Frage von Meaper, 105

Wie kann man den Umfang eines Nachlasses feststellen (lassen)?

Angenommen bei einer Erbschaft ist der Umfang des Nachlasses unbekannt und ein Erbe, der zuvor die Vormundschaft des Erblassers hatte, verweigert die Auskunft. Es besteht auch der Verdacht, dass diese Person in der Vergangenheit bereits Teile des Vermögens "auf die Seite geschafft" hat und dass eventuell noch Schulden vorhanden sind. Wie und von wem können die Verhältnisse aufgeklärt werden und mit welchen Kosten muss gerechnet werden?

Antwort
von sergius, 67

Nach § 2027 BGB ist der "Erbschaftsbesitzer" (das ist die Person, die den tatsächlichen Besitz am Nachlass inne hat) verpflichtet "den Erben über den Bestand der Erbschaft und über den Verbleib der Erbschaftsgegenstände Auskunfr zu erteilen°.  Das wäre die gesetzliche Anspruchsgrundlage für die Auskunftsforderung an die von Ihnen "ein Erbe" genannte Person. Wenn sie nicht auf Anforderung erfüllt wird, können Sie den Anspruch nur auf dem Klageweg durchsetzen. wie das in einem Rechtsstaat üblich ist. Dafür sollten Sie sich aber einen Anwalt nehmen, damit das ordnungs- und formgemäß geschieht.  Ich gehe davon aus, dass "ein Erbe" bedeutet, dass es mehrere Miterben gibt und Sie dazu gehören. Denn nur die "anderen Erben" gemeinsam könnten den Auskunftsanspruch gegen den "einen" erheben.

Im Übrigen ist schwer vorstellbar, dass der "eine Erbe" über den Nachlass verfügt hat; denn jeder, dem er z.B. aus dem Nachlass etwas verkauft hat, musste wissen, dass bei einer Erbengemeinschaft alle gemeinschaftlich mitwirken müssen; wenn nur einer allein handelt, wäre das unwirksam.

Wenn Sie fürchten, dass etwas "beiseite geschafft" wurde, müssten Sie Anzeige bei der Statsanwaltschaft wegen Unterschlagung oder Untreue erstatten, hätten aber nur Aussicht auf Einleitung eines Ermittlungsverfahrens, wenn Sie konkrete  Beweismittel liefern könnten.  Aufgrund einer nur allgemeinen Vermutung oder eines nicht durch Tatsachen gestützten Verdachts wird kein Staatsanwalt tätig.

Antwort
von webya, 55

was an die Seite geschafft wurde ist nur schwer zu beweisen.

Ansonsten müssen alle Miterben auskunft erteilen.

Antwort
von TheAllisons, 71

Das erfährst du alles beim Nachlassgericht oder auch bei einem Notar, der die Erbschaftsangelegenheit über hat.

Antwort
von teutonix1, 57

Das sollte ein Fachanwalt machen, die kennen sich da aus. Der sagt dir auch, was das kostet.

Expertenantwort
von ichweisnix, Community-Experte für Erbe, 58

Wurde der Betreuer durch ein Gericht eingesetzt, so ist er mit den Wegfall der Betreuuerung den Betreuten bzw. dessen Erben zur Rechenschaft verpflichtet. §1890 BGB. Ferner kann eine Auskunftspflicht nach §666 BGB bestehen.

... verweigert die Auskunft.

Hier kommt es darauf an, den EX-Betreuer zunächstmal in Verzug zu setzen, also Ihn mit Fristsetzung zur Auskunfts und Rechnungslegung aufzufordern. Weigert sich der Betreuer, sollten man einen Anwalt einschalten und die Auskunft gerichtlich durchsetzen.

Antwort
von Wuestenamazone, 52

Der Erbe muß Auskunft geben dazu ist er verpflichtet. Dafür gibt es das Nachlassgericht

Antwort
von myzyny03, 70

Der Erbe ist den Miterben zur Auskunft verpflichtet. Das kann man notfalls einklagen.

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