Frage von MissDance, 36

Wie kann man die Arbeit vom Tiefbauer prüfen?

Unser Tiefbauer hat für unser EFH Muttererde ausgegraben und anschließend wieder mit entsprechendem Material verdichtet. Nun will er aber neu abrechnen, da angeblich an diversen Stellen mehr Muttererde war als vom Bodengutachten und Architekten errechnet. Wir sprechen hier von teils doppelt so tief.

Wie kann ich als Bauherr im Nachhinein prüfen, ob das stimmt? Darf der Tiefbauer einfach ohne Rückmeldung tiefer graben - mal davon abgesehen, dass es dann ja so gemacht werden muss, wenns stimmt. Hätte dann aber jemand anderes beauftragen können.

By the way: das unterschriebene Angebot besagt nichts von möglichen Korrekturen der Tiefe. Es hieß nur mündlich, dass wir z.B. weniger Stellflächen brauchen und somit weiter Geld einsparen könnten. Nun will er aber mehr.

Ist das Problem und die Frage verständlich?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Topotec, 24

Die Rechnung muss prüfbar vorgelegt werden.

Hat der Unternehmer den Aushub entsorgt, also kann er evtl. auch Lieferscheine der Deponie etc. nachweisen? Oder die Mengen, die eingebaut wurden?

Oder kann er die Mehrarbeiten sonst irgendwie prüfbar nachweisen? Ansonsten Rechnung zurück weisen und eine prüfbare Rechnung verlangen oder eine, die dem Angebot entspricht! Einfach so auf blauen Dunst kann man nicht größere Mengen beim Bauherrn abrechnen!

Kommentar von MissDance ,

Aushub wird fürs Grundstück verwendet.
Das Gespräch mit dem Unternehmer ist für heute Abend geplant, deshalb wollte ich vorab Informationen sammeln. Im Netz gibt es nur wenig vergleichbare Fälle (die ich gefunden hab).

Frage ist vielleicht, machen Tiefbauer grundsätzlich Fotos von ihrer Arbeit? Dann könnte er es ja quasi beweisen. Es geht auch darum, das die Mehrarbeit einfach ohne Rücksprache verrichtet wurde.

Kommentar von Topotec ,

Dann wird sich der Aushub, der dort liegt, anhand einfacher Rechenformeln ziemlich genau bestimmen lassen, zumindest näherungsweise. Und das eingebaute Material kommt auch nicht irgendwoher, dass wird auch idR gewogen und die Wiegescheine sind dann Bestandteil bzw. Prüfgrundlage der Rechnung!

Frage sonst hier mal nach, dort sitzen Experten, die dich beraten können:

http://www.expertenforum-bau.de/cms/?id=1&s=a0d0b1009cc79e67bc58b01680a91e64...

Antwort
von FvEFvE, 19

Auch wenn es weh tut, nimm das Geld für einen Anwalt in die Hand.

Wenn sie sehen, dass Du bereit bist zu kämpfen, kommt es schneller zu einer Einigung, mit der beide leben können

Kommentar von MissDance ,

Ja, diesen Spruch hätte man schon vorher sich auf die Stirn schreiben müssen. Da wir nicht billig bauen, dachten wir, kommen nicht so viele Probleme auf einen zu, doch man wird schon gleich beim Notariat leer gesaugt.

Kommentar von FvEFvE ,

Ja welcome to reality

So geht es jedem der baut.

Kommentar von Topotec ,

Bauen mit Firmen ist ein fast rechtsfreier Raum in D für Bauherrn, nirgendwo sonst wird so beschissen, gelogen und betrogen wie am Bau und der Bauherr hat oftmals keine Handhabe dagegen.

Da hilft nur, für jedes Gewerk Planer, Sachverständige und eigene Bauleiter zu beauftragen, die sich dann auch um die Ausschreibungen, den Ablauf und die Rechnungsprüfung kümmern. Sobald der Bauherr beauftragt und nach dem Rechten dabei schaut, wird er behumpst, weil er gar keine Ahnung von dem Ganzen hat!

Kommentar von huste ,

Ein Anwalt auf der Baustelle heißt meist, dass es bald zwei Gewinner gibt: Die Anwälte. Bei der unklaren Lage werden Bauherr und Baufirma drauflegen.

Antwort
von pharao1961, 3

Das ist eine Sache für den Bauleiter. Der muss das prüfen.

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