation und der allgemeinen Kaufkraft.
http://www.seite55.de/urlaub/urlaub_reisevorbereitung.htm
Manchmal ist es auch sinnvoll, die Verkaufsverhandlungen abzubrechen, das bewirkt oft echte Preisnachlässe.
Und man muss es üben.

Ich konnte das auch nicht,meine Fräundin hat mir das auf Trödermärkten begebracht,das ist der beste Ort um zu Üben.

Üben mit Sachen, die man eh nicht will. Oder: ohne Geld hingehen und sagen, dass Du kein Geld hast. Ist erstaunlich, wie das den Preis oft drückt. Und manchmal nicht nur auf die Hälfte, wie viele das so erwarten. Gilt z.B. für Ägypten und Teile von Asien.
Bei Chinesen (in Asien): der Erste am Tag sein, der muss unbedingt kaufen, sonst hat man den ganzen Tag ein schlechtes Geschäft. Das drückt den Preis enorm.
Du musst nur Deinen inneren Schweinehund besiegen und einmal ganz deutlich weit unter den Preis gehen. Wenn Du dann noch einen Erfolg erzielst, wirst Du besser und besser. Frechheit siegt! Nur Mut!

Im Film "Das Leben des Brian" gibt es eine herrliche Szene auf einem Basar, die sich sehr gut als Anschauungsmaterial zur Denkweise von Basarhändlern eignet und die vorab schon einmal gut abhärtet.
In manchen guten Online Reiseführern finden sich Angaben zu Preisen in der Urlaubsregion, die ok sind, daran kann man sich orientieren und ohne schlechtes Gewissen in deren Nähe herunterhandeln. Basarpreise sind grundsätzlich überhöht und keiner erwartet ernsthaft, daß der Kunde die auch wirklich bezahlt. Feilschen ist ein lustiges Spiel, welches den Basar-Alltag erträglicher macht und wer nicht handelt, ist ein Spielverderber oder noch schlimmer - doof!
Humor kommt in der Regel auch bestens als preisdrückendes Mittel an; ein Händler in Ägypten zählte mir dieses Jahr auf, wenn ich das nehme und dann das noch und dann das noch, mache er mir einen very special low price. Je mehr ich nehme, umso billiger. Hey, great, sagte ich ziemlich unbeeindruckt, und wieviel muß ich dann aus deinem Laden hier raustragen, um gar nichts mehr zu bezahlen? Er hat sich nach einer Verblüffungssekunde dermaßen vor Lachen den Bauch halten müssen, daß ich mein auserwähltes Stück noch um 300 % unter seinem very special low price aus dem Laden tragen konnte - dem normalen Preis für Einheimische!