Frage von Lallo79, 52

Wie kann man der Übermacht der großen Bauträger entgegenstehen?

Es gibt immer wieder Probleme mit Bauträgern, sobald Mängel auftreten, so auch bei uns. Da die Bauträger meist gegen ein Klageverfahren versichert sind und somit keine (kaum) finanzielle Risiken eingehen, lassen es viele Bauträger darauf ankommen. Die Geschädigten (meist Privatpersonen) müssen alle Kosten hierfür selber tragen und scheuen sich daher zu klagen!!!

Daher nun eine SEHR wichtige und interessante Frage: Wie kann man taktisch klug bei Baumängeln vorgehen, ohne hohe Kosten zu verursachen???

Antwort
von Loreley30, 21

in jedem Fachgebiet gibt es schwarze Schafe, Schlendriane, Anfänger und Geldschneider.

Die Übermacht der Bauträger empfindet man, wenn man aus Unkenntnis nichts dagegen zu setzen hat. Wer schlüsselfertig baut sollte sich einen eigenen Fachmann gönnen. z.B. einen örtlichen Architekten.

Probleme und zusätzliche Kosten im Anfangsstadium der Baustelle werden nur "vorgerollt" und bei den End-Gewerken eingespart.

hübsche Fallen für Bauherren:
"gedeckelter Preis", Maximalpreis, alles inklusive, .........


Antwort
von AchIchBins, 30

Ohjee. Bauträger gehen nicht nur "kaum" finanzielle Risiken ein, sondern immer Hohe! Da sind regelmäßig Millionen im "Spiel". Das Problem mit den Mängeln liegt daran, dass die Mängel ja nicht vom Bauträger, sondern von den von ihm beauftragten Handwerksfirmen versursacht werden. Der Bauträger fordert die Handwerksfirma auch auf den Mangel zu beseitigen und hofft, dass die Handwerksfirma diesen zweifelsfrei anerkennt und zügig beseitigt. Ein Bauträger sitzt ja nicht selbst mit Hammer und Schaufel auf der Baustelle und ein Bauträger liebt (fast) nichts mehr als eine mängelfreie Übergabe. Mängel beeinhalten ein hohes finanzielles Risiko, deshalb billigt das Gesetz dem Bauträger auch eine entsprechende Zeitspanne zu, in der die Mängel beseitigt werden müssen, ohne gleich durch die Forderung des Käufers (Bauherren) in den Ruin getrieben zu werden (falls es größere Mängel sind). Es müssen auch da immer Fristen eingehalten werden und eine Ersatzmaßnahme durch eine andere Firma ist auch wegen der Gewährleistung problematisch. D. h., der Bauträger kann nicht einfach mal so eine andere Firma zur Beseitigung eines Mangels beauftragen. Das macht die Mängelbeseitigung leider "oft" sehr zäh. Die andere Erfahrung ist auch, dass der "Wert" eines Mangels von den Käufern falsch eingeschätzt wird, da wird dann für einen Kratzer im Glas einfach mal der wert der gesamten Fensterfront einbehalten und das kann einen Bauträger finanziell auch ins Schleidern bringen.

Kommentar von Loreley30 ,

welche hohen Risiken gehen BT ein?

Ich kenne es nur so, dass der unkundige Bauherr während der Bauphase oft überzahlt. D.h. der Leistungsstand immer dem Zahlungsstand hinterherhinkt. Im Gegenzug werden die Abschlagsrechnungen der Subunternehmer bis aufs Äusserste gekürzt. Zahlungsziele im Vertrag BT zu Sub gehen häufig über die VOB-Vorgaben zu Lasten des Subs hinaus.

Kommentar von Lallo79 ,

Wenn ein Bauträger die Handwerker wenigstens rügen würde! Bei uns hat er erst behauptet, dass eine Leistung gar nicht im Vertrag enthalten ist, obwohl diese Leistung (wenn auch mangelhaft) durchgeführt wurde.

Nachdem ICH Ihm dann den Vertrag erklärt habe, sei diese Leistung plötzlich mangelfrei ausgeführt worden.

Dass der Bauträger die Handwerker nicht rügt, mag vielleicht daran liegen, dass die Leistung "unter der Hand" vergeben wurde (dieses Gerücht gibt es schon) um Kosten zu sparen!

Kommentar von Loreley30 ,

ein Bauträger kann "unter der Hand" vergeben. Er kann mit den  Arbeiten immer seinen Verwandten beauftragen oder den Vertrag beim Stammtisch auf einem Bierdeckel machen, ja sogar mündliche Vereinbarungen würden ausreichen. Der Bauträger ist Dir nicht zur Offenlegung seiner tatsächlich entstandenen Kosten verpflichtet, nur zur Übergabe eines vollständigen Werkes wie im Vertrag vereinbart.

Das ist normal, der Supermarkt oder der Autohändler verrät uns auch nicht seine Einkaufspreise.

Man kann die Offenlegung oder den Wettbewerb unter bestimmten Handwerkern als Subunternehmer im BT-Vertrag vereinbaren. Darauf lassen sich aber die BT in der Regel nicht ein. Es mag Ausnahmen für ein Gewerk geben.

Die öffentliche Hand (Verwaltungsbau, Schulen, Strassen, Krankenhäuser, etc) muss sich an Vergabegrenzen und Vergabeverfahren halten, weil sie mit öffentlichen Geldern arbeiten und zur Wirtschaftlichkeit und gewissenhaften Entscheidungen verpflichtet sind.

Kommentar von AchIchBins ,

Auch hier die Frage, was soll mit "unter der Hand" denn bezweckt werden? Als Bauträger ist man doch keine staatliche Einrichtung die öffentliche Ausschreibungen machen muss. Als Bauträger kann man sich völlig unabhängig für einen Anbieter entscheiden. Von was einer "Offenlegung" sprechen sie hier? Ein Bauträger darf Angebote eines Anbieters auf gar keinen Fall an andere weitergeben, er würde sich eine Anzeige einhandeln. Und von was für SUB reden sie hier? Ein Bauträger hat keinen Vertrag mit einem SUB. Ein BT hat entweder einen Vertrag mit einem Generalunternehmer oder direkt mit einem Handwerksbetrieb. Der Generalunternehmer kann auch eigene Handwerker haben, oder aber er beauftragt entsprechende Handwerksfirmen. Diese beauftragten Firmen oder die vom BT direkt beauftragte Handwerksfirma kann sich dann widerum eine ausführende Firma suchen und DAS ist dann ein SUB, aber mit diesem steht der BT in keinem Vertragsverhältnis und ist auch nicht dessen Ansprechpartner. WOHER haben sie so einen Unsinn?

Ergänzend ist zu erwähnen, dass ein BT einer Handwerksfirma auf gar keinen Fall vertraglich untersagen kann einen SUB zu beauftragen. Das ist gesetzlich wegen EU-Recht ausgeschlossen, da es einem "Berufsverbot" gleichkommen würde.

Kommentar von AchIchBins ,

@ Lallo79 ... Was ist denn bei Ihnen "unter der Hand"? Schwarzarbeit oder was?

Kommentar von AchIchBins ,

"Überzahlt"?! Wie kann man nur so einen Unsinn von sich geben? Das ist gesetzlich in der Makler- und Bauträgerverordnung geregelt wie wann und wieviel bezahlt wird und das in festgelegten Tranchen und erst NACH Leistung durch den Bauträger. Und kommen sie mir jetzt nicht mit dem einen Schwarzen Schaf, von im Gegensatz Tausenden ordnungsgemäß arbeitenden Bauträgern, der dahingehend betrügt weil ihm die Kosten weggelaufen sind.

Sie entlarven sich als Laie und Stammtischler. Ein Bauträger hat keine Verträge mit Subunternehmern. Entweder hat er einen Vertrag mit einem Handwerksbetrieb, dann gibt es keinen Sub, oder aber der Handwerksbetrieb hat einen Vertrag mit einem anderen Unternehmer, das wäre dann ein Sub, aber mit diesem steht ein Bauträger überhaupt in keinem Vertragsverhältnis und kann keine Zahlungen an diesen hinauszögern.

Sie schauen zuviel RTL2 oder VOX, da kommt öfters mal so ein Unsinn.

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