Frage von Neun188, 99

Wie kann man es rechtfertigen ein Kind in die Welt gesetzt zu haben?

Hallo, ich denke mir wirklich, dass das Leben unterm Strich leidvoll ist. Und auch wenn es uns in Europa halbwegs gut geht (wir leiden oder erkranken halt an anderen Sachen), muss man ja nur einmal nach Afrika oder Indien schauen und wird depressiv. Im Endeffekt, sobald man mal in diesem Leben ist, ist es unglaublich schwer wieder raus zu kommen. Man kann sich ja nicht mal schmerzlos umbringen als normaler Bürger. Das heißt, man muss das Ganze bis zum Ende durchmachen, man sieht de ganzen Verwandten (die älter sind) sterben, wird selber krank und alt. Wäre es nicht einfacher nie geboren worden zu sein? Und aus dem heraus, sollte man wirklich einen Menschen in diese Welt nötigen? Ich mein, ich hab schon begriffen, dass ich es bis zum Schluss durchstehen werde. Aber es wäre doch echt einfacher, wenn man nicht geboren worden wäre. Somit, wenn ich jetzt ein Kind zeugen würde, wäre das nicht unsagbar egoistisch. Man setzt sich ja eigentlich völlig über das hinweg, was dieser Mensch vielleicht möchte und zeugt es halt, weil man das selber will.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von maxim65, 40

Es gibt sicher viele Gründe keine Kinder zu bekommen. Es gibt aber auch mindestens genau so viele Gründe Kinder zu bekommen. Es ist halt eine sehr persönliche Sache bei der Überlegungen wie deine eher selten eine Rolle spielen. Nicht zu vergessen das Fortpflanzung ein biologisches Programm ist das man nicht ignorieren kann.

Antwort
von Suboptimierer, 39

Ich glaube, du denkst weniger an deine Kinder als an dich selbst. Wer meint, seine Kinder müssten unter dem Strich mehr leiden als dass sie glücklich sein können, für den kann es wirklich besser sein, wenn er keine Kinder in die Welt setzt.

Ist die Kindesfrage denn gerade akut bei dir? Hat dich dein Partner gerade vor kurzem erst darauf angesprochen?

Das Schöne beim Kinderkriegen ist ja, dass es, wenn man aufpasst, freiwillig ist.

Was mir auch immer wieder auffällt ist, dass viele Menschen nicht damit klar kommen, dass der Mensch egoistisch ist, aber das ist nicht mehr und nicht weniger als eine Überlebensstrategie. Es wird viel zu sehr verteufelt. Egoismus an sich ist erstmal nichts Schlimmes. In ihm steckt ein Selbstwert und ein Motor.

Mein Rat lautet, dass du dich und das Leben nicht zu ernst sehen solltest.

Wenn du schon an die Afrikaner und Inder denkst, dann denke mal darüber nach, wie die wohl von dir denken würden, wenn du ihnen sagen würdest, dass du nicht glücklich bist, obwohl du keinen lebensbedrohenden Gefahren ausgesetzt bist und im Luxus lebst. ;)
Wir haben quasi die Pflicht, glücklich zu sein. ;P

Kommentar von Neun188 ,

Es gibt keine Handlung, die nicht Egoistisch ist, das stimmt.

Glück ist ein Zustand der von innen kommt, nicht von außen, auch wenn es auf den ersten Blick so wirkt. Du kannst alles mögliche besitzen und unglücklich sein oder du kannst in der Todeszelle in Bangladesch sitzen und glücklich sein, wenn du es kannst oder gelernt hast.

Ich finde wir in Europa haben es teilweise schwerer, wir erkranken zwar weniger an Armutserkrankungen, aber dafür öfter psychisch, weil wir viele Dinge, wie den Leistungsdruck usw.. einfach nicht mehr packen.

Achso, nein ich bin momentan nicht in der Situation, dass eine Partnerin ein Kind von mir will.

Kommentar von Suboptimierer ,

Ich finde wir in Europa haben es teilweise schwerer, wir erkranken zwar weniger an Armutserkrankungen, aber dafür öfter psychisch

Entweder musst du dich hier entscheiden oder wir einigen uns auf unentschieden. ;)

Auf der einen Seite sagst du, dass wir es hier teilweise schwerer haben, auf der anderen Seite wirst du depressiv, wenn du in andere Länder schaust.

Ich sehe da keinen Anfang und kein Ende. So drehst du dich im Kreis. 

Egal ob du uns oder andere bemitleidest, es wird nichts bewirken. Egoistisch zu sein ist schon, kann man sagen, das beste, was man machen kann. Sich zu fragen, wie man sein Umfeld positiv beeinflussen kann, um sich in ein positivem Umfeld zu befinden, allein das ist doch schon ein Anfang. Was man der Welt gibt, bekommt man zurück - und das ist emotional gemeint.

Die größten Weltverbesserer hatten kein Selbstmitleid, selbst Jesus nicht, wenn wir kurz annehmen, dass es ihn gegeben hat.

Antwort
von HellasPlanitia, 32

Ich persönlich lebe sehr gerne. Schwere Zeiten gibt es immer, und es gibt viel zu viel Elend auf der Welt. Aber wenn ich wählen müsste, ob ich nochmal geboren werden wollte, ich würde mich sofort dafür entscheiden.

Ob ich irgendwann Kinder haben werde, kann ich heute nicht sagen. Aber wenn, dann mit der festen Überzeugung, dass das Leben insgesamt lebenswert ist und dass ich das an meine Kinder weitergeben kann.

Antwort
von Dirndlschneider, 22

Wie , bitte , willst du beurteilen , wie viel Lebensfreude Menschen in Afrika ( das ist ein Kontinent ) oder Indien empfinden ? Und warum kommst du auf die Idee , ALLE Menschen leiden so am Leben wie du ? 

Deiner Ansicht nach wären Kinder auf Krebsstationen gut dran , weil sie Aussicht darauf haben , dass ES bald vorbei ist . Vllt wäre es für dich ganz hilfreich , mal da vorbei zu gehen und zu fragen , wie sie die Sache sehen.....

......noch ganz kurz : ich hatte eine Verwandte - schwer körperbehindert von Geburt , fast blind , nicht in der Lage richtig zu essen , durch eine Skoliose so verkrümmt , dass sie niemals in ihrem Leben aufrecht stehen konnte .....diese Frau war der lebensfroheste Mensch , den ich je kennenelernt habe ! Wissbegierig - sie konnte nicht zur Schule , hing aber jeden Tag am Radio und hörte Schulfunk , Hörte Hörbücher , Musik , Hörspiele ....war fast ständig von Kindern umgeben, weil sie wunderbar erzählen , rätselraten und singen konnte - sie hat sich selbst das Ziehharmonika spielen beigebracht und auswendig ein ganzes Repertoire erarbeitet.......ich könnte ewig so weitermachen.....einmal fragte ich sie , was ihr größter Wunsch ist und sie sagte : Einen schmerzfreien Tag erleben . 

Erzähl du mir BITTE nichts von Lebensqualität ! BITTE nicht !


Kommentar von Neun188 ,

Was redest du da zam? Ich sage nicht, dass man nicht glücklich sein kann, aber ich denke es wäre, auch für deine Verwandte und auch für Kinder auf der Krebsstation und eigentlich für alle Menschen leichter nicht geboren worden zu sein, weil das Leben unterm Strich leidvoll ist.

Kommentar von Dirndlschneider ,

Gott , weißt du , was mir gerade einfällt .....etwas dämlicheres könnte es ja nicht sein ....." Das Leben ist kein Ponyhof ....." - sorry , der musste raus . 

Nee , ernsthaft - das Leben meiner Tante war von Anfang bis Ende lebenswert , weil sie es in vollen Zügen genossen hat . Ich frage dich : ( Und es soll nicht zynisch klingen ) - Was ist so schlimm an Leid , Schmerz , Entbehrung ......das ist doch das , was wir Leben nennen - wir wachsen daran und genau das macht uns doch zu Menschen ? 

Ich weiß , dass ich deine Frage im Wortlaut nicht beantwortet habe . Tut mir leid . 
Aber durch die Bekanntschaft mit dieser Frau war mir von Kindesbeinen an nur zu gut bewusst , dass das Leben zu großen Teilen aus Krankheit und Schmerz besteht . Nur wenn dir dies klar ist kannst du deine Gesundheit , dein Wohlergehen und letztlich dein Leben schätzen . 

Ich selbst möchte keine Sekunde meines Lebens missen und ebensowenig kann ich für irgendjemand anderes sprechen . Woher willst du wissen , ob das Kind , das du nicht zu bekommen wagst , nicht den Impfstoff für Krebs oder Aids entdeckt hätte......

Und nochmal - ich kann nicht anders - " Das Dasein ist bunt und granatenstark , Hoschi........."

Kommentar von Neun188 ,

Das wäre doch völlig egal, dann kommt halt eine neue Krankheit, wir haben uns ja auch von der Pest verabschiedet ...

Kommentar von Dirndlschneider ,

Siehst du , und so wird es immer bleiben ! Wer hat dir eingebläut , dass das menschliche Leben ein Zustand der allgemeinen Glückseligkeit zu sein hat ? 

Gehst du etwa von falschen Voraussetzungen aus ? Mir kommt es so vor . 

Wenn du dir anschaust , welche Schmerzen eine Frau bei der Geburt ihrer Kinder erleiden muss und wenn man dann deine Gedankengänge anwendet , dann wäre die Menschheit schon längst ausgestorben . 

Aber - oh Wunder - diese Frauen lieben und vergöttern ihre Kinder , sorgen und umhegen sie ......gibt dir das nicht zu denken ? 

Der Mensch ist zu wesentlich - WESENTLICH - mehr fähig , als du ihm zutraust !

Antwort
von Baumkoenig123, 25

Du gehst davon aus dass das Wesen eines Menschen seiner Existenz voraus geht. Es ist aber genau umgekehrt.

Soll heißen es mag eine gewisse unbestimmbare Wahrscheinlichkeit existieren, dass Leben immer leidvoll ist, aber es kann auch sehr schön sein.

Dein Leben hat eigentlich keinen fest determinierten Weg bis du ihn beschreitest, warum hast du Angst zu fallen wenn du auch villt. fliegen könntest.

Davon abgesehen ist die Welt und das Leben auch ohne einen bärtigen alten Mann im Himmel sehr schön. Weist du im Ende ist es gut und wenn  es nicht gut ist dann ist es auch nicht das Ende.

Kommentar von Neun188 ,

Es ist völlig in Ordnung nicht zu existieren. Eigentlich ist das alles was ich rede, extrem buddhistisch geprägt. Die vier edlen Wahrheiten und eigentlich ist der Moment des nicht mehr Wollens, sprich sich Auflösens, das was man als Nirwana bezeichnet. Also wenn ich davon ausgehe, dass ich vorher nicht existiert habe, bin ich eigentlich da rausgerissen worden. Sorry, ich glaub halt, das wir vorher schon existiert haben, aber ich finde es auch leichter nicht existieren zu müssen, denn irgendwann sterben wir ja eh, aber vorher müssen wir jetzt halt sterben.

Kommentar von Baumkoenig123 ,

Glauben ist eine nicht ganz ungefährliche Sache. Ich lese aus deiner Antwort heraus, dass dich dein Glaube daran, dass alles schon einmal existierte, kategorisch unglücklich macht.

Ich versuche in meinem Leben an nichts zu glauben und mich im Gegenteil an das zu halten was ist und was ich wissen kann.

Davon abgesehen gibt es kein sein im nicht sein. Daraus folgt, dass alles was nicht ist uns auch nur insofern tangiert, als dass wir uns außerhalb dessen sehen.

Antwort
von eostre, 15

Ich denke, dir geht es viel zu gut, wenn du zeit hast solche Gedanken zu entwickeln. 

Antwort
von mareike28, 29

man kann nur auf das negative schauen oder aber das schöne was man auf diesem wunder (Erde) erleben darf. Man selbst entscheidet ja zu einem kleinem teil mit die sich die dinge verändern. Und ein Kind ist ein wunder was man erleben darf das kind kann ja ganz andere ansichten als du entwickeln.

Antwort
von SchakKlusoh, 21

Man muß nichts rechtfertigen.

Wenn Du dem Kind einen guten Start ermöglichst, ist es seine Sache, was es aus dem Leben macht. Auf jeden Fall gibt es in Europa hervorragende Grundlagen.

Es gibt genug Wasser, Nahrung, frische Luft. Die meisten Regierung sidn demokratisch und halten sich an die Menschenrechte. Die meisten Länder sind stabil (auch wenn es überall die Tollwut-Bürger gibt). Es gibt Schulen und Arbeitsplätze.

Was will man mehr?

Antwort
von ApfelTea, 26

Dabei vergisst du aber auch die schönen Seiten im Leben. Wenn man nie geboren wird, kann man nie lieben, lachen oder freuen.
Und naja.. so hart es auch klingt: wenn man die hässlichen Seiten dieser Welt sieht, lernt man die Liebe und Freude, die man empfinden darf, erst richtig zu schätzen.

Antwort
von FahrradLecker, 35

Jemand der nicht existiert (das ungeborene Kind) kann auch keine Meinung zu seiner Existenz haben^^ Ich will 20 Kinder haben :D

Kommentar von maxim65 ,

Glaub mir willst du nicht😀

Kommentar von Neun188 ,

Dann hat es sie halt, sobald es existiert. Ich glaube, dass wir schon vor unserer Geburt existieren, aber das ist für die Frage ja alles völlig unwichtig.

Antwort
von gottesanbeterin, 15

Vor wem sollte man sich denn rechtfertigen? - Und warum denn?

Weil du grade eine komische Phase hast?

Es werden nur Kinder geboren, die geboren werden sollen. Wenn du bedauerst, geboren worden zu sein, dann hast du halt ein Problem, doch dieses hat nichts mit mir oder sonst jemandem zu tun.

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