Frage von rotesand, 92

Wie kann man diesen "Kleinkrieg" zweier verfeindeter Mitarbeiter effektiv lösen?

Hallo!

Ich arbeite bei einer Tageszeitung, wo ich u.a. Regionalberichte in zwei Gemeinden betreue. In diesem Gebiet sind auch zwei freie Mitarbeiter aktiv, die sich nach und nach zum Problemfall entwickelt haben.

Es handelt sich um zwei pensionierte Lehrer Anfang 80, die beide seit rd. 40 Jahren für die Zeitung schreiben & sich spinnefeind sind. Es geht soweit, dass der eine dem anderen böse ist, wenn nicht er, sondern "der andere" 50 bis 60 Zeilen über eine Jahreshauptversammlung schreiben oder die Spendenübergabe eines Vereins als Berichterstatter besuchen durfte. Es ist teilweise schlicht lächerlich.

Der eine dieser Pensionäre ist sich auch nicht zu schade, die Redaktion zu beschimpfen oder mit wüsten e-Mails anzukommen, in denen er uns beleidigt mitteilt, "sehr enttäuscht" zu sein, weil sein Bericht etwas gekürzt oder redigiert (verändert/korrigiert) werden musste. Es kann auch durchaus passieren, dass einer der beiden sich in e-Mails oder am Telefon verächtlich über den anderen äußert und fragt, warum "DER DA" diesen oder jenen Termin machen durfte.

Ich frage mich mittlerweile, für was die beiden Männer es überhaupt "nötig haben" und sich auch diese stellenweise nur noch peinlichen Kriege liefern: Ihre Pensionen sind entsprechend dick, sie haben keinerlei Probleme im Finanziellen & wegen einem Centbetrag von Zeilenhonorar mehr oder weniger gehen sie auch nicht kaputt.

Ich übergehe die beiden "Streithähne" bei der Terminvergabe mittlerweile schon insofern, dass ich alle Termine soweit als machbar selbst wahrnehme oder aber einen Studenten beauftrage, der sich bei uns als freier Mitarbeiter ein Taschengeld verdient, indem er dann und wann Artikel schreibt. Ist auch vom Chefredakteur so ausdrücklich bewilligt. Von mir bekommen diese beiden Herren keinen einzigen Termin mehr.

Andere Kollegen geben den beiden als mal Termine, aber auch sie kennen das Problem. Mittlerweile pflegen es die beiden Pensionäre ganz dreist schon als mal so, dass sie Veranstaltungen ohne Absprache besuchen & dann Berichte schicken. Ich habe letztens einfach mal so etwas nicht abgedruckt, wo der eine natürlich extrem beleidigt war. Ich blieb standhaft & alle standen auch hinter mir.

Bin mit meiner "Kunst" am Ende ... was kann man mit den beiden machen? Sie erhalten schon wie gesagt kaum noch Termine, trotzdem geht es so weiter...

Wieso sind sie noch als Mitarbeiter tätig? Kann man sie irgendwie "in Rente schicken" oder anderweitig außer Dienst setzen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Maisbaer78, 57

Wenn einer der beiden abfällig gegenüber der Redaktion und deren Mitarbeitern wird, ist doch eigentlich kein Grund für eine weitere Zusammenarbeit gegeben.

Ich würde beide dazu ermahnen, zu einer menschenwürdigen und vorallem Ihrem Alter entsprechenden Umgangsform gegeneinander und Gegenüber der Redaktion zurück zu kehren.

Davon würde ich eine weitere Zusammenarbeit (Auftragsvergabe) abhängig machen. Natürlich sollten beide auch wissen, das dieser Aufruf an Beide gegangen ist.

Kommentar von rotesand ,

Ist alles schon mehrfach getan worden --------> sowohl auf Verbesserungsvorschläge bezogen auf ihre Arbeit bzw. ihre oft unbrauchbaren Fotos als auch auf die Art des Umgangstons reagierten sie entweder verständnislos-pampig oder gelobten Besserung, die nie eintrat. 

Deswegen sind wir total ratlos.

Trotzdem vielen Dank :)

Kommentar von Maisbaer78 ,

Deswegen sind wir total ratlos.

Warum? Das hiesse, auf Androhung folgte keine Konsequenz. Selbst das schärfste Messer ist nur nützlich, wenn man es auch benutzt.

Wenn beide sich nicht an Vorgaben, sei es beruflicher oder aber zwischenmenschlicher Natur halten, die Sie von euch bekommen haben, dann serviert Sie ab. Werdet euch darüber klar, das dieser Schritt gegangen werden muss. Auch im Interesse der beiden Streithähne.

Kommentar von rotesand ,

Die Konsequenz war/ist schon, dass die beiden kaum noch Termine bekommen. Das trifft sie schon sehr hart, auch weil sie genau wissen, warum & wieso es dazu gekommen ist. 

Aber das ist, wie man sieht, leider auch keine Dauerlösung... und einfach abservieren kann man sie trotzdem nicht. Das wurde seitens Kollegen schon mehrfach angeregt, aber im Grunde kann man einem freien Mitarbeiter nicht "kündigen". Man kann ihm lediglich keine Termine mehr zuteilen. Das ist das Problem!

Wären die beiden fest angestellt, wären sie längst geflogen, auch wg. teilweise unbefriedigender Arbeitsergebnisse vor allem im Fotobereich.

Kommentar von Maisbaer78 ,

Man kann ihm lediglich keine Termine mehr zuteilen. Das ist das Problem!

Nein, es ist kein Problem, es ist sogar ein Geschenk. Jemanden zu kündigen ist schwierig (moralisch wie rechtlich), vorallem wenn die anzuführenden Gründe nur schwer zu fassen sind.

Aber einen freien Mitarbeiter kann man sich aussuchen.

Wenn eine Reduktion der Termine keine Besserung bringt, dann wird solang reduziert bis Sie überhaupt keine mehr bekommen.

Es liegt in Ihrer Hand sich dem zu entziehen. Wenn keine Termine mehr kommen, wird eine Kommunikation mit den Beiden obsolet, damit reduziert sich auch das Maß, in dem Ihr von deren Querelen tangiert werdet, auf 0.

Mehr muss euch als Auftragsvergeber nicht interessieren. Wenn Sie trotzdem nicht aus Ihrem Verhalten lernen, dann sind Sie trotz Ihres hohen Alters unreif wie Kinder geblieben. Daran könnt und müsst Ihr nichts ändern.

Ihr helft weder Euch noch Ihnen, wenn Ihr aus Mitleid oder moralischen Bedenken deren Verhalten zu tolerieren sucht.

Konsequenz bis zum äußersten. Nichts anderes hilft.

Kündigt Einschnitte bei der Terminvergabe immer vorher an unter Nennung des jeweiligen Grundes. (Unfreundliches Auftreten, unangemessene Debatten am Telefon, schlechte Arbeit).  Einhergehend wird Reduziert. Nicht erst "beim nächsten Mal" sondern sofort.

Das gibt Ihnen die Möglichkeit sich zu besinnen. Tun sie es nicht, nächste Reduktion.

Kommentar von rotesand ,

Danke für den super profunden Kommentar --------> Klasse :)

Kündigt Einschnitte bei der Terminvergabe immer vorher an unter Nennung des jeweiligen Grundes. (Unfreundliches Auftreten, unangemessene Debatten am Telefon, schlechte Arbeit).  Einhergehend wird Reduziert. Nicht erst "beim nächsten Mal" sondern sofort.

Genau das haben wir schon mehrfach versucht. Aber es half alles NICHTS. Wenn überhaupt, wurde uns was versprochen & binnen drei Tagen wieder gebrochen. Es folgte eine weitere Reduktion, bis die Herrschaften jetzt im Monat vielleicht noch 3-4 Termine für uns wahrnehmen "dürfen" ... wenn überhaupt!

Weiter reduzieren kann man sie aber auch nicht ---------> sie komplett ausbooten kann man auch nicht, finden wir...

Kommentar von Maisbaer78 ,

sie komplett ausbooten kann man auch nicht, finden wir...

Und das ist das Problem. Ihr habt Skrupel (die euch in der heutigen Geschäftswelt wirklich zur Ehre gereichen), aber die verhindern, dass euer Ansinnen die nötige Wirkung erziehlt.

Warum nicht? Es ist nicht Eure Schuld, Ihr könnt als Auftragsvergeber ein solches Verhalten nicht tolerieren. Kündigt an, die Zusammenarbeit komplett auf Eis zu legen, wenn noch einmal ein solches Verhalten zu Tage tritt. Fertig.

Und tritt der Fall ein, zieht es durch. Sie sind Erwachsen. Sie sind Herr Ihrer Sinne und der Worte, die aus Ihnen heraussprudeln.

Es spricht nichts dagegen, zuerst einmal eine Frist festzulegen, wie lange die Zusammenarbeit ruhen wird, aber in jedem Falle muss zu spüren sein, dass es euch ernst ist.

Kommentar von Nightstick ,

In ungefähr 16 Jahren hat sich das Problem auf natürliche Weise erledigt...

Die Redaktion der Zeitung hat selber Schuld, wenn sie es sich bis dahin bieten lassen würde.

Kommentar von Bitterkraut ,

Freie Mitarbeiter muß man nicht kündigen. Die bekommen einfach keine Aufträge mehr und fertig.

Kommentar von Maisbaer78 ,

Genau das meinte ich.

Antwort
von Kapodaster, 53

Puh, schwierige Situation.

Wie Du es schilderst, hast Du schon alle sinnvollen Aktionen in die Wege geleitet. Deine Reaktionen finde ich angemessen und sinnvoll.

Wieso die beiden noch als Mitarbeiter tätig sind? Vielleicht brauchen sie die Erfahrung, "nützlich" zu sein, Anerkennung zu bekommen. Toll wäre es, wenn man ihren Tatendrang in eine andere Richtung umlenken könnte - doch das dürfte in ihrem Alter schwierig werden.

Ich wünschte, ich hätte die ultimative Antwort auf das Problem.  Eine, die ohne die Aussicht auf eine "natürliche Lösung" auskommt...

Kommentar von rotesand ,

Dennoch vielen herzlichen Dank für deinen Kommentar :)

Die Situation ist echt eine Gratwanderung.

Antwort
von Schuldenhelfer, 12

Hallo

Ein professioneller Mediator wird wohl in der Lage sein den tiefergehenden Konflikt zu analysieren und wird mit den beiden Kampfhähnen eine einvernehmliche Lösung erarbeiten können der allen Parteien gerecht wird. Einfach mal ausprobieren 

Antwort
von Bitterkraut, 35

Du meine Güte! Vielleicht solltest du eine Mediation mit Hilfe einer "Kindergartentante", heutzutage wohl Erzieherin genannt, anbieten?

Kommentar von rotesand ,

Wäre im Grunde eine Option ;)

Kommentar von Bitterkraut ,

Lad sie beide in die Redaktion ein und teile ihnen gleichzeitig mit, daß es keine Aufträge mehr gibt, wenn der Kleinkrieg nicht aufhört. 

Kommentar von rotesand ,

Ist alles schon vorgekommen! Immer das selbe Spiel --------> man pöbelt entweder rum oder sagt, dass man sich das als ehemaliger Lehrer & Pensionär von 80 Jahren nicht bieten lassen muss, wimmert einem was vom Tod der Ehefrau vor ODER gelobt Besserung, ohne dass was passiert.

Antwort
von Gege3210, 8

Aua.

Sich lieber nicht einmischen in deren Streit. Einen Schritt zurück. Oder zwei.

Die werden sich schon selber gegenseitig reiben und sich dadurch selbst zerstören.

Die Ursachen können uralte Dorftrotteleien, Grundschulärger oder Streit um Mädchen sein, das kann man nicht wissen.

Um den Laden am Laufen zu halten, kann es mehrere Möglichkeiten geben :

• Die zwei Störenfriede so nahe wie möglich aneinander zum Zusammenarbeiten zwingen, in Konkurrenz setzen. Auf exakt gkeichem Rang. Oft hören dann beide etwa gleichzeitig auf. Ist jedoch etwas unmenschlich...

• Jedem ein anderes Beschäftigungsgebiet geben, befördern, Aufstieg, ganz weit auseinander. Vielleich mag Einer Briefmarken und der Andere Angeln ? Jedem seine Spezialrubrik ? Natürlich habe ich keinste Ahnung, ob so etwas in Ihrem Betrieb anwendbar wäre.

• In keinem Fall persönlich direkt diese Personen über das Problem ansprechen, sonst könnten Sie selbst am Ende als Schuldiger bezeichnet werden :-( .

"Von mir bekommen diese beiden Herren keinen einzigen Termin mehr". Gut so.

In einem Amt hatten wir mal Rentenanwärter (unangenehme Leute, alte Stänkerer) in ein Zimmer im Speicher des Bürogebäudes isoliert, zwischen en Archiven, wo sie Skat spielten, Bier tranken, und keinen Mist mehr im Amt anrichteten, bis sie endlich in Rente gingen. Manchmal schliefen sie sogar dort oben.

Andere haben wir auf's Regierungspräsidium oder in abgelegene Ämter "hochbefördern" können, wo sie Null Aufgabenbereich hatten und keinen Mist anstellen konnten. Das ist schon sehr lange her. Ich weiss nicht, ob derart heute noch möglich wäre.

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