Frage von AgencyOPS, 83

Wie kann man diesen Text verständlicher formulieren?

Hallo,

es geht um die soziale Marktwirtschaft, anfang der 90er kurz nach bzw. vor der Wiedervereinigung. Ich verstehe vor allem nicht, weshalb Anfangs die Wiedervereinigung ein wirtschaftliches Problem war und dabei die ehmalige Regierung daran geglaubt hat, dass sogar ein neues Wirtschaftswunder wie in den 50er entstehen könnte.

Auszug aus Wikipedia: "Neben dem schlechten Zustand der ostdeutschen Wirtschaft belastete vor allem der Fehler der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion, einen viel zu hohen Umtauschkurs der Ostmark zur D-Mark festzusetzen, den wirtschaftlichen Erfolg Ostdeutschlands. Die Überbewertung beseitigte die internationale Wettbewerbsfähigkeit, mit Auslaufen der Transferrubel-Verrechnung am 31. Dezember 1990 brach der ostdeutsche Export schlagartig zusammen. Der hohe Umtauschkurs entsprach auch nicht dem historischen Vorbild, die in den Vereinigten Staaten geplante Währungsreform von 1948 hatte zu einer Unterbewertung der D-Markt geführt, was die internationale Wettbewerbsfähigkeit der jungen Bundesrepublik gesteigert hatte. Am Ende erwies sich das Wirtschaftswunder der 1950er und 1960er Jahre als nicht wiederholbar."

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Marktwirtschaft#Deutsche_Einheit_.281990.2...

Vielen Dank

MfG

Antwort
von feefle, 63

Hallo, ich beziehe mich hauptsächlich auf den von Dir kopierten Auszug aus Wikipedia: Durch die Überbewertung der Ostmark waren Produkte aus Ostdeutschland für den bisherigen Absatzmarkt (Ostblockstaaten, Russland) viel zu teuer geworden, auf den westlichen Märkten waren diese nicht konkurrenzfähig. Damit war ein Absatz dieser Produkte faktisch nicht mehr gegeben. Das Gegenteil: Die Unterbewertung der D-Mark 1949 führte dazu, dass Produkte der BR Deutschland auf dem Weltmarkt vergleichsweise billig waren. Folge waren hohe Absatzzahlen und damit Ankurbelung des sogenannten Wirtschaftswunders. Hoffe, das ist hilfreich. Schönen Abend Dir!

Kommentar von AgencyOPS ,

Vielen Dank. Soweit habe ich das dann jetzt verstanden. Was hat aber die damalige Regierung unternommen, um eine Lösung für dieses Problem zu finden?  Hat das evtl. was mit dem Solidaritätszuschlag zu tun, zur Förderung des Ostens?

MfG

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Der Solidaritätszuschlag, der nichts anderes als eine Steuer ist, wurde vor allem für die Entwicklung der Infrastruktur im Osten verwendet, also für das, wofür die "öffentliche Hand" zuständig ist. Dazu kamen natürlich auch noch Investitionsprogramme; auch aus der EU.

Die Wirtschaft entwickelt sich in der Regel auf privater Basis, abgesehen von staatlichen Anreizen, wie die Abwertung einer Währung.

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