Frage von Unbiskant,

Wie kann man eine fristlose Kündigung der Wohnung aufhalten ?

Aus mehr oder weniger nachvollziehbaren Gründen hat der Vermieter mir die Wohnung zum Ende des Monates gekündigt. Ich habe aber noch keine neue Wohnung. Was kann ich tun? Muss ich einen Rechtsanwalt einschalten?

Antwort von schlaufrau,
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Du kannst zur Rechtsantragsstelle Deines zuständigen Amtsgerichts gehen und eine Kündigungsschutzklage einreichen (kann natürlich auch der Anwalt machen). Nachdem Du aber schreibst: Aus mehr oder weniger nachvollziehbaren Gründen zum Monatsende....

naja, da scheint die Kündigung rechtens zu sein.

Du solltest Dir darüber im Klaren sein, dass Einschaltung von Gericht und Anwalt auch Geld kosten.

Wenn man die Wohnung nicht fristgerecht räumt, muss übrigens der Vermieter klagen und irgendwann mal kommt dann der Gerichtsvollzieher mit einem Umzugsunternehmen...und das ganze wird noch teurer und alles zahlst Du. Wenn Du wirklich bis zum Monatsende keine neue Wohnung hast, solltest Du Dich vorher an Deine Stadtverwaltung wenden. Meines Wissens gibts so Schlichtwohnungen, wo man erstmal wohnen kann. Nix tolles, aber ein Dach über dem Kopf.

Kommentar von gri1su,

genau, so ist das!

Kommentar von Unbiskant,

Wie oben beschrieben, ist halt gtrad einiges schief gegangen und einerseits verstehe ich den Vermieter, weil jeder natürlich sein Geld haben möchte, aber andererseits habe ich ihm vorgeschlagen, zunächst meine Kaution zu nehmen und ich würde dann in Raten, das Kautionskonto wieder auffüllen. Ein guter Vorschlag, wie ich finde. Aber darauf hat er gar nicht reagiert. Also, in so eine "Notunterkunft" gehe ich auf keinen Fall. Die Frage ist, wie lange man so eine Kündigung evtl. hinauszögern kann.

Kommentar von schlaufrau,

Tja...wenn Du nicht ausziehst...kommt drauf an. Ev. tauscht der Vermieter das Schloss aus...ev. klagt er...man kann das schon versuchen, herauszuziehen...aber bedenke: Das kostet. Kannst Du nicht nochmal mit ihm reden?

Kommentar von Malkia,

Das Schloss darf er nicht austauschen!!
Ohne Gerichtsurteil bekommt er, wenn der Vermieter nicht auszieht, den Mieter nicht aus der Wohnung, also müßte er erst einmal klagen.

Antwort von enidan,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

rechtlich gesehen, gibt es Gründe, die einen Vermieter berechtigen, die Wohnung fristlos zu kündigen! Hierfür benötigt der Vemieter aber ein berechtigtes Interesse nach § 573 d BGB. Jedoch kann man wegen der Sozialklausel nach §§ 574 - 574 c BGB nicht ohne Weiteres kündigen!!!! Du hast auf jeden Fall die Möglichkeit der Kündigung zu widersprechen nach § 574 BGB und die Fortsetzung des Mietverhältnisses verlangen, wenn die Beendigung für Dich, Deine Familie oder einen anderen Angehörigen des Haushalts eine Härte bedeuten würde (die nicht zu rechtfertigen ist!!). Wenn Du kein Geld für einen möglichen Rechtsstreit hast, kannst Du Dir für einen Rechtsanwalt einen Beratungsschein besorgen, der Dir genau die Rechtslage erklären kann und vorab ggf. prüfen kann, ob Du Chancen hast. Wenn dem so sein sollte, kannst Du klagen unter der Bedingung, daß Du Prozeßkostenhilfe - PKH - bekommst (dh Du stellst einen Antrag auf PKH, wenn der bewilligt wird, wird die Klage bei Gericht "angenommen"). Bewilligung der PKH erfolgt, wenn die Klage Chancen auf Erfolg hat!

Aber Hilfe bekommst Du auf jeden Fall in Form des Beratungshilfeschein für das Erstgespräch beim Anwalt, dann bei Klage durch PKH-Bewilligung. Empfehlung: erst einmal der Kündigung widersprechen!!!! dann zu den Ämtern gehen!!!

Kommentar von Unbiskant,

Vielen Dank. Damit kann ich was anfangen!

Kommentar von Kabark,

Klasse Antwort!

Antwort von Rolfe,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Nach § 569 (3) BGB wird die fristlose Kündigung automatisch unwirksam, wenn der Mieter bis 2 Monate nach Rechtshängigkeit der Räumungsklage (also Eingang der Räumungsklage bei Gericht) die rückständige Miete vollständig gezahlt hat oder sich eine öffentliche Stelle dazu verpflichtet. Allerdings gibts es diese Möglichkeit nur aller 2 Jahre. Also: nicht ausziehen und die Zeit nutzen, um innerhalb der o.g. Frist die Rückstände zu zahlen oder möglichst schnell zum Sozialamt und Kostenübernahme beantragen. Die kriegen ihr Geld später vom Arbeitsamt zurück, wenn der ALG-Antrag durch ist.

Kommentar von Rolfe,

Wenn der Arbeitgeber die letzten beiden Löhne nicht gezahlt hat - unbedingt Kontakt mit der Krankenkasse aufnehmen und nachfragen, ob der AG wenigstens die Krankenkassenbeiträge an die Kasse überwiesen wird. Wenn nicht - ebenfalls Kostenübernahme beim Sozialamt beantragen, sonst geht der Versicherungsschutz flöten.

Kommentar von Morphologe,

Ich bin in ähnlicher Situation und hab zu § 569 (3) BGB eine Frage.

Wenn nach Erhebung der Räumungsklage die Kündigung unwirksam wird (da die Mietschulden getilgt sind), wer trägt dann die Kosten der erfolgten Räumungsklage? Oder werden da in den ersten zwei Monaten keine erhoben?

Antwort von Kabark,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Mein lieber Schwan. Was ist denn bei Dir passiert? Also ich würde auf jeden Fall sofort einen Anwalt hinzu ziehen...

Kommentar von Unbiskant,

Tja, manchmal kommt alles zusammen. Alter Arbeitgeber zahlt die letzten zwei Löhne nicht. Das Arbeitsamt stellt sich quer, weil es keine Bescheinigung von ihm bekommt. Und ratzfatz hat man zwei Mieten nicht bezahlt...

Kommentar von Vollstrecker,

Das ist echt hart!

Kommentar von lachnieth,

Sofort zum Sozialamt - die holen sich das Geld dann schon wieder

Kommentar von Kabark,

Udo hat Recht. In dem Fall dort den Fall schildern. So wie sich das anhört, nutzt Reden bei dem Vermieter nichts mehr. Deine Frage konnte halt eben auch implizieren, dass Du nicht schuldlos bist an der Situation...

Antwort von lachnieth,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Warum gehst Du nicht zum Sozialamt, die finden bestimmt eine Lösung, wenn Du unverschuldet Deine Wohnung verlierst

Antwort von blauermond,

Hallo, auch ich habe heute eine fristlose Kündigung meiner Wohnung bekommen. Ich bin sehr schwer krank...meines Wissens muss der Vermieter bevor er eine fristlose Kündigung ausspricht,eine schriftliche Abmahnung erfolgen. es gibt ein Urteil vom LG Berlin vom 27.03.08 62 S 412/07. Ich habe keine Abmahnung erhalten. Ohne schriftliche Abmahnung wäre dann die fristlose Kündigung unwirksam. Eine Räumungsklage dauert ja auch...Monate. Aber jetzt nicht den Vermieter darauf aufmerksam machen, dass die Abmahnung fehlt, dann schickt er eine!!! Was jetzt tun??? ist meine Frage. Bitte antwortet...

Antwort von zerxis,

hallo liebe leute, ich habe ein ähnliches problem. ich habe auch eine fristlose kündigung bekommen. da ich 2 monatsmieten im rückstand bin. die besagte kündigung ist am 17.01.09 geschrieben worden (von den anwälten meiner vermieter) und ich habe zeit bis zum 25.02.09 die wohnung geräumt zu übergeben. aus den antworten meiner vorposter, habe ich gelesen das ich einen wiederspruch einlegen kann, und dann 2 monate zeit habe die mietschulden komplett zu begleichen. nun zu meiner frage. habe ich alles richtig verstanden und wenn ja, bei wem muss ich den wiederspruch einlegen. beim vermieter, oder aber bei den anwälten der vermieter??? eine andere wohnung habe ich auch noch nicht gefunden, und eine möglichkeit bei jemandem anderen unter zu kommen habe ich auch nicht... es wäre nett wenn man meine frage(n) schnell beantworten könnte, da es recht dringend ist.

ich bedanke mich herzlichst bei euch.

mfg. alex

Antwort von Malkia,

Schau mal hier rein: http://www.familien-wegweiser.de/bmfsfj/generator/wegweiser/stichwortverzeichnis,did=38030.html

Antwort von RolandJosef,

Der Brief ist mir vor zwei Tagen in den Briefkasten gelegt worde ohne ankündigung! Laut schreiben habe ich nur zwei wochen zeit auszuzeihen.

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