Frage von Ralsch, 44

Wie kann man eine (teilweise) Hausnotstrom-Versorgung realisieren?

Hallo, unser Haus läuft praktisch komplett mit Strom, ohne externe Ressourcen wie Gas oder Öl. Ich möchte jetzt auf Basis eines Kipor Inverters mit 5kW Dauer (1-Phasig) und 5,5kW max eine teilweise Notstromversorgung realisieren. An das Aggregat kann man aufgrund der Invertertechnik auch elektronische Geräte hängen. Jetzt zur Idee: Mit 5kW Dauer kann ich sehr viele Verbraucher dauerhaft betreiben - aber nicht alle. Die angedachte Minimallösung war: Verlängerungskabel. Darüber kann man leicht die Spannung steuern und im Auge behalten. Beispiel Kochen und Warmwasserbereitung über Wärmepumpe: Wenn man den Herd benötigt wird einfach die Wärmepumpe mit dem bis dahin aufgeheizten 300 Liter Tank vom Netz genommen - und nach dem Kochen wieder angekoppelt. Große Verbraucher die leicht manuell zu schalten sind. Aber das ganze Licht, die Wärmepumpensplitter für die Heizung, el. Rolläden, etc. lassen sich natürlich nicht sinnvoll mit Verlängerungskabeln versorgen, da kommt man nicht mehr durch die Wohnung. Wie kann man so etwas realisieren (nachträglich natürlich), gibt es dafür fertige Schaltlösungen, oder wer würde so etwas in der Nähe von Darmstadt ausführen? Danke.

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektrik, 14

ausführen würde das ggf. ein guter energieanlagenelektroniker. sprich elektriker.

was die wärmepumpe betrifft, da würde ich mir echt überlegen, ob du die wirklich braucsht. ein längerer stromausfall ist so wie so sehr unwahrsheinlich. 2006 oder so im Münsterland war mal was, da wurden aber vom THW große generatoren bereitgestellt um das Dorfnetz aufrecht zu erhalten.

nen tag oder so kann man auch im winter mal ohne heizung überleben. zur not die wichtigsten räume mit heizlüfter(n) beheizen...

es wäre auch so wie so ein nicht zu verachtetender aufwand, die wärmepumpe mit strom zu versorgen. man bräuchte nicht nur einen 2. Netzumschalter, da ein eigener stromzähler für den Heizstrom vorhanen ist. sondern auch einen DREHSTROM generator... ganz zu schweigen davon, dass die 5,5 kW (wenn überhaupt) kaum ausreichen werden, den Kompressor der wärmepumpe zu betreiben. die Anlaufströme sind nicht ohne.

was den rest des hauses betrifft. hier müsste in der hauptverteilung ein sogenanter netzumschalter eingebaut werden. der hat 3 stellungen: 0, I und II also Aus, Netzstrom und Notstrom.

wenn der generator nur wechselstrom liefert. was hier auch besser wäre, da du so bei der phasenaufteilung flexibler bist. dann müssten die drei Phaseneingänge für den Anschluss "notstrom" einfach überbrückt werden.

so funktioniert eigendlich ALLES im haus. abgesehen von Drehstrommotoren z.B. die Wärmepumpe.

man müsste halt eben nur drauf achten, was man alles gleichzeitig benutzt während der Generator läuft...

bleibt zu guter letzt noch die frage, was für anschlüsse an dem guten Stück dran sind. ich würde empfehlen, am generator eine 230 volt CEE Steckdsoe (32A) zu montiren und einen entsprechenden Wandstecker für den EIngang zur Noteinspeisung.

lg, Anna

Antwort
von holgerholger, 21

Du kannst vom Elektriker eine Umschaltmöglichkeit in der Verteilung einbauen lassen, so dass du zwischen Netz- und Generatorstrom umschalten kannst. Dann kannst du in der Verteilung die nicht gebrauchten Geräte abschalten. 5 KW sind aber beim Heizen und Warmwassererzeugen recht wenig. 

Kommentar von Ralsch ,

Hallo, 5kW reicht bei einer Warmwasser-Wärmepumpe für den Hausgebrauch - dicke. Meine hat einen normalen Schukostecker und zieht 500W im Wärmepumpenbetrieb (1,8kW Heizlast) bzw. über den Heizstab 1,5kW zusätzlich. 

Herd/Kochen zieht natürlich wesentlich mehr, das 80er Induktionsfeld ist mit 7,4kW angegeben. Da gibt es aber einfache und günstige (Not-)Lösungen in Form von 2-Plattenherden o.Ä. mit ca. 2kW.

Kommentar von holgerholger ,

Bei insgesamt 3,8 KW Heizleistung für die Warmwasserbereitung kommt aber nicht viel warmes Wasser aus der Leitung, mehr als 3-4 Liter pro Minute werden das nicht.

Antwort
von Gluglu, 8

Hallo.

Dein Vorhaben ist durchaus sinnvoll denn die Frage des European Black Out ist nicht "ob" sondern "wann". Die Regierungen reden zwar nicht viel drum rum aber beginnen bereits jetzt schon, netzunabhängige Kommunikationswege sicherzustellen.

Zum Thema Hausversorgung: Du benötigst hinter dem Zähler einfach nur einen dreiphasigen Schalter, mit dem Du das komplette Haus (im Normalbetrieb) abschalten kannst. Hinter diesem Hauptschalter solltest Du noch einen Überspannungsschutz haben. Wenn Du eine Garage o.Ä. hast, solltest Du dort eine CEE- Steckdose (Drehstrom) haben. ... das wars dann schon beim Haus; mehr brauchst Du nicht.

Zur Hausversorgung besorgst Du Dir ein möglichst großes Notstromaggregat, im Idealfall eines, was auch Drehstrom rausgibt. Für dieses Aggregat baust Du Dir ein Einspeisekabel mit beidseitigen Steckern (Achtung: Lebensgefahr wegen offenen Kontakten, solange nicht eingesteckt ist). Hast Du ein Drehstromaggregat, machst Du das Einspeisekabel 1:1; hast Du  nur ein einphasiges Notstromaggregat, so brückst Du diese eine Phase auf die anderen beiden drauf. Im Haus würden dann allerdings keine Drehstromverbraucher, wie größere Motore (dreiphasige Pumpen oder Kreissäge mit Kraftstromstecker etc.) laufen weil Du mit einem einphasigen Aggregat auch nur einphasig einspeist und keinen Drehstrom erhälst!

Fällt der Strom aus: In diesem Fall schaltest Du in Deinem Sicherungskasten ab und bist damit vom öffentlichen Netz getrennt. Nun steckst Du das Einspeisekabel in die Drehstromsteckdose und startest das Aggregat. Somit speist Du quasi hintenrum mit dem Aggregat in das Haus ein und alles "läuft wie vorher". Da Dein Aggregat nur eine bestimmte Leistung bringt darfst Du halt mit den aktuell betriebenen Verbrauchern nicht das Aggregat überlasten; darauf mußt Du achten. Und Du darfst NIEMALS das Aggregat bzw. das Kabel einstecken, wenn Du am öffentlichen Netz hängst bzw. noch nicht ausgeschaltet hast.

... und dann funktioniert's! Der Schalter dürfte unter 50EUR liegen und der Überspannungsschutz zwischen 100 und 150EUR. Dann bist Du "Notstrom- Ready". Denke aber dran, auch entsprechende Lebensmittel zu bevorraten!

Mfg

Kommentar von Ralsch ,

Hallo Gluglu - korrekt ;-) Ich finde es spannend in welchen Zeiträumen für einen Blackout die meisten denken, vermutlich die Ladezeit für's Handy oder das Endspiel der EM.

Egal, ich hbe einen ausreichend dicken, geregelten Notsromer der auch mal 3 Monate am Stück laufen kann. Man darf ja nicht vergessen dass die Kiste auch gefüttert werden muss. Klar sind 10kW oder 20kW super, da kann man einfach 1:1 das Haus dranhängen und gut ist. Aber der braucht dann eben das doppelte oder vierfache etc. an Treibstoff, und den muss man dann erstmal bekommen wenn keine Pumpe mehr läuft um das Zeug aus dem Bodentank zu holen.

Und sich auf "die Regierung" zu verlassen wenn's drauf ankommt mag funktionieren bei lokalen Outages durch Schneebruch o.Ä., aber nicht bei flächendeckendem Blackout.

In Summe wird die ganze Anlage gerade mal nen 1.000er kosten (gebrauchtes Top-Aggregat und eine Umkehrosmose-Anlage für die Wasserfilterung), so viel  wie ein paar einfache Alufelgen am Golf oder ein iPad Pro mit 128MB. Man muss halt Prioritäten setzen ;-)

Das ganze bekommt eine trockene Ecke im Keller und wird hoffentlich nie zum Einsatz kommen.

Kommentar von Gluglu ,

Freut mich, wenn ich hier in diesem Punkt Deinen Zuspruch gefunden habe. In Sachen "European Blackout" habe ich mich mit der Sache eingehender befasst weil ich einer von denen bin, die in diesem Katastropehfall von staatlicher Seite her verpflichtet bin, die Kommunikation mit aufrecht zu erhalten. Ich habe das Schreiben selbst in den Händen gehabt. Aber wenn man sowas in der Öffentlichkeit mal anspricht wird man immer noch als "Schwarzseher" oder "Endzeitfanatiker" angesehen; die Leute, die sich aber mal damit befasst haben, nehmen dieses Thema durchaus ernst denn mittlerweile wird staatliche Infrastruktur bereits ohne Notstromversorgung gebaut (Hauptumsetzer BOS-Funk) weil man ja, so die Fachmänner in Berlin, von einem Stromausfall nicht länger als 3 Stunden ausgeht... und das schaffen die Einsatzfahrzeuge.

Für den Blackout ist das Haus Notstrom-Ready; dass heisst, es sind neben Kraftstoffreserven auch entsprechende Nahrungsvorräte vorhanden (es ist halt der normale Vorrat entsprechend ergänzt). Das war schon so, bevor es vor ein paar Wochen in der Presse war. Das Aggregat wird dann angeworfen, wenn wirklich Strom benötigt wird; ansonsten gibt es Kerzen oder auch mal eine Taschenlampe. Wenn wir Glück haben, passiert sowas in den warmen Monaten; wenn das in der kalten Jahreszeit passiert, werden sicherlich noch ganz andere Dinge leider erforderlich. Wenn Leute am Erfrieren sind und sehen irgendwo Licht brennen und einen Schlot rauchen, sind sie da... ohne Rücksicht auf Verluste! Daher ist es schon mal gut, daß in den öffentlichen Medien darüber gesprochen wird denn das regt hoffentlich schon mal ein paar Leute mehr dazu an, sich wenigstens Lebensmittel auf Vorrat zu legen.

Ich würde mir wünschen, wenn dieser Fall nie eintreten wird aber die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch!

Antwort
von wollyuno, 15

baut dir jeder elektriker ein,wärmepumpe kannst vergessen die benötigt mehr strom und bei e-herd ist bei 2 kochplatten auf einmal auch schluss mit der angedachten leistung

Antwort
von konzato1, 16

Warum willst du nicht die vorhandene Hausinstallation verwenden?

Und statt eines rel. teuren, einphasischen Stromerzeuger einen preiswerten, aber mit 3 Phasen, kaufen?

Dein Szenario des kompletten Stromausfalles wird wohl eher selten eintreten, da braucht man keinen Dauerläufer der oberen Preisklasse.

Kommentar von Ralsch ,

Preiswerter mit 3 Phasen - sorry, das wird nix. Die drei Phasen müssen möglichst gleich belastet werden (umso billiger das Gerät umso gleicher...) da ansonsten der Generator abraucht. Und: An einem rein drehzahlgeregelten Baustellenaggregat kann man keine Kühlgeräte, Wärmepumpen, Elektronik, LED Lampen etc. dranhängen, zumindest nicht ohne sie zu schädigen. Damit sind 80% der notwendigen Geräte schonmal weg.

Ja - der Fall eines kompletten Stromausfalls wird eher seltener eintreten - ist aber der einzig sinnvoll zu betrachtende. Was interessieren mich 2 Stunden, oder auch mal 2 Tage, ohne Strom? Ein paar Kerzen, ein gutes Buch und ein Rotwein und alles ist gut - soweit.

Nach zwei Tagen wird's aber auch (im Winter) in einem Passivhaus kalt, Wasser kommt keins durch die Leitung, der Kühlschrank mufft schon stärker, etc. 

Kommentar von konzato1 ,

Seltsam, unsere Handys (Ladegeräte), der Baustellenkühlschrank, elektronisch geregelte Maschinen, Lampen mit LED - Leuchtmittel zur Baustellenbeleuchtung, ein Radio, zur Fußball WM auch schon mal ein Fernseher...... funktionieren alle mit Baustromaggregaten.

Antwort
von PeterKremsner, 23

Der Limitierende Faktor ist der Preis, wenn du das ganze 1h am Laufen halten willst brauchst du eine Batterie mit mehr als 5kWh da bist du dann gleich mal bei ca 3000-5000 Euro für die Batterie alleine.

Kommentar von konzato1 ,

Oh, habe ich die Frage falsch verstanden? Er möchte eine teure, batteriegestützte Lösung für einen Fall, der vermutlich extrem selten eintreten wird?

Na das ist aber "äußerst seltsam recherchiert"!

Kommentar von PeterKremsner ,

Keine Ahnung was er wirklich will, er hat die Art und weise seiner Notstromversorgung nicht angegeben.

Mit kleinem Generator im Keller ist es möglich, aber da gehen gut und gerne mehr als 5kW.

Die Sache mit den Akkus war nur eine Vermutung von mir.

Mich verwirrt da etwas Aggregat mit Inverter, die normalen Notstrom Aggregate haben keinen Inverter sondern sind einfach nur Drehzahlstabilisierte Maschinen.

Kommentar von konzato1 ,

Der Inverter hatte mich auch stutzig gemacht, aber so eine hirnv....., äh, äh seltsame Idee hätte ich jetzt nie für ernst genommen.

Deswegen war es für mich klar, dass es sich um einen Notstromer handeln muss, nur sehr schlecht und laienhaft beschrieben, was ja auch die geplante Verwendung von Verlängerungskabeln quer durch die ganze Wohnung bestätigt.

Kommentar von PeterKremsner ,

Ja alles in allem etwas Merkwürdig.

Im Endeffekt hört es sich für mich nach einer klassischen USV Lösung an, ob man die kurzzeitig Batteriepuffert ist eben dann eine Sache an sich.

Kommentar von Ralsch ,

Das schwarze sind die Buchstaben, in der richtigen Reihenfolge gelesen ergibt sich ggf. auch ein Sinn....

Den Begriff Batterie, USV oder Ähnliches wird man in meinem Text vergeblich suchen, scheint wohl eine mentale Fehlschaltung vorzuliegen.

Es geht um eine Notstromversorgung für ein Haus (kein Rechenzentrum) die ggf. auch mal eine Woche oder einen Monat durchlaufen kann. Warum sollte man in genau einer Stunde Stromausfall was kochen wollen?

Also bitte die Fragen genauer lesen, versuchen zu verstehen, und dann entscheiden ob man antworten möchte oder KANN oder ob es nur für unflätige Beleidigungen reicht. Diese kann man sicherlich besser bei Bild online oder ähnlich gestrickten Seiten loswerden. 

Danke.

Kommentar von PeterKremsner ,

In wie fern sind von mir Beldeidigungen gekommen?

Wie geschrieben hat mich das Aggregat mit Notstrom verwirrt, weil eben die normalen Notstromaggregate keinen Inverter besitzen...

Es geht um eine Notstromversorgung für ein Haus (kein Rechenzentrum) die ggf. auch mal eine Woche oder einen Monat durchlaufen kann. Warum sollte man in genau einer Stunde Stromausfall was kochen wollen?

Das ist mir schon klar von da her auch der Einwand mit den Akkus....

Wenn du einen normalen Notstromgenerator hast, lass dir einfach von einem Elektriker einen Schalter in den Zählerkasten einbauen, da kannst du dann einfach von Stromnetz auf Inselbetrieb umschalten ohne dass du da irgendwo Kreuz und Quer Kabel verlegen musst.

Mit einem Leistungsmessgerät im Zählerkasten kannst du dann auch prüfen wie viel Leistung dein Haus gerade aufnimmt.

Natürlich musst du alle nicht benötigten Verbraucher abschalten.

Ich würde in dem Fall aber eher zu einer größeren Anlage mit 10kW oder mehr greifen, das ist selbst bei kleinen Aggregaten kein Problem.

Btw von manchen Firmen werden auch solche Lösungen als USV genannt wenn die Umschaltung automatisch erfolgt.

Kommentar von Ralsch ,

Hallo Peter,

so langsam wird das ja.... Das mit der Beleidigung bezog sich auf den Beitrag von konzato1 mit dem "hirnverbrannt".

Klar ist das mit den Kabeln nicht ernst gemeint, deshalb ja auch die Frage hier, und die Antwort lautet offensichtlich den entsprechenden Schalter einbauen zu lassen.

Mein Generator kann im Übrigen automatisch bei Stromausfall starten.

Kommentar von PeterKremsner ,

Dann würde es bei manchen Firmen auch als USV laufen ;)

Wie gesagt der Schalter ist das einfachste und vermutlich auch die billigste Variante.

Btw hast du einen Drehstromgenerator?

Wenn nein, dann musst du achten dass alle Geräte welche du im Notfall betreiben willst auch an der Phase hängen die du Versorgst, da ein EHerd normal auch 3 Phasig ist würden da auch nur bestimmte Platten funktionieren etc.

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