Frage von marmue15, 133

Wie kann man einen Führerschein finanzieren, wenn man bei vielen Tätigkeiten zu ungeschickt ist?

Hallo,

mein Cousin (er hat ein Studium in Geographie abgeschlossen) sucht nach einer Möglichkeit, den Führerschein zu finanzieren, da die meisten Jobs in Geographie einen Führerschein verlangen.

Im fehlt jedoch das Geld zu. Er hat sich auch schon nach Arbeit bemüht, jedoch ist er in vielen Tätigkeiten recht ungeschickt: 

- Gastsätte / Restaurant: Probearbeitstag, jedoch nicht genommen, weil er nicht so viel mit einer Hand tragen kann. 

- Verkäufer: nach einer Woche gekündigt: zu wenig kontakfreudig, zu langsam.

- Lagerhelfer/Wareneinräumer: ebenfalls als zu langsam nach Probearbeitstag eingestuft.

(Im Verlauf seines Studiums hat er zwei Pflichtpraktika gemacht, wo er jedoch als schnell und sehr gut lernfähig eingestuft wurde. Hier hat er hauptsächlich am Computer gearbeitet, Recherchen erstellt und mit -ich glaube - gis(?)-Programmen gearbeitet)

Weiterhin kann er auch kein Fahrradfahren, um Post auszutragen, da er Gleichgewichtsstörungen hat.

Welche Möglichkeit gibt es noch, an Geld zu kommen? (Laut Jobcenter soll er sich halt irgendeinen Job suchen; Förderung gibt es für ihn jedoch keine und eine weitere Ausbildung wird auch nicht finanziert, da er ja einen Masterabschluss hat).

Antwort
von webya, 47

Du solltest dir eine Wohnung in der Nähe deines Jobs suchen. Nach ein paar Monaten hast du das Geld doch für den Führerschein zusammen. In dieser Zeit fährst du halt mit einem Roller oder dem Fahrrad. 

Öffentliche Gelder gibt es dafür nicht und wenn Familie und Bank kein Geld geben, dann musst du halt den Führerschein erst erarbeiten. 

Antwort
von Schnuppi3000, 93

Dass die meisten Geographen-Jobs einen Führerschein verlangen, glaube ich nicht. Bzw. ich weiß, dass es nicht so ist.

Wenn er in GIS fit ist, sollte er eigentlich einen (richtigen) Job finden können.

Damit kann er sich dann auch den Führerschein finanzieren.

Kommentar von marmue15 ,

Viele Firmen (zumindest die, die er  mit dem ÖPNV erreichen könnte) verlangen doch den Führerschein dafür, dass er da irgendwelche Feldmessungen (?) oder so vornimmt, sagte er. Außerdem traut er sich einen Umzug in eine fremde Stadt, weit entfernt von seiner Familie nicht so wirklich zu, da er sehr ängstlich ist, da er z.B. Probleme hat eine Wohnung zu renovieren und Geld hat er dafür ja auch nicht.

Kommentar von Schnuppi3000 ,

Teilweise lassen sich Firmen auch darauf ein, dass der Arbeitnehmer am Anfang noch keinen Führerschein hat, diesen aber innerhalb der ersten Monate macht, damit er nach der Einarbeitungszeit dann auch alleine raus kann.

Im Bereich GIS kenne ich aber niemanden, der für seinen Job einen Führerschein braucht.

Wenn man sich natürlich den Luxus gönnt, für den Job nicht umziehen zu wollen, könnte es schwer werden.

Kommentar von marmue15 ,

Nun, ja er weiß nicht, ob er das halt so alles geregelt bekommt. Er ist recht schüchtern. Auch seine Mutter macht ihm Angst mit folgenden Fragen:

Was ist, wenn eine Lampe kaputt geht (Er ist sehr ängstlich und traut sich nicht, Lampen auszuwechseln)?

Was ist, wenn er krank wird? Wie bekommt er dann ggf. sein Essen oder die nötigen Medikamente?

Das fragt sie ihn jedes Mal. Und er gibt auf die Fragen dann Antworten: "Was ich nicht kann, kann ich nicht. Wenn ihr das so seht, bleibe ich besser hier, obwohl ich gern arbeiten möchte. Aber alleine zu wohnen schaffe ich dann wohl nicht, wenn ich krank bin, renovieren muss, oder Lampen wechseln muss und andere zu fragen, traue ich mich nicht, da ich zu schüchtern bin"

Kommentar von Schnuppi3000 ,

Und wie will er dann selbstständig werden? Es haben schon viele Menschen geschafft, in eine andere Stadt zu ziehen und zu überleben. Und Schüchternheit besiegt man nicht, in dem man sich von Mama den Hintern abwischen lässt...

Nach einem Studium sollte von einem Menschen erwarten können, dass er sich selbst um sein Leben kümmern kann.

Kommentar von marmue15 ,

Er lebt ja alleine, allerdings noch recht nah zu seiner Mutter (Nachbarstadt). Beim Umzug hat damals unser inzwischen verstorbene Großvater geholfen. 

Nun, wie gesagt, er hat halt keine Kontakte, außer zu mir und seiner Mutter (Ich bin allergisch gegen bestimmte Farben, so kann ich ihm beim streichen einer Wohnung nicht helfen - außerdem hab ich davon eh keine Ahnung - seine Mutter könnte es schon, aber sie verweigert jede Unterstützung, wenn er weiterwegzieht. "Wenn du weiter wegziehst, musst du sehen wie du klar kommst. Hauptsache du bleibst in meiner Nähe, dann helf ich dir auch."

Kommentar von Schnuppi3000 ,

Nun, wie gesagt, da muss man durch. Und eine Wohnung ist alleine in 1-2 Tagen gestrichen, das sollte nicht das Problem sein.

Antwort
von larry2010, 59

wenn er am computer fit ist, sollte er es damit probieren.

praktisch kann man ihn anscheinend nciht einsetzen

Kommentar von marmue15 ,

Ach ja, vergessen. Er hat vor seinem Studium bereits eine abgeschlossene Ausbildung als Bürokaufmann absolviert, aber nie was gefunden. 

In dem Bereich wird er dann aber als überqualifiziert abgelehnt, also in den Absagen nach einer Bewerbung wurde es meist explizit so ausgedrückt (Vorstellungsgespräche hatte er keins).

Kommentar von larry2010 ,

am besten ruft er jeweils an oder spricht persönlich vor, so das er ihnen klar macht, warum er den job haben möchte und klärt das mit der überqualifikation.

Kommentar von marmue15 ,

Hat er ja versucht, nur klappt das nicht. Also was soll man denn tun wenn man am Empfang abgewimmelt wird. "Mit der Personalabteilung verbinden wir nicht", "Namen der Personalabteilung geben wir nicht raus" waren dabei oft Antworten. Begründet wurde dies meist mit Datenschutz ...

Antwort
von zersteut, 64

Am besten ist es sich einen richtigen Job zu suchen! Geld kann er sich nicht Leihen? Von den Eltern? Freunden? Bank?Sowas kostet 1500€!

Kommentar von marmue15 ,

Nun ja, er hat den ersten Versuch vor ca. 8 Jahren nicht bestanden. Also die Praxis. (In der Theorie hatte er keinen Fehler). Ein Freund seiner alten Kommilitonen, der Fahrlehrer ist (jedoch in Berlin und nicht in Niedersachsen), meinte, dass mit sehr vielen Übungsstunden (mind. 2-3x mehr als normal) schaffen könnte.

Bank gibt nix - die will ja eine Sicherheit haben, zumal er ja noch sein BAFÖG zurückzahlen muss. Und seine Mutter gibt ihm bzw. gibt generell keine Bürgschaft. (Die Einstellung: "Die erwachsenen Kinder müssen für selbst sorgen".) 

Andere Verwandten haben kein Geld bzw. sind schon verstorben; Freunde hat er ein paar, aber die sind alle aufs Jobcenter angewiesen.

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