Frage von Mutterfisch, 50

Wie kann man die gemeinsame Immobilie gegen Ansprüche der Kinder sichern?

Guten Tag. Angenommener Fall: Ein paar, unverheiratet, erwirbt eine gemeinsame Immobilie. Diese soll für das eigene Gewerbe, der weiblichen Partnerin genutzt werden. Außerdem soll eine Wohnung vermietet und eine weitere selbst bewohnt werden. Der männliche Partner hat Kinder aus einer geschiedenen Ehe. Wenn dem männlichen Partner nun etwas zustoßen sollte und dieser verstirbt haben dessen minderjährige Kinder und somit die Ex-Frau Anrecht auf einen Teil der Immobilie? Wenn ja, welche rechtlichen Möglichkeiten gibt die neue Partnerin abzusichern?

Mfg T.Berensen

Antwort
von sergius, 18

Die geschiedene Ehefrau hat keine erbrechtlichen Ansprüche mehr gegen den "männlichen Partner". Wenn er ohne Testament verstirbt, werden aber seine Kinder aus erster Ehe seine gesetzlichen Erben. Die "weibliche Partnerin" erhält - wie die geschiedene Ehefrau - nichts. Der "männliche P." kann jedoch seine "weibl. P." in einem Testament zu seiner Alleinerbin einsetzen. dann erhält sie bei seinem Tod seinen gesamten Nachlass, muss aber damit rechnen, dass dessen ersteheliche Kinder ihre Pflichtteile verlangen. das heißt, dass die beiden Kinder, die zu 1/2 gesetzliche Erben wären, die Hälfte davon. nämlich je 1/4 des Nachlasswertes in Geld von ihr verlangen und das auch gerichtlich durchsetzen könnten (also: keine Beteiligung der Kinder am Nachlassvermögen, sondern "nur" Geldansprüche in genannten Höhe). Der "männl. P." könnte dem entgegenwirken, indem er die Partnerin heiratet, weil diese dann zu 1/2 seine gesetzliche Erbin würde und sich die Anteile der Kinder auf je 1/4 vermindern würden mit der Folge, dass deren Pflichtteile nur je 1/8 des Nachlasswertes betrügen, wenn er die Partnerin/Ehefrau testamentarisch zu seiner Erbin bestimmen würde. Mehr kann nicht getan werden, abgesehen davon, dass der " männl. P. " im Rahmen des möglichen auf eigene Vermögensbildung verzichtet und dies der Partnerin/Ehefrau überlässt; denn gegen sie hätten die Kinder des "männl. Partners" keine Erb- oder Pflchtteilsansprüche. Wenn allerdings die Partnerin/Ehefrau als erste versterben und von dem Partner/Ehemann beerbt würde, kämen nach dessen Tod dann die erstehelichen Kinder dann doch über ihre Pflichtteile oder als gesetzliche Erben zu Vermögen aus der Ära "männl. und weibl. P.) !

Kommentar von Mutterfisch ,

Vielen Dank für die Ausführliche Antwort.

Ich muss dazu sagen das es nicht darum gehen soll den Kindern ihr Erbe zu verwehren, sondern darum die neue Lebenspartnerin und ihr Gewerbe abzusichern.

Also wäre es, wenn ich recht verstehe, am "sichersten", wenn die gesammte Immobilie von Anfang an, rein im Besitz der neuen Partnerin bleibt!?

Das würde natürlich eine gemeinsame Finanzierung erschweren...

Kommentar von sergius ,

Das wäre in der Tat der "sicherste" Weg, die Immobilie in das Alleineigentum der Partnerin zu stellen. Sie könnte das für den männlichen Partnere dadurch absichern, dass sie mit ihm einen (notariellen) Erbvertrag schließt und ihm darin die Immobilie zuwendet, als Erbe oder Vermächtnis.  Beratung durch den Notar insoweit zweckmäßig. 

Antwort
von VictoriAlli, 13

Um die Pflichtteilsquoten der Kinder zu verringern, würde auch eine Heirat helfen. Im besten Fall können dadurch die Pflichtteilsquoten der Kinder - je nach dem gewählten ehelichen Güterstand - halbiert werden, da bei der Berechnung der gesetzlichen Erb- und Pflichtteilsquoten bereits ein Teil auf den Ehegatten entfällt.

Antwort
von imager761, 16

Seine Ex-Frau war bereits mit Scheidungsantragszustellung von seiner gesetzlichen Erfolge ausgeschlossen.

Seine Kinder kann man durch Erbeinsetzung der Lebensgefährtin auf den zu ihrem gesetzl. Erbrecht halben Pflichtteil in Geld setzen und Vorsorge treffen, dass der ohne Verkauf des Hauses und Gewerbebetriebs ausbezahlt werden kann, etwa durch eine Risikolebensversicherung mit Bezugsrecht der Lebensgefährtin, ohne das sie damit zu einem Notverkauf wegen der Pflichtteilsansprüche gezwungen wäre :-)

Die sicherste Variante wäre es, seine Kinder bereits lebzeitig zu einem notariell beurkundeten Erb- und Pflichtteilsverzicht zu bewegen und Ihnen dafür eine Summe anzubieten, die dem erwartbaren Pflichtteil entspräche.

G imager761

Antwort
von hilflos99, 5

Da die Kinder immer den Pflichtanteil bekommen (50% vom Erbe wird unter den Kindern aufgeteilt), ist es auch mit Testament deutlich mehr als die 1/8 die manche hier behaupten. Daher heiraten und ein Berliner Testament machen (Kinder erben später), die Immobilie in Eigentumswohnungen aufteilen ( neue Frau bekommt 2, Mann 1 Wohnung) oder im Erbfall einen Vormund für die Kinder bestimmen

Antwort
von ErsterSchnee, 25

Testament.

Vorher beim Notar beraten lassen!

Antwort
von dandy100, 26

Leibliche Kinder haben grundsetzlich immer ein Recht auf den Pflichtteil, darüber hinaus kann man testamentarisch verfügen, was man will

Antwort
von atzef, 25

Die Kinder haben immer einen Pflichtanteil am Erbe. Die Lebenspartnerin müsste man mit einem Testament absichern. Das sollte aber auch den Pflichtanteil der Kinder berücksichtigen, sonst hinterlässt man der Partnerin nur einen lästigen Erbschaftsstreit...

Kommentar von Mutterfisch ,

Also kann man in einem Testament nicht  "einfach" festhalten das die Partnerin das Haus komplett erbt?

Kommentar von atzef ,

Doch. Ich denke, das dass durchaus geht (bin aber wirklich kein Erbrechtsexperte). Nur muss dann im Weiteren noch genügend Erbmasse vorhanden sein, um den Pflichtanteilsanspruch der Kids bedienen zu können. Das gelänge aber vermutlich auch mit anderen Vermögenswerten und müsste nicht notwendig in Anteilen am Haus bestehen.

Kommentar von imager761 ,

Doch, aber den ererbten Wert deines halben Hauses müsste sie anteilig an deine Kinder in Geld ausbezahlen, und zwar an jeden zu 1/8. Deshalb mein Rat, den Viertel Hauswert durch eine entsprechend hohe Risikolebensversicherung mit Bezugsrecht
abzusichern, damit sie das Geld für diese Ansprüche verwenden kann, ohne das Haus notverkaufen zu müssen.

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